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Fontaine / Taler / Florand | Süße Träume in Paris | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 836 Seiten

Fontaine / Taler / Florand Süße Träume in Paris

Drei Romane in einem eBook: »Der kleine Blumenladen des großen Glücks«, »Die Träumerin von Paris« & »Ein süßes Stück vom Glück«
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-98952-920-5
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Drei Romane in einem eBook: »Der kleine Blumenladen des großen Glücks«, »Die Träumerin von Paris« & »Ein süßes Stück vom Glück«

E-Book, Deutsch, 836 Seiten

ISBN: 978-3-98952-920-5
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Die Herzen schlagen höher in der Stadt der Liebe ... DER KLEINE BLUMENLADEN DES GROSSEN GLÜCKS: Jeden Abend kommt der Hotelmanager Nicholas Matin nach der Arbeit an einem kleinen, aber wunderschönen Blumenladen vorbei. Eines Tages traut er sich hinein - und trifft auf eine Floristin mit dem siebten Sinn für die Wünsche ihrer Kunden, die ihn auf den ersten Blick verzaubert. Schon bald kann er sich ein Leben ohne die junge Fleur nicht mehr vorstellen - doch die beiden trennt ein Meer aus Geheimnissen ... DIE TRÄUMERIN VON PARIS: Seit dem Tod ihrer geliebten Großmutter fällt es Sophie schwer, ihre Leichtigkeit wiederzufinden. Wie sehr vermisst sie Poupou und deren aufregende Geschichten über ihr Leben in der Bohème des alten Paris ... Als sie den amerikanischen Banker John begegnet, merkt sie sofort, dass er ganz anders ist als ihre zauberhafte Welt, in die sie sich gerne hineinträumt. Kann Sophie ihn aus seinem Schneckenhaus hervorlocken? EIN SÜSSES STÜCK VOM GLÜCK: Mit einem klaren Ziel im Koffer reist Cade nach Paris: Den weltbesten Chocolatier für das Süßwaren-Imperium ihres Vaters zu gewinnen. Doch Sylvain, der charmante Geheimnishüter einer unwiderstehlichen Schokoladenrezeptur, erteilt ihr eine eiskalte Abfuhr! Nun ist Cades Ehrgeiz geweckt und sie ist fest entschlossen, nicht locker zu lassen, bis sie das bekommen hat, was sie will ... Ein herrlich romantischer Sammelband für alle Fans von Julie Caplin und Jenny Morgan.

Marie Fontaine wurde in Paris geboren und hat lange in einer kleinen Buchhandlung gearbeitet, bevor sie sich als PR-Beraterin selbstständig machte. Sie verbringt ihre Freizeit am liebsten in den kleinen Läden und Cafés ihres Viertels und denkt sich dabei immer neue Geschichten aus, in denen die Menschen vorkommen, die ihr dabei begegnen. Die Idee zu »Der kleine Blumenladen des großen Glücks« kam ihr, als sie die Rosensträucher in ihrem winzigen Garten gegen den Frost einpackte. Sie lebt mit ihrer Familie in einem kleinen Stadthaus und blickt von ihrem Schreibtisch auf eine große, alte Linde, die sie im Frühling mit ihren hellgrünen Trieben bezaubert und ihr in der Herbstsonne goldenes Licht am Arbeitsplatz schenkt. Bei dotbooks veröffentlichte die Autorin »Der kleine Blumenladen des großen Glücks«.
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Nachdenken über Pflanzen heißt Nachdenken über das Leben


Es war an einem nasskalten Novembertag, die Straßenlaternen brannten schon, da öffnete sich mit leisem Klingeln die Tür zu Mademoiselle Fleurs Blumenladen, und ein Mann im Mantel trat ein, den die junge Frau noch nie gesehen hatte. »Bonjour, Monsieur!«, grüßte sie freundlich. »Kann ich Ihnen helfen?«

Ein unverbindliches Lächeln, ein Zögern. Er räusperte sich. »Danke. Ich sehe mich nur ein wenig um.«

Mademoiselle Fleur kannte das. Wenn das Wetter schlecht war, flüchtete sich oft jemand in den Laden. Wenn sie Glück hatte, würde dieser Herr aus purer Verlegenheit ein winziges Sträußchen oder einen Zwergkaktus kaufen. Irgendetwas, das wenig kostete und … »Haben Sie Bougainvilleen?«, fragte der Kunde, der plötzlich wieder hinter den Zimmerpflanzen hervortrat.

