Flynn / Mills | The Survivor – Die Abrechnung | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 14, 480 Seiten, Format (B × H): 125 mm x 210 mm

Reihe: Mitch Rapp

Flynn / Mills The Survivor – Die Abrechnung


1. Auflage 2018
ISBN: 978-3-86552-587-1
Verlag: Festa Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

E-Book, Deutsch, Band 14, 480 Seiten, Format (B × H): 125 mm x 210 mm

Reihe: Mitch Rapp

ISBN: 978-3-86552-587-1
Verlag: Festa Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Mitch Rapp - der Action-Held aus dem Film »American Assassin« ist zurück! Joe Rickman, ehemaliger Vorzeigeagent der CIA, wollte Rache und wurde zum Verräter – sogar nach seinem Tod gelangen weiterhin hochkarätige Informationen der US-Geheimdienste in feindliche Hände. CIA-Direktorin Irene Kennedy bleibt keine andere Wahl, als ihre wirksamste Waffe auf das Leck anzusetzen: Undercover-Agent Mitch Rapp. Indessen wächst in Pakistan die Bedrohung einer neuen nuklearen Supermacht heran. Mitch muss alle Reserven mobilisieren, um den Aufstieg eines korrupten Politikers im Nahen Osten zu vereiteln … Book Reporter: »Flynn ist ein Meister, vielleicht sogar der Meister im Schreiben von Thrillern, deren Seiten sich wie von selbst umblättern.« Associated Press: »Mills hat einen großartigen Roman geschrieben. Zwar vermissen die Thriller-Fans Vince Flynn, aber Mills war die perfekte Wahl damit Mitch Rapp in guten Händen bleibt.« San Jose Mercury News: »Großes Kompliment an Mills. Man kann absolut nicht erkennen, welche Stellen von ihm stammen und welche noch von Flynn geschrieben wurden.«
Flynn / Mills The Survivor – Die Abrechnung jetzt bestellen!

Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


PROLOG

Istanbul, Türkei

Scott Coleman wandte sich vom Farbmonitor ab und musterte seine Umgebung. Der Kastenwagen wirkte für amerikanische Verhältnisse fast wie ein Spielzeug und bot auf der Ladefläche kaum genug Platz für ihn und sein ganzes Equipment. Ähnlich beengt ging es vorn zu, wo Joe Maslick seinen 100-Kilo-Körper hinter das Steuer zwängen musste. Regentropfen sammelten sich an der Windschutzscheibe und ließen den Blick auf alte Reihenhaussiedlungen und eine Straße verschwimmen, die so schmal war, dass man mit zwei Rädern auf dem Gehweg fahren musste.

Nach tagelangen Erkundungstouren durch eine Stadt, in der hohe Fahrkunst damit gleichgesetzt wurde, weniger als drei Menschen pro Woche zu rammen, hatten sie die Aussichtslosigkeit erkannt, eine Zielperson, die zu Fuß unterwegs war, auf diese Weise im Auge zu behalten. Seitdem hangelten sie sich bei ihren Stellplätzen von Parkverbot zu Parkverbot, um die Signalstärke ihrer Überwachungskamera zu optimieren. Keine leichte Aufgabe in einer fast vollständig aus Beton und Stein erbauten Metropole.

»Wie läuft’s bei dir, Joe?«

»Toll.«

Eine glatte Lüge. Aber eine zu erwartende.

In Wahrheit war der frühere Delta-Soldat kürzlich bei einem Hinterhalt in Kabul angeschossen worden, der eine verflucht große Zahl afghanischer Polizisten in den Tod riss, Mitch Rapp deutlich zu nah an eine von ihm selbst verursachte Explosion heranbrachte und ihn zu einer unangenehmen Allianz mit Louis Gould zwang – dem Auftragsmörder, der Rapps Familie auf dem Gewissen hatte.

Maslick hätte zu Hause seine Schulter auskurieren können, bestand jedoch darauf, für diese Operation eingeteilt zu werden. Ihn mitzunehmen war eine knifflige Entscheidung gewesen. Die Ärzte befürchteten einen bleibenden Nervenschaden, aber manchmal war es das Beste, so schnell wie möglich wieder aufs Pferd zu steigen, bevor man anfing, an sich selbst zu zweifeln.

»Schön zu hören, dass du dich so prächtig amüsierst. Im Moment ist die Übertragung halbwegs stabil. Er bewegt sich auf der weitgehend unverbauten Straße in nördlicher Richtung. Eine Weile können wir die Position sicher beibehalten, aber rechne damit, dass sich das jederzeit ändern kann.«

»Gut.«

Maslicks einsilbige Antworten hatten nichts mit den vermutlich beträchtlichen Schmerzen im Arm zu tun. Er verzichtete grundsätzlich auf längere Wortmeldungen, es sei denn, er hielt sie für unbedingt nötig.

