Fischer | Therese und Adolph 1806 | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, 304 Seiten

Fischer Therese und Adolph 1806

Originaltitel - Therese 1806 - Eine empfindsam-sinnliche Erzählung in acht Gesängen
1. Auflage 2026
ISBN: 978-3-6957-0396-8
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Originaltitel - Therese 1806 - Eine empfindsam-sinnliche Erzählung in acht Gesängen

E-Book, Deutsch, 304 Seiten

ISBN: 978-3-6957-0396-8
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Therese und Adolph 1806 präsentiert eine einzigartige literarische Wiederentdeckung eine empfindsam sinnliche Liebeserzählung aus der Frühromantik kombiniert mit einer vollständig neu ausgeschmückten modernen Romanfassung sowie dem originalen Transkript der Erstausgabe. Dieses Buch beginnt wie das historische Vorbild mit dem originalen Kupferstich von J Hensel 1806. Die zarte Darstellung eines jungen Paares im Boot vermittelt bereits die Stimmung der gesamten Geschichte Nähe Sehnsucht stille Anziehung und die poetische Zurückhaltung die für die Romantik so typisch ist. Auf den Kupferstich folgt die rekonstruierte Titel und Vorderseite im Stil der frühen Ausgabe. Im Mittelpunkt steht die Erzählung von Therese und Adolph zwei jungen Menschen deren Begegnung sich in acht poetischen Gesängen entfaltet. Therese sanft und zurückhaltend und Adolph empfindsam und idealistisch erleben eine Liebesgeschichte die weniger von äußeren Ereignissen lebt als von leisen Gefühlen inneren Bewegungen und hingebungsvoller Romantik. Die Natur Wälder Wasser Landschaften bildet dabei die Bühne für ihre aufkeimende Beziehung. Die ursprüngliche Ausgabe von 1806 bezeichnete sich als erotische Erzählung ein Begriff der damals für Sinnlichkeit Empfindsamkeit und zarte Romantik stand nicht für moderne Erotik. Um dieser historischen Bedeutung gerecht zu werden enthält dieses Buch eine moderne liebevoll ausgearbeitete Erzählfassung die den Originalstoff erweitert vertieft und für heutige Leser verständlich macht ohne den Charakter des frühen neunzehnten Jahrhunderts zu verlieren. Am Ende des Buches befindet sich der vollständig übertragene Originaltext sorgfältig in moderner deutscher Rechtschreibung transkribiert. Diese Fassung ermöglicht einen direkten Blick auf den historischen Wortlaut macht ihn aber zugleich leicht lesbar. Therese und Adolph 1806 ist damit dreierlei zugleich ein literarisches Denkmal ein neu erzählter Roman und eine historische Quelle in einem Band vereint. Ein einfühlsames poetisches Werk das die Welt der Frühromantik neu erblühen lässt.

