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Flint | Eine Freundin für alle Fälle, oder: Männer verstehen das nicht | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 250 Seiten

Flint Eine Freundin für alle Fälle, oder: Männer verstehen das nicht

Roman: Ein humorvoller Freundinnenroman mit Happy End
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-98952-869-7
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Roman: Ein humorvoller Freundinnenroman mit Happy End

E-Book, Deutsch, 250 Seiten

ISBN: 978-3-98952-869-7
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Hilfe, neue BFF gesucht! Was tun, wenn die beste Freundin nicht nur heiratet, sondern auch noch mit ihrem Mann auswandert? Nina, stellvertretende Chefredakteurin bei einem Frauenmagazin, steckt genau in dieser Misere, als Pia mal eben ans andere Ende der Welt zieht und sie allein in Köln zurückbleibt. Mit einem chronisch eifersüchtigen Freund und niemandem, dem sie sich anvertrauen kann ... Der einzige Ausweg: eine neue beste Freundin muss her! Und um gleich zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen, macht Nina aus ihrer Suche auch noch ein Rechercheprojekt, das bei ihrem Chef richtig gut ankommt. Aber ob ihre neue Kollegin Laura, die ganz schön ambitioniert scheint, wirklich die richtige Wahl für den Posten der neuen BFF ist? »Ein schöner Roman zum Abschalten und Lachen!« Amazon-LeserInEine spritzige RomCom für Fans von Anne Barns und Sophie Kinsella

Emma Flint ist das offene Pseudonym der Autorin Hanna Dietz. Sie arbeitete schon als Hausbotin, Bademeisterin, Basketballtrainerin, Regaleinräumerin und Reporterin. Dann hatte sie genug von vernünftigen Jobs und wurde Schriftstellerin. Sie lebt mit ihrer Familie in Köln. Bei dotbooks veröffentlichte die Autorin »Eine Freundin für alle Fälle« und »Hilfe, ich heirate!«.
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Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


Kapitel 1


Wo steht eigentlich geschrieben, dass man für einen Mädelsabend auch Mädels braucht? Nirgendwo. Eben. Seit Pia weg ist, mache ich die Mädelsabende halt in kleinster Besetzung. Mit mir allein. Das ist genauso gut. Nein, sogar besser! Niemand, der so laut kichert, dass ich dauernd Grey’s Anatomy zurückspulen muss, weil ich mal wieder nur die Hälfte mitgekriegt habe. Niemand, der mir die Strawberry-Cheesecake-Eiscreme wegfuttert. Und auch niemand, der so blöde Witze reißt, dass ich anschließend mit zusammengepressten Oberschenkeln zur Toilette humpeln muss, um mir vor Lachen nicht in die Hosen zu machen. Nein! Ich kann mich gemütlich entspannen und hab trotzdem viel Spaß. Der Prosecco und ich, wir amüsieren uns prächtig. Endlich kann ich ihn auch wieder mit Aperol aufpeppen, was Pia verabscheut hat. Und ich muss mir auch nicht mehr dauernd anhören, dass mein Freund Florian egoistisch sei und ich aufpassen müsse, in der Beziehung nicht zu kurz zu kommen. Nur weil er unseren letzten Urlaubsort ausgesucht hat! Dabei ist gegen den Lago Maggiore doch wirklich nichts einzuwenden. Und dass da die Modellboot-Europameisterschaft stattgefunden hat, das war doch nur das Tüpfelchen auf dem i. Ich hatte von der Tribüne einen wunderbaren Ausblick auf den See, wo sich Florian mit seinem roten Flitzer bravourös bis ins Halbfinale vorkämpfte. Mit den Frauen der anderen Teilnehmer habe ich mich super verstanden, außerdem sämtliche italienische Klatschzeitschriften kennengelernt, und den Unterschied zwischen Grana Padano und Parmigiano Reggiano. Also. Ich hatte auch sehr viel von dem Urlaub. Und Pia soll ruhig reden! Sie muss doch wohl am besten wissen, dass die meisten Beziehungsprobleme pure Einbildung sind. Labert monatelang davon, dass ihr Rob es doch sicher nicht ernst meinen würde und dass er vielleicht auch gar nicht treu sei auf all seinen Dienstreisen, und dann eines Tages fällt er vor ihr auf die Knie und bittet sie um ihre Hand, und sie sagt einfach Ja und zieht mit ihm nach Pittsfield, Massachusetts, USA. Und dann will sie mir einreden, Florian sei egoistisch! Dabei ist sie ja wohl die Einzige hier, die egoistisch ist. Nur weil sie den Mann fürs Leben gefunden hat, kann sie mich doch nicht so hängenlassen. Und einfach in Las Vegas heiraten, ohne dass ich dabei bin. Und schwanger werden, ohne mich zu fragen. Und mir nur noch gehetzte E-Mails schreiben, in denen sie von ihren tausend Geburtsvorbereitungskursen erzählt und was sie noch für das Kinderzimmer braucht, sie würde jetzt mit Rob zu irgendeinem hippen Babyladen fahren und sich bald ausführlich melden, bis später, Bussi. So benimmt sich eine beste Freundin doch nicht! Ich meine, eine beste Freundin ist immer für einen da und nicht sechstausend Kilometer weit weg. Ich muss schlucken. Plötzlich ist mir ganz elend zumute. Das Sofa kommt mir riesig vor und ich winzig klein und so allein. Der Mittwochabend war immer unser fester Termin. Wir haben Serien geguckt und Prosecco getrunken und gelacht und geredet. Donnerstags haben wir uns auch meistens getroffen. Entweder wir haben einfach gequatscht, oder wir haben uns über die aktuelle Staffel von Germany’s Next Topmodel amüsiert, indem wir Fotoshootings, hysterische Anfälle von Möchtegernmodels und die unerträglichen Ansagen von Heidi Klum nachgespielt haben, bis wir Bauchweh hatten vor Lachen. Und am Wochenende sind wir dann auf die Rolle gegangen. Auch noch, als ich mit Florian zusammengekommen bin. Den ich übrigens mit Pia zusammen im Kino kennengelernt habe. Am Popcornstand. Es funkte sofort, als ich den großen athletischen Typen mit den braunen langen Locken sah, die zu einem losen Pferdeschwanz zusammengebunden waren. Er probierte gerade bei seinem Kumpel diese ekligen Nachos mit Käsesoße und verzog angewidert das Gesicht. Als er meinen Blick auffing, ging ein breites Lächeln über sein Gesicht, und er zwinkerte mir mit seinen blau-grauen Augen zu.

