Förster | Sehnsucht nach dir | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 209 Seiten

Förster Sehnsucht nach dir


1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-86361-487-4
Verlag: Himmelstürmer
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark

E-Book, Deutsch, 209 Seiten

ISBN: 978-3-86361-487-4
Verlag: Himmelstürmer
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark



Basti schiebt Frust. Sein bester Kumpel Normen erscheint ausgerechnet zum Abi-Ball mit einer Tussi. Und das, nachdem sie fast zwei Jahre lang ihre ersten sexuellen Erfahrungen miteinander geteilt haben. Doch im Gegensatz zu seinem Kumpel, fühlt Basti, er steht auf Jungs und das wird auch so bleiben. Zum Glück taucht sonntags nach dem Abi-Ball Lutz auf der elterlichen Apfelplantage auf. Der zwölf Jahre ältere entfernte Cousin ist schon lange Bastis großer Schwarm. Weit weg vom Niederrhein, lebt der in Köln und, so flüstert die Familie, steht auf Männer. Basti ist erst wieder happy, als Lutz ihn zur Uni Besichtigung nach Köln einlädt.

Bastis erstes Wochenende in der Gay Hauptstadt wird zur Achterbahnfahrt. Er sieht knutschende Jungs, erlebt Boys, die ihm an die Wäsche wollen, und hat auch noch seinen ersten richtigen Sex. Die nächsten Wochen werden zum Kontrastprogramm. Bei der Erdbeerernte hat er Zeit zum nachdenken, führt frustrierende Gespräche mit Normen und bleibt in Lutz vernarrt.

Ohne mit dem Cousin im Bett zu landen, bringt der ihm Köln näher und Basti erkennt an den folgenden Wochenenden die Oberflächlichkeit der schwulen Szene. Dennoch lockt die City. Mit Lutz' Kumpel Marco erlebt er seine erste Gay-Disco, seinen ersten One Night stand und andere verrückte Ereignisse. Marco verschafft ihm dann ein Appartement und Basti ist bereit für das Abenteuer Großstadt. Bis Sören zur Apfelernte auf dem elterlichen Gutshof auftaucht. Diesmal fahren nicht nur Bastis Gefühle Achterbahn. Der Youngster erlebt den ersten Looping seines schwulen Lebens.Achterbahn, zwischen Dorf und City, Erdbeeren und Kölsch, Sex und Gefühlen.......

