E-Book, Deutsch, 326 Seiten
Reihe: LYX.digital
Flynn Ice Knights - Mr Right für 5 Dates
1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7363-1315-6
Verlag: LYX.digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, 326 Seiten
Reihe: LYX.digital
ISBN: 978-3-7363-1315-6
Verlag: LYX.digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Ein Crack auf dem Eis - eine Niete in der Liebe
Um das Image seines Teams aufzupolieren, stimmt Eishockeystar Caleb Stuckey zu, bei einer PR-Kampagne mitzumachen: fünf Dates mit einer Frau, die seine Mutter für ihn ausgesucht hat - alles unter den Augen der Öffentlichkeit. Zum Glück hat Zara Ambrose ihre eigenen Gründe, bei diesem Stunt mitzumachen, und Caleb ist heilfroh, dass sie nicht auf einen Ehemann aus ist. Doch schon bei ihrer ersten Begegnung vergisst er alle seine guten Vorsätze, und der NHL-Profi verliebt sich bei jedem Date ein bisschen mehr in die temperamentvolle Rothaarige - und das alles live im Fernsehen ...
'Eine wunderbar humorvolle und heiße Liebesgeschichte!' KENDALL RYAN, NEW-YORK-TIMES-BESTSELLER-AUTORIN
Auftakt der sexy Sportsromance-Serie von Bestseller-Autorin Avery Flynn
Avery Flynn ist eine USA-TODAY-Bestseller-Autorin und schreibt über Männer, denen die Welt gehört, und Frauen, die sie in die Knie zwingen. Sie liebt ihre drei Kinder und ihren eishockeyfanatischen Ehemann. Weitere Informationen unter:averyflynn.com
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1
Gerade als Caleb Stuckey meinte, schlimmer könnte es nicht mehr werden, marschierte seine Mom herein.
Na ja, manche denken jetzt vielleicht, etwas Schlimmeres als einen Anschiss von Winston Peppers, dem Trainer der Ice Knights, und der Oh-mein-Gott-unsere-Spieler-haben-es-schon-wieder-verkackt-PR-Königin Lucy Kavanagh könnte es gar nicht geben. Falsch gedacht. Als seine Mom im vierundsechzigsten Stock des Harbor City Carlyle Buildings in den Anschiss einstimmte, frischte der Shitstorm zu bisher ungekannter Stärke auf.
Britany Stuckey – manche ihrer Spieler nannten sie auch Ballbuster Brit – war nicht nur eine der wenigen Frauen im Land, die eine High-School-Eishockey-Mannschaft für die Landesmeisterschaften trainierte, sondern verteidigte innerhalb der Stuckey-Familie den Titel, sich hundertprozentig von absolut niemandem irgendwas sagen zu lassen. Und in diesem Fall war dieser Niemand Caleb Stuckey. Dass er ein erwachsener Mann und Profispieler der Harbor City Ice Knights war, spielte dabei keine Rolle. Er würde, wie sie ihm oft genug versicherte, immer ihr kleiner süßer Caleb bleiben – ein Spitzname, der eindeutig bewies, dass die Mutterliebe sie für die Fehler ihres Sprösslings blind machte –, und wahrscheinlich würde sie ihn bis zu dem Tag so behandeln, bis einer von ihnen unter den Rädern der Buslinie sechs der innerstädtischen Verkehrsbetriebe endete.
Er wandte sich Peppers zu, von dem er glaubte, dass er ihm trotz der auf Video gebannten und völlig aus dem Ruder gelaufenen blöden Sprüche den Rücken stärken würde. »Sie haben meine Mom angerufen?«
»Klar«, nickte Peppers, ohne im Geringsten langsamer als bisher von einem Ende des Raums zum anderen zu stapfen, als wären sie noch immer in der Kabine und er würde sein Team in einer Spielpause zusammenstauchen. »Weil sie nämlich ein wesentlicher Bestandteil unseres Plans ist, mit dem wir wiedergutmachen wollen, was Sie vermasselt haben.«
Caleb hing äußerlich lässig auf seinem Stuhl.
