E-Book, Deutsch, 120 Seiten
Förster Liebe mit Salzgeschmack
1. Auflage 2019
ISBN: 978-3-86361-760-8
Verlag: Himmelstürmer
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, 120 Seiten
ISBN: 978-3-86361-760-8
Verlag: Himmelstürmer
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Konrad hat an der Nordseeküste ein altes Bauernhaus gekauft und will mit Noah zusammenziehen. Das wäre alles so einfach, wenn da nicht Sabine wäre, Noahs Freundin, die nicht weiß, dass er schwul ist und in der Nähe wohnt. Als Noah sich ihr gegenüber outet, bricht für sie eine Welt zusammen, weil sie insgeheim hoffte, aus ihr und Noah würde irgendwann ein Paar werden. Und dann ist da auch noch Rainer, ein Student aus Konrads Kurs an der Uni, der beim Renovieren des Hauses hilft. Noah fährt total auf ihn ab und auch Rainer scheint nicht abgeneigt zu sein. Und dann passiert es eines Nachmittags, als sie alleine im Haus sind: Lust und Leidenschaft überfallen sie und beide können nicht voneinander lassen. Damit haben sie aber Konrad hintergangen. Als Noah es ihm bekennt, reagiert Konrad enttäuscht und verletzt, doch er will die Beziehung nicht beenden. Er gibt Noah noch eine Chance, wenn er Rainer vergisst und den Kontakt abbricht. Da passt es ganz gut, dass der nach Hannover zieht. Doch dann erreicht Konrad ein Notruf aus Hannover und ihre Beziehung wird durch ein dramatisches Ereignis erneut auf die Probe gestellt. Durch ein Gespräch mit Konrad sieht Rainer ein, dass er Noah loslassen muss. Er hofft, dass seine neue Arbeitsstelle in Boston/USA ihm hilft, Noah zu vergessen. Konrad und Noah versuchen unterdessen, ihre Beziehung wieder neu zu gestalten und zu beleben. Doch tief in Noahs Seele rumort es, weil er Rainer einfach nicht loslassen kann. Inzwischen hat Sabine Noahs Homosexualität akzeptiert und freundet sich mit den beiden Männern an. Als sie sich in Jochen, einen Bekannten ihrer Freundin in Stuttgart verliebt, schwelgt sie im Liebesglück. Jochen zieht zu ihr an die Küste, denn sie wollen heiraten. Bei einem Besuch lernen Konrad und Noah seinen Sohn Stefan kennen, der auch nach Boston gehen will, weil er dort einen Job gefunden hat. Da sein amerikanischer Freund kurz vor seiner Abreise mit ihm Schluss gemacht hat, kommt er bei Rainer unter, der noch einen Mitbewohner sucht. Rainer und Stefan verlieben sich und genießen ihr Glück. Doch dann machen sie eine Entdeckung, die ihr ganzes Leben revolutioniert und auf den Kopf stellt und ihre Beziehung infrage stellt. Oder doch nicht? Und hat das auch Auswirkungen auf ihre Freundschaft mit Noah und Konrad?
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
Einige Tage später klingelte Noahs Handy. Konrad nahm das Gespräch an, weil Noah nicht da war. Sabine wollte Noah sprechen. „Er ist leider im Moment nicht da”, sagte Konrad, „er kommt etwa in einer halben Stunde zurück. Kann ich ihm etwas ausrichten?” „Eigentlich wollte ich ihm das direkt sagen, aber wenn er nicht da ist, kannst du ihm etwas von mir ausrichten.” „Ja, gern. Was soll ich ihm sagen?” „Er hat dir sicher von unserem Gespräch erzählt?” „Ja, das hat er.” „Sag ihm bitte, dass es mich ziemlich verletzt hat, dass er mir so Knall auf Fall erzählt hat, dass er schwul ist. Ich muss das erst mal verarbeiten. Ich fahre jetzt für ein paar Wochen zu meiner Freundin Silke nach Stuttgart, bin also in nächster Zeit nicht erreichbar. Er braucht mich auch nicht anrufen. Wenn ich noch Interesse an einem Kontakt habe, melde ich mich. Und übrigens: vielen Dank, Konrad, dass du mir meinen Freund ausgespannt hast!” Den letzten Satz hatte sie sehr sarkastisch gesagt. Konrad wollte ihr etwas darauf