Fischer | Vergessene Hauptachse, Ausgabe 2020 | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, 700 Seiten

Fischer Vergessene Hauptachse, Ausgabe 2020

Bundesstraße 30 in Oberschwaben
1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7526-0021-6
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Bundesstraße 30 in Oberschwaben

E-Book, Deutsch, 700 Seiten

ISBN: 978-3-7526-0021-6
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Deutschland hat eines der modernsten, sichersten und best ausgebauten Straßennetze der Welt. Immer und überall und in jedem Winkel des Landes. Aber stimmt das wirklich? Vergangenheit, Entwicklung und Zukunft einer vergessenen Hauptverkehrsachse. Interessierte, Studierende, Berufseinsteiger und Praktiker erhalten Einblick in die Landes-Nord-Süd-Hauptachse im Südosten von Baden-Württemberg - eine der schlechtesten Fernstraßen Deutschlands. Anschaulich stellt der Autor Theorie und politisches Handeln mit der gelebten Praxis und den Folgen dar. Ergänzend erhält der Leser Einblick in die Entstehung des deutschen Straßennetzes und Verkehrswesens. Er erfährt, wie die Verkehrsnetze entstanden sind. Die Zusammenhänge von gesellschaftlicher Entwicklung, Verkehrsmittel und Verkehrswege werden beleuchtet. Ein Schwerpunkt bildet die Verkehrspolitik von 1920 bis heute. Informationen über den aufwendigen Planungsablauf einer deutschen Bundesfernstraße und die nicht immer einfache Bürgerbeteiligung runden das Buch ab. Komplett überarbeitete, aktualisierte und erweiterte Neuausgabe.

Franz Fischer, geboren 1980 in Bad Waldsee, Bautechnische Schule Nürtingen, Schwerpunkt Straßenbau, anschließend Wirtschaft und Informatik in Ravensburg, danach selbstständig tätig. Seit 1996 befasst sich Fischer mit dem deutschen Straßen- und Verkehrswesen, der Entstehung, Entwicklung und Planung funktionsfähiger Verkehrsnetze. Er ist Herausgeber der Zeitung "B30 Insider", Gründer der Webseiten b30-oberschwaben.de, b30neu.de sowie der gemeinnützig tätigen "Initiative B30".
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Ausbau des Autobahnnetzes


Ein Großteil des gesamtdeutschen Autobahnnetzes wurde von 1958 bis 1990 errichtet. 1958 bestanden in Ost und West bereits 3 794 km Autobahnen. Von 1950 bis 1970 verdoppelte sich die Länge des Autobahnnetzes in Westdeutschland. Dort wurde zu dieser Zeit der Neubau von Autobahnen besonders gefördert, während bei den Bundesstraßen der Schwerpunkt auf dem Ausbau bestehender Verbindungen lag. Finanziert wurde der Ausbau des Autobahnnetzes in Westdeutschland bis in die Siebzigerjahre unter Mitnutzung der Kreditbeschaffung durch die Öffa127.

Die erste autobahnähnliche Strecke in Deutschland und der Welt war die Automobil-Verkehrs- und Übungsstraße (AVUS) im Berliner Grunewald, die am 24. September 1921 eröffnet wurde. Die 8,3 km lange Strecke war gebührenpflichtig und diente hauptsächlich als Renn- und Teststrecke.

1926 gründete sich der „Verein zur Vorbereitung der Autostraße Hansestädte–Frankfurt– Basel“ (HaFraBa e. V.). Zweck des Vereins war der Bau einer Straße für den Kraftwagenschnellverkehr von Hamburg über Frankfurt am Main nach Basel. Robert Otzen, eigentlich Ehlert Robert Friedrich Otzen, übernahm den Vorsitz. Teile der heutigen A 5 folgen dem Verlauf der damaligen Planungen. Otzen prägte im November 1929 in Anlehnung an das Wort „Eisenbahn“ das Wort „Autobahn“128. Bis dahin sprach man meist von „Nur-Autostraße“, für Straßen, die nur Kraftfahrzeugen vorbehalten sind.

