E-Book, Deutsch, Band 37, 400 Seiten
Reihe: Bianca Weekend
Flynn / Green / Rimmer Bianca Weekend Band 37
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-7515-3144-3
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Geborgen in den Armen des Milliardärs
E-Book, Deutsch, Band 37, 400 Seiten
Reihe: Bianca Weekend
ISBN: 978-3-7515-3144-3
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
DARF ICH DIR VERTRAUEN? von CHRISTINE FLYNN
Er ist attraktiv, fährt einen silbernen Sportwagen und flirtet mit ihr - warum sagt Madison nicht einfach Ja? Weil sie überzeugt ist, dass der millionenschwere Cord Kendrick ein gewissenloser Playboy ist! Sie ahnt nicht, wie sehr sie sich täuscht ...
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Der preisgekrönten Autorin Christine Flynn erzählte einst ein Professor für kreatives Schreiben, dass sie sich viel Kummer ersparen könnte, wenn sie ihre Liebe zu Büchern darauf beschränken würde sie zu lesen, anstatt den Versuch zu unternehmen welche zu schreiben. Sie nahm sich seine Worte sehr zu Herzen und verließ seine Klasse, schrieb daraufhin sehr wenig, bis sie 15 Jahre später von ihrem Ehemann einen Silhouette Liebesroman erhielt, den er kostenlos mit dem Geschenkpapier für ihr Muttertagsgeschenk bekam. Weder sie noch ihr Ehemann erinnern sich daran, was er ihr gekauft hatte. Aber an das Buch erinnert sie sich noch ganz genau. Da sie von zwischenmenschlichen Beziehungen insbesondere von den oft komplizierten zwischen Mann und Frau schon immer fasziniert war, fokussierte sie sich beim Schreiben ihrer Werke auf die Ausleuchtung dieser Thematik. Jetzt wird sie als 'Meisterin des Geschichtenerzählens im Liebesromangenre' vom Romantic Times Magazine erachtet. Ihre Arbeiten erscheinen regelmäßig auf den Bestsellerlisten unter anderem auf der der USA Today.
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1. KAPITEL
„Madison O’Malley, das hier ist das Netteste, was jemand in dieser Woche für mich getan hat.“ Der stämmige Bauarbeiter strahlte wie ein kleiner Junge, schob sich den Schutzhelm in den Nacken und nahm sich mit dem Finger etwas vom Zuckerguss auf dem Kuchen in seiner Hand. Die Flamme der Kerze, die mitten im lockeren Schokoladenteig steckte, tanzte im Wind. „Ich kann nicht glauben, dass Sie daran gedacht haben.“
„Sie denkt an jeden Geburtstag“, sagte der schlaksige Schweißer neben ihm. „Auf meinem Kuchen waren sogar Streusel.“
„Ach ja? Hat sie auch deinen Namen draufgeschrieben wie bei meinem hier?“
Der kleinere Mann zeigte mit dem Kinn dorthin, wo mit Zuckerguss Tiny geschrieben stand.
„Sicher. Nicht wahr, Madison?“
„Das habe ich, Jake.“ Madison lächelte, und das Funkeln in ihren braunen Augen verriet, wie gern sie ihren Kunden eine Freude bereitete. „Ich wusste nur nicht, ob Sie Schokolade oder Karotte lieber mögen. Wenn Sie es mir sagen, merke ich es mir für das nächste Jahr.“
Tiny erwiderte, dass sein Kuchen genau richtig sei, und ging davon.
Der Schweißer, den sie nur als Jake kannte, nahm sich einen in Folie gewickelten Muffin vom Verkaufswagen und reichte ihr einen Dollar.
„Morgen, Madison.“ Ein anderer der etwa vierzig Kunden, die sich um den Wagen drängten, gab ihr einen Fünfer. „Ich nehme zwei, einmal Mohn, einmal Banane.“
„Ich möchte einen Kaffee und ein Brötchen mit Schinken und Käse.“
„Ich auch.“ Ein Arbeiter, den sie nicht kannte, nahm Jakes Platz ein und hielt ihr zwei Fünf-Dollar-Scheine hin. „Für mich und Sid dort hinten.“
Madison warf einen Blick auf seinen Helm.
„Danke, Buzz.“
Der Neue lächelte erfreut, trat zurück und wurde von der Menge verschluckt, die keine Minute ihrer Frühstückspause verschenken wollte.
