Fleck | Froststerne (Bd. 2) | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2, 496 Seiten

Reihe: Froststerne

Fleck Froststerne (Bd. 2)

Durch Traum und Eis
1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-649-67236-4
Verlag: Coppenrath
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Durch Traum und Eis

E-Book, Deutsch, Band 2, 496 Seiten

Reihe: Froststerne

ISBN: 978-3-649-67236-4
Verlag: Coppenrath
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Hüte dich vor dem Frostprinzen! Hinter dem Eis - Elvy kämpft um Eriks Liebe! 'Ein Kleid aus Nordlicht, eine Krone aus Eiskristallen', raunte Ys mir ins Ohr. 'Für dich, Elvy. Werde meine Prinzessin, dann lege ich dir eine ganze Welt zu Füßen.' 'Gegenvorschlag', presste ich heraus und blickte ihm direkt in seine unerträglich schönen, eisblauen Augen. 'Du lässt mich frei und ich komme mit einer Armee zurück, um deine Herrin zu vernichten.' Auf der Suche nach Erik hat Elvy das verzauberte Land hinter dem Eis erreicht - doch hier erwartet sie eine schreckliche Überraschung: Der Frostprinz Ys führt die Armee der Schneekönigin, der Sieg des ewigen Winters steht kurz bevor. Aber aufgeben ist keine Option für Elvy, Simàja und Tomte Teda! Ihre Suche nach Verbündeten führt sie vom Tunnelreich der Grautrolle über den Höhlenpalast der intriganten Sommerelfen-Fürstin bis zur großen Versammlung der Vintaelfar. Dort geht Simàja ein gefährliches Wagnis ein, um die zerstrittenen Völker Ymatàjas gegen die Kalte Herrscherin zu vereinen. Währenddessen kämpft Elvy verzweifelt darum, die Rätsel ihrer Klarträume zu lösen und Erik zu retten. Nacht für Nacht wächst ihre Risikobereitschaft ... Gefährdet ihre Liebe die ganze Mission? Und kann sie dem grausamen Charme des Frostprinzen widerstehen? Ein hochspannendes, magisch funkelndes Romantasy-Abenteuer um drei ungleiche Freundinnen, die alles wagen für die Liebe und die Zukunft zweier Welten!

Anna Fleck wurde 1974 in Norddeutschland geboren. Ihre Kindheit verbrachte sie in Bullerbü, Phantásien und im Auenland, ihre Jugend vorwiegend auf Gallifrey, Vulkan und der Scheibenwelt. Sie ist Romanistin, Kulturmanagerin und PR-Beraterin, schafft aber lieber neue Welten per Tastatur und Zeichenstift. Der erste Band der »Meeresglühen«-Trilogie war ihr Debütroman. Anna Fleck lebt mit Mann und Kindern im Norden von Berlin und fährt so oft wie möglich ans Meer - egal an welches ... Mehr über die Autorin auf Instagram @anna_fleck_autorin und auf www.anna-fleck.de.
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Ein Schritt, dann gehe ich durch das Eis. Nach Ymatàja. Zu Erik.

Winterluft brannte auf meinen Wangen, doch zittern ließ mich nicht die Kälte, sondern das, was ich jetzt tun musste. Der Gedanke daran, wohin der nächste Schritt mich führen würde.

Ein Schritt nur, dann lasse ich die Welt der Menschen hinter mir. Wage ich das wirklich? Werde ich je in meine Heimat zurückkehren?

Ich konnte es schon erahnen, das verwunschene Reich der Unsichtbaren. Seine blau-grünen Lichter tanzten unter der gefrorenen Oberfläche des Sees, auf dem ich stand, irgendwo in der Wildnis nahe dem Polarkreis. Jenseits davon, verloren im Land hinter dem Eis, war Erik … hoffentlich.

Er MUSS am Leben sein! Ich verbot mir, etwas anderes zu glauben. Aber wenn er lebt … kann ich ihn retten?

Mit aller Kraft konzentrierte ich mich auf die Erinnerung an ihn. An seine herbstbraunen Augen, in denen alles stand, was ich an ihm liebte: sein Charme, sein Witz, sein Mut, sein Vertrauen in uns … dieser intensive Blick, der nur für mich war und dessen Bedeutung ich so lange nicht verstanden hatte …

Dann, wie ein dunkler Schatten, erschien unser letzter gemeinsamer Moment vor meinem inneren Auge. Der Moment, als die Ysirka uns überwältigt und mir Erik entrissen hatte. Als er erneut zu Schnee wurde – und mich fortstieß, damit ich entkam.

Doch ich ließ nicht zu, dass mich die Verzweiflung übermannte. Es durfte einfach nicht sein, dass unsere Geschichte endete, bevor sie richtig begann.

Erik! Ich komme zu dir. Ich bin schon fast da!