»Echt jetzt?«, fragte Lucy, die hinter ihrem Schreibtisch saß, und ihre Stimme triefte vor Häme. »Muss ich das Video noch mal abspielen? Was kein Problem wäre, weil jedes Online-Medium auf der Welt es ins Netz gestellt hat. Bad Lip Reading hat es sogar als Satire umgetextet.«
Ja, und er hätte sich über jeden anderen, der sich dabei ertappen ließ, wie er sich derart das Maul verbrannte, bestimmt vor Lachen weggeschmissen. Nüchtern betrachtet war es auch echt saukomisch. Schließlich kam es nicht jeden Tag vor, dass der komplette Angriff einer Eishockeymannschaft sich lauthals über das Team, das Spiel, die Trainer und die Puck-Bunnies, die sie vögelten, beschwerte und dabei gefilmt wurde. Die Jungs hörten sich an wie verwöhnte Arschgeigen, was, wie Caleb zugeben musste, nicht zu hundert Prozent falsch war.
Fuck, die nächsten Worte aus seinem Mund würden wehtun.
»Gut«, sagte er und vermied es, irgendwem im Raum in die Augen zu schauen. »Das war dämlich. Ich hätte das Ganze früher unterbinden müssen.«
»Dämlich?«, antwortete seine Mom, und ihrer Stimme war deutlich anzuhören, dass sie sich fragte, wie sie einen solchen Idioten zur Welt bringen konnte. »Du warst der älteste Spieler im Wagen und lässt die jüngeren die eigene Mannschaft in die Tonne kloppen.«
Er zuckte zusammen. Ja, das sah allerdings nicht gut aus. Trotzdem … »Ich hatte ein paar Biere intus, und die Jungs wollten nur Dampf ablassen. Und du solltest beachten, dass ich, statt selbst zu fahren, ein Uber genommen habe.«
Seine Mutter verdrehte die Augen. »Damit hast du lediglich dein Mindestsoll als Erwachsener erfüllt.«
Bis auf die Kreissäge, die sich so realistisch in seinem Kopf drehte, dass er die Dieselabgase zu riechen glaubte, wurde es still im Raum. Um nicht mit einer Gemeinheit gegen seine Mutter herauszuplatzen, biss er die Zähne so fest aufeinander, dass ihm davon der Kiefer wehtat; sie war nicht dahin gekommen, wo sie war, weil sie vor einem Streit zurückschreckte. Und er hatte diesen Zug von ihr geerbt, aber gelernt, dass man manchmal eher gewann, wenn man so tat, als würde man überhaupt nicht streiten. Guerillataktik. Psychologische Kriegsführung. Täuschen und Tarnen. Nur so konnte er eine Schlacht gegen seine Mutter gewinnen.
Dass er erwachsen war, einschließlich Hypothek, Plänen für den Ruhestand und einem Abschluss in Sportmanagement, spielte keine Rolle. Sicher, ihm hatte ein Tutor kräftig unter die Arme gegriffen, um den Abschluss zu schaffen, trotzdem würde er damit seine eigene Firma gründen, wenn die Zeit kam, die Schlittschuhe ein für alle Mal an den Nagel zu hängen. Aber für seine Mom würde er eben immer der süße Caleb bleiben, der es wieder einmal gründlich vergeigt hatte. Wie immer und immer wieder …
Es war verdammt ermüdend, den Anforderungen von Britany Stuckey zu genügen.
Schließlich brach Lucy, die, ganz gegen ihre Art, stumm beobachtet hatte, was vorging, das gespannte Schweigen. »Also, es läuft auf Folgendes hinaus, Stuckey. Sie haben sich blamiert, weil Sie das dumme Geschwätz nicht unterbunden haben. Und Sie haben das Team blamiert. Und Harbor City. Das müssen wir klären. Sie werden die Story ändern und den Leuten ein anderes Gesprächsthema liefern, als sich das Maul darüber zu zerfetzen, was für Schwachköpfe ihr alle seid – zumindest, wenn Sie weiter für die Ice Knights spielen wollen.« Sie gönnte ihm einen Moment, um zu verdauen, was sie ihm gerade mitgeteilt hatte: Ja, jetzt steht endgültig fest, dass du ein Arschloch bist, und wenn du das Problem nicht aus dem Weg räumst, wirst du am Nordpol in der Rentierliga auflaufen. »Und deshalb werden Sie den Medien eine Story auftischen, von der sie erst einmal nicht lassen können. Sie übergeben Ihrer Mutter die Verantwortung für Ihr Dating-Profil auf Bramble, und Sie werden sie umgehend über jede Verabredung unterrichten, damit sie Videos filmen kann, mit denen die Firma ab sofort Werbespots schalten wird.«
Er bekam keine Luft mehr, und hinter seinen Augen begann sein Schädel zu dröhnen. »Ganz sicher nicht. Ich habe die Puck-Bunnies nicht mal erwähnt. Warum sollten meine Verabredungen Teil eines PR-Albtraums werden?«
»Weil Sie Ihren Mannschaftskameraden nicht gesagt haben, dass sie verflucht noch mal die Klappe halten sollen«, sagte Lucy. »Und weil Sie der älteste Spieler in dem Auto waren, deshalb müssen Sie mit gutem Beispiel vorangehen oder den Preis bezahlen. Was immer die Öffentlichkeit für erforderlich hält, damit das Team als Ganzes diese Geschichte hinter sich lassen kann.«
Damit lag sie nicht falsch. Sein Schweigen sprach eine ebenso deutliche Sprache, wie es eine seiner üblichen dummen Bemerkungen getan hätte.