„He, Madison! Haben Sie heute Karottenmuffins?“
„Die macht sie nur dienstags und freitags“, antwortete jemand für sie. „Heute gibt’s Zucchini und Mohn.“ Eine andere schmutzige Hand tauchte mit Dollarscheinen zwischen den staubigen Jeans und Arbeitshemden auf. „Ich habe mir von jeder Sorte einen genommen.“
Ein Maschinist mit Schmierfett an der Wange hielt einen Zehner hoch. „Für mich auch. Und Orangensaft.“
Madison nahm die Scheine entgegen und holte das Wechselgeld aus der schwarzen Gürteltasche. Die Muffins und Brötchen, die sie heute Morgen gebacken hatte, wurden schnell weniger, genau wie Saft, Milch und Kaffee.
Die schmutzigen Hände der Männer störten sie nicht. Die meisten Arbeiter auf dieser Baustelle gehörten, genau wie die Schauerleute, die sie als Nächstes versorgen würde, zum Salz der Erde. Sie waren wie die Menschen des Viertels, in dem sie zur Welt gekommen war, noch immer lebte und vermutlich auch sterben würde. Manche kamen sogar von dort – aus Ridge, wie die Einheimischen Bayridge, Virginia, nannten. Sie gehörte zu ihnen, denn sie arbeitete hart. Tagaus, tagein. Sie konnte sich kein anderes Leben vorstellen.
„He, Madison“, ertönte neben ihr eine tiefe, verlegene Stimme. „Was machen Sie heute Abend?“
Sie lächelte dem strammen Arbeiter zu, der ihr diese Frage seit drei Wochen stellte. Eddie Zwickie war groß, süß und höchstens zwei Jahre jünger als sie mit achtundzwanzig. „Früh zu Bett gehen. Ich muss morgen früh einkaufen und den Wagen sauber machen, damit ich in der nächsten Woche wieder für euch da sein kann.“
„Gehen Sie denn nie aus?“
„Nicht mit meinen Kunden“, sagte sie freundlich. Sie ging mit niemandem aus. Dazu hatte sie gar keine Zeit. „Aber wissen Sie was?“, fragte sie. „Ich glaube, Sie würden sich gut mit Tina Deluca verstehen. Ich habe ihr von Ihnen erzählt. Sie ist Kindergärtnerin. Wollen Sie ihre Nummer?“
„Kann sie kochen?“
„Die Haferkekse, die Sie so gern essen, backe ich nach einem Rezept ihrer Mutter.“
„Ja, aber kann sie die auch backen?“
Der Typ war schnell. „Sie lernt es.“
Plötzlich verstummten alle Gespräche, und die Menge teilte sich.
„Morgen, Mr. Callaway“, sagte jemand.
„Morgen, Sir.“
„He, Mr. Callaway.“
„Hi, Leute“, kam die herzliche Antwort.
Madison erkannte den Neuankömmling sofort. Ihm gehörte das Unternehmen, das die riesige York Port Mall errichtete.
Er war nicht allein.
Der Mann neben ihm war genauso groß und eine noch eindrucksvollere Erscheinung. Sein Name war Cord Kendrick, und die Umstehenden musterten ihn neugierig.
Madison war ihm nie begegnet, aber wie alle anderen hatte sie Fotos von ihm gesehen. In People, Newsweek, Entertainment Tonight und in den Boulevardblättern, die ihre Grandma Nona Rissini verschlang. Er war einer der bekanntesten Playboys des Landes. Selbst Leute, die sich nicht für die Reichen und Schönen interessierten, kannten ihn. Seine Mutter stammte aus einem Königshaus. Jedenfalls hatte Madison das irgendwo gehört.
Sie konnte sich nur nicht mehr erinnern, ob es bei Cords letztem Skandal um eine Vaterschaftsklage oder einen Autounfall gegangen war.
„Morgen, Mr. Callaway“, begrüßte sie den Bauunternehmer lächelnd. „Wie immer?“
Ihr fiel ein, dass auch er jetzt berühmt war. Seine Heirat mit der ältesten Kendrick-Tochter hatte alle überrascht, denn niemand hatte gewusst, dass Ashley Kendrick überhaupt mit einem Mann ausging. Vor zwei Monaten hatte auch die Geburt ihrer Tochter Schlagzeilen gemacht. Seitdem lauerten am Drahtzaun, der die riesige Baustelle umgab, Paparazzi auf die Chance, ein Foto von ihm zu machen.
