Fischer | Allein nach Island über den Atlantik | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 392 Seiten

Fischer Allein nach Island über den Atlantik

Meine Solo-Expedition vom Mittelmeer nach Island und retour.
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-8192-3678-5
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Meine Solo-Expedition vom Mittelmeer nach Island und retour.

E-Book, Deutsch, 392 Seiten

ISBN: 978-3-8192-3678-5
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



»Allein nach Island über den Atlantik« ist eine abenteuerliche Erzählung von Bernhards Solofahrt mit dem Segelboot vom mediterranen Kroatien bis nach Island und wieder retour. Obwohl er sein ursprüngliches Ziel bis zum Packeis nördlich des norwegischen Svalbard zu segeln nicht erreicht hat, ist er dennoch bis ans nordwestliche Ende Islands gekommen. Bernhard erzählt von seglerischen Herausforderungen, von anhaltenden Flauten, heftigen Fronten und Gewittern, von überraschenden Materialschäden und den notwendigen Reparaturen, von Hürden der modernen Zeit, von mentalen Höhen und Tiefen und der unglaublichen Schönheit der Natur und der Freiheit auf dem Ozean. Dieses Buch eignet sich für alle Leserinnen und Leser, die sich für echte Outdoor-Abenteuer begeistern und enthält gleichzeitig auch viel wertvolle Hintergrundinformation für Seglerinnen und Segler.

Bernhard R. Fischer hat seine Kindheit in einem Ort an der Donau in Niederösterreich verbracht, wo er bereits im Volksschulalter mit seinem Vater in der Jolle am nahegelegenen Kraftwerksstausee seine ersten Gehversuche beim Segeln gemacht hat und ist diesem Hobby auch später treu geblieben. Sehr bald war er als Jugendlicher und junger Erwachsener vom Meer und von den Booten in den Häfen kleiner griechischer Orte fasziniert, die er im Rahmen verschiedener abenteuerlicher Urlaube besucht hat. In seinen späten Zwanzigerjahren hat er die Ausbildung für seinen ersten österreichischen Yachtschein absolviert, was den Beginn seiner Seefahrtskarriere einläutete. Immer schon für mehr als nur Sommerurlaubstörns motiviert, hat er es bald zum Trainer und Ausbildner gebracht und am Aufbau einer namhaften österreichischen Seefahrtschule mitgewirkt, und war nie verlegen für abenteuerliche und herausfordernde Segeltörns. Er hat zahlreiche Artikel in verschiedenen Magazinen veröffentlicht, Kurse und Schulungen zu allen möglichen Themen rund ums Segeln veranstaltet und produziert seit Jahren den beliebten Segel-Fach-Podcast "Schiff -- Captain -- Mannschaft". Das Privatleben war turbulent, bis er als Vater von drei Kindern seine Heimat mit seiner Frau in den Bergen des niederösterreichischen Mostviertels auf einer kleinen Landwirtschaft gefunden hat. Das Segeln hat immer eine maßgebliche Rolle gespielt und so hat er seine Kinder bis heute immer wieder mitgenommen, um ihnen das Wissen und die Liebe zur Seefahrt weiterzugeben.
Fischer Allein nach Island über den Atlantik jetzt bestellen!

Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


1. Vorgeschichte


Immer schon wollte ich etwas ganz Besonderes machen. Etwas, das nicht jeder macht, etwas Ungewöhnliches oder vielleicht sogar etwas Herausragendes. Im Laufe meines jungen Erwachsenenlebens ist für mich klar geworden, dass das sogenannte „normale Leben“, das der durchschnittliche Österreicher führt, ein Konzept ist, mit dem ich mich nicht sonderlich identifizieren kann. Nicht, dass das etwas Schlechtes ist, aber seine ganze Arbeitszeit in einem Büro abzudienen und an irgendwelchen fiktiven Dingen zu arbeiten, hat kein Feuer in mir entfacht. Es muss schon etwas Handfestes sein.

Die Heimat meines Herzens und meines Lebens habe ich dann in meinen späten 30er-Jahren mit meiner geliebten Frau Petra in der Landwirtschaft im tiefen Mostviertel gefunden. Dort ist mein Platz, da gehöre ich hin. Es bedeutet sehr viel Arbeit, aber zugleich auch eine Freiheit, die ich sehr schätze: selbstbestimmt und für sein Leben selbst verantwortlich zu sein. Und man arbeitet an etwas Realem, an etwas, das man angreifen kann, an etwas, das man mit allen Sinnen spüren kann. All das macht mich sehr stolz. Und eine solche Arbeit macht mir nichts aus; ganz im Gegenteil, ich arbeite gerne und auch rund um die Uhr, wenn ich einen Sinn darin sehe und es mir Spaß macht. Und man hat seine Liebsten mehr und enger um sich, da man gemeinsam an einer Sache arbeitet.