Coleman richtete seine Aufmerksamkeit zurück auf den Bildschirm, der an der Seitenwand des Vans befestigt war. Das Video ruckelte wild hin und her, da die Tasche mit der Kamera am Handgelenk ihrer Besitzerin baumelte. Blauer Himmel. Eine streunende Katze, die sich auf einem Müllcontainer sonnte. Dicke Knöchel in erstaunlich zartem Schuhwerk.

Beine und Hush-Puppies-Sandalen gehörten zu Bebe Kincaid – eine füllige grauhaarige Frau und die mit Abstand merkwürdigste Angestellte ihrer Firma, SEAL Demolition and Salvage Corporation. Sie hatte den Großteil ihres Berufslebens als Observationsspezialistin beim FBI verbracht, was sie vor allem zwei angeborenen Talenten verdankte. Zum einen ihrer formlosen, unauffälligen äußeren Erscheinung und dem leicht gebeugten, schlurfenden Gang, der sie in einer Menschenmenge ähnlich unauffällig wie einen Feuerhydranten machte. Zum anderen – ungleich wichtiger – ihrem fotografischen Gedächtnis.

Ein inflationär benutztes Etikett, das man sämtlichen Leuten verpasste, die sich Sachen halbwegs gut merken konnten, aber in Bebes Fall traf es eindeutig zu. Ihr tadelloses Erinnerungsvermögen hatte ihr letztlich auch eine vorzeitige Pensionierung durch die FBI-Psychologen eingebracht. Je älter sie wurde, desto schwerer fiel es ihr nämlich, zwischen Beobachtungen zu unterscheiden, die vom Vortag stammten oder schon Jahre, oft sogar Jahrzehnte zurücklagen. In ihrem Geist blieb alles gleichermaßen lebendig. Das Bureau mochte zwar keine Verwendung mehr für sie haben, aber Mitch Rapp griff prompt zum Hörer und bot ihr einen Job an, noch bevor sie ihren Schreibtisch im J. Edgar Hoover Building geräumt hatte.

Coleman musste zugeben, dass es ihn ein wenig irritierte, als plötzlich eine Frau, die ihn an seine eigene Mutter erinnerte, vor der unauffälligen Tür zu ihrem Büro stand und sich bei ihm nicht nur für den Job, sondern auch für die großzügigen Sozialleistungen bedankte. Wie üblich hatte Rapp mit seinem Urteil richtiggelegen. Bebe war es wert, dass man ihr durchaus beachtliches Gewicht in Gold aufwog.

Coleman schielte auf einen zweiten Monitor, der eine Satellitenaufnahme von Istanbul zeigte. Ein blauer Punkt markierte Bebes aktuelle Position, schwenkte abrupt nach links und setzte sich ein paar Stufen zur Uferpromenade hinab in Bewegung. »Okay, Joe. Sie läuft jetzt Richtung Osten. Wir verlieren sie möglicherweise. Können wir näher ran?«

»Für eine alte Lady kommt sie ganz schön rum.« In Maslicks gereizter Erwiderung, weil er sich erneut in den unberechenbaren Stadtverkehr stürzen musste, schwang aufrichtiger Respekt mit.

Coleman lächelte, während sich der Wagen vom Bordstein entfernte. Seine Leute waren allesamt frühere Einsatzkräfte der Special Forces, überwiegend SEALs, Deltas und Aufklärer von den Marines. Mit der richtigen Begleitmannschaft konnte Bebe sie dennoch alle mächtig alt aussehen lassen.

Er stemmte den Fuß gegen das mit modernster Technik vollgestopfte Rack, um zu verhindern, dass es umkippte, während sich der Van über die regennasse Fahrbahn eine Anhöhe hinaufkämpfte. Auf dem Hauptmonitor erfasste Bebes Kamera kurz den Mann, den sie verfolgten. Eine eher unauffällige Erscheinung. 1,72 Meter groß, leicht asiatisch angehauchte Gesichtszüge und ein Anzug von der Stange, der durchnässt am Körper klebte. In Wahrheit handelte es sich bei Vasily Zhutov jedoch um den ranghöchsten Maulwurf, den sie beim russischen Auslandsgeheimdienst eingeschleust hatten. Er trug den Codenamen Sitting Bull und zählte zu den geheimsten, zudem erst nach hartnäckigen Bemühungen verpflichteten Agenten der Agency. Das Problem bestand darin, dass niemand genau wusste, ob seine Identität nicht längst aufgeflogen war. Schlimmer noch, ob neben ihm noch viele andere aufgeflogen waren. Die Tarnung von so gut wie jedem in den letzten 25 Jahren angeworbenen CIA-Kontakt stand auf dem Spiel. Zur Einschätzung der Lage hatte man Teams wie das von Coleman in alle Teile der Welt entsandt, allerdings deutlich zu weit verstreut, um ein verlässliches Gesamtbild zu liefern.