Die erste Autobahn in Deutschland, die als Schnellstraße ohne Gegenverkehr ausgebildet war, ist die heutige A 555. Sie verbindet noch heute mit einer Länge von 20 km Köln mit Bonn und wurde am 6. August 1932 eröffnet. Die Nationalsozialisten forcierten im Dritten Reich den Ausbau der Reichsautobahnen, was durch die Propaganda besonders herausgestellt wurde. 1938 stellten die Nationalsozialisten das Netz der Reichsautobahnen vor. Ausgehend von der Reichshauptstadt Berlin entstanden sternförmig neue Autobahnen. Zu diesem Zeitpunkt war die Autobahndichte in Ostdeutschland wesentlich höher als in Westdeutschland. Im Kriegsjahr 1943 wurde der Autobahnbau bis 1950 eingestellt.

Autobahnen und autobahnähnliche Straßen wurden zunächst ohne Mittelschutzplanken errichtet. Aufgrund der erheblichen Zunahme von Unfällen mit Todesfolge und von hoher Schwere, wurde in Westdeutschland Anfang der Sechzigerjahre mit der Ausrüstung der Straßen mit Schutzplanken begonnen. Verstärkt erfolgte der Ausbau des westdeutschen Autobahnnetzes zunächst zwischen den größten Landeshauptstädten, der Großstädte und im Ruhrgebiet, dann fast flächendeckend.

1974 wurde das noch heute gültige Nummerierungssystem der Bundesautobahnen eingeführt. In der Folge wurden am 1. Januar 1975 alle Bundesautobahnen neu nummeriert. Mit der Neunummerierung wurde in drei Autobahntypen unterscheiden: (1) Durchgangsautobahnen, die als Magistralen des internationalen und nationalen Verkehrs dem schnellen Verkehr über weite Entfernungen dienen, (2) Verbindungsautobahnen, die Durchgangsautobahnen miteinander verbinden und entlasten sowie (3) Zubringerautobahnen, die den Verkehr aus den Verdichtungsräumen zu den Verbindungs- und Durchgangsautobahnen sowie zu Erholungsgebieten führen129.

Alte Nr.
A1
A2
A3
A4
A5
A6
A10
A11
A12
A13
A14
A15
A16
A20
A21
A22
A23
A24
A51
A52
A53
A54
A55
A56
A60
A61
A62
Strecke
Stadtautobahn Berlin - Hamburg-Horn
Berliner Ring - AD Heumar
Berliner Ring - München-Nord
Berliner Ring - Cottbus/Grenze PL
Berliner Ring - Frankfurt(Oder)/Grenze PL
Berliner Ring – Stettin/Grenze PL
Flensburg - Basel
Puttgarden - AK Leverkusen
Cuxhaven - Walsrode - Nossen
Dortmund - Kirchheim/Teck
Goch - Lauterburg
Aachen-Lichtenbusch - Passau
Dortmund - Eisenach - Bautzen
Saarbrücken - Waidhaus
Karlsruhe - Salzburg
Weil am Rhein - München
Eisenach - Konstanz
Gramschatzer Wald - Lindau
Berliner Ring
Berlin, AD Drewitz - AD Funkturm
Stadtring Berlin
Westtangente Berlin
Zubringer Britz
Stadtautobahn Berlin-Nord
Bordesholm - Kiel
AD Hamburg-Süd - Hamburg-Veddel
AD Hannover-Nord - AD Hannover-West
Nr. ab 1975
A111, A24
A2, A3
A9
A15
A12
A11
A7, A5, A67
A1
A27, A32, A14
A45
A57, A1, A61, B9, A65
A44, A4, A3
A44, A4
A6
A8
A98, A95
A4, A7, A81, B33
A7, A96
A10
A115
A100
A111
A102
-
A215
A255
A352

