E-Book, Deutsch, Band 2023, 64 Seiten
Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage
Francis Perry Rhodan 2023: Der Para-Fürst
1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-8453-2022-9
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Perry Rhodan-Zyklus "Die Solare Residenz"
E-Book, Deutsch, Band 2023, 64 Seiten
Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage
ISBN: 978-3-8453-2022-9
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
H.G. FRANCIS Ob Kinder- und Jugendbücher, Tierabenteuer, Science Fiction, Detektivgeschichten, Gruselstorys oder Erwachsenenromane - H.G. Francis weiß in den verschiedensten Genres zu überzeugen. Darüber hinaus machte sich der PERRY RHODAN-Autor einen Namen als Autor und Regisseur von Hörspielen und Drehbüchern für Fernsehserien. Hans Gerhard Franciskowsky, wie der 1936 geborene Schriftsteller mit bürgerlichem Namen heißt, veröffentlichte bereits mit 26 seinen ersten Roman 'Die fünf Oligos'. 1970 erfolgte der Einstieg in das Team von ATLAN, ein Jahr darauf bei der PERRY RHODAN-Serie, für die er bis heute schreibt. Im September 2002 erschien sein zweihundertster Beitrag zur Serie! Im Lauf der Jahre sorgte Francis' Arbeit immer wieder für Diskussionen. Zuletzt, als er den Mausbiber Gucky (vorgeblich, wie herausstellte) sterben ließ. Neben seinen Serienromanen verfasste Francis eine Vielzahl anderer Science Fiction; sein Roman 'Die vom fünften Hundert' wird zu den besten Werken der deutschen Nachkriegs-SF gezählt. Der Umwelt- und Tierschutz liegt H.G. Francis nahe. Immer wieder nimmt er in seinen Romanen darauf Bezug, zum Beispiel mit der außerordentlich erfolgreichen Jugendbuchserie 'Wendy' um den Reiterhof Rosenborg und verschiedenen Tierbuch-Serien. Für diese Themen recherchierte der Autor weltweit. Reisen nach Indien (Tiger), Ostafrika (Elefanten), China (Pandabären), zu den Azoren (Pottwale), Florida (Delfine) oder Kanada (Grizzlys und Sattelrobben) bringen neue Erkenntnisse, die in seine Arbeit einfließen und ihnen Authentizität verleihen. Ein weiterer Schwerpunkt seiner Arbeit sind Drehbücher für so erfolgreiche Hörspielserien wie 'TKKG', 'Die drei Fragezeichen', 'Die fünf Freunde', 'Edgar Wallace', 'Gruselserie', 'Commander Perkins', 'Masters of the Univers' oder 'Wendy' und viele andere. Insgesamt entstanden rund 600 Hörspiele, bei denen der Autor teilweise selbst Regie führte. Dafür wurde H.G. Francis mit zahlreichen Goldenen und Platin-Schallplatten ausgezeichnet. Die Gesamtauflage seiner Hörspiele beträgt 120.000.000! Detektivromane, Kurzgeschichten und Drehbücher für Fernsehsendungen ergänzen das umfangreiche Schaffen des Schriftstellers. 'Ich wäre als Schriftsteller auf keinen Fall ausgefüllt und zufrieden, könnte ich nur in einem Genre arbeiten', bekennt er. 'Wichtig ist für mich die Vielfalt und die Herausforderung durch neue Themenkreise. Das Spektrum der Themen kann gar nicht weit genug für mich sein.' Mit Heft 2237 'Welt der Hyperkristalle' nahm H. G. Francis seinen Abschied von der Serie.
Autoren/Hrsg.
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1.
»Startac, du wirst gebraucht!«, rief Jana Jonn, die Para-Desintegratorin. »Am Lockvorth-Ring spielt wenigstens einer der Mutanten verrückt.«
»Bin schon unterwegs«, gab Startac Schroeder zurück, der nach dem Tod Simjavoc Ronins als Polizeichef eingesetzt worden war.
Groß, hager, bleich und mit trotzig vorgeschobenem Kinn ging der Teleporter durch den Vorraum des Rathauses, wo er mit Falo Gause und einigen anderen Räten der Stadt eine Besprechung gehabt hatte. Startac war keineswegs überrascht, dass er zu einem Einsatz gerufen wurde; viel mehr erstaunte ihn, dass es seit Stunden ruhig war in Para-City, obwohl doch sonst alle Augenblicke etwas passierte.
Schon als er das Rathaus verließ und auf die Straße hinaustrat, sah er, dass an dem bezeichneten Ring, nur wenige Schritte entfernt, einiges nicht stimmte.
Einer der Wohncontainer schwebte etwa zwanzig Meter über dem Boden, und auf seiner Oberseite stand eine sehr junge Frau mit einem vielleicht zehn Jahre alten Kind, wohl ihre Schwester oder Nichte. Verzweifelt schrie sie um Hilfe.
»Bringt den wahnsinnigen Kamlan Mor'Hannan zur Vernunft!«, rief sie. »Er soll uns runterlassen!«
Startac Schroeder ging ruhig weiter, ließ die Frau jedoch nicht aus den Augen. Er hoffte, dass der benannte Mor'Hannan den Container langsam wieder zu Boden sinken lassen würde, damit sich die Frau und das Kind nicht verletzten.
Eine sehr eigenartige Atmosphäre herrschte in Para-City, der Stadt der Mutanten. Sie war auf der einen Seite geprägt durch eine geradezu euphorische Freude darüber, dass Zehntausende von Monochrom-Mutanten allein in einer Stadt leben und ihren Alltag so gestalten konnten, wie sie wollten. Auf der anderen Seite aber lag die Furcht vor dem nahen Tod wie ein Schatten über den Menschen von Para-City. Recherchen hatten ergeben, dass ausnahmslos alle Monochrom-Mutanten in naher Zukunft sterben mussten. Schon gab es auf dem Friedhof mehr als dreißig Gräber mit schlichten Metallplatten, die mit den Namen der Toten versehen waren.
Niemand wusste, wann der Tod eintrat, der von Monos' Genetikprogramm vorgezeichnet worden war. Der überwiegenden Zahl der Monochrom-Mutanten aber war klar, dass er sie buchstäblich in jedem Moment überraschen konnte. Tatsächlich kam es immer wieder zu Todesfällen, bei denen die Betroffenen ohne warnende Vorzeichen aus dem Leben gerissen wurden – mitten aus der Runde fröhlich feiernder Männer oder Frauen, bei der Arbeit oder im Schlaf. Der Tod konnte zu jeder Zeit kommen.
Diese Tatsache belastete alle Monochrom-Mutanten, die einen mehr, die anderen weniger. Die einen standen dazu und gaben es offen zu, andere versuchten, die Todesdrohung zu ignorieren. Manche waren wie gelähmt vor Furcht, zogen sich in sich selbst zurück und schirmten sich von dem allgemeinen Geschehen in Para-City ab. Andere gestalteten ihr Leben so, als sei alles normal, als ob keine Gefahr bestünde.
Und dann gab es immer wieder Mutanten, die mit dem inneren Druck nicht fertig wurden und Amok liefen, um sich davon zu befreien. Sie entfalteten ihre besonderen Parafähigkeiten und brachten andere dadurch in Gefahr.
Startac Schroeder sah, dass der schwebende Container plötzlich absackte, dass die Frau und das Kind den Halt verloren. Er teleportierte blitzschnell zu beiden hin, umfasste sie mit den Armen, sprang nun aber nicht mehr, sondern ließ sich und die beiden von seinem Gravo-Gürