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E-Book, Deutsch, 286 Seiten

Flick Mitarbeiterbindungswirksamkeiten

Zukunftsbetrachtung von Arbeitsleben und Mitarbeitermotivation
1. Auflage 2023
ISBN: 978-3-7568-8286-1
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Zukunftsbetrachtung von Arbeitsleben und Mitarbeitermotivation

E-Book, Deutsch, 286 Seiten

ISBN: 978-3-7568-8286-1
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Der Autor dieses Best Practice Ratgebers möchte am Beispiel seiner wirtschaftsstarken heimatlichen Region Ostwestfalen-Lippe / Osnabrücker Land aufzeigen, wie Arbeitgeber im Rahmen eines stetig steigenden Arbeitnehmermarktverhältnisses bezogen auf Fachpersonal ihre Arbeitsbedingungen bestmöglich aufstellen und optimieren sollten, um langfristig qualifizierte Fachkräfte zu binden. In der Folge soll die Bindung wertvoller Mitarbeiter dazu führen, die Wirtschaftlichkeit der Unternehmen mittel- und langfristig zu stärken, um im Ideal eine langfristige Spitzenstellung innerhalb der entsprechenden Fachrichtung und Branche erlangen und/oder halten zu können. Im Rahmen der Beurteilung von denkbaren Maßnahmen wird besonderes Augenmerk gelegt auf notwendigen Konsens zwischen unterschiedlichen Generationen der Mitarbeiter begonnen mit den sog. Baby Boomern (1946-1964) und den folgenden Generationen X (1965-1979), Y (1980-1997) und Z (ab 1998) sowie auf eine konstruktive Koexistenz zwischen langjährigen Bestandsmitarbeitern und Neurekrutierten sowie jungen Talenten, die entsprechend ebenfalls gebunden werden sollen.

Dr. Christian Flick, geboren 1979 in Melle, erlangte im Rahmen eines berufsbegleitenden Studiums den akademischen Grad des Master of Business Administration (MBA). Im Anschluss dazu promovierte er berufsbegleitend im Bereich der Wirtschaftswissenschaften. Er verfügt über eine mehr als 25-jährige Berufserfahrung in unterschiedlichen Leitungsfunktionen mit den Schwerpunkten Einkauf, Logistik und Materialwirtschaft bei renommierten Unternehmen. Von der Motivation angetrieben, die betriebswirtschaftlichen Potenziale für diverse Unternehmen intensiv zu durchleuchten, entstanden zahlreiche Fachbücher/Best-Practice-Ratgeber.
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2 Betrachtung des deutschen Arbeitsmarktes


In der Grundbetrachtung handelt es sich vorrangig um eine IST-Analyse des Arbeitsmarktes in Deutschland mitsamt seiner Dynamik der vergangenen Jahre und Jahrzehnte. Besondere Herausforderungen wie die Erwartungshaltungen der Generationen X/Y/Z sowie die überdurchschnittliche laufende und bevorstehende Ruhestandssituation der sog. Baby Boomer werden thematisiert und intensiv durchleuchtet. Weiterhin werden denkbare und übliche Maßnahmen zur Mitarbeiter:innenbindung vorgestellt, als auch deren erwartete Begleiterscheinungen und Folge-Wirkungen. In der dezidierten Betrachtung des regionalen Arbeitsmarktes Osnabrücker Land und Ostwestfalen-Lippe werden darüber hinaus spezifische Besonderheiten analysiert, welche u.a. in der Gegenwart feststellen lassen, dass die Industrie und dessen Arbeitsprägung das wirtschaftliche Herz der Region bleibt, somit dort auch wirtschaftlich entsprechend prägend ist.12