Nur noch ein Schritt …

Meine Finger verkrampften sich um die von Simàja. Sie erwiderte meinen Händedruck und sah mich an. Ich schaute in ihr schönes, entschlossenes Gesicht. Ein warmes Gefühl durchströmte mich: Wenigstens war ich nicht allein. Eine echte Aelfar-Prinzessin ging mit mir durch das Eis, eine Elfe des hohen Nordens. Und ich, eine Bohnenstange aus Stockholm, war ihre Freundin geworden, mehr noch, ihre Schneeschwester! Auf Simàjas Stirn funkelte das magische Zeichen, das uns zusammengeführt hatte – der Froststern, dieser einzig wirksame Schutzzauber gegen die Macht der Ysirka. Ein kalter Nadelstich zwischen meinen Augen bewies mir: Auch Bling, mein eigener Froststern, war bei mir und machte mir Mut.

In diesem Moment drängte sich Ritni zwischen uns. Die breiten gespaltenen Hufe des Silberrenkalbs stampften unruhig auf der Stelle.

Ich weiß, wie du dich fühlst, Kleiner, dachte ich und wuschelte ihm mit meiner freien Hand durch das schimmernde weiße Fell.

Aber es gab kein Zögern, kein Zurück. Wir hatten so darum gekämpft, diese letzte Pforte nach Ymatàja zu erreichen, und jetzt, trotz aller Ängste und Zweifel, mussten wir es tun.

Ich nickte Simàja zu …

... und wir gingen den Schritt gemeinsam.

Kalt glitzernder Nebel wallte auf, hüllte uns ein und riss uns fort, hinein in eine lautlose, weiße Welt. Plötzlich gab es nichts mehr, das mir Halt bot. Verschwunden der harte Grund der Eisfläche unter mir, meine Füße sanken ein, immer tiefer in ein Nichts, ein Watteweiß. Ich taumelte hindurch wie durch eine Winterwolke, mit einem Mal ganz verloren und allein.

Wo bin ich? Ist das … ein Traum?

Die Umgebung war mir fremd, doch gleichzeitig geradezu unheimlich vertraut. Wind kam auf, trieb mir Schneeflocken entgegen und ließ den Nebel tanzen. Wo sich die grauen Schwaden teilten, entdeckte ich menschenähnliche Gestalten. Wie Schatten glitten sie dahin, über diese Ebene ohne Horizont, einem Ziel entgegen, das ich nicht sehen konnte … und doch kannte. Ein Zittern, so heftig wie Schüttelfrost, erfasste mich. Ja, ich wusste, wo ich war und was ich da sah. Ich befand mich zwischen den Welten, das hier war der Weg nach Ymatàja, den ich so oft im Klartraum gegangen war. Und die Schatten ringsum waren Opfer der Ysirka, Menschen wie ich! Während ihre Körper bei uns im Koma lagen, wandelten ihre Seelen willenlos in das Reich der Unterirdischen, um dort die Armee der Kalten Herrscherin zu verstärken.

Gebt nicht auf! Ich helfe euch!, wollte ich ihnen zurufen, doch kein Laut kam über meine Lippen. Der wirbelnde Schnee wurde dichter, die Kälte nahm zu und wurde betäubend. Mit letzter Kraft wollte ich Bling beschwören, meine Hand zur Erdungsgeste formen … aber was mir im Klartraum geholfen hatte, ließ mich jetzt im Stich. Zu überwältigend war es, diesen Weg wirklich zu beschreiten, im Wachen.

Meine Gedanken trieben weg, jedes Gefühl für Zeit und Raum verließ meinen Körper. Alles verschwamm und wurde eins mit dem Eishauch, der mich umgab, mich mit sich zog, und ich wollte nichts mehr, als mich darin zu verlieren …

Ein plötzlicher Schmerz ließ mich zusammenfahren.

»Reiß dich ja zusammen, Menschlein!«, raunzte eine Stimme in mein Ohr.

Tomte Teda! Wie hätte ich meine zweite Verbündete vergessen können, diese handgroße, kaffeesüchtige Wichtelin? Schließlich war es ihre unwiderstehliche Mischung aus Arschtritt und Herzlichkeit gewesen, die mich aus meinem gewohnten Leben gerissen und bis hierhergebracht hatte – hinauf in den hohen Norden, mitten hinein in dieses dunkle Märchen.

Die Wichtelfrau saß wie immer auf meiner Schulter, hatte sich meinen Zopf geschnappt und zog kräftig daran. Die Tränen schossen mir in die Augen vor Schmerz, aber sie brachten mich auch zurück zu mir. Ob Traum oder Wirklichkeit – ich war hier, in meinem Körper, und ich war nicht allein!

Ich schaute mich um: Ja, Simàja war nach wie vor bei mir. Auch ihr schien der Nebel kurz die Sinne geraubt zu haben, doch jetzt erschien wieder der wache Ausdruck in ihren dunklen schmalen Augen. Sie drückte meine Hand und auf ihrer Stirn sah ich ihren Froststern aufleuchten. Bling antwortete mit einem feinen Pulsieren. Noch mehr Gefühl sickerte zurück in meinen Körper, brachte mir endlich Erdung und neue Entschlossenheit. Irgendwo in dieser weißen, kalten Stille war der Ausgang nach Ymatàja … und der Weg zu Erik.