Parallel dazu habe ich den Großteil meines Lebens auch der Segelei gewidmet, und das sehr intensiv. Alles, was ich tue, möchte ich richtig machen, mit vollem Einsatz, und nicht nur so nebenbei, wie man ein Hobby pflegt. Dadurch habe ich mittlerweile hunderte Wochen auf See hinter mich gebracht, habe als Trainer und Instruktor gearbeitet, am Aufbau einer österreichischen Seefahrtschule mitgewirkt, verschiedene nicht alltägliche Expeditionsfahrten im Mittelmeer unternommen – und dazu viele Stunden meines eigenen Segel-Podcasts und eine ganze Menge Videos auf Youtube produziert. Dadurch habe ich sehr viel theoretische und praktische Erfahrung gesammelt.

„Normale“ Segelwochen im Sommerurlaub waren mir immer zu wenig beziehungsweise zu langweilig, und haben mich nie sonderlich gereizt. Auch auf See wollte ich immer schon etwas Besonderes machen, etwas, das sonst niemand, oder nur wenige machen. Und deshalb habe ich immer schon das Bedürfnis gehabt, das Ganze professionell, und nicht nur als Hobby zu betreiben. Und ich wollte Abenteuer und sportliche Herausforderungen bestehen, die eher den Begriff „Expedition“ verdienen, wofür man von den meisten Menschen nur ein Kopfschütteln oder Sätze wie »Du spinnst ja!« erntet. Dafür schlägt mein Herz.

Wie die meisten Segler hat auch mich immer schon eine Weltumsegelung, aber auf die einzig „richtige“ Art gereizt, also ums Kap der guten Hoffnung, Cape Leeuwin, und Kap Horn. Oder ein Besuch von ganz besonders abgelegenen Inseln, wo die Herausforderung darin besteht, diese überhaupt zu erreichen. Dafür habe ich mir vor einiger Zeit in wochenlanger Kleinarbeit eine eigene Weltkarte in der sogenannten Spilhaus-Projektion1 angefertigt. Da sind Inseln wie die französischen Kerguelen, South Georgia, die norwegische Bouvet-Insel, Elephant Island, das Franz-Josefs-Land, Ile Saint Paul, und ähnliche drauf. All das sind aber riesige Projekte, wo mir für die Umsetzung lange der Plan und in erster Linie auch das Geld gefehlt hat.

Durch verschiedene Umstände bin ich den Großteil meines Lebens finanziell eher im unteren Drittel der Skala gewesen und ich war fremdbestimmt, in einem Korsett, aus dem ich keinen Ausweg gesehen habe. Aber unsere Landwirtschaft und alles, was damit verbunden war, war das Beste in meinem ganzen Leben. Das war ich – zu 100 Prozent. Und niemals würde ich das gegen einen Fulltime-Bürojob mit Stress und Überstunden tauschen wollen. Ich brauche, wie schon gesagt, eine Arbeit, wo etwas Greifbares herauskommt. So sieht man als Trainer den Erfolg und die Freude seiner Schüler, die etwas lernen. Und in der Landwirtschaft kann man sich daran erfreuen, wie Tier oder Gemüsegarten gedeiht – oder dass man nach anstrengender Waldarbeit im Winter das Haus heizen kann und es schön warm ist.

Anfang 2017 war ich mit Petra im finsteren Jänner eine Woche in Island auf Urlaub. Wir sind mit einem Leihauto herumgefahren und haben uns, wie es so meine Art ist, fernab der typischen Trampelpfade die spektakuläre Natur Islands angesehen. Kein Land hat mich bis dato so fasziniert wie dieses.

Und an einem dieser Tage bin ich an der Atlantikküste bei einem kleinen orangen Leuchtturm gestanden und habe aufs aufgewühlte Meer geschaut. Es war der Leuchtturm Öndverðarnes auf dem westlichen Ende der Halbinsel Snæfellsnes, auf der der Snæfellsjökull liegt. Das ist jener Berg, wo der Eingang zu Jules Vernes „Reise zum Mittelpunkt der Erde“ liegt. Fasziniert habe ich das Heranrollen der großen Atlantikwellen beobachtet, wie sie an den Klippen explodieren und Wasserfontänen zig Meter in die Luft schleudern. Dieses Schauspiel hat mich dermaßen beeindruckt, dass ich so nahe heran gegangen bin, dass mich eine ganz besonders große Welle sogar geduscht hat. Und da habe ich es gewusst:

„Du musst über diesen Ozean hierher segeln!“, hat meine innere Stimme zu mir gesagt – oder eher laut gerufen.