entgegnen, aber sie hatte schon aufgelegt. „So eine dumme Gans”, brummte Konrad vor sich hin. Noah hatte ihm erst von Sabine erzählt, als sie schon ein paar Wochen zusammen waren. Er seufzte. Wahrscheinlich war sie ziemlich angepisst. Das konnte er sogar verstehen. Noah hätte ihr schon viel früher von ihnen erzählen sollen. Als Noah kam, sagte er ihm, dass Sabine angerufen hätte. „Was wollte sie?” Er berichtete Noah von dem Gespräch, worauf er ziemlich sauer reagierte. „Die spinnt doch! Was hast du denn damit zu tun, dass ich mich ihr gegenüber geoutet habe?” „Komm, Noah, ich verstehe sie. Nimm’s sportlich! Sie bekommt jetzt vielleicht in Stuttgart erst mal Abstand. Kann sein, dass sie dann manches klarer sieht und unter Umständen auch wieder auf dich zukommt.” Noah nickte. „Ja, es ist sicher am besten, wir warten ab!” Dann ging er in sein Zimmer, das zwar noch im Rohzustand war, aber schon als Arbeitszimmer genutzt wurde. Ein paar Minuten später kam Konrad nach. „Ich wollte dir nur Bescheid sagen, dass Rainer nachher kommt, um die beiden restlichen Fenster im Ausstellungsraum zu streichen.” „Okay. Und was machst du?” „Ich muss kurz in den Baumarkt, Modellgips holen für die Plastiken für Dr. Matthis.” „Ist gut. Wenn Rainer fertig ist, soll ich ihn bezahlen?” „Nein, ich komme ja wieder. Sollte ich später kommen und er schon weg sein, sehe ich ihn übermorgen beim Schulfest. Dann kann ich ihm das Geld geben.” „Okay”, meinte Noah und wandte sich seinem Buch zu. „Bis später, Schatz!” Noah legte das Buch weg und überlegte. Dass Sabine so komisch reagiert hatte, störte ihn. Aber er konnte auch nichts daran ändern. Vielleicht renkt sich doch alles wieder ein. Er seufzte. Jetzt musste er Geduld haben. Oh Mann, und genau das lag ihm überhaupt nicht. Er stand auf und zog seine Arbeitshose an, um in der ehemaligen Scheune weiter aufzuräumen und das restliche Metallgerümpel zusammenzutragen. Sie wollten es in den nächsten Tagen zum Schrottplatz fahren. Er hörte, wie im Erdgeschoss die Tür geöffnet wurde. „Konrad?”, fragte er. „Nee, Rainer”, klang es aus dem Ausstellungsraum. Noah bekam Herzklopfen! Er mochte Rainer. Wenige Minuten später betrat er das Zimmer. „Hallo, Noah!” „Grüß dich, Rainer.” Er kam auf Noah zu, umarmte ihn und sagte: „Ich muss noch zwei Fenster fertigstreichen.” „Das hat Konrad mir gesagt. Du weißt ja, wo alles ist? Farbe, Eimer, Pinsel?” „Ja, ich weiß Bescheid.” „Wenn du Kaffee möchtest, in der Thermoskanne in der Küche gibt es frischen Kaffee!” „Nein, im Moment nicht. Vielleicht später.” Dann verließ er das Zimmer und Noah hörte ihn unten werkeln. Rainer war ein Schüler aus Konrads Abschlussklasse an der Kunstakademie Cuxhaven. Konrad hatte sich mit ihm angefreundet, wobei das mehr einer Vater-Sohn-Beziehung ähnelte, als einer Freundschaft. Rainer war 23 Jahre alt, wirkte aber älter. Als Rainer das erste Mal bei ihnen zu Besuch war, hatte Noah registriert, wie gut er aussah. Sein schlanker, athletischer Körper und sein wacher, freundlicher Blick hatten es ihm angetan. Ein sehr gut gelungenes Exemplar eines Mannes. Rainer war ebenfalls schwul und lebte, soviel ihm bekannt war, in keiner festen Beziehung. Jedes Mal spürte Noah eine gewisse Unruhe, wenn Rainer kam. Er war fasziniert von so viel männlicher Schönheit! Manchmal spürte er auch eine beginnende Erregung, wenn er ihn sah. Er war sich nicht sicher, aber er meinte, auch schon einen Blick von Rainer aufgefangen zu haben, der über ein allgemeines Interesse hinauszugehen schien. Vielleicht irrte er sich aber auch. Noah ging ins Erdgeschoss und betrat den Ausstellungsraum, in dem Rainer auf der Leiter stand