E-Book, Deutsch, 312 Seiten
Forbes THE DIVINE CHRONICLES 7 - AUSLÖSCHUNG
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-96188-195-6
Verlag: Mantikore-Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, 312 Seiten
ISBN: 978-3-96188-195-6
Verlag: Mantikore-Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
DAS ENDE IST NAH! Landon Hamilton sind Widrigkeiten nicht fremd. Als Diuscrucis, der Champion des Fegefeuers im Krieg zwischen Himmel und Hölle, muss er sich mit seinem unfairen Anteil auseinandersetzen: dem Vampir, der ihn verraten hat, der Bestie, die ihn eingesperrt hat, dem Engel, der versucht hat, ihn zu töten, und dem mächtigen Dämon, der es beinahe getan hätte . Während der Krieg zwischen Gut und Böse weiter eskaliert, liegt es an Landon und seinen verbleibenden Verbündeten, der Bedrohung ein Ende zu bereiten. Aber wenn Ihr größter Widersacher auch einer der Menschen ist, die Sie am meisten lieben, kann es dann ein Happy End geben? 'AUSLÖSCHUNG' ist der siebte und letzte Band der Urban-Fantasy-Reihe von Michael R. Forbes.
Autoren/Hrsg.
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Sieben
Wir trafen Obi auf der Auffahrt, die zu der Hütte führte, in der die Werwölfe lebten. Es war ein relativ kleines Gebäude, mindestens hundert Jahre alt, aber in sehr gutem Zustand. Eine Ziegelfront, ein Strohdach und dicke Jalousien war alles, was man von außen sehen konnte. Ein Minivan stand in der Auffahrt. Bei dem Gedanken an einen Van voller Werwölfe auf ihren Weg zum Einkaufen nach Rouen musste ich beinahe lächeln.
Es stellte sich heraus, dass Francois ein recht mächtiger Dämon war, einer der seltenen Dämonen seiner Art, der die Gesellschaft von Onyx den Machtspielchen vorzog, denen so viele andere mächtigere Dämonen erliegen. Auf eine seltsame Art und Weise kam es dazu, dass er sie als seine Herrin akzeptierte, obwohl seine Kontrolle über das Höllenfeuer ihn leicht selbst zu einem Herrn hätte machen können. Er war nicht wie andere Dämonen, und er sagte, dass Onyx auch nicht wie andere Wers wäre. Sie ernährte sich nicht von Menschenfleisch oder Blut. Außer, um am Leben zu bleiben, dann stahl sie normalerweise Blut aus Krankenhäusern oder kaufte es auf dem Schwarzmarkt von anderen, die es wiederrum aus Krankenhäusern gestohlen hatten.
Warum?
Weil Ulnyx das Delta-Pack dem Diuscrucis gewidmet hatte und der Diuscrucis es anders nicht gutheißen würde. Onyx und ihre Anhänger waren alles, was von dem einst mächtigen Rudel an Großen Wers übriggeblieben ist. Das war ebenfalls meine Schuld.
»Das sieht aus wie aus Rotkäppchen entsprungen«, sagte Obi, als er aus dem Bentley stieg. »Wie viele große, böse Wölfe haben wir denn hier?«
»Acht«, sagte ich und wiederholte, was Francois gesagt hatte. »Das ist alles, was von Ulnyx‘ Rudel übriggeblieben ist.«
»Wie viele waren es denn mal?«
»Vierhundert«, antwortete Alyx. »Zumindest, als ich noch bei ihnen gewesen war.«
Wir waren uns noch immer nicht sicher, ob Onyx die Schwester von Alyx war. Der Name kam bei Wers öfters vor und stellte daher keine Garantie dar. Ich konnte in ihrem Gesicht sehen, dass sie es unbedingt herausfinden wollte.
»Obi-Wan Sampson«, stellte Obi sich vor und streckte Francois seine Hand entgegen.
»Francois«, erwiderte der Dämon, schüttelte aber nicht die dargebotene Hand. »Das soll keine Beleidigung sein, aber meine Berührung ist für Menschen ätzend.« Er drehte seine Hände um und zeigte die Tätowierungen der dämonischen Runen.
»Okay, kein Problem«, erwiderte Obi.