Die Schuld an der Misere trug ein einziger Mann: der kürzlich verstorbene Joseph ›Rick‹ Rickman. Er hatte die letzten acht Jahre in der CIA-Vertretung in Jalalabad zugebracht und dort quasi im Alleingang die geheimdienstlichen Aktivitäten während des Afghanistankriegs koordiniert. Angeblich hatte er einen IQ von über 200 gehabt. Colemans bisherige Begegnungen mit dem Mann schienen diese Einstufung zu bestätigen.

Fast eine Milliarde Dollar war mit den Jahren durch Rickmans Hände gewandert, um Waffenkäufe zu finanzieren, örtliche Politiker zu bestechen und weiß der Himmel was noch alles. Rick hatte Beziehungen zu so ziemlich jeder einflussreichen Person im Land gepflegt und über ein erstaunliches Talent verfügt, die komplexen Wechselwirkungen zu durchschauen, die in der Region für Konflikte sorgten. Stellte man ihm eine Frage zu den ökonomischen Auswirkungen des Heroinhandels auf die lokalen Aufstände, dozierte er aus dem Stegreif wie ein Harvard-Professor. Genauso kannte er sich beispielsweise auch mit Familienstreitigkeiten in entlegenen Bergdörfern aus, von denen kaum jemand je gehört hatte. Die einzige Person bei der CIA, die auch nur ansatzweise durchschaute, was im Kopf dieses Mannes vorging, war Irene Kennedy. Allerdings kämpfte sie mit entschieden zu vielen Baustellen gleichzeitig, um sich ernsthaft damit zu befassen.

Dummerweise war das komplexe Gebilde, das Rickman errichtet hatte, im vergangenen Monat mit lautem Getöse zusammengestürzt, als er völlig den Verstand verlor. Ob es an den Belastungen des Jobs, familiären Problemen oder dem undurchsichtigen Chaos und den hoffnungslosen Zuständen in Afghanistan lag, wusste niemand. Dafür wussten sie, dass Rickman ein Komplott mit Akhtar Durrani, dem Leiter des externen Flügels beim pakistanischen Geheimdienst ISI, geschmiedet hatte, um die CIA und jahrelange Kollegen und Kampfgenossen zu verraten.

Rickman hatte seine Leibwächter getötet und die eigene Entführung vorgetäuscht. Dabei ging er so weit, ein abstoßendes Video drehen zu lassen, in dem er angeblich von zwei Männern gefoltert wurde, die sich als muslimische Extremisten ausgaben. Genauso gut hätte man eine Bombe mitten in der amerikanischen Geheimdienst-Szene hochgehen lassen können. Aufgrund seines außergewöhnlichen Intellekts und der jahrzehntelangen Beteiligung an CIA-Operationen konnte niemand genau vorhersagen, was er alles wusste und welche Informationen er gegenüber dem Feind preisgab, wenn jemand mit glühenden Schürhaken an ihm herumstocherte. Absolute Panik brach aus, zahllose Undercover-Agenten forderten ihre Exfiltration oder ersuchten in US-Botschaften um Asyl. Insgesamt wurde eine Menge ungewollte Aufmerksamkeit auf das amerikanische Spionagenetzwerk gelenkt.

Im Rahmen der angeblichen Folter hatte Rickman eine ganze Reihe von Namen ausgeplaudert, von denen einer in Langley besondere Nervosität auslöste: Sitting Bull. Russland gehörte eigentlich nicht zu Ricks Territorium. Wieso wusste er über die Identität eines Mannes Bescheid, der zu den am besten gehüteten Geheimnissen der CIA...


Vince Flynn wird von Lesern und Kritikern als Meister des modernen Polit-Thrillers gefeiert. Dabei begann seine literarische Laufbahn eher holprig: Der Traum von einer Pilotenlaufbahn beim Marine Corps platzte aus gesundheitlichen Gründen. Stattdessen schlug er sich als Immobilienmakler, Marketingassistent und Barkeeper durch. Neben der Arbeit kämpfte er gegen seine Legasthenie und verschlang Bücher seiner Idole Hemingway, Ludlum, Clancy, Tolkien, Vidal und Irving, bevor er selbst mit dem Schreiben begann. Insgesamt 60 Verlage lehnten sein Roman-Debüt ab. Doch Flynn gab nicht auf und veröffentlichte es in Eigenregie. Der Auftakt einer einzigartigen Erfolgsgeschichte: ›Term Limits‹ wurde ein Verkaufsschlager, ein großer US-Verleger griff zu, die Folgebände waren fortan auf Spitzenpositionen in den Bestseller-Charts abonniert. Der Autor verstarb 2013 im Alter von 47 Jahren infolge einer Krebserkrankung. Der Anti-Terror-Kämpfer Mitch Rapp ist der Held in bisher 15 Romanen. Aufgrund des bahnbrechenden Erfolgs (Verkauf alleine in den USA schon über 20. Millionen Bücher) wird die Reihe in Absprache mit Flynns Erben inzwischen von Kyle Mills fortgesetzt.



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.