Frances | Traumhochzeit mit pikanten Hindernissen | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2433, 144 Seiten

Reihe: Julia

Frances Traumhochzeit mit pikanten Hindernissen


1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7337-1402-4
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

E-Book, Deutsch, Band 2433, 144 Seiten

Reihe: Julia

ISBN: 978-3-7337-1402-4
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Jacquelyns Brautladen steht kurz vor dem Bankrott! Wenn sie bloß den griechischen Milliardär Nikos Karellis davon überzeugen könnte, als Teilhaber einzusteigen ... Doch als sie Nikos auf einer Gala begegnet, macht sie einen Fehler: Sie lässt sich in seinen maskulinen Bann ziehen. Sein Angebot, mit ihm privat über eine Zusammenarbeit zu reden, führt zu einer heißen Nacht. Herz in Gefahr! Dabei weiß Jacquelyn genau: Mit Nikos kann es niemals eine Zukunft geben. Es ist ein offenes Geheimnis, dass er Affären nicht abgeneigt ist ... aber sich niemals bindet!



Im Alter von zwölf Jahren entdeckte Bella Frances ihre Leidenschaft für romantische Geschichten - zwischen Strickmusterbögen und Rezepten in den Zeitschriften ihrer Großmutter. Ganz und gar mitgerissen aber war sie erst, als sie in einem langen, heißen Sommer nach ihrem ersten Abschluss in englischer Literatur die Romane von Mills & Boon für sich entdeckte. Seitdem hat sie die Bücher nur noch aus der Hand gelegt, um in verschiedenen Berufen zu arbeiten - unter anderem als Kellnerin, Finanzberaterin und Lehrerin - und sich mehr oder weniger erfolgreich als Mutter zu versuchen. Ihre zwei kleinen Engel sind mittlerweile annähernd erwachsen. Bella führt ein ausgesprochen ausgefülltes Leben in Großbritannien, aber sie versucht, mindestens einmal im Monat zu reisen - natürlich nur aus Recherchegründen! Nehmen Sie Kontakt auf zu Bella Frances über ihre Internetseite www.bellafrancesauthor.com
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1. KAPITEL

Zielstrebig steuerte Nikos Karellis die Hochzeitssuite von Maybury Hall an und warf seinen Kleidersack aufs Bett. Maybury Hall war zum Traumort des Jahres für Hochzeitspaare gewählt worden. So also sieht Romantik aus, dachte Nikos, während er stirnrunzelnd die Pracht aus Rüschen und Blumen betrachtete. Am Bett stand ein Eiskühler mit prickelnden Getränken. Er nahm eine Flasche heraus, sah aufs Etikett und stellte sie sofort zurück. Mädchenkram. Und ihm stand absolut nicht der Sinn nach Feiern. Um in Stimmung zu kommen, brauchte er etwas Härteres. Immerhin hatte er gerade acht Zeitzonen und drei Kontinente hinter sich.

Unter einem mit Putten und Gold verzierten Spiegel entdeckte er schließlich, was er suchte – ein Tablett mit Karaffen, Gläsern und Sodawasser. Perfekt. Er schenkte sich großzügig einen Whisky ein, gab nach kurzem Zögern noch etwas mehr dazu, versah den Drink mit einem Schuss Soda und trank ihn in einem Zug aus.

Das rauchige Aroma brannte in seiner Kehle. „Zum Wohl, Martin“, sagte er leise und prostete seinem Spiegelbild zu. Zumindest war der Geschmack seines künftigen Schwagers, was Whisky betraf, besser als sein Händchen für dezente Dekoration.

Die Hochzeitssuite.

Von all den Zimmern in seinem Luxushotel hatte Martin ausgerechnet dieses ausgewählt, um Nikos unterzubringen. Vielleicht hatte es ein Witz sein sollen, aber er war nicht besonders lustig. Seit seiner Ehe mit Maria barg die Vorstellung, noch einmal zu heiraten, nur Schrecken für Nikos.

Er griff nach der Karaffe und überlegte kurz, ob er sich einen zweiten Drink genehmigen sollte. Doch er entschied sich dagegen. Die Versuchung war groß, aber den heutigen Abend würde er nur mit klarem Kopf überstehen. Denn dieser Abend war der Anfang vom Ende. Jetzt würde jeder der Wahrheit ins Gesicht sehen müssen. Die Zeit drängte – nicht nur aus finanziellen Gründen.

