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E-Book, Deutsch

Reihe: dp Verlag

Finch Das Erbe von Loch Corran


2. Auflage 2023
ISBN: 978-3-98637-818-9
Verlag: dp DIGITAL PUBLISHERS GmbH
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

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Reihe: dp Verlag

ISBN: 978-3-98637-818-9
Verlag: dp DIGITAL PUBLISHERS GmbH
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Eine junge Frau im Zentrum des ewigen Kampfs um Wissen und Macht …
Das packende Finale der Familiengeheimnis-Dilogie

Tief unter der Erde in einem stillgelegten Bergwerk erkennt die junge Lehrerin Caitlyn Brown, dass sie der Schlüssel zu einem uralten Menschheitstraum ist. Ein langes Leben und schier unerschütterliche Gesundheit sind in greifbarer Nähe. Es liegt an Caitlyn und ihrem Geliebten Duncan noch mehr über ihre Familiengeschichte zu erfahren und diese Erkenntnisse gleichzeitig vor den falschen Mächten zu schützen. Doch Zweifel plagen sie: Ist es überhaupt gerecht, dieses Wissen allein für sich zu behalten? Als Caitlyns Freunde und die Schüler auf Ysgol Glasmaris wegen ihres Geheimnisses bedroht werden, muss sie eine Entscheidung treffen. Dabei kann sie sich nicht mal sicher sein, ob sie dem Mann, den sie liebt, vertrauen kann …

Dies ist eine überarbeitete Neuausgabe des bereits erschienenen Titels Das Vermächtnis der Kristalle.

Weitere Titel dieser Reihe
(ISBN: 9783986378127)

Erste Leser:innenstimmen
„Großartige Kombination aus Familiengeheimnis, Mystery und Liebe!“
„Spannend geschrieben und dadurch kaum aus der Hand legbar.“
„Fesselndes und unterhaltsames Lesevergnügen, ich kann die Dilogie nur empfehlen!“



Emma Finch wurde Ende der 60er am Rande des Ruhrgebiets geboren und vermischt gerne Realität und Fiktion zu spannenden Plots mit einem Schuss Romantik. Sie lebt und arbeitet in Mittelfranken, wo sie unter ihrem richtigen Namen Sabine Fink Regionalkrimis um die Erlanger Kommissarin Maria Ammon sowie mörderische Kurzgeschichten schreibt.
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Autoren/Hrsg.


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Labor in einer stillgelegten Mine im Black Country


Jedes Zeitgefühl war mir abhandengekommen.

Am Rand des schmalen Bettes lag ich auf der Seite, hinter mir Duncan, der sich an mich geschmiegt hatte. Sein rechter Arm lag locker auf meinem Oberarm. Obwohl ich es wahrscheinlich nicht sollte, genoss ich sowohl seine Nähe als auch die Wärme, die ich durch meinen dünnen Baumwollschlafanzug ganz unmittelbar fühlte.

Wie lange ich bereits wach lag, konnte ich nicht sagen, doch eine gefühlte Ewigkeit starrte ich in das Zwielicht, das von einem Dauerlicht am Boden ausging, und lauschte dem leisen Brummen der Ventilation. Die Luft war weder frisch noch abgestanden, doch die Abwesenheit von natürlichen Aromen machte mich unruhig. Trotzdem versuchte ich mich möglichst wenig zu bewegen, um weiter den Anschein zu erwecken, ich schliefe. Ich wollte lieber die Gelegenheit nutzen, allein meine Gedanken zu ordnen, ohne dass Duncan mir etwas einredete oder ich schon wieder etwas Voreiliges tat oder sagte.

Ich unterdrückte einen Seufzer.

Was ich Duncan gegenüber fühlen sollte, wusste ich immer noch nicht. Ich hatte allerdings die Aussage ernst gemeint, dass ich ihm glaubte, er wolle mich hier herausholen.

Gerade als er angesetzt hatte, mir seinen Plan zu erläutern, hatte ich mich jedoch erneut übergeben müssen. Anschließend hatte Duncan darauf bestanden, dass ich mich hinlegte, und er hatte mich mit Wasser und Tee und einem Medikament gegen die Übelkeit versorgt und die Decke über mich gebreitet. Die Erlebnisse und Verletzungen hatten endgültig ihren Tribut gefordert. Ausgebrannt und leer hatte ich kaum noch einen klaren Gedanken fassen können und erbärmlich gefroren. Kurzerhand hatte Duncan das Deckenlicht gelöscht und sich zu mir gelegt, um mich zu wärmen. Zu müde, um zu protestieren oder gar Widerstand zu leisten, hatte ich ihn einfach gewähren lassen. Seine Nähe und Wärme hatten mich eingelullt, und die geradezu hypnotische Wirkung seiner regelmäßigen Atemzüge hatte ihr Übriges getan, um mich schnell einschlafen zu lassen.