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Glücksmomente
„Du hast dich ganz schön entwickelt“, schob mein Cousin mir einen großen Becher Kaffee über den Tisch. „Wie meinst du das?“, wollte ich natürlich prompt von ihm wissen. Lutz schaute mich an. Mit diesem Blick, mit dem er die halbe Stadt flachlegen konnte. Es war Ende April und wir saßen auf seiner neu bepflanzten Dachterrasse am Eisenmarkt. „Überleg mal. Basti, vor einem Jahr standest du noch vor dem Abi, kanntest kein Köln und … ich sag nur Sören.“ Auch ich dachte an meinen Schatz, den ich vor neun Monaten kennengelernt hatte. Und mit dem ich nun schon seit fast einem halben Jahr, zum studieren, in Köln wohnte. Die vergangenen Monate waren echt cool gewesen. Aber nun gerade … Lutz bemerkte mein Schweigen natürlich sofort. „Alles okay bei euch?“, wollte er dann auch gleich wissen. „Kann man so sagen. Alltag halt“, rührte ich immer noch mit einem Löffel meinen Kaffee. Lutz wäre natürlich nicht Lutz, wenn er auf meinen Kommentar hin nicht nachgefragt hätte. „Läuft im Bett schon nichts mehr oder was stimmt nicht?“ „Du wieder. Doch, doch.“ „Betrügt er dich?“ „Sören? Nein. Du, es ist echt alles okay. Nur der Reiz ist weg.“ „Verstehe. Basti, das ist echt ganz normal. Aber du liebst ihn?“ „Ja. Total. Nur neulich in der Mumu hab ich einen anderen Typen hinterher geschaut. Der war einfach verdammt sexy. Ich hatte plötzlich voll ne Latte.“ Ich trank meinen Kaffee, um dabei zu meinem Halbcousin rüber zu schielen. Und dich find ich immer noch so scharf wie in den vergangenen Jahren. Doch das behielt ich natürlich für mich. „Auch normal, Basti. Dein Sören ist süß. Aber natürlich gibt es trotzdem noch 1000 andere geile Jungs. Mich hat es eh schon gewundert, dass ihr seid fast einem Jahr so aufeinander fixiert seid. Und das mit neunzehn.“ „Zwanzig“, verbesserte ich ihn. „Oder so. Ganz egal. Das wird auch mit dreißig nicht anders sein. Irgendwann erreicht der Alltag jede Beziehung.“ „Und dann?“, setzte ich meine Kaffeetasse ab. „Trennt man sich oder kämpft um diese Liebe.“ „Aber ich will doch Sören nicht verlieren.“ Bei seinen Worten war ich echt kurz voll erschrocken. Lutz aber lächelte nur. „Musst du ja auch nicht. Also fang an zu kämpfen. Mach etwas Besonderes aus eurem Alltag. Koch ihm etwas Leckeres. Probiert im Bett etwas Neues aus. Wenn ihr mögt, startet einen Dreier. Oder wenn ihr es braucht, es gibt genug offene Beziehungen.“ Ich schluckte. All das konnte ich mir gerade so überhaupt nicht vorstellen. Plötzlich fiel mir mein erster Dreier überhaupt ein. Es war vor fast einem Jahr gewesen. Damals in Köln mit zwei jungen Typen. Die waren in einer Beziehung. Geil war es ja gewesen. Aber mit Sören? „Sind Dreier nicht der Anfang vom Ende?“, wollte ich daher auch gleich von Lutz wissen. Der lachte wieder. „Das kann schon sein. Oder aber der Anfang von etwas Neuem. Vielleicht merkt ihr dabei auch einfach, dass das nichts für euch ist. Und schau nicht so. Ich spiele sicher nicht Versuchskarnickel bei der Aktion.“ Schade, hatte ich auf den Lippen. Denn das wäre es wohl noch gewesen.   Bereits ein paar Tage später setzte ich natürlich eine von Lutz Ideen in die Tat um. In der City hatte ich mir Jocks gekauft. Blau-weiß. Der Hintern blieb dabei frei. Schon im Spiegel fand ich mich echt verführerisch. Mehr wollte ich nicht anziehen. So und beim Kochen, wollte ich Sören nach der Uni überraschen. Wein hatte ich kalt gestellt und als ich in unserer kleinen Küchenzeile eine Paella zauberte, hörte ich den Schlüssel in der Wohnungstür. „Hallo, Schatz. Hm, das riecht lecker. Du …“ Mit großen Augen schaute Sören mich da an. „Ich koche“, drehte ich mich, um ihn, verführerisch meine Kehrseite zu präsentieren. „Lecker“, murmelte er, um mich dann an sich zu drücken. Von hinten. Beide drehten wir unsere Köpfe zu einem Begrüßungskuss. Dabei scheuerte der Stoff seiner Jeans gegen meinen nackten Hintern. An der Art, wie Sören mit mir knutschte, merkte ich, er war spitz. Spitz, wie ich ihn schon seit Wochen nicht mehr erlebt hatte. „Ich muss mich ums Essen kümmern“, versuchte ich mich, halb aus Spaß, von meinem Lover zu lösen. Doch das turnte ihn nur noch mehr an. „Dreh die Herdplatte runter“, hockte Sören da auch schon vor mir. In der kleinen Küchenzeile hatte er mir noch nie einen geblasen. Meine Lust war nun genau so groß wie seine. „Sören. Schatz, ich liebe dich.