Die Blumenhändlerin schüttelte den Kopf. »Leider«, sagte sie. »Da müssten Sie vielleicht im Gartencenter fragen. Aber ob die um diese Jahreszeit …«

»Ich dachte nur.« Der Mann nahm seine Brille ab und putzte sie umständlich mit seinem Schal, was wenig nützte. Dann setzte er sie wieder auf und nahm den Hut ab. Er war viel jünger, als sie zunächst gedacht hatte. Mitte dreißig, Anfang vierzig vielleicht. Sein Haar war voll und dunkel, die Augen hell und lebhaft. Und er war gut gekleidet. Vielleicht arbeitete er bei einer Bank oder Galerie. »Wissen Sie, ich liebe Bougainvilleen. Es gab sie bei uns im Garten. Ich meine, als ich ein Kind war … Pardon …«Er schüttelte den Kopf, als käme er sich selbst ganz lächerlich vor, und ließ den Blick über die kleinen Topfpflanzen streifen, die neben der Kasse standen. »Und was wäre das hier?« Er zeigte auf eine zartviolette Blume, die Mademoiselle Fleur in ein geflochtenes Körbchen platziert hatte.

»Diese hier heißt Silberrand«, erklärte die Floristin. »Und das ist eine Campanula.«

»Schön«, sagte der Mann nur und schien mehr auf ihre Hände zu blicken als auf die zierlichen Stöckchen. »Davon nehme ich eine mit.«

»Vom Silberrand oder von der Campanula?«

Abermals räusperte er sich. »Von beiden bitte.«

Mademoiselle Fleur nickte. »Gerne, Monsieur. Haben Sie es weit nach Hause?«

»Bitte?«

»Dann sollten wir sie gut einpacken.« Sie warf einen vielsagenden Blick nach draußen, wo der Wind die letzten Blätter von den Bäumen riss und durch die Straße fegte. »Sie haben recht«, erwiderte der Mann, ohne ihrem Blick zu folgen. Vielmehr sah er sie gedankenverloren an und fühlte sich offenbar ertappt, als sie sein Lächeln bemerkte. »Aber ich habe es nicht weit. Gott sei Dank«, erklärte er und klopfte mit den Fingerspitzen leicht auf die Ladentheke.

»Bon. Dann können wir uns das Zeitungspapier sparen, und ich wickle sie ganz normal ein. Möchten Sie sich nicht so lange setzen?« Sie deutete auf ein kleines, etwas schiefes Tischchen, das neben dem Eingang stand und von zwei noch schieferen Stühlen umrahmt war, von denen der weiße Lack abblätterte. Der Herr nickte und ging hinüber, ohne sich jedoch zu setzen. Vielmehr blieb er an einer prächtigen, weiß blühenden Pflanze stehen und beugte sich vor, um daran zu riechen.

»Ein Arabischer Jasmin, Monsieur«, rief Mademoiselle Fleur.

»Wundervoll.«

»Ja, das finde ich auch. Soll ich Ihnen eine Schleife daranbinden?«

Er schüttelte den Kopf. »Nicht nötig, Mademoiselle …«Er trat wieder zur Ladentheke und betrachtete die beiden Päckchen, die in roséfarbenes Papier eingeschlagen waren, auf dem in eleganten Lettern die Worte Fleurs de Fleur geschrieben standen.

»Fleur, Monsieur. Fleur Danton.«

»Wie der Revolutionär!«

»Wie der Revolutionär, ja. Aber nicht mit ihm verwandt. Eine Papiertüte vielleicht?«

»Das wäre sehr freundlich.«

Die Blumenhändlerin stellte die beiden eingepackten Stöcke in eine Tüte und reichte sie ihrem Kunden.

»Merci.«

»Merci, Monsieur.«

Er setzte seinen Hut wieder auf und wandte sich zur Tür, da hörte er hinter sich: »Das macht sechzehn fünfzig.« Mit hochrotem Kopf drehte er sich um und stammelte: »Pardon, Mademoiselle. Das hatte ich … Es tut mir schrecklich leid … Ich …« Verlegen und umständlich tastete er seine Taschen nach der Geldbörse ab, nahm die Tüte von der rechten in die linke Hand und wieder in die rechte. »Natürlich. Hier.« Er zog das Portemonnaie heraus und legte zwei Zehner auf die Theke. »Es stimmt so, Mademoiselle. Bitte entschuldigen Sie vielmals. Das ist mir noch nie passiert. Es war keine böse Absicht.«

Er sah so verzweifelt aus, dass Fleur laut lachen musste. »Ich bitte Sie!«, rief sie. »Das kann doch passieren. Seien Sie unbesorgt. Ich halte Sie wirklich nicht für einen Dieb oder Betrüger.«

»Natürlich nicht«, murmelte der Herr und wusste offenbar nicht, wohin er schauen sollte. »Trotzdem. Wie gesagt, es tut mir sehr leid.«

Einen Moment später fiel die Tür hinter ihm zu, und der Wind zerrte an seinem Mantel. Und während er den Mantelkragen hochschlug und die Rue du Cherche-Midi hinabging, folgte ihm der Blick der jungen Floristin, die an die Tür getreten war und von ihrem kleinen Paradies aus die kalte dunkle Stadt und ihre hoffnungsvollen Lichter betrachtete.