Francois führte uns die Stufen bis zur Haustür hinauf, klopfte dreimal, hielt inne und klopfte dann sechsmal. Er wartete einige Sekunden, bevor er die Tür öffnete.
»Onyx, meine Liebe, wir haben Besucher«, kündigte er uns an.
Im Haus war es dunkel, aber der Geruch von Wers war selbst für mich unverkennbar. Ich hörte augenblicklich Bewegungen im oberen Stockwerk und dann Schritte die Treppe herunterkommend. Einen Moment später stand sie vor uns. Sie war nicht direkt Alyx‘ Ebenbild, aber nahe dran. Ähnliche Größe, ähnlicher Körperbau, ähnliche Gesichtskonturen. Ihr Mund klappte auf, als sie den Großen Wer sah.
»Alyx?«, flüsterte sie mit einem leichten Knurren. »Bist du das?«
Das Gesicht von Alyx verändert sich auch, ein Lächeln breitete sich darauf aus. »Onyx?«
»Du bist es«, sagte Onyx und rannte auf sie zu. Die zwei Schwestern umarmten sich, wimmerten sich an, während sie sich in den Armen lagen.
»Ich dachte, du bist tot«, sagte Alyx.
»Das habe ich von dir auch gedacht. Wer? Wie?«
Alyx löste sich von ihrer Schwester. »Ich möchte dir Landon Hamilton vorstellen. Der Diuscrucis.«
Onyx drehte sich zu mir um und fiel auf die Knie. »Mein Gebieter«, sagte sie und neigte ihren Kopf nach unten.
Alyx sah mich stolz an. Ich schämte mich.
»Bitte, du musst vor mir nicht niederknien.«
»Du bist der Anführer des Rudels«, erwiderte sie. »Es ist mir eine Ehre.« Alyx hatte mich auf eine ähnliche Weise begrüßt, als wir uns das erste Mal getroffen hatten. Alles nur, weil Ulnyx versucht hatte, die Gewalt über meinen Körper zu erlangen, nachdem ich ihn zum ersten Mal tötete.
»Alter, ich wünschte eine Frau würde das auch mal für mich tun«, sagte Obi.
»Halt dein Maul«, sagte ich. »Bitte, steh auf.«
Diesmal gehorchte sie und stand auf.
»Was machst du hier in Frankreich?«, wollte sie wissen und schenkte Alyx wieder ihre Aufmerksamkeit. »Wo bist du die ganze Zeit gewesen?«
»Ich war eine Gefangene gewesen«, erwiderte Alyx. »Landon hat mich befreit.«
»Wirklich?«
»Ja. Was immer du gehört hast, der Diuscrucis ist noch mächtiger als sein Ruf.«
»Ich habe gehört, dass du in der Hölle gewesen bist«, erwiderte Onyx.
»Davon hast du schon gehört?«, erwiderte ich. »Wie?«
»Wir verstecken uns hier vor dem Krieg, Diuscrucis«, entgegnete sie. »Wie können wir das, wenn wir nicht wissen, was draußen vor sich geht?«
»Verstecken? Ich verstehe nicht.«
»Es gibt nur noch so wenige von uns, und wir haben nur ein Männchen, Ulysyx, mit dem wir uns paaren können. Aber er ist schon fast zu alt dafür, und wir haben bisher nur einen Welpen bekommen. Wenn wir wieder in den Kampf hineingezogen werden, werden wir bald ausgestorben sein.«
»Dann tut es mir leid; aber ich bin hier, weil ich deine Hilfe brauche.«
»Du brauchst uns für den Kampf?«, wollte sie wissen und ihr Gesicht fiel ein. »Ich werde tun, was du befiehlst, aber das Rudel …«
»Nicht kämpfen«, unterbrach ich sie. Ich konnte ihre Erleichterung sehen. »Ich muss in Italien sein, und zwar binnen der nächsten vier Stunden.«
»Du brauchst einen Spalt?«, fragte Francois.
»Ja. Kannst du einen erschaffen?«
»Nein. Ich kann einen aktivieren, aber ich besitze nicht die Materialien, um einen zu bauen.«
»Ich dachte, man braucht nur ein paar Steine dazu?«, warf Obi ein.
»Spaltensteine sind mehr als nur Steine. Sie müssen einen gewissen Anteil an Sulfur haben, oder sie können keine Verbindung herstellen. Solche Steine findet man nur schwer auf dem Land in Frankreich.«
»Wir brauchen einen Spalt«, sagte ich. »Ich hatte gehofft, du wüsstest, wo einer zu finden ist, und kennst einen Dämon, der ihn aktivieren kann.«
»Wie Francois schon sagte, er kann ihn aktivieren«, erwiderte Onyx. Sie legte ihm eine Hand auf die Schulter. »Du wirst mit ihnen nach Rouen fahren müssen. Rede mit Gerard.«
»Gerard?«, erwiderte Francois. »Ich …«
»Widersprich mir nicht«, knurrte Onyx und fletschte ihre menschlichen Zähne. Die Nachricht kam an.
»Ja, Herrin«, erwiderte Francois. »Ich werde sie zu Gerard bringen.«
»Wer ist Gerard?«, wollte ich wissen.
»Ein Dämon«, erwiderte Francois. »Einer von denen, die versucht hatten, sich das Gebiet nach Gervais Ableben unter den Nagel zu reißen. Er besitzt einen Spalt, den du nutzen kannst.«
»Wir werden sofort aufbrechen«, erwiderte Onyx. »Ich gebe den anderen Bescheid.«
Sie öffnete ihre Mund und bellte einige Male schrill.
»Du kommst mit?«, wollte Alyx erfreut wissen.
»Natürlich«, erwiderte Onyx. »Ich habe dich seit einer Ewigkeit nicht gesehen, Schwester. Ich erinnere mich noch immer an die Nacht, in der du entführt wurdest. So viele wurden in dieser Nacht getötet.« Die Erinnerung machte sie traurig.
»Es schmerzt noch immer, nur daran zu denken. Aber du bist hier, jetzt. Damit hätte ich nie gerechnet. Du wirst wieder mit dem Diuscrucis gehen müssen. Vorher möchte ich dich aber etwas kennenlernen.«
»Ich dich auch«, erwiderte Alyx. »Ich hätte nicht gedacht, jemals wieder jemanden von meinem Rudel zu sehen, geschweige denn von meiner unmittelbaren Familie. Ich bin Gott für die Chance so dankbar.«
»Gott?«, fragte Onyx verwirrt. »Was hat Er damit zu tun?«
»Alles«, erwiderte Alyx, was mich genauso überraschte wie ihre Schwester.
Es war eine Sache, ein Gebet für Verstorbene zu sprechen, eine andere, Seinen Namen öffentlich anzuerkennen. Das war eine neue Entwicklung, und die kam völlig unerwartet. Vor gerade mal drei Stunden hätten wir den Nachmittag beinahe mit leidenschaftlichem, wollüstigem Sex verbracht. Bereute sie ihr Verhalten genauso wie ich das meine bereute? War das der Grund, warum sie meine Entscheidung ohne große Widerworte akzeptiert hatte, oder wäre sie so oder so zu derselben Schlussfolgerung gelangt?
Es spielte keine Rolle. Das war jetzt ihr Standpunkt. Es war zu erwarten gewesen, dass sie die Grenzen ihrer Freiheit ausprobieren würde.
Ich war stolz auf sie, obwohl ich ihrer Sichtweise nicht vollständig zustimmte. Ich war wegen der Gefährdung meiner moralischen Vorstellungen in Konflikt geraten und nicht wegen der möglichen Verurteilung eines abwesenden Vaters.
Onyx antwortete ihr mit einem Lachen. »Ich weiß nicht, wie du auf so eine Idee kommst, Schwester. Wir sind Geschöpfe des Satans. Gott interessiert sich nicht für uns.«
»Das glaube ich nicht«, entgegnete Alyx. »Landon sagt, dass wir unseren Weg frei wählen können. Wir müssen nicht böse sein.«
»Nein, aber wir brauchen menschliches Blut, um zu überleben. Findet Gott das gut?«
Alyx schwieg.
»Glaub mir, Schwester: Das tut er nicht«, fuhr Onyx fort. »Deswegen müssen wir uns vor den Engeln in Rouen in Acht...