Unabhängig davon, was Martin und die Finanzbehörde vermuteten, gab es keine versteckten Vermögenswerte, kein Schwarzgeld, keine Rücklagen im Ausland. Maria hatte ihr Geld in Alkohol umgesetzt und verpulvert. Das war alles. Es würde hart, Martin davon zu überzeugen, denn er hatte seine Schwester immer vergöttert. Aber Nikos wollte endlich alles auf den Tisch bringen.

Zu lange schon hatte er sich auf dieses juristische Geplänkel eingelassen. Deshalb hatte er letztendlich zum Telefon gegriffen und um ein persönliches Gespräch gebeten. Martin hatte diese Veranstaltung vorgeschlagen, und Nikos hatte nicht lange gezögert, sondern sofort zugesagt. Ansonsten wären erneut mindestens sechs Wochen vergangen, ehe sie sich überhaupt wieder auf demselben Kontinent aufhielten.

Nachdem das Ende nun greifbar nah war, konnte Nikos es kaum noch aushalten. Fünf Jahre waren seit Marias Tod vergangen. Doch es war ihm nicht gelungen, zusammen mit dem Ehering auch den Schmerz und die Erinnerungen im tiefblauen Wasser der Ägäis zu versenken.

Unwillkürlich griff er an seinen Ringfinger und spürte die leere, glatte Fläche. Dieses Gefühl war unvergleichlich. Selbst der Gedanke an House, seine Firma für Luxuswohnartikel mit unzähligen Filialen, die unter den hundert erfolgreichsten Unternehmen bei Forbes gelistet war, kam da nicht mit. Es war das Gefühl von Freiheit. Mehr noch – es war die Gewissheit, ausschließlich für sich selbst verantwortlich zu sein. Keine Frau, die an seinem Hals hing oder sich an ihm festklammerte, keine unappetitlichen Spuren mehr, die beseitigt werden mussten – nur noch dieser letzte Schritt, und er war wirklich unabhängig.

Er goss sich ein Glas Wasser ein und trat ans Fenster. Das Anwesen war beeindruckend. Die weiten Rasenflächen und Teiche des parkähnlichen Grundstücks wurden am Horizont begrenzt von mächtigen Eichen. Weit hinten erkannte er das Dach des Torhauses, an dem er vorbeigekommen war. Gerade fuhr ein Wagen durch das breite schmiedeeiserne Tor. Irgendetwas veranlasste Nikos, sich weiter vorzulehnen, um besser sehen zu können …

Doch ein Klopfen an der Tür riss ihn aus seinen Betrachtungen.

„Ich habe gehört, dass du angekommen bist.“

In der Tür stand Martin Lopez. Einen Moment lang musterten sich die beiden Männer wortlos. Marias Bruder hatte dasselbe dunkle Haar, die dunklen Augen, die blasse Haut und die hohen Wangenknochen wie sie. Einst hatte Nikos dieses Gesicht bei Maria unwiderstehlich gefunden. Er hatte sich Hals über Kopf in sie verliebt, und aus dem wilden Motorradfahrer mit zahllosen Vorstrafen war innerhalb von drei Jahren ein seriöser Ehemann geworden.

Im Rückblick – und er hatte in den zehn Jahren, die sie zusammen gewesen waren, oft zurückgeblickt – erschien ihm jener Verkehrsunfall, der sie zusammengeführt hatte, wie eine Verkettung von falschem Ort zur falschen Zeit. Von dem Augenblick an, als er sie aus dem Bentley gerettet hatte, den sie gegen eine Straßenlaterne auf einer Landstraße in Sydney gesetzt hatte, waren sie unzertrennlich gewesen. Er war ihr Tennistrainer geworden, ihr Schwimmlehrer, Personal Trainer – sie hatte alles dafür getan, ihn in ihrem Leben zu halten. Und auf ihn hatte es gewirkt wie die Ankunft im Gelobten Land.

Allerdings hatte Maria es nicht geschafft, all ihre Versprechungen zu halten.

„Martin. Schön, dich zu sehen.“

Nikos ging auf seinen Schwager zu und reichte ihm die Hand. An Martins kurzem Händedruck und seinem unsteten Blick war dessen Anspannung unschwer zu erkennen.

„Ich bin froh, dass du gekommen bist, Nikos. Wir haben uns lange nicht gesehen.“

„Zu lange“, bestätigte Nikos und hielt die Hand des anderen noch einen Moment länger. Es war ihm wichtig, sich zu vergewissern, dass sie trotz allem Freunde waren.