2.1 Demografischer Wandel

In einer spezifischeren Betrachtung lässt sich der demografische Wandel thematisch anreichernd darauf beziehen, dass er sich auf die Alterung der Bevölkerung, die sinkende Geburtenrate und die Zunahme der Lebenserwartung fokussieren lässt. Dieser Wandel hat weitreichende Auswirkungen auf Gesellschaft, Wirtschaft und politische Entscheidungen. In der folgenden Darstellung wird aufgezeigt, wie sich die Entwicklung des Erwerbspersonenpotenzials bis 2060 mit und auch ohne Migration entwickeln wird.13 Daraus lässt sich ableiten, dass die Entwicklung jenes Erwerbspersonenpotenzials sehr stark davon abhängt, wie vermehrt die Migration erfolgen wird. Ohne Zuwanderung wird das Erwerbspersonenpotenzial voraussichtlich stark sinken. Eine höhere Erwerbsbeteiligung von Frauen und älteren Arbeitnehmerinnen kann diesen Trend lediglich abmildern, jedoch nicht umkehren. Bei einem nur moderaten Zuwanderungsgrad14 könnte das Erwerbspersonenpotenzial bis 2060 nahezu konstant gehalten werden, was bei einem höheren Zuwanderungsniveau eher als leicht ansteigend eingeschätzt werden kann. Ohne Migration hingegen wird das Erwerbspersonenpotenzial voraussichtlich um etwa ein Drittel sinken.

Somit ist der Faktor Migration elementar und immens wichtig für die Zukunft des deutschen Arbeitsmarktes.15

Darstellung 7: Szenarien für die Entwicklung des Erwerbspersonenpotenzials bis 2060 (Fuchs, J. et al. 2021, S. 3)

Eine der wichtigsten Auswirkungen des demografischen Wandels ist die Alterung der Bevölkerung. Da immer mehr Menschen in den Ruhestand gehen, wird die Zahl der Arbeitnehmerinnen im Verhältnis zur Anzahl der Rentnerinnen immer kleiner. Dies führt zu einer Verknappung des Arbeitskräftepotenzials und einem Anstieg der Sozialversicherungskosten.

Ein weiteres Problem des demografischen Wandels ist die sinkende Geburtenrate. Dies führt zu einer Schrumpfung der Bevölkerung und damit zu einer Verknappung des Arbeitskräftepotenzials. Die Folgen dieser Entwicklung sind unter anderem eine höhere Arbeitslosigkeit und eine geringere Wirtschaftsleistung.16 In dem unten angeführten Diagramm ist ergänzend zu erkennen, dass sich auch die vorausberechnete Bevölkerungsstruktur in der EU in den nächsten Jahrzehnten nachhaltig verändern wird und eine Überalterung mit den begleitenden Folgewirkungen bis 2060 prognostizierbar und zu erwarten ist.17

Darstellung 8: Vorausberechnete Bevölkerungsstruktur für EU 27 (Immerschitt, W. / Stumpf, M. 2019, S. 3)

Eine Lösung für diese Herausforderungen kann wie bereits ausgeführt die qualifizierte Zuwanderung sein. Durch die Einwanderung von Fachkräften können das Arbeitskräftepotenzial gestärkt und die Wirtschaft angekurbelt werden.18

Um die Auswirkungen des demografischen Wandels abzufedern, ist es wichtig, dass Regierungen, Unternehmen und Gesellschaft zusammenarbeiten. Arbeitgeber:innen müssen Maßnahmen ergreifen, um das Arbeitskräftepotenzial zu erhalten und zu stärken, bspw. durch die Förderung von Weiterbildung und Flexibilität im Arbeitsleben. Regierungen müssen sicherstellen, dass die Sozialversicherungssysteme stabil bleiben und die Bedürfnisse der älter werdenden Bevölkerung adressieren. Die Gesellschaft muss bereit sein, Veränderungen anzunehmen und sich auf die Herausforderungen des demografischen Wandels einzustellen.

Insgesamt ist der demografische Wandel eine bedeutende Herausforderung, allerdings gibt es auch viele Möglichkeiten, ihm erfolgreich zu begegnen. Durch eine enge Zusammenarbeit aller Beteiligten und durch den Einsatz innovativer Maßnahmen und Konzepte kann eine nachhaltige und effektive Anpassung an die Veränderungen in der Bevölkerungsstruktur erreicht werden. Es ist elementar, frühzeitig aktiv zu werden und flexible Lösungen zu entwickeln, die den Bedürfnissen und Erfordernissen des Arbeitsmarkts und der Gesellschaft entsprechen. Dazu können Maßnahmen zur Förderung der Beschäftigung älterer Arbeitnehmer:innen, zur Integration von Zuwanderer:innen und zur Anpassung von Bildungs- und Ausbildungssystemen gehören. Außerdem sollten Arbeitgeberinnen und politische Entscheidungsträgerinnen eine kontinuierliche Überwachung und Anpassung der Maßnahmen durchführen, um sicherzustellen, dass sie den sich verändernden Bedürfnissen und Herausforderungen gerecht werden. Der demografische Wandel birgt sowohl Herausforderungen als auch Chancen, aber durch gezieltes Handeln und effektive Lösungen kann er erfolgreich gemeistert werden.