***

Paris, die Schöne, ist die Stadt der Freude und der Lebenslust. Kein anderer Ort der Welt inspiriert die Menschen so zur Liebe, kein anderer weckt mehr Sehnsüchte als Paris. Doch kalte und düstere Novembertage gibt es auch hier, und es fällt schwer, sich das Leuchten der Stadt vorzustellen, wenn man sich gegen den schneidenden Herbstwind stemmt und die Feuchtigkeit durch die Kleidung dringt. Gleichwohl ging Nicholas Matin beschwingt den Weg hinab nach St. Germain-des-Prés und ans Ufer der Seine, wo sich seit vielen Jahrzehnten die prachtvolle Fassade des Hotels Louis XV erhob, in dem er seit kurzem arbeitete.

Seit dem Spätsommer genauer gesagt. Die Saison hatte gerade wieder begonnen, wobei ein Haus wie das Louis XV immer Saison hat. Die Pariser waren aus ihren Ferien zurückgekehrt, eine milde Brise hatte die Hitze weggeweht, die den August über wie eine Glocke über der Stadt gelegen hatte. Es war die Zeit der Ernte ? für Nicholas Matin eine Zeit des Anfangs.

Er hatte sich eine Wohnung im Montparnasse genommen, klein und trotzdem beinahe unbezahlbar. Aber nach den Jahren, die er in La Defense zugebracht hatte, dem futuristischen Geschäftsviertel im Westen der Stadt, war diese Veränderung für ihn wie eine Wiedergeburt. Täglich bewunderte er die klassizistischen Bauwerke, die opulenten Dekorationen, die prächtigen Schaufenster und ließ gern zu, dass das alles ein Teil seines Lebens wurde.

Auch ein Lokal hatte er entdeckt, das ihm schnell ans Herz wuchs, das Café du Midi. Die Inhaberin, Madame Goncourt, stammte aus dem Süden des Landes und sprach mitunter in einem Akzent, über den Nicholas manchmal lachen musste. Er selbst stammte schließlich vom Land und hatte in seiner Kindheit alles andere als klassisches Französisch gesprochen.

In der warmen Spätsommersonne hatte das Café du Midi Tische und Stühle vor dem Lokal aufgestellt, und Nicholas hatte es genossen, dort zu sitzen, einen Kaffee zu trinken oder nach Feierabend ein Glas Burgunder, die Menschen zu beobachten, die die Straße entlangkamen und in alle Richtungen eilten, als fände das Leben dort und nur dort statt, wo sie gerade hinwollten. Madame Goncourts Café lag in einer kleinen Nebenstraße der Rue de Rennes, und während dort der Verkehr tobte und die Menschen sich auf den schmalen Gehsteigen gegenseitig anrempelten, herrschte hier trotz aller Lebhaftigkeit eine friedliche Stimmung. Es war nicht die überwältigende Atmosphäre des Boulevard Haussmann, nicht der Luxus der Place Vendôme und auch nicht die touristische Enge der Île de la Cité, sondern das Paris der Pariserinnen und Pariser: selbstbewusst, gelassen und voller Lebensfreude.

So war der Herbst dahingegangen mit vielen stürmischen, aber auch einigen schönen Tagen. Nicholas war oft an dem kleinen Blumenladen an der Ecke zur Rue du Regard vorbeigekommen. Aber da er niemanden hatte, dem er Blumen hätte schenken wollen, hatte es keinen Anlass gegeben, jemals einen Fuß hineinzusetzen. Der September verging und auch der Oktober, und plötzlich war die Leichtigkeit dahin. Es wurde kalt und nass. Die Tische und Stühle wanderten wieder hinein in das Lokal, und Nicholas ließ den kleinen Umweg zum Café du Midi nun oft ausfallen.

Die Straßen waren voll mit Autos, doch die Gehwege waren beinahe verwaist. Trotz der spätnachmittäglichen Stunde blieb zu Hause oder im Büro, wer nicht dringend vor die Tür musste. Der nasse Schnee hatte sich zu einem echten Verkehrshindernis entwickelt, und Nicholas Matin spürte, wie die Nässe in seine Schuhe drang. Wenn er nicht rasch ins Warme kam, würde er eine Erkältung davontragen.

Normalerweise hätte er um diese Uhrzeit Feierabend gemacht. Doch an diesem Tag war noch eine Teamsitzung für achtzehn Uhr anberaumt worden. Es ging, wie so oft, um Prozessoptimierung und Effizienzsteigerung. Auch wenn er diese Managementtermine hasste, wusste er, dass seine Abteilung davon profitieren würde. Nicholas Matin war Leiter der Abteilung CR2, Customer’s Relations, zuständig für »Reklamationen und Problemfälle«. Wer immer Grund hatte, sich über das Louis XV zu beklagen, landete bei ihm. Wer den Service nicht angemessen, die Mitarbeiter unfreundlich, das Zimmer nicht sauber genug, die Qualität der Waren nicht perfekt, wer seine Matratze zu weich oder das Kissen zu hart fand, den Preis zu hoch oder die Toiletten zu tief, der...



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