Horst Fischer ist ein außergewöhnlicher zeitgenössischer Autor, der seine kreative Kraft aus zwei Welten schöpft der Natur und der Literaturgeschichte. Als literarischer Hobbyarchäologe von Lost Books widmet er sich der Aufgabe, vergessene Werke zu retten, neu zu transkribieren und für moderne Leser wieder zugänglich zu machen. Sein Ziel ist es, die Stimmen vergangener Jahrhunderte zu bewahren, verschüttete Geschichten aufzudecken und Bücher, die oft nur noch in einzelnen Exemplaren existieren, vor dem völligen Verschwinden zu schützen. Seine Leidenschaft begann mit dem Sammeln seltener antiquarischer Ausgaben aus dem siebzehnten bis neunzehnten Jahrhundert. Jedes gefundene Werk betrachtet er als Fundstück einer längst untergegangenen literarischen Welt. Mit größter Sorgfalt überträgt er deren Inhalte in heutige Rechtschreibung, ergänzt sie behutsam und verleiht ihnen gleichzeitig eine moderne Lesbarkeit, ohne die historische Authentizität zu verlieren. Diese Verbindung aus Treue zum Original und kreativer Neuinterpretation macht seine Bücher unverwechselbar. Bekannt ist Horst Fischer zudem als Autor mehrerer naturkundlicher Kinderbuchreihen. Seine Figur Biber Bullubuh hat sich in kurzer Zeit zu einem beliebten Begleiter für junge Leser entwickelt. Dabei verbindet er Fantasie mit realem Wissen über heimische Tierarten, das er aus eigener Erfahrung schöpft. Als naturverbundener Mensch und Biberberater vermittelt er Kindern spielerisch ökologische Zusammenhänge und die Schönheit der regionalen Landschaften. Sein literarisches Schaffen umfasst historische Neuausgaben, poetische Nacherzählungen, moderne Erzählfassungen und experimentelle Buchprojekte. Dabei geht es ihm stets darum, Literatur einen neuen Zugang zu schenken. Er arbeitet unabhängig, kreativ und in hohem Tempo, ohne dabei die Qualität aus den Augen zu verlieren. Jedes seiner Werke ist ein Mosaik aus Fleiß, Leidenschaft und dem Wunsch, Kultur nicht nur zu sammeln, sondern lebendig zu bewahren. Mit Therese und Adolph 1806 setzt Horst Fischer seine Arbeit fort, vergessene Bücher der Vergangenheit neu zu öffnen, sie in zeitgemäßer Form wieder erblühen zu lassen und den Leserinnen und Lesern einen Zugang zu geben, der heute selten geworden ist.
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Der Abend senkte sich wie ein stilles, goldfarbenes Tuch über das langgestreckte Tal, und während die letzten Strahlen der Sonne an den gewaltigen, himmelwärts drängenden Alpen hingen und ihre zerklüfteten Felswände mit einem Schimmer überzogen, der an die heiligen Gewänder uralter Priester erinnerte, stand Adolph am Rand des waldumkränzten Abhangs und spürte, wie die Welt, die so voller Bewegung und Geräusche sein konnte, in diesem einen Moment den Atem anhielt, als wolle sie ihm ein Geheimnis zuflüstern, das nur für jene bestimmt ist, die zuhören können, wenn selbst der Wind verstummt, und in diesem Schweigen regte sich in seinem Innersten ein Gefühl, das er kaum benennen konnte, ein Ziehen, ein sanfter Schmerz, eine Sehnsucht, die wie eine unsichtbare Hand nach seinem Herzen griff und es leise, aber beharrlich zusammendrückte, sodass er unwillkürlich innehielt und sich fragte, ob dieses Tal, dieser See, dieses Licht nicht nur Landschaft seien, sondern ein Spiegel seiner eigenen inneren Unruhe, die ihn seit Wochen begleitete wie ein Schatten, den man nicht abschütteln kann, egal wie schnell man läuft oder wie tief man atmet.

Zur gleichen Stunde stand Therese in der kleinen Hütte, deren Fensterrahmen vom Atem vieler Winter rau geworden waren, und während die Dämmerung ihr Gesicht sanft umschloss und die Konturen ihrer Gestalt weichzeichnete wie mit dem Pinsel eines unsichtbaren Künstlers, spürte sie, wie eine namenlose Beklemmung in ihr aufstieg, jene Art innerer Unruhe, die wie ein feiner Nebel aus Gedanken und Empfindungen wächst und sich über die Brust legt, ohne dass man sagen könnte, warum der Atem schwer wird oder warum die Hände sich falten wollen, obwohl kein Gebet ausgesprochen wird, und in dieser Stille, die nur von den fernen Rufen der Nachtvögel durchbrochen wurde, fragte sie sich, ob Adolph, der Jäger, dessen Schritt sie aus Hunderten anderer erkennen würde, nun irgendwo dort draußen stand, vielleicht am Rand jenes Sees, den sie so gut kannte, vielleicht mit einem Blick, der denselben wehmütigen Glanz trug, der sich in ihr regte, wenn sie an ihn dachte, und sie fühlte, ohne es zu verstehen, dass ihre Herzen in einer Weise miteinander verbunden waren, die sich nicht durch Worte erklären ließ, sondern nur durch jenen schmerzhaften, süßen Druck in der Brust, der immer dann stärker wurde, wenn der Abend sich über das Land legte.