2.1.1 Generation Z

Die Generation Z bezieht sich auf die Gruppe der Menschen, die seit den späten 1990er Jahren geboren wurden, konkret ab 1998.19 Diese Generation ist gekennzeichnet durch ihre enge Verbindung zu Technologie und digitalen Medien und weist eine andere Perspektive und differierende Werte auf als frühere Generationen.

Darstellung 9: Mind-Map „Generation Z" (Sass, E. 2019, S. 26)

Die Mind-Map „Generation Z" bietet einen umfassenden Überblick über die Merkmale und Einstellungen der Generation Z.20 Der erste Themenbereich befasst sich mit der Definition der Generation Z und charakterisiert sie als „Digital Natives 2210, multikulturell und global vernetzt22. Der zweite Themenbereich umfasst die sozialen Aspekte, die die Generation Z prägen, wie bspw. die Bedeutung von sozialen Medien23, die Förderung von Diversität und Inklusion sowie die zunehmende Akzeptanz von nicht-traditionellen Geschlechterrollen. Der dritte Themenbereich untersucht die Einstellung der Generation Z zur Bildung und ihre bevorzugten Lernmethoden, einschließlich des Einsatzes von Technologie und der Suche nach praxisorientierten Erfahrungen. Der vierte Themenbereich befasst sich mit der Einstellung der Generation Z zur Arbeit und untersucht ihre Vorlieben, wie bspw. die Suche nach Flexibilität und Work-Life-Balance, sowie ihre Vorliebe für Jobs, die einen sozialen oder ökologischen Zweck aufweisen. Der fünfte Themenbereich widmet sich dem Einfluss von Technologie auf die Generation Z und untersucht ihre Nutzung von Technologie, einschließlich der Präferenz für mobile Geräte und Social Media-Plattformen.

Unternehmen, Bildungseinrichtungen und andere Organisationen können diese Informationen nutzen, um die Generation Z besser zu verstehen und gezielt ansprechen zu können. Übergeordneter betrachtet haben Mitglieder der Generation Z ihr ganzes Leben in einer Welt voller Technologie verbracht und nutzen digitale Geräte und soziale Medien regelmäßig, um mit anderen Menschen in Kontakt zu bleiben und Informationen auszutauschen. Sie sind eine sehr vielfältige Generation, die offen für neue Ideen und Ansichten ist und einen starken Fokus auf Nachhaltigkeit, soziale Verantwortung und den Schutz ihrer Rechte hat. Diese Generation ist auch politisch sehr aktiv und beteiligt sich an Demonstrationen und sozialen Bewegungen, um ihre Überzeugungen und Werte zu verteidigen. Die Generation Z wird auch als „Digital Native" bezeichnet und hat ein tiefgreifendes Verständnis für die Möglichkeiten, die die Technologie bietet.

Generation Z ist grundsätzlich die erste Generation, die tatsächlich als technologieaffin gilt, da sie von der Geburt an mit Technologie aufgewachsen ist, was eine grundsätzliche technologische Zugewandtheit in der Breitenbetrachtung ermöglicht. Auch eine multikulturelle Vielfalt ist bei der Generation Z als gefühlte Selbstverständlichkeit vorhanden24, weil sie in einer globalisierten Welt aufgewachsen ist und häufig viel daran Freude empfindet, verschiedene Kulturen und Herkunftsländer als aktive Bereicherung im Alltag zu betrachten. Ebenso in Bezug auf Social Media Nutzungen ist die Generation Z überaus aktiv und mindestens auf einer Plattform vertreten, um mit Familie und Freundschaften in Kontakt zu treten und aktuelle Neuigkeiten als auch besondere Ereignisse medial zu teilen. Im Kontext von Umweltbewusstsein ist ein breiter Aktivismus...



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