„Wie immer“, wiederholte Matt. „Ich wusste nicht, dass ich so vorhersehbar bin.“
„Dann also lieber Zucchini? Oder Banane-Nuss?“
„Überraschen Sie mich.“
Sie gab ihm ein Zucchini-Muffin und einen leeren Becher, damit er sich selbst einen Kaffee nehmen konnte.
„Und für Sie?“, fragte sie seinen Schwager. Sie hatte gehört, dass das Shoppingcenter, das hier errichtet wurde, der Kendrick-Familie gehörte. Das allein erklärte, wie Matt Callaway Cords Schwester kennengelernt hatte. Und warum Cord Kendrick heute hier war.
Grandma Nona würde begeistert sein. Aber das Einzige, was Madison beeindruckte, war die Tatsache, dass der silberfarbene Schutzhelm irgendwie zu Matt Callaway passte, während der Mann mit den blauen Augen wie ein Model für GQ, das Lifestyle-Magazin Gentleman’s Quarterly, aussah. Sein Designer-Sakko saß perfekt und war vermutlich italienisch. Der Pullover darunter musste aus Kaschmir sein.
„Ich nehme das, was er sonst immer nimmt.“
„Mohn und Kaffee?“, fragte sie und versuchte zu ignorieren, was er in ihr auslöste.
Er musterte sie nicht unauffällig, sondern unverhohlen und gründlich. Offenbar gefiel ihm, was er sah, während sein Blick über die langen, in Denim gehüllten Beine und den kastanienbraunen Rollkragenpullover zu ihrem dunklen, von einem Clip gehaltenen Haar wanderte.
Sein attraktiver Mund verzog sich zu einem Lächeln, das ihre Knie weich werden ließ.
Schon auf den Fotos sah er hinreißend aus, aber Auge in Auge war sein Charme nahezu unwiderstehlich.
„Sahne. Kein Zucker.“
„Die Sahne steht beim Kaffee.“
Er gab ihr fünf Dollar und zeigte auf die Fahrertür, auf der Mama O’Malleys Catering stand. „Wer ist Mama?“, fragte er.
An seinem Arm vorbei lächelte sie einem Arbeiter zu, der sich ein Muffin nahm und es bezahlte. „Das bin ich.“
Cord Kendrick zog eine Augenbraue hoch. „Sie?“
„Richtig.“
Er beobachtete, wie die große Brünette mit dem langen, schlanken Körper und einem Gesicht wie ein Engel dem Mann hinter ihm ein Käsebrötchen reichte. Sie war nicht kühl oder gar unhöflich zu ihm. Sie sprach so freundlich mit ihm wie mit allen anderen. Sie schenkte ihm nur nicht das strahlende Lächeln, das bisher jeder von ihnen bekommen hatte.
Und sie schien an einer Unterhaltung mit ihm nicht interessiert zu sein.
Er brachte eine Frau immer zum Reden. Egal, wer und wie alt sie war.
„Sie sehen nicht so aus, wie ich mir eine Mama O’Malley vorstelle“, sagte er und schüttelte langsam den Kopf. Sie hatte unglaubliche Augen, zarte Haut und einen Mund, der geradezu danach verlangte, geküsst zu werden. Und dann die Beine. Sie waren endlos. „Warum nennen Sie Ihr Geschäft so?“
„Weil mein Nachname O’Malley ist und mir der Klang gefällt. Hi, Bob.“ Da war das Lächeln wieder. Die ganzen fünfhundert Watt. Aber es galt nicht ihm, sondern dem Typen mit Bierbauch und hochgeschobener Schweißermaske. „Was kann ich für Sie tun?“
„Komm schon.“ Matt stieß Cord an. „Wir müssen wieder an die Arbeit.“
Cord trat zurück. „Danke“, sagte er zu ihr.
„Gern geschehen“, erwiderte sie höflich und wandte sich den anderen Männern zu.
Seine Stirn legte sich in Falten, als er sich umdrehte und davonging. Wenn sie lächelte, schienen ihre Augen für jeden aufzuleuchten. Nur nicht für...