Trotzdem gab es kein Argument der Welt, das ihn überzeugt hätte, in ihren bizarren Plan einzuwilligen. Er? Im Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit? Im Leben nicht! Schon bei der Vorstellung vollführte sein Magen einen dreifachen Salto.
»Wenn Sie nicht spuren«, sagte Lucy, »wird Petrov verkauft und der Angriff umgebaut. Es geht hier nicht bloß um Ihre Gelegenheit, sich im Kader die Position des Ersatzkapitäns der Ice Knights zu verdienen.«
Schweigen senkte sich über den Raum, so schwer, dass die Neuigkeit, die Lucy ihm gerade unterbreitet hatte, unmöglich wahr sein konnte. Umbau? Die Mannschaft hatte zwei Spielzeiten gebraucht, um wirklich in der gegenwärtigen Aufstellung aufzugehen. Klar, Petrov war lange verletzt gewesen, würde aber nur noch für ein paar Spiele der laufenden Saison ausfallen, und das Team brauchte ihn. Er erzielte zwar nicht viele Punkte, aber er hielt den Angriff zusammen. Ohne ihn wäre die Mannschaft aufgeschmissen. Verdammt, warum bestand das Management nur aus einem Haufen Flaschen?
»Für Petrov bekämen wir jemanden, der gerade seinen Karriere-Höhepunkt hinter sich hat, plus ein paar Nachwuchstalente«, meinte Peppers. »Ich bin zwar nicht dafür, aber der GM will es so.«
Schuldgefühle schnürten Caleb die Kehle zu und seine Lungen fühlten sich plötzlich eng an. Er wandte sich wieder Lucy zu. Sie sah ihn weniger anklagend als vielmehr eisig an, als wollte sie ihn davor warnen, dass Handlungen Folgen hatten – und das nicht nur für den, der es verbockt hatte.
Schön, Caleb hatte das Murren über Petrov vernommen – aber das war, bevor sie die letzte Spielzeit zu ihren Gunsten gedreht hatten. Danach hatte er sich verletzt. Noch eine Woche bis zum Trainingslager, dann die Spiele der Vorsaison und die neue Spielzeit. Petrov brachte sich, um wieder voll einzusteigen, jeden Tag im Fitnessstudio in Form.
Nichts würde die Ice Knights in der nächsten Saison aufhalten. Aber die Leute würden das nur dann registrieren, wenn sich die Medien von Harbor City auf die Mannschaft konzentrierten – und nicht auf Calebs virtuellen Shitstorm. Er sackte auf seinem Stuhl zusammen, als das altbekannte Gefühl, es wieder einmal verkackt zu haben, ihn wie ein harter Schlag auf den Solarplexus traf.
Nur weiter so, Vollidiot!
Lucy seufzte und schüttelte den Kopf. »Wir müssen Folgendes klären: Wollen Sie das Wahrnehmungsproblem, dass ihr nur eine Bande privilegierter, reicher Jammerlappen seid, lösen und sich ein A verdienen, damit das Management aufhört, an Liebling Petrovs Stuhl zu sägen?«
Caleb zwickte sich in der Hoffnung, damit die Kopfschmerzen zu lindern, die ihm anscheinend den Schädel sprengen wollten, in den Nasenrücken und nickte. »Ja.«
»Dann gehen wir, wie besprochen, an die Öffentlichkeit«, sagte Lucy. »Zum Glück für Sie sind die Leute...