»Ich hoffe, der Film ist besser als dieses Zeug«, begann er das Gespräch. Er hatte lange Koteletten und in seiner enganliegenden schwarzen Fleecejacke sah er aus wie ein Stuntman.

»Das ist ja nicht schwer«, sagte ich. »Wo geht ihr denn rein?«

Sie gingen in irgendeine Comic-Verfilmung, während ich mit Pia den zweiten Teil der Twilight-Saga sehen wollte. Er sparte sich gemeine Bemerkungen über unsere mädchenhafte Filmauswahl und schlug stattdessen vor, nach dem Kino noch in eine Bar zu gehen. Wo wir dann nach einigen Drinks hemmungslos knutschten. Pia fand Florian auch nett, zumindest anfangs, und hatte nichts dagegen, zu dritt (oder zu viert, wenn Rob in Köln war) loszuziehen. Ich mochte es nur nicht, wenn sie ihn wegen seines Hobbys – Modellboote – aufzog. Ich meine, Florian hat wenigstens ein Hobby. Was hat Rob denn für eines? Wenn man mal vom Geldverdienen absieht. Na ja. Egal. Pia ist weg. Florian ist hier. Alleine das zählt. Und ich habe wirklich großes, großes Glück mit ihm. Ich weiß echt nicht, was ich ohne ihn machen würde! Automatisch greife ich zu meinem Telefon und drücke auf Speichertaste 1.

»Hallo, Süße«, meldet er sich.

Und schon ist es um mich geschehen.

»Nina, was ist denn los?«

Aber ich kriege nichts raus außer Schluchzen.

»Red mit mir, sonst mache ich mir ernsthaft Sorgen.«

Ich stoße weinend hervor: »Pia ist so gemei-hein. Wie konnte sie nur na-hach Amerika-ha gehen!?«

Er seufzt leise, und ich kann förmlich hören, wie er denkt: Das hatten wir doch nun wirklich schon oft genug. Und langsam solltest du drüber weg sein. Immerhin ist sie schon über ein halbes Jahr weg.