“ „Und ich dich. Das werde ich dir auch sofort beweisen.“ Er drehte mich, schon fühlte ich seine Zunge auf meinen Apfelhälften. „Nimm mich ruhig. Komm aufs Bett.“ Ich war total high. „Von wegen. An die Wand. Sofort.“ Er sprang auf, um an seiner Jeans zu fingern. Mein Schatz machte sich nicht erst die Mühe, sich auszuziehen. Seine Spucke diente als Gleitmittel. Auf Kondome verzichteten wir eh seit einigen Wochen. Es tat einfach nur gut, meinen Schatz jetzt in mir zu fühlen. Und er fickte mich so wild, wie schon lang nicht mehr. Lutz hatte Recht gehabt. Wir sollten öfter etwas Neues ausprobieren. Ich war irre spitz. „Bist du? Ich meine, ich bin … ich komme.“ Sören stöhnte so laut, dass nun auch ich explodierte. Mit ihm zusammen.   Als wir nach 19 Uhr vor unserer Paella hockten, war mein Schatz immer noch äußerst zufrieden. „Gab es einen Grund für dein neues Outfit?“, schob er sich ein Stück Hähnchenfleisch in den Mund. „Dich verrückt machen“, lachte ich. „Gute Idee. Ich revanchier mich gelegentlich. Wie war es an der Uni?“ „Langweilig. Ich glaube fast, mein Professor hat das Semester schon beendet. Er hat nur von unseren Aufgaben während der vorlesungsfreien Zeit gequatscht.“ „Da wollte ich auch mit dir drüber reden. Schatz, ich möchte gern nach Schweden. Auf dem Gutshof meines Onkels kann ich am besten lernen.“ Ich stutzte. „Nach Schweden? Wie lange? Du kannst doch bei meinen Eltern lernen.“ „Nicht ganz. In Skandinavien herrschen andere Vorraussetzungen. Außerdem …“ „Wie lange?“, wollte ich erneut wissen. „Sechs bis acht Wochen. Aber du kommst natürlich mit.“ Zärtlich schaute mein Hase mich an. „Nach Schweden? Was soll ich denn da? Nein Schatz, das hab ich bestimmt nicht vor.“ Darauf hatte ich echt keinen Bock. Dementsprechend patzig meine Antwort. Je deutlicher ich das von mir gab, umso besser. „Ach, Basti. Ich hatte mir das so schön mit dir vorgestellt.“ Wieder dieser Blick. Doch ich blieb hart. „Nein. Da arbeite ich doch lieber bei uns zu Hause“, brummte ich. „Und wenn du nachkommst? Zwei oder drei Wochen?“ „Um dich auf einem Mähdrescher zu erleben? Nein. Außerdem werde ich auch voll beschäftigt sein. Die Vorbereitungen fürs dritte Semester sind nicht ohne. Übrigens wartet mein alter Herr doch nur darauf, dass seine Söhne zum Helfen heim kommen.“ Dabei musste ich an Clemens und Johannes denken. Schon seit Wochen hatte ich sie nicht mehr gesehen. „Du kannst es dir ja noch mal überlegen“, gab Sören jedoch nicht so schnell auf. Doch ich blieb eisern. „Dann kannst du meinem Vater ja gleich am Wochenende sagen, dass er diesen Sommer nicht mit dir rechnen sollte“, schoss ich sogar noch einen hinterher. „Am Wochenende?“, stutzte mein Schatz jedoch nur. „Ja. Wir fahren mit Lutz hin. Meine Mutter hat doch Sonntag Geburtstag und er nimmt uns Freitagabend mit. Sag bitte nicht, dass du das vergessen hast?“ Ich wurde echt pampig. „Nur für eine Sekunde. Du, ich freu mich drauf. Und wegen Schweden …“ Mein Blick verfinsterte sich. Sören verstand. „Ich mach den Abwasch“, fand er dann die Kurve, um mich zu besänftigen.   In Lutz’ silbernem BMW, fuhren wir Freitagsabend Richtung Niederrhein. „Eure alten Herrschaften freuen sich sicher schon, euch zu sehen“, zwinkerte mein Cousin mir zu. „Vater hätte uns sicher gern länger da“, lachte ich. „Jetzt schon? Bis zur Erdbeerernte dauert es doch noch“, beschleunigte Lutz hinter Krefeld. „Der Sklavenschinder findet doch immer Arbeit“, konterte ich. „Nun mach Klaus mal nicht schlechter als er ist“, warf Sören ein. „Schon gut. Du kannst ihm ja dann gleich beichten, dass du diesen Sommer lieber in Schweden schuftest.“ Diese Spitze konnte ich mir dann doch nicht verkneifen. „Nach Schweden?...



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