Als der Mond begann, sich hinter den Gipfeln emporzuheben, zuerst vorsichtig, dann klarer, bis sein Licht wie flüssiges Silber über die Wasserfläche des Sees rann, mischten sich die letzten goldenen Reste des Tages mit dem kühlen, sanften Licht der Nacht, und Adolph, der bis eben noch versucht hatte, den Ruf der Hunde, das Rascheln im Unterholz und den Drang der Jagd in sich zu ordnen, fühlte plötzlich, wie all diese Geräusche bedeutungslos wurden, während die Natur um ihn herum in ein Schweigen sank, das so vollkommen war, dass er glaubte, selbst sein Herz schlage zu laut, und dieses Schweigen trug den Gesang einer Nachtigall, der irgendwo zwischen den Büschen begann, leise, kaum mehr als ein Hauch, dann stärker, voller Sehnsucht, voller Liebe, voller Schmerz, und Adolph empfand, dass dieser Gesang, ohne es zu wissen, genau das ausdrückte, was in ihm tobte – ein Durcheinander aus Hoffnung und Angst, aus Erinnerung und Wunsch, aus Vertrauen und Zweifel, und er spürte, dass all diese Gefühle sich in einem einzigen Namen bündelten, einem Namen, der ihm auf den Lippen brannte, ohne dass ein Laut entwich, und dieser Name war Therese, die Einzige, deren Nähe ihm Frieden schenken konnte und deren Ferne ihn zugleich in eine schier unerträgliche Unruhe stürzte.

Als die ersten silbernen Fäden des Mondlichts die Schwelle der Hütte erreichten und sich wie ein zarter Schleier über die Holzdielen legten, trat Therese hinaus in die Kühle des Abends, und in dem Moment, in dem der Wind ihr über die Wangen strich, als wäre er die Hand einer vertrauten Seele, spürte sie, wie die Last des Tages – die Sorge um den Vater, die Abwesenheit der Mutter, das Schweigen der Zukunft und die ungenannte Angst, die sich in ihr festgesetzt hatte – plötzlich schwerer wurde, fast erdrückend, und doch zugleich erhob sich in ihr ein leises, kaum wahrnehmbares Flüstern, das ihr sagte, dass irgendwo dort draußen ein Herz schlug, das ihrem eigenen näher war als jedes Wort, das sie je gesprochen hatte, und jeder Gedanke, den sie je gefasst hatte, und dieses Herz gehörte Adolph, und sie wusste, ohne es erklären zu können, dass er in diesem Augenblick ebenfalls nach etwas suchte, das nicht aus Stein und Schatten bestand, sondern aus Sehnsucht, aus Erinnerung und aus jener stillen Verbundenheit, die weder Entfernung kennt noch Zeit, sondern nur die unerschütterliche Tatsache, dass zwei Menschen einander in einer Weise fühlen können, die tiefer reicht als jedes Sichtbare.

Während der Abend weiter über das Tal sank und das letzte Licht wie ein wehmütiger Gedanke an den Horizont geklebt blieb, erinnerte sich Adolph daran, wie sein Vater, der in den Wäldern zu Hause war wie andere in ihren Häusern, ihn seit Kindheit an gelehrt hatte, die Spuren des Wildes zu lesen, den Wind zu deuten, das Knacken von Zweigen zu verstehen und im Schweigen der Natur jene Sprache zu finden, die nur Jäger wirklich begreifen, doch war es nicht allein diese rauere Schule, die den Jüngling geformt hatte, denn seine Mutter, deren Seele zärtlicher und empfindsamer war als das Laub im ersten Frühlingswind, hatte ihm jene andere Welt eröffnet – die Welt der Empfindung, der Dichtung, des Träumens –, und so stand er nun da, ein junger Mann, in dem zwei Welten wohnten: die des Instinkts und die des Gefühls, die des Jagdbogens und die des bebenden Herzens, und je länger er in diesen Abend hineinhorchte, desto deutlicher spürte er, dass die zweite in ihm heute die erste überflutete wie ein unerwartet steigendes Wasser.