Ich klammerte mich an mein Bewusstsein, während wir weitergingen, Schritt für Schritt auf einem Grund, den ich weder spürte noch sah.

»Weiter so, Menschlein! Nur Mut, Prinzessin!«, hörte ich die tiefe Stimme meiner Wichtel-Trainerin. »Vergesst nicht, ihr seid stark – und am stärksten gemeinsam! Na los, bewegt eure langen Stelzen!«

Wir gehorchten. Immer weiter gingen wir, doch der Weg wurde nicht leichter. Selbst Simàja neben mir kam auf dem unsichtbaren Boden ins Stolpern und hielt sich immer wieder an mir fest. Vermutlich focht sie ihren eigenen inneren Kampf aus, um sich nicht in dem Flockenwirbel zwischen den Welten zu verlieren.

»Nicht mehr lang, Mädels!«, spornte uns Tomte Teda an. »Vertraut euren Froststernen!«

Ich tat mein Bestes und ließ Simàja nicht los. Wie sie versuchte ich, dem Glühen auf meiner Stirn zu folgen und einen Fuß vor den andern zu setzen, auch wenn ich immer weniger wusste, wohin ich ging.

Ich wollte Tomte Teda danach fragen, aber sosehr ich auch kämpfte, die Worte ließen sich nicht formen … und das Schneetreiben wurde dichter. Seine eisige Gewalt hüllte mich ein und zog an mir wie mit kalten, körperlosen Händen. Sie schienen unter meine Kleidung zu kriechen, in meinen Kopf, griffen nach meinen Gedanken und dämpften Tedas Stimme. Immer schwerer fiel es mir, mich dagegen zu wehren, immer weniger spürte ich meinen Körper und Simàjas Hand …

Doch mit einem Mal ließ der Sturm nach, verging in einer Woge glitzernden Nebels. Das Gefühl zu fallen, immer schneller, tiefer und dann …

Fester Boden.

Blendendes Weiß.

Schnee unter meinen Händen. Echter, greifbarer Schnee.

»Zauberkraut!«

Es war Tomte Tedas Gefluche, das mich vollends zurück in die Wirklichkeit holte. Endlich gelang es mir, die weiße Betäubung abzuschütteln, die mich eine schiere Ewigkeit gefangen gehalten hatte.

War das tatsächlich geschehen? War ich in … Ymatàja?

Langsam gewöhnten sich meine Augen an die Helligkeit, und ich sah, dass Tomte Teda von meiner Schulter zu Boden gepurzelt war und sich schimpfend die Kleider abklopfte.

Vorsichtig richtete ich mich auf. Ich blinzelte hinein in gleißendes Sonnenlicht – und konnte kaum glauben, was ich sah. Ich kniete neben Simàja in einer Wehe aus glitzerndem Pulverschnee, den der Wind auf diesen anderen zugefrorenen See getrieben hatte. Jedenfalls dachte ich, dass es ebenfalls ein See war, auf dem wir uns befanden. Doch wo sich in meiner Welt eine glatte Fläche dunklen Eises über das Wasser erstreckt hatte, war dieser See übersät von bizarren, hoch aufgetürmten Eisformationen. An den Ufern wiegten sich tiefschwarze, kahle Bäume in der kalten Brise, dahinter erhoben sich die Gipfel einer mächtigen, zerklüfteten Bergkette in der Ferne.

»Einen schönen Ausgang hat sich die Pforte gesucht!«, fluchte es in Bodennähe. Tomte Teda stapfte über den feinen Schnee, ohne einzusinken, was ihre Laune trotzdem nicht verbesserte. »Ausgerechnet auf den See der Wasserlanzen musste sie uns führen!« Sie hüpfte ein Stück voraus, wobei der Bommel ihrer roten Wollmütze heftig herumschwang, und zog ihren pelzgefütterten Filzumhang zurecht. »He, ihr da, verzieht euch! Wir sind keine Beute!«

Mühelos stemmte sie einen Eisbrocken hoch, größer als sie...


Anna Fleck wurde 1974 in Norddeutschland geboren. Ihre Kindheit verbrachte sie in Bullerbü, Phantásien und im Auenland, ihre Jugend vorwiegend auf Gallifrey, Vulkan und der Scheibenwelt. Sie ist Romanistin, Kulturmanagerin und PR-Beraterin, schafft aber lieber neue Welten per Tastatur und Zeichenstift. Der erste Band der »Meeresglühen«-Trilogie war ihr Debütroman. Anna Fleck lebt mit Mann und Kindern im Norden von Berlin und fährt so oft wie möglich ans Meer – egal an welches …
Mehr über die Autorin auf Instagram @anna_fleck_autorin und auf www.anna-fleck.de.



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