Fleck | Meeresglühen (Bd. 3) | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 3, 496 Seiten

Reihe: Meeresglühen

Fleck Meeresglühen (Bd. 3)

Für immer versunken
1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-649-64321-0
Verlag: Coppenrath
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Für immer versunken

E-Book, Deutsch, Band 3, 496 Seiten

Reihe: Meeresglühen

ISBN: 978-3-649-64321-0
Verlag: Coppenrath
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Ella und Aris: das atemberaubende Finale Schwere Seebeben erschüttern die Unterwasserwelt. Aber das ist nichts gegen Ellas ganz persönliche Naturkatastrophe: Aris' Hochzeit mit Prinzessin Elyria steht unmittelbar bevor. Doch dann stellt sich heraus, dass Ellas Mission in Pacifika eine uralte Macht des Meeres geweckt hat. Nicht nur Atlantis droht der Untergang, auch die Oberfläche schwebt in tödlicher Gefahr. Ella und Aris kämpfen um ihre Welten - und entdecken ein Geheimnis, das stärker an ihren Grundfesten rüttelt, als jede Naturgewalt es je vermögen würde ... Gibt es doch eine Zukunft für ihre unmögliche Liebe?

Anna Fleck wurde 1974 in Norddeutschland geboren. Ihre Kindheit verbrachte sie in Bullerbü, Phantásien und im Auenland. Sie ist Romanistin, Kulturmanagerin und PR-Beraterin, schafft aber lieber neue Welten per Tastatur und Zeichenstift. Heute lebt sie mit Mann und Kindern im Norden von Berlin und fährt so oft wie möglich ans Meer - egal an welches ...
Fleck Meeresglühen (Bd. 3) jetzt bestellen!

Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


Kapitel 1


Es war nur ein kleiner dunkler Teich, in dem ich schwamm, die Ufer umgrenzt von mächtigen weißen Felsen, in ihren Schatten üppig blühendes Gebüsch und Bäume voll exotischer Früchte. Ihr Duft trieb durch die laue Nachtluft und über das Wasser, auf dem sich zahllose goldene Funken spiegelten – die Reflexionen der Sterne, die über mir in dem gewaltigen künstlichen Firmament erstrahlten und das schlafende Königreich in ein unwirkliches, verzaubertes Licht hüllten.

Träge bewegte ich meine Beine. Der nächste Schwimmzug brachte mich genau in die Mitte meiner geheimen Nachtbadestelle. Ein Blick zum Ufer, dem schmalen Streifen hellen Sands: Ja, dort lag es noch, mein Kleiderbündel. Keine Badeanzüge in Atlantis – das Einzige, was ich am Leib trug, war ein Lederband mit einer goldenen Muschel.

Ich richtete mich auf, trat Wasser, während ich mich zum hundertsten Male umschaute. Immer mit dieser einen, verzweifelten Hoffnung, die ich in mir trug, die mir das Herz so schwer machte, dass es mich fast auf den Grund zog. Und plötzlich, wie durch Zauberhand, erschien eine Gestalt auf dem höchsten Felsen am Rand des kleinen Sees. Eine schlanke, männliche Silhouette vor dem dunklen Nachthimmel, schwarz vor Dunkelblau, ein Schatten wie kein anderer. Mein Herz machte einen Sprung, mein Kopf vergaß alle Zweifel.

Die Gestalt stieß sich ab und sprang mit einem gewaltigen Satz kopfüber in die dunklen Fluten. Das Eintauchen zerriss die Stille, wirbelte goldglitzerndes Wasser in die Höhe, verursachte eine Welle, die bis zu mir schwappte und mich überspülte. Kaum hatte ich wieder Luft geschnappt und mir das Gesicht abgewischt, erschien vor mir ein Kopf mit nassen schwarzen Haaren.

.

Seine Augen blitzten, sein Lächeln strahlte.