Wie lange ich geschlafen hatte, konnte ich beim besten Willen nicht einschätzen, doch es war lange genug gewesen, um mich einigermaßen ausgeruht und körperlich deutlich besser zu fühlen. Im Liegen spürte ich keine Schmerzen, und auch die Übelkeit war bisher nicht zurückgekehrt.

Im Prinzip also gute Voraussetzungen, um mich der Situation gewachsen zu fühlen und die Geschehnisse in Ruhe zu analysieren.

Auch wenn mir dieser Ort einsamer vorkam als Anglesey, glaubte ich, dass sich in diesem unterirdischen Labor nicht wenige Menschen befanden. Wenn ich genau lauschte, konnte ich Schritte hören, das Öffnen oder Schließen von Türen, Stimmen. Zunächst ließ ich jede Sekunde, ab dem Moment im Wald, in dem ich realisiert hatte, dass Duncan mit Jäger unter einer Decke steckte, bis zu dem Moment, in dem ich eingeschlafen war, Revue passieren. Das Ergebnis war wie erwartet ernüchternd. Meine Möglichkeiten als begrenzt zu bezeichnen war in jedem Fall die Untertreibung des Jahrhunderts. Ohne mich zu bewegen schielte ich auf den dunklen Umriss des mit Sprengstoff und einem GPS-Sender versehenen Armreifs an meinem rechten Handgelenk, den Duncan mir gestern angelegt hatte. Er hatte mir versichert, dass er der Einzige war, der den Code besaß. Auch wenn ich in Anbetracht seiner Gefühle für mich kaum damit rechnete, dass er mich in die Luft sprengte, war es mir unheimlich. Lieber früher als später wäre ich das Ding gerne los, doch ich musste einen Schritt nach dem anderen machen, und der Armreif war momentan mein geringstes Problem. Zunächst musste ich hier raus, um irgendwie mit Emrys Kontakt aufnehmen zu können. Obwohl auch er mir vieles verschwiegen hatte, schien er der Einzige zu sein, der mir helfen konnte, aus dem Gedankengewirr in meinem Kopf ein klareres Bild davon zu formen. Ich wollte endlich verstehen, worum es wirklich ging.

Ich wusste, dass Hunter an die Existenz eines außergewöhnlich leistungsfähigen Immunsystems glaubte, das in irgendeiner Weise vererbbar war. Etwas, das man mit den geeigneten Mitteln auch anderen Menschen zur Verfügung stellen konnte, um so Krankheiten zu besiegen. Eine Art Allheilmittel. Hunter glaubte, dass der Kristall, den wir im British Museum von George Mallory bekommen hatten und der nun in seinem Besitz war, der Schlüssel dazu sei. Laut Duncan war es jedoch nur ein geschicktes Täuschungsmanöver, und in Wahrheit sei ich der Schlüssel zum Erfolg.

Beinahe hätte ich gelacht, denn das war absurd. Immerhin schien Duncan seine These nicht mit Hunter besprochen zu haben. Dies und all die anderen Dinge, die Duncan mir erzählt hatte, ließen mich zu dem Schluss gelangen, dass er tatsächlich nicht völlig auf Hunters Seite stand. Um hier herauszukommen, musste ich nun also Duncan vertrauen oder zumindest so tun, als täte ich es.

Das war der Punkt, an den ich bereits am Vortag gelangt war, und ihm vorzuspielen, dass ich ihm vertraute, war nach hinten losgegangen. Meine Gedankengänge hatten mich keinen Schritt weitergebracht.

Diesmal seufzte ich tief.

Duncan streichelte meinen Oberarm. Offenbar hatte auch er schon länger wach gelegen. Den Kloß im Hals schluckte ich entschlossen herunter. Meine ambivalenten Gefühle für ihn hatten jetzt keine Priorität.

Ich wartete noch einen Moment, bevor ich mich rekelte.

Er strich meinen Arm entlang, bis zu meinen Fingern und wieder hinauf. Schließlich glitt seine Hand unter die Decke zu meinem Bauch, wo er sie unterhalb des Bauchnabels ruhen ließ und nur ganz sachte seinen Daumen hin und her bewegte, so als wollte er Kontakt aufnehmen zu dem kleinen Wesen, das in mir wuchs. Der Kloß in meinem Hals war prompt wieder da. Ziemlich abrupt fuhr ich hoch.

„Morgen“, murmelte ich und rieb mir heftig über das Gesicht, um meine brennenden Augen in Schach zu halten.