Aber er ist wirklich ein Schatz, denn er sagt sanft: »Aber, Süße, du hast doch mich. Stimmt’s?« In letzter Zeit hat er so was Pastorales in der Stimme, das mich immer sehr schnell beruhigt.

»Ja«, flüstere ich erstickt.

»Und du hast einen tollen Job. Stimmt’s?«

»Ja«, sage ich, denn er ist wirklich toll. Auch wenn ich ihn nicht mehr gerne mache. Aber das ist nicht der richtige Augenblick, um einen neuen Versuch zu starten, ihm das zum hundertsten Mal zu erklären.

»Und sie ruft sicher auch bald wieder an.«

»Aber das ist doch nicht dasselbe, als wenn sie hier wäre!«, sage ich heftig und schniefe geräuschvoll.

»Das stimmt, meine Süße, aber dafür verwöhne ich dich, okay?«

»Ja, okay.«

Er wartet, bis ich meine Fassung zurückgewonnen habe, dann fragt er sanft: »Geht’s dir wieder besser?«

»Ja. Danke. Vielen Dank.«

»Ach, Süße, dafür musst du dich nicht bedanken. Ich bin immer für dich da, das weißt du doch.«

»Ja.«

»Schlaf schön, Süße. Und träum was Schönes!«

»Mach ich.«

»Und denkst du dran, für Samstag diesen Käsekuchen mit den Aprikosen zu backen? Ich hab Peter gesagt, dass wir ihn mitbringen.«

»Klar. Kein Problem. Gute Nacht.«

»Gute Nacht. Ich liebe dich.«

»Ich dich auch.«

»Ich leg auf, Süße. Und geh jetzt besser auch ins Bett. Denk dran, du brauchst deinen Schönheitsschlaf!«

»Mach ich. Gute Nacht.«

Was für ein Superschatz er ist! Wie sehr er mir hilft. Und wie sehr er immer Recht hat! Und wie sehr ich ihn ... Moment mal. Was sollte das mit dem Schönheitsschlaf? Findet er mich etwa nicht mehr ... Ach, da will ich jetzt nicht drüber nachdenken. Flori, mein Schatz!

Ich nehme mir ein Kissen und drücke es fest an mich. Natürlich gehe ich trotzdem nicht sofort ins Bett. Kann ich gar nicht! Nach einer abendlichen Heulattacke müssen Augenpartie und Nase erst wieder auf Normalmaß zurückgeschrumpft sein, bevor man sich schlafen legt, das weiß doch jeder. Wenn man mit verquollenen Augen ins Bett geht, dann sieht man am nächsten Morgen aus, als hätte einem der Schönheitschirurg die Injektion, die eigentlich für die Lippen von Chiara Ohoven gedacht war, aus Versehen in die Lider gespritzt. Außerdem ist in meiner Flasche Prosecco noch genug drin für einen weiteren schönen Aperol Sprizz. Und es ist auch noch Eiscreme übrig, stelle ich fest, als ich mir die Augenmaske aus dem Kühlschrank hole. Und die Eiscreme habe ich ja nun wirklich verdient. So geheult habe ich schon lange nicht mehr wegen Pia. Bestimmt eine Woche nicht.

Am Anfang, nach ihrer Abreise letzten September, war ich sogar ziemlich tapfer. Weil Pia mich jeden Tag angerufen und mir versichert hat, dass wir immer beste Freundinnen bleiben werden. Wir haben uns lustige E-Mails geschickt und über Skype miteinander telefoniert. Wir trugen Headsets und begrüßten uns mit »Commander« und taten so, als schwebten wir mit unseren Raumschiffen durch das Universum. Das Universum der unvergänglichen Freundschaft. Mit der Webcam zeigte sie mir ihre Villa mit fünf Schlafzimmern, gefühlten achtzehn Badezimmern, Pool und einer knallorangenen Hollywoodschaukel. Wir überlegten, wann ich sie besuchen kommen würde und in welchem Zimmer ich schlafen sollte. Und da wir uns sogar sehen konnten beim Telefonieren und stundenlang online waren – Rob war irgendwo in Iowa, um dort ein riesiges Areal in einen Industriepark zu verwandeln –, war es fast so, als wäre sie noch hier.

Dann aber fing Rob den neuen Job in Pittsfield an als Leiter der Immobilienholding Massachusetts, und er besorgte Pia einen Traineejob, bei dem sie das Immobiliengeschäft lernen sollte. Seitdem arbeitet sie immer dann, wenn ich...



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