»Du Spinner!«, japste ich. »Willst du ganz Atlantis aufwecken? Diskret ist echt was –«

Doch sein Kuss nahm mir den Atem und ich klammerte mich an ihn. Obwohl ich die Augen schloss, sah ich noch immer das Tanzen der goldenen Sterne.

»Ella«, flüsterte er. Ich spürte seine Hand an meiner Wange, die andere in meinem Rücken.

»Ich habe dich so, so vermisst«, brachte ich heraus. »Du weißt gar nicht, wie sehr –«

»Doch, ich weiß es.« Seine Stimme, sein Blick, seine Berührung … alles an ihm zeigte mir, wie sehr auch er unter der Trennung gelitten hatte.

Er zog mich näher an sich heran. Wie ich hatte er seine Kleidung am Ufer zurückgelassen und ich spürte seine Haut an meiner, die verborgene Hitze unter der Wasserkühle. Ich ließ mich einfach fallen in meine Gefühle, in seine Liebe …

»Sofort raus da!«

Die Stimme durchschlug die Stille wie ein Geschoss. Sie traf mit tödlicher Präzision und zerschmetterte mein Traumbild. Ich fuhr zusammen, öffnete die Augen und richtete mich im Wasser auf. Aris, den ich so sehr herbeigesehnt hatte, war verschwunden, genau wie das wunderbare Gefühl, in seinen Armen zu sein. Zurück blieben nur die Spiegelbilder der Sterne auf den nachtschwarzen Wellen des kleinen Teichs … und ich.

Allein.

Noch immer schlug mein Herz wie wild, doch jetzt vor Schreck, Angst und Wut. Denn dort am Ufer, direkt neben meinem Kleiderbündel, stand Dromos. Leiter des atlantischen Geheimdienstes, widerwilliger Verbündeter – aber auch Gefängniswärter. In der Hand hielt er eine Schusswaffe. Genauer gesagt, hatte er sie sogar erhoben und gegen seine Schulter gepresst – es war dieser gewehrartige Blitzwerfer, mit dem er Aris und mich auf Kreta gezwungen hatte, ihm zu folgen. Jetzt drohte er mir damit, weil ich mich hinter seinem Rücken davongeschlichen hatte.

»Raus aus dem Wasser, Oberfläche.«

Dromos’ Tonfall ließ wie immer keine Diskussion zu. Sein ganzer Auftritt zeigte, dass er es ernst meinte: Obwohl es mitten in der Nacht war, war er einsatzbereit und makellos zurechtgemacht. Sein lackschwarzes Haar streng im Nacken zusammengebunden, die graue Tunika unter dem passenden Kurzmantel mit der Seesternschließe glatt und akkurat. Ein echter Vorzeigeagent des Rats der Steine.

»«

Zwar war ich mir fast sicher, dass er wieder mal bluffte und mich nicht gleich erschießen würde, wenn ich nicht gehorchte – aber eben nur fast. Also schwamm ich mit raschen Zügen Richtung Ufer, bis ich Boden unter den Füßen spürte.

, fluchte ich stumm.

Meine innere Stimme war schon einen Schritt weiter.

Schlimm genug, dass Dromos mich hier überrascht hatte. Noch schlimmer allerdings, dass er wie festgemauert neben meinen Anziehsachen stehen blieb, obwohl ich schon fast das Ufer erreicht hatte.

»Hey!«, rief ich wütend. »Wie wär’s mal mit Umdrehen?«

Doch er ließ mich nicht aus den Augen, lud stattdessen hörbar seine Waffe durch. »Du bist auch nicht anders als atlantische Frauen, Oberfläche. Und jetzt raus da, verflucht!«

Innerlich kochend verließ ich den Schutz des dunklen Wassers, ging die letzten Schritte auf Dromos zu, wollte ihm gerade einen Schwall wüster Beschimpfungen entgegenschleudern – da trat er blitzschnell beiseite und feuerte.

Nicht auf mich.