Er rief seine Hunde herbei, diese treuen Gefährten, die ihn nie verrieten, deren Blicke ihn nie falsch verstanden, und während ihre Pfoten über den weichen Waldboden trippelten und das Abendlicht sich in ihren Augen spiegelte, legte er sich entschlossen, beinahe trotzig, auf das kühle Moos nieder, das ihm wie ein sanftes Lager erschien, das die Erde ihm selbst bereitet hatte, denn der Weg nach Hause war weit, der Tag schwer, die Jagd vergeblich, und die Nachtigall sang ein Lied, das selbst den entschlossensten Jäger dazu brachte, die Waffe sinken zu lassen, als sei der Klang ein Befehl der Welt, endlich ruhig zu sein.

Er teilte den schmalen Vorrat aus seiner Jägertasche mit seinen Tieren, wobei ihn die Wärme der Nähe dieser vertrauten Geschöpfe für einen flüchtigen Moment gegen eine Einsamkeit schützte, die unmerklich, aber stetig in ihm wuchs, und während der Duft von Thymian aus dem Boden stieg, süß und betäubend, sickerte eine schwere Müdigkeit durch seine Glieder, sodass er schließlich, fast ohne es zu merken, am Ufer des dunkler werdenden Wassers einschlief, während über ihm der Himmel langsam von Blau zu Schwarz verglomm.

Zur selben Stunde, während Adolph in das moosige Lager sank, wanderte Thereses Blick unruhig durch die Stube, als suche er etwas, das nicht dort war – vielleicht ein Gefühl, vielleicht ein Geräusch, vielleicht nur die Antwort auf jene namenlose Unruhe, die seit Tagen wie ein feiner Schmerz in ihrer Brust saß, und obwohl sie sich sagte, dass ihre Gedanken bei ihrer Mutter und bei dem sterbenden Vater weilen müssten, drängte sich ein anderer Gedanke immer wieder dazwischen, zart, aber eindringlich wie das Leuchten eines einzelnen Sterns in einem wolkigen Himmel, nämlich jener Gedanke an Adolph, der irgendwo dort draußen sein musste, allein, umgeben von Schatten, von Wind, von dem Atem der Berge, und die Vorstellung, dass er in dieser Nacht nicht heimkehren würde, weil die Jagd ihn gehalten oder die Dunkelheit ihn verschlungen hatte, machte ihre Hände kalt und ihr Herz seltsam schwer, sodass sie mit geschlossenen Augen an den Türrahmen lehnte und in die Stille hineinhorchte, als würde sie dort etwas finden, das sie beruhigen könnte.

Doch der Schlaf, der ihn wie eine weiche Decke umarmt hatte, löste sich schnell wieder von ihm, denn das aufgeregte Bellen seiner Hunde schnitt in die Ruhe wie ein Messer, und Adolph fuhr hoch, verwirrt zuerst, dann wachsam, und als er die Augen hob, sah er über sich den Mond, der feierlich und majestätisch durch zerrissene Wolkenbahnen am Himmel glitt, als würde er selbst durch die Nacht wandern, auf der Suche nach etwas, das ebenso verloren gegangen war wie der Schlaf des Jünglings; und Adolph verfolgte den Weg des Mondes, erst am Firmament, dann im Spiegel des Sees, in dem das Licht sich brach wie ein silbernes Schwert, das in langsame Bewegung gesetzt wurde, während ein leiser Nebel über der Wasseroberfläche tanzte und die Welt zu verschlucken drohte.

Seine Gedanken lösten sich vom Wachen wie vom Träumen nicht ganz, denn die Müdigkeit hing noch an ihnen...



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