Fischer | Hören - Sehen - Blicken - Zählen | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 257 Seiten

Fischer Hören - Sehen - Blicken - Zählen

Teilleistungen und ihre Störungen
2. aktualisierte und ergänzte Auflage 2007
ISBN: 978-3-456-94243-8
Verlag: Hogrefe AG
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark

Teilleistungen und ihre Störungen

E-Book, Deutsch, 257 Seiten

ISBN: 978-3-456-94243-8
Verlag: Hogrefe AG
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark



Entstehung und Behandlung der Teilleistungsstörungen.
Wir sehen nicht mit den Augen und hören nicht mit den Ohren, sondern mit dem Gehirn. Die Neurowissenschaften haben gezeigt, dass die Sinnesleistungen durch ein kompliziertes Zusammenspiel verschiedener Unterfunktionen des Gehirns zustande kommen. Beim natürlichen Sehen z.B. – besonders beim Lesen – müssen wir Augenbewegungen benutzen. Alle diese Einzelfunktionen und ihre Koordination werden im Laufe des Lebens erworben, durch Wiederholen und Üben verbessert und an neue Anforderungen angepasst.

Entwicklungsrückstände können den Erwerb weiterer Teilleistungen behindern. Wer von «Teilleistungsstörungen» spricht, muss die normale Entwicklung kennen. Dieses Buch vermittelt einen Überblick über die Neurobiologie der Sinnes- und Blickfunktionen. Die Entwicklung, die darauf aufbauende Diagnostik und gezielte Trainingsverfahren etwa bei der Lese-Rechtschreib-Schwäche, der Rechenschwäche oder bei dem Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom werden beschrieben.

Der Autor kann dabei auf eine Datenbank mit Einträgen von fast 4000 Personen zurückgreifen und erstmals quantitative Aussagen zu den einzelnen Fragenkomplexen machen. Das Buch richtet sich an Ärzte, Psychologen, Pädagogen und Eltern sowie an Therapeuten im Bereich von Lernstörungen und Rehabilitation und an Studenten, die die neurobiologischen Grundlagen und deren praktische Bedeutung kennen lernen wollen.

Fischer Hören - Sehen - Blicken - Zählen jetzt bestellen!

Zielgruppe


Neurologie, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Pädiatrie, Entwicklungspsychologie, Heilpädagogik


Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


1;Inhaltsverzeichnis und Vorworte;4
2;Überblick;17
2.1;Inhalt;17
2.2;Aufbau;18
2.2.1;1. Teil „Entwicklung”;19
2.2.2;2. Teil „Störungen”;19
2.2.3;3. Teil „Hilfen”;20
2.2.4;4. Teil „Transfer”;20
3;Einblick;21
3.1;Unbewusste Sinnesverarbeitung;22
3.2;Lernvorgänge;23
3.3;Teilleistungen – Teile von Leistungen;25
3.4;Diagnostische Tests;28
3.5;Training und Wirksamkeit;30
4;1. Entwicklung;33
4.1;1.1 Allgemeine Entwicklung von Hirnfunktionen;34
4.1.1;1.1.1 Phylogenetische und ontogenetische Entwicklung;35
4.1.2;1.1.2 Reifung;38
4.1.3;1.1.3 Bewegungsfunktionen;39
4.1.4;1.1.4 Sinnesfunktionen;42
4.1.5;1.1.5 Sprachentwicklung;46
4.1.6;1.1.6 Schriftsprachentwicklung;47
4.1.7;1.1.7 Zählen und Rechnen;53
4.1.8;1.1.8 Aufmerksamkeit und Konzentration;57
4.1.9;1.1.9 Gedächtnis und Arbeitsspeicher;61
4.2;1.2 Entwicklung der Sinnesverarbeitung;62
4.2.1;1.2.1 Sprachfreies Hören;64
4.2.2;1.2.2 Dynamisches Sehen;76
4.2.3;1.2.3 Blicken;85
4.2.4;1.2.4 Fixationsstabilität;100
4.2.5;1.2.5 Zählen;109
4.2.6;1.2.6 Vorschulalter;117
4.3;1.3 Fazit;119
5;2. Störungen;121
5.1;2.1 Die Probleme;122
5.2;2.2 Legasthenie – Lese-Rechtschreibschwäche (LRS);125
5.2.1;2.2.1 Sprachfreie Hörwahrnehmung bei Legasthenie;130
5.2.2;2.2.2 Dynamisches Sehen bei Legasthenie;136
5.2.3;2.2.3 Die Blicksteuerung bei Legasthenie;139
5.2.4;2.2.4 Blicksteuerung bei Erwachsenen mit Legasthenie;143
5.2.5;2.2.5 Fixationsstabilität bei Legasthenie;145
5.2.6;2.2.6 Simultanerfassung bei Legasthenie;148
5.3;2.3 Dyskalkulie – Rechenschwäche;151
5.3.1;2.3.1 Sprachfreie Hörwahrnehmung bei Rechenschwäche;152
5.3.2;2.3.2 Dynamisches Sehen bei Rechenschwäche;154
5.3.3;2.3.3 Blicksteuerung bei Rechenschwäche;155
5.3.4;2.3.4 Simultanerfassung bei Rechenschwäche;156
5.4;2.4 Aufmerksamkeitsdefizit – Hyperaktivität (ADHS);161
5.4.1;2.4.1 Sprachfreie Hörwahrnehmung bei ADHS;164
5.4.2;2.4.2 Dynamisches Sehen bei ADHS;166
5.4.3;2.4.3 Blicksteuerung bei ADHS;166
5.4.4;2.4.4 Simultanerfassung bei Aufmerksamkeitsdefizit;168
5.5;2.5 Unklare Entwicklungsstörungen;170
5.5.1;2.5.1 Sprachfreie Hörwahrnehmung bei unklaren Störungen;171
5.5.2;2.5.2 Blicksteuerung bei unklaren Störungen;172
5.5.3;2.5.3 Simultanerfassung bei unklaren Störungen;172
5.6;2.6 Vergleich der Gruppen;175
6;3. Hilfen;179
6.1;3.1 Das Problem;180
6.1.1;3.1.1 Klassische Hilfen;181
6.1.2;3.1.2 Symptomspezifisches Training;182
6.2;3.2 Hörtraining;186
6.2.1;3.2.1 Hörtraining bei Legasthenie;186
6.3;3.3 Dynamisches Sehtraining;189
6.4;3.4 Blicktraining;191
6.4.1;3.4.1 Blicktraining bei Legasthenie;193
6.4.2;3.4.2 Erfolgsquoten des Blicktrainings;196
6.4.3;3.4.3 Express-Sakkaden abtrainieren;197
6.4.4;3.4.4 Spezifität des Blicktrainings;199
6.4.5;3.4.5 Training der Fixationsstabilität;201
6.4.6;3.4.6 Blicktraining bei Dyskalkulie;203
6.4.7;3.4.7 Blicktraining bei ADHS;204
6.4.8;3.4.8 Die Wirkung von Ritalin auf die Blicksteuerung;204
6.4.9;3.4.9 Der Einfluss von Ritalin auf das Blicktraining;207
6.5;3.5 Zahltraining;209
6.5.1;3.5.1 Zahltraining bei Dyskalkulie;210
6.5.2;3.5.2 Zahltraining bei Legasthenie;211
6.5.3;3.5.3 Zahltraining bei allen Auffälligen;212
6.6;3.6 Training bei unklaren Lernschwächen;213
7;4. Transfer des Trainings auf schulisches Lernen;215
7.1;4.1 Hörtraining – Lautdifferenzierung – Rechtschreibung;216
7.2;4.2 Blicktraining und Lesenlernen;219
7.3;4.3 Zahltraining und Rechnenlernen;223
7.4;4.4 Andere Trainingsverfahren;225
8;Ausblick;227
9;Einfache Statistik und Logik;235
9.1;Bewertung von Gruppen;236
9.2;Die Werteverteilung;236
9.3;Der Mittelwert;237
9.4;Die Standardabweichung;237
9.5;Standardfehler und Vertrauensgrenze;238
9.6;Der Median;238
9.7;Bewertung von Einzelpersonen;239
9.8;Abweichungen vom Mittelwert;239
9.9;Der Prozentrang;240
9.10;Vergleich von Gruppen;241
9.10.1;Signifikanz;241
9.10.2;Stichprobengröfle und Streuung;242
9.11;Die Korrelation;243
10;Gerätenachweis;247
10.1;FonoFix;247
10.2;FonoTrain;247
10.3;FixTest;247
10.4;FixTrain;247
10.5;ExpressEye;247
10.6;CountFix;247
10.7;CounTrain;247
11;Glossar;249
12;Literaturverzeichnis;251
13;Stichwortverzeichnis;257
14;Mehr eBooks bei www.ciando.com;0