Das war der Startschuss für alles Weitere, das letztendlich zu diesem Projekt geführt hat. Der Weg war aber keinesfalls sofort klar, sondern es hat sich alles erst im Lauf der Zeit entwickelt und herauskristallisiert. Natürlich habe ich auch mit meiner Frau darüber gesprochen. Sie hat ja um meine Leidenschaft für das Segeln und die Seefahrt gewusst; wir haben uns auch so kennengelernt. Sie selbst ist eindeutig der Landmensch, der ich selbst auch mit einem Bein bin, hat aber dennoch meine Liebe für die See immer respektiert. Sie hat natürlich auch gewusst, dass mir einwöchige Urlaubstörns viel zu langweilig waren – etwas, das sich nicht jedem Menschen sofort erschließt – und dass ich immer etwas ganz anderes, etwas Besonderes, Abenteuerliches wollte.

Irgendwann habe ich ihr die Idee mit dem Nach-Norden-Segeln eröffnet. Mir sowieso, aber auch ihr war klar, dass man für so ein Vorhaben nicht einfach, wie bei einem Sommerurlaub am Mittelmeer, zu einem Vercharterer geht, sich für drei Wochen ein Expeditionsboot ausborgt und dann schnell mal nach Island und zurück segelt. Vor allem auch deshalb, weil ich nonstop über den Ozean, und nicht von einer Bucht in die andere segeln wollte. Und dann hat sie gesagt:

»Naja, dann musst du dir ein Boot kaufen und dort hinfahren.«

Ich war etwas überrascht, dass sie das so offen sagte. Es hat mich gefreut und positiv motiviert, denn bis hierher hatte ich nicht die geringste Vorstellung, wie ich so ein Vorhaben realisieren soll – und glaubte wohl unterbewusst selbst nicht dran. An diesem Punkt habe ich somit begonnen, mich nicht nur für Island, sondern generell für die hohen Breiten zu interessieren, habe eine Menge Bücher gelesen, auch Expeditionsgeschichten aus der großen Zeit der Polar-Erkundung: von Shackleton, Scott, Amundsen, Peary und dergleichen, aber auch jede Menge Geschichten aus der Seefahrt, die in die Polarregionen geführt haben. Dann habe ich mich für die österreichische Geschichte in Bezug auf Polarforschung aus der k. und k. Zeit interessiert und vieles dabei entdeckt – wie mit der österreichischen Geschichte verwobene Orte und Gegenden, die abgelegen genug sind, um mich zu reizen.

Es war damals eine etwas andere Zeit. Da wurden Männer, die solche Expeditionen begingen, bewundert, und man war stolz auf solche Forscher und Abenteurer. Die Zeit hat sich leider verändert. Ich glaube, dass das heute eher umgekehrt ist, zumindest fühlt es sich für mich ein bisschen so an. Und natürlich gibt es keine neuen Landmassen mehr zu entdecken, was eine Expedition mit einem kleinen Boot aber deshalb nicht unkompliziert macht. Ich möchte es trotzdem versuchen, auch wenn es viele für keine gute Idee halten.

Also habe ich mich weiter mit der modernen Seefahrt, das heißt mit dem Segeln in die hohen Breiten auseinandergesetzt, habe Bücher gelesen, Podcasts gehört, Youtube-Videos geschaut – und verschiedene Personen in ganz Europa, über die ich im Internet gestolpert bin, per E-Mail kontaktiert. Ich habe mich dabei nicht gescheut, Autoren von Literatur für den hohen Norden zu kontaktieren, und andere Menschen, die aktiv am Segeln und an Expeditionen beteiligt sind. So bin ich in Kontakt mit Jon Amtrup gekommen, einem erfahrenen norwegischen Arktis-Segler und Buchautor, Erik Aanderaa, norwegischer Nordatlantik-Segler, Inga Fanney, Mitbetreiberin eines isländischen Unternehmens für Segelexpedition, Andy Schell, amerikanischem Offshore-Segler mit Arktis-Erfahrung und einigen mehr. Und ich hoffe, dass ich manche von ihnen irgendwann auch persönlich kennenlernen werde.

Ich habe weiters begonnen, über geeignete Boote nachzudenken und mich mit der Finanzierung eines solchen zu beschäftigen – das ist irgendwie so gar nicht mein Metier. Und ich bin in Europa herumgefahren und geflogen, um verschiedene Boote vor Ort zu besichtigen, um mir ein Bild von...



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.