und den oberen Rahmen des Fensters strich. Als er Noah bemerkte, lächelte er und machte weiter. Noah trat neben die Leiter und sah nach oben. Rainer hatte über der von Farbe bekleckerten Jeans ein graues T-Shirt an, das zu kurz war und bei jedem Pinselstrich, wenn er sich reckte, nach oben rutschte und seinen tadellosen Bauch freigab. Aus seinem Hosenbund kringelte sich ein dunkler, zarter Haarflaum. Bei jeder Bewegung spannte sich die Muskulatur. Die Jeans wölbte sich verheißungsvoll über einer ansehnlichen Beule in Rainers Schritt. Noah gefiel das. Er stellte sich neben die Leiter, sah nach oben und genoss diesen Anblick. Was hätte er darum gegeben, mehr zu sehen! Wie gern hätte er diesen phantastischen Bauch gestreichelt oder sich an ihn geschmiegt oder den Knopf am Hosenbund gelöst, so dass die Jeans langsam nach unten gerutscht wäre. Rainer schaute verwundert nach unten, als er Noah sah und meinte: „Was gibt’s, Noah? Du guckst so komisch.” Noah wurde knallrot, sah verlegen weg und sagte: „Nichts Besonderes. Ich sehe nur Leuten gern beim Arbeiten zu.” Rainer lachte und sagte: „Ja, ja, das sind die Richtigen: Ich liebe die Arbeit und könnte stundenlang zusehen, wenn es andere tun!” Noah nickte und grinste. „Erwischt!“, sagte er, “aber damit du keinen Grund zum Meckern hasst, ich werde jetzt auch was arbeiten!” Er verließ das Haus, um der Gefahrenzone, wie er es empfand, möglichst schnell zu entgehen und betrat die Scheune. Es stand doch mehr Gerümpel da, als er dachte. Das würde dauern! Er begann mit dem Zusammentragen und brachte nach und nach den Krempel vor die Scheune. Nach einer Stunde kam Rainer aus dem Haus. „Schon fertig?”, fragte Noah. „Ja, mit dem Streichen bin ich fertig. Kann ich dir noch etwas helfen?” „Brauchst du eigentlich nicht. Es sind nur noch ein paar alte Holzleisten und Getränkekisten, die wir wegbringen wollen.” „Komm, ich helf’ schnell mit. Dann ist es geschafft!” „Wenn du unbedingt willst, bitte, ich hab nichts dagegen.” Sie gingen gemeinsam in die Scheune, um die restlichen Holzteile herauszuholen. „Wie wollt ihr das Zeug wegbringen?”, fragte Rainer. „Wir bekommen übermorgen von einem Nachbarn einen kleinen Hänger, der an unser Auto passt. Dann fahren wir die Sachen zum Wertstoffhof.” „Okay. Kommt ihr allein klar mit dem Aufladen?” „Ja, Rainer, das geht. Du musst dich jetzt nicht dauernd für uns abrackern.” Rainer lächelte. „Das mache ich doch gern, Noah. Außerdem tut es meiner Kondition gut, wenn ich neben dem Studio auch körperlich was mache.” „Dass du körperlich gut beieinander bist, sieht man. Du gehst in ein Studio?” „Ich mache ein wenig Krafttraining.” „Ist das nicht teuer?” Rainer schüttelte den Kopf. „Für mich nicht. Das Studio gehört dem Vater eines Mitstudenten und ich darf es kostenlos nutzen.” „Das ist aber großzügig.” „Herr Mertens war früher Trainer in einem Kraftsportverein und da ich Felix schon ein paar Mal in seinem Studium geholfen habe, brauche ich nichts bezahlen.” „Das ist natürlich klasse”, sagte Noah, „man sieht es dir auch an, dass du was tust.” Rainer errötete leicht. „Danke. Ein wenig ist es wohl auch Veranlagung.” „Ja, sicher“, sagte Noah, „aber jetzt bin ich hier für heute fertig. Konrad müsste demnächst kommen.” „Gut, dann werde ich mich mal vom Acker machen.” „Willst du nicht warten, bis Konrad kommt? Dann könnte er dir das Geld geben.” „Das können wir auch in der Akademie regeln. Ich habe zu Hause auch noch ein wenig zu tun.” „Na gut, wie du meinst.” Rainer verabschiedete sich, nahm sein Fahrrad und radelte davon. Noah kehrte den Hof durch, als Konrads Auto auf den Hof fuhr. Er stieg aus und sagte:...