Ich schlüpfte in die Filzpantoffeln, machte Licht und marschierte ins Bad. Die Hände auf das Waschbecken gestützt, lehnte ich die Stirn an den kühlen Spiegel.

„Reiß dich zusammen, verflixt noch mal“, murmelte ich.

Wie genau ich weiter vorgehen sollte, war mir allerdings immer noch schleierhaft. Ein Stratege war an mir eher nicht verloren gegangen, daher konnte ich nur eins tun: einen Schritt nach dem anderen machen und dabei lediglich mein Fernziel im Auge behalten, möglichst bald mit Emrys zu reden.

Energisch wusch ich mir das Gesicht mit kaltem Wasser, wobei ich den Bereich um die Platzwunde an meiner rechten Wange aussparte, obwohl sie schon deutlich besser aussah als gestern. Übelkeit spürte ich ebenfalls nicht, und insgesamt fühlte ich mich ziemlich normal. Nicht einmal besonders kalt war mir. Der Schlaf hatte mir eindeutig gutgetan.

Duncan, der T-Shirt und Shorts trug, saß auf der Bettkante und musterte mich kritisch von oben bis unten, als ich zurückkam.

„Mir ist nicht schlecht“, verkündete ich, wobei ich mich an einem Lächeln versuchte, was mir auch halbwegs gelang.

Er nickte stirnrunzelnd. „Geh zur Tür.“

„Warum?“, fragte ich verwirrt.

„Zur Tür. Und dann zum Schreibtisch. Ein paarmal.“ Er wedelte mit der Hand, um mir anzudeuten, was er meinte.

Schulterzuckend tat ich, was er wollte, und legte die wenigen Schritte hin und her mehrmals zurück. Am Schreibtisch blieb ich schließlich stehen. „Und jetzt?“

Er stand auf und kam zu mir, fasste mein Kinn und unterzog mein Gesicht einer eingehenden Prüfung. Dann bedeutete er mir, mich auf den rotbraunen Ledersessel zu setzen, schob mein Hosenbein hoch und wickelte den Verband von meinem verletzten Knie ab. Vor mir hockend rieb er sich schließlich die Nase, während er auf mein Bein starrte, als wolle er es hypnotisieren.

„Hast du noch irgendwo Schmerzen?“

Ich bewegte mein Bein und tippte vorsichtig neben die Wunde in meinem Gesicht. „Es zieht ein bisschen. Warum?“

Er stand auf. Mit gelupfter Braue begutachtete er meinen rechten Wangenknochen, den er gestern mit Klammerpflastern versehen hatte, und die Stelle an meiner linken Wange, die er gestern getroffen hatte.

„Das Ziehen kommt wahrscheinlich nur von den Klammerpflastern. Deine Verletzungen im Gesicht sehen nach einer Nacht aus, als seien sie schon Tage alt. Ist dir das nicht aufgefallen?“

Ich schüttelte den Kopf. Erst jetzt, wo er es ansprach, wurde mir klar, dass ich beim Waschen eigentlich nur wegen der Klammerpflaster behutsam vorgegangen war, nicht, weil es schmerzte.

„Dein Knie ist sogar abgeschwollen“, fuhr Duncan fort.

„Und?“, erwiderte ich schulterzuckend. Ich war froh darüber, dass es mir wieder gut ging.

„Und?“, wiederholte er und sah mich auffordernd an, wie es nur Lehrer tun, wenn sie einem Schüler auf die Sprünge helfen wollen.

„Und wo liegt das Problem?“, fragte ich nun im ganzen Satz, weil mir nicht klar war, worauf er eigentlich hinauswollte.

„Das Problem ist“, begann er geduldig, „dass es ungewöhnlich ist und William wahrscheinlich auffallen wird.“

„Oh“, murmelte ich, weil ich plötzlich verstand.

Ich ging ins Bad, um mein Gesicht zu inspizieren. Die Abschürfungen auf meinem rechten Wangenknochen, der bei meinem Sturz vom Felsen Bekanntschaft mit etwas Spitzem gemacht hatte, waren sauber verschorft, die Haut kaum merklich verfärbt. Die Platzwunde war nur noch ein hellroter Strich. Meine linke Wange schmerzte lediglich, wenn ich exakt auf die Stelle drückte, an der mich Duncans Knöchel getroffen hatten. Bei genauem Hinsehen war eine ganz leichte Verfärbung auszumachen.

Ich kehrte zurück ins Zimmer. „Glaubst du, William könnte mit mir dasselbe vorhaben wie mit Mum?“ Bei diesem Gedanken wurde meine Kehle eng.

Duncan...



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