(S. 121)

Dieses Kapitel könnte man auch mit „Diagnostik" überschreiben. Es behandelt Abweichungen der Sinnes- und Blickfunktionen von der im vorigen Teil behandelten Altersnorm. Dabei werden die Daten für verschiedene Gruppen von Kindern und Jugendlichen mit Defiziten im Bereich des Lesens, Schreibens, Rechnens, der Aufmerksamkeit und anderer nicht so genau umschriebener Teilleistungen getrennt behandelt und quantitativ dargestellt. Für jede Gruppe und jede Funktion werden die Auffälligkeitsquoten, wenn nötig auch in Abhängigkeit vom Alter, gesondert bestimmt und grafisch dargestellt.

2.1 Die Probleme
Mit dem Begriff der Teilleistung haben wir uns schon am Anfang des Buches kurz beschäftigt (S. 25). Er ist zwar nicht sehr präzise definiert, stellt aber dennoch eine nützliche Bezeichnung für Leistungen unseres Gehirns dar, die man zusammenfassen kann, ohne damit gleich die gesamte Leistung des Gehirns zu meinen. Beispiel: Das Lesen oder das Rechnen. Jetzt geht es um Störungen von Teilleistungen – um Teilleistungsstörungen. Wir werden nicht sonderlich erstaunt darüber sein, dass eine Teilleistung gestört sein kann, wenn nur bestimmte ihrer Unterfunktionen unzuverlässig arbeiten. Dies heraus zu finden, ist Aufgabe einer entsprechenden, möglichst vollständigen Diagnostik.

Die im vorigen Kapitel behandelten Hirnfunktionsbereiche können eine Fehlentwicklung – eine fehlende Entwicklung – aufweisen. Man erkennt sie meist daran, dass etwas nicht „normal" ist, ohne im Einzelnen schon zu wissen, um was es sich dabei handelt oder was dahinter steckt. Es kann sein, dass einer von vielen Entwicklungsschritten fehlt oder zu langsam durchlaufen wird. Es kann sein, dass eine bestimmte Leistung zu schwach ausgebildet oder gestört ist, indem sie nicht so sondern anders erbracht wird und zu einem falschen Ergebnis führt. Schließlich kann es sich um Abweichungen handeln, die den Charakter einer Krankheit haben oder die zum Bild einer Krankheit gehören.

Besteht ein Verdacht auf solche Störungen oder gibt es sogar konkrete Hinweise, stellt sich die Frage, wohin, genauer zu welchem Arzt man gehen soll. Oft scheint die Antwort nahe zu liegen. Bei Sehstörungen zum Augenarzt, bei Hörfehlern zum Ohrenarzt, bei Verhaltensstörungen zum Kinder- und Jugendpsychiater bzw. zum Psychologen. Gibt es dann eine Diagnose und ist diese richtig, ist schon einmal ein wichtiger Schritt getan, und man kann beginnen, über Abhilfen nachzudenken. Oft gibt es aber keine Diagnose, das heißt, man verlässt die Arztpraxis „o.B.", also „ohne Befund". Was heißt das? „Nichts gefunden", bedeutet ja noch nicht „Nichts da".

So kann man z.B. gesunde Augen haben, aber man sieht dennoch nicht immer alles gut. Es kann nämlich sein, dass die Verarbeitung der Sehinformationen auf dem Weg zu den Sehzentren im Gehirn nicht ordentlich funktioniert oder zu unzuverlässigen Ergebnissen führt. Oder es kann sein, dass die Stellung des einen oder sogar beider Augen nicht gut genug eingehalten wird. Wir sehen eben nicht mit den Augen, sondern wir sehen mit dem Gehirn. Das ändert nichts daran, dass wir zum Sehen die Augen benötigen.

In jedem Fall möchte man herausfinden, was nicht in Ordnung ist, warum es nicht „normal" ist, und wie man die Ursache beseitigen kann. Aber das wird nicht immer möglich sein.



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.