noch Tabelle: Nummerierung des deutschen Autobahnnetzes vor und ab 1975

Alte Nr.
A63
A64
A65
A66
A70
A71
A72
A73
A74
A75
A76
A77
A78
A79
A80
A81
A82
A83
A84
A85
A86
A87
A88
A89
A90
A91
A92
A99
A100
A101
A102
A103
A104
A105
A106
A107
A110
A111
Strecke
Laatzen - AD Hannover-Süd
Bad Bentheim - Bad Oeynhausen
Hamburg - Lüneburg
Elmshorn - Hamburg
Emmerich - Oberhausen
Aachen-Nord - AK Aachen
Köln - Bonn
Köln - Hattenbach
Reiskirchen - Mesenich
AK Aachen - Aachen-Europaplatz
Schweich - Stuttgart
Münster - Wuppertal
Kamp-Lintfort - Dortmund
Venlo - Duisburg
Winterspelt – Fulda
Mönchhof-Dreieck - AK Heidelberg
Mannheim - Heidelberg
Schifferstadt - Hockenheim
Breisach - Tuttlingen
Memmingen - Füssen
Penzberg - Irschenberg
Haar - Kiefersfelden
Weiden - AD Holledau - Augsburg
Höchstadt - Bamberg - Bayreuth
Hof - Chemnitz
Bad Homburg - Darmstadt
Wiesbaden - Rüsselsheim
Autobahnring München
Bremen - Gießen
Bünde - Zeven
Neustadt/Holstein - Bremen-Nord
Hamburg-Harburg - Dibbersen
Hamburg - Hamburg-Bergedorf
Scherfede (A100) -Bad Lauterburg
Lemgo (A100) - Bad Harzburg
Wilhelmshaven - AD Ahlhorner Heide
Brühl - Daun
Aachen - Nettersheim
Nr. ab 1975
A37
A30
A39
A23
A3, A516
A4
A555
A4
A480, A48, A1, A64
A544
A1, A62, A8, A82
A43
A42
A40
A60, A643, A66
A67, A5
A656
A61
B31, B311 (A86)
A7
A98
A9, A93
A93, A90
B505, A70
A72
A661
A671, A60
A99
A5
A22
A22
A261
A25
A46
A35, A36
A29
A553, A1
A545

noch Tabelle: Nummerierung des deutschen Autobahnnetzes vor und ab 1975

Alte Nr.
A113
A120
A126
A140
A150
A160
A170
A171
A172
A183
A201
A202
A203
A204
A205
A206
A208
A209
A210
A211
A213
A214
A220
A221
Strecke
Emden - Bonn
München - Deggendorf
Westumgehung Nürnberg
Mönchengladbach - Dortmund
Radevormwald - Waldbröl
Gevelsberg - Radevormwald - Remscheid
Duisburg - Bad Honnef
Nonnweiler - Saarbrücken
Grenze Luxemburg - Pirmasens
Viernheim - Weinheim
Aachen - Arnsberg
Schwalmtal - Krefeld-Nord
Venlo - Erftstadt
Heinsberg - Bonn
Heinsberg - Mönchengladbach
Grevenbroich - Köln
Selfkant - Lüdenscheid
Roermond - Düsseldorf
Rheinberg - Hamm
Krefeld - Ratingen
Dorsten - Waldbröl
Düsseldorf - Essen
Kerken - Bergheim
Bonn - Meckenheim
Nr. ab 1975
A31
A92
A75
A44
A43
A43, A54
A59
A1
A8
A659
A44, A46
-
A61
A56
A46
A540
A56
A52
A40
A524
A41
A52
A55
A565

Tabelle 8: Nummerierung des deutschen Autobahnnetzes vor und ab 1975

In der DDR hatte der Autobahnbau zunächst keine große Bedeutung. Vorrangig wurden Landes- und Kreisstraßen repariert und erneuert. 1968 beschloss die SED, die Mittel und Kapazitäten im Straßenbau vorrangig für den Ausbau des Autobahnnetzes einzusetzen. Vorgesehen war die Städte Leipzig – Dresden, Berlin – Rostock und Halle – Magdeburg durch neue Autobahnen zu verbinden. Als erstes Großbauvorhaben wurde die Autobahn Leipzig – Dresden (heute A 14) im Oktober 1971 eingeweiht. Der Autobahnbau kam in der DDR nur schleppend voran. Es mangelte an Personal, Material und Maschinen. Der Schwerpunkt des Autobahnbaus in der DDR lag bald auf den Transitstrecken zur Bundesrepublik. Deren Auf- und Ausbau wurde seit dem Transitabkommen, das 1972 in Kraft trat, von Westdeutschland mit Devisen bezahlt. Die Bundesrepublik stellte für die Transitautobahnen bis 1988 rund 2,4 Milliarden Deutsche Mark zur Verfügung130.

Ende der...



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