„Allerdings. Ich hätte mich gern bei dir gemeldet – aber nach Marias Tod war das alles nicht so einfach.“

„Das kann ich mir vorstellen. Unsere Leben sind ziemlich weit auseinandergedriftet.“

„Aber sie war immer Teil unserer Gedanken.“

„Das ist wahr“, stimmte Nikos zu, während er sich fragte, was tatsächlich in Martins Kopf vorgehen mochte. Nikos hatte die Familie Lopez in allem unterstützt, sofern es ihm möglich war. Jeder von ihnen hatte ausgesorgt. Jetzt gab es nichts mehr, was er für sie tun konnte.

Doch irgendetwas schien sein Gegenüber umzutreiben. Martin senkte den Blick und wandte sich wieder zur Tür.

„Soll ich dir alles zeigen, ehe die Gäste eintreffen?“, bot er an.

„Unbedingt.“ Nikos folgte ihm in Richtung der großen Eingangshalle, an deren Wänden Porträts unzähliger Mitglieder der britischen Aristokratie in goldenen Rahmen hingen. Zweifellos fragten auch sie sich, was nun mit dem historischen Gebäude passieren würde, nachdem die Lopez-Hotel-Gruppe es übernommen hatte.

„Ja, es ist wirklich großartig, dich zu sehen“, wiederholte Martin. Er ging jetzt neben Nikos und erweckte den Anschein, als wären sie beste Freunde. „Und ich bin dir dankbar, dass du den Preis überreichen wirst. Nachdem das bekannt geworden ist, haben wir fünfzig zusätzliche Karten verkaufen können.“

„Kein Problem“, beteuerte Nikos schulterzuckend. „Ich war gerade auf dem Rückweg von Sydney, als der Anruf kam.“

„Hast du deine Mutter besucht? Wie geht es ihr?“

Sie hatten die oberste Stufe einer breiten geschwungenen Treppe erreicht. Wahrscheinlich würden sich sämtliche Hochzeitsgesellschaften, die hier in Maybury Hall feierten, genau auf dieser Treppe fotografieren lassen, überlegte Nikos.

„Ihr geht es gut, danke der Nachfrage. Sie erkennt mich zwar nicht mehr, aber sie wirkt zufrieden. Und man kümmert sich rührend um sie.“

Seine monatlichen Besuche in dem Seniorenheim in Sydney waren die einzigen privaten Termine, die nicht zur Disposition standen. „Und wie läuft es beruflich?“, wechselte er das Thema.

Gemeinsam schritten sie die mit rotem Teppich ausgeschlagene Treppe hinunter. In der schwarz-weiß gefliesten Eingangshalle herrschte geschäftiges Treiben – mehrere Torten waren gerade angeliefert worden, und die üppigen Blumenbouquets mussten arrangiert werden.

„Ich mache das nicht mehr lange mit“, erklärte Martin mit einem freudlosen Lachen. „Das ist die letzte Schirmherrschaft, die ich übernommen habe. Die Hotels laufen gut, aber die Hochzeitsindustrie spielt verrückt. Die Konkurrenz aus Übersee ist unschlagbar.“

„China?“

Martin nickte. „Es bleibt keine Gewinnmarge mehr. Selbst im extrem hochpreisigen Segment ist es mehr als sportlich, überhaupt noch etwas verdienen zu wollen.“

„Die Leute werden immer heiraten“, meinte Nikos. Andere Leute. Vielleicht alle außer ihm.

„Schon, aber es ist nicht mehr das, was es mal war. Selbst diejenigen, die seit Jahren gut im Geschäft sind, haben arge Probleme. Gerade gibt einer meiner ältesten Geschäftspartner auf. Seine Tochter hat die Firma erst kürzlich übernommen.“

Im Gleichschritt gingen sie zur Lobby hinüber. Überall waren sie umgeben von jenen Dekorationsartikeln, die eine ganze Branche reich machten. Dabei baute sie auf nichts anderem auf als Hormonen und Träumen – Liebe und Hochzeit. Eine Scheinwelt, die Nikos völlig kaltließ.

„Es ist schade, sie ist ein nettes Mädchen – zumindest war sie es, als ich sie zum letzten Mal gesehen habe. Aber sie ist mit der Situation überfordert.“

„Weil die Firma überschuldet ist oder weil sie kein Talent hat?“

„Vielleicht ein...



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