Hinaus aufs Wasser.

Ganz knapp neben den Hals des Monsters, das sich hinter mir aufgebäumt hatte, kurz vor dem Zuschnappen.

Ich stolperte rückwärts, stürzte zu Boden. Für den Bruchteil einer Sekunde erhellte der silberne Blitz ein Wesen wie aus einem Albtraum: eine Riesenschlange mit bleichen Schuppen, augenlos, das runde Maul voll nagelspitzer Zähne, der Kopf umgeben von einem drohend aufgespannten Hautsegel. Eine weitere lautlose Explosion. Volltreffer diesmal, direkt in den Kopf. Das wenige, was von dem Monster übrig war, klatschte zurück ins Wasser und verschwand unter der Oberfläche. Sekunden später begann diese zu brodeln, aufgewühlt von wer weiß was für Viechern, die ebenfalls in den schlammigen Tiefen lebten und jetzt einen unerwarteten Snack bekommen hatten.

Ich starrte auf die Stelle, nicht fähig, auch nur einen Finger zu bewegen. Dieses … dieses Ding war da gewesen, die ganze Zeit, am Grund des Teichs, Teichs, in dem ich so oft arglos geschwommen war und mich meinen Träumen hingegeben hatte.

»Scheiße«, keuchte ich. »Was – was war das?«

»Ein Fächerwurm.« Auch Dromos sah unverwandt hinaus auf das Wasser, die Waffe weiter im Anschlag. »Bestimmt sind da noch mehr. Also weg vom Ufer, schnell. Anziehen kannst du dich später.«

Ich verschwendete keinen Atemzug mit Widerworten. Einen Moment rang ich noch um Fassung, rappelte mich dann auf, griff mir meine Klamotten und hastete durch das Gebüsch hinter die Felsen.

Egal, wie die Antwort darauf lauten mochte – mir war klar, was für ein unglaubliches Glück ich gerade gehabt hatte.

Dromos folgte mir, langsam genug, sodass ich trotz meiner zitternden Hände wieder bekleidet war, als er zu mir aufschloss. Wortlos reichte er mir das Tuch, das zu meiner graublauen Tunika-Hosen-Kombination gehörte und das ich in meiner Hast verloren haben musste.

»Danke«, murmelte ich, noch immer durchgeschüttelt, und band mir den silberdurchwirkten Stoff um den Kopf. Mein Herzschlag hallte dumpf durch meinen Körper, während ich die letzten nassen Haarsträhnen verbarg. »Also auch für das eben. Vor allem für das. Danke.«

»Du müsstest mir nicht danken, wenn du dich an unsere Abmachung gehalten hättest«, erwiderte er barsch. »Keine Alleingänge, das hast du geschworen! Wie lange geht das schon?«

»Nur ein paar Nächte«, murmelte ich. Seine misstrauisch angehobenen Augenbrauen und mein schlechtes Gewissen brachten mich zu dem Geständnis: »Okay, vielleicht war’s auch etwas öfter.«

»Dein Glück, dass ich meine Ohren überall habe.« Er sicherte die Waffe und hängte sie sich über die Schulter, sein sonst so stoischer Gesichtsausdruck ungewöhnlich aufgebracht. »Ist dir überhaupt klar, was du riskiert hast mit deiner Heimlichtuerei? Jeder hier in der Gegend weiß, dass man bei diesem Teich Abstand hält!«

Unter seiner Zurechtweisung erwachte meine Bockigkeit und ich maulte:...


Anna Fleck wurde 1974 in Norddeutschland geboren. Ihre Kindheit verbrachte sie in Bullerbü, Phantásien und im Auenland. Sie ist Romanistin, Kulturmanagerin und PR-Beraterin, schafft aber lieber neue Welten per Tastatur und Zeichenstift. Heute lebt sie mit Mann und Kindern im Norden von Berlin und fährt so oft wie möglich ans Meer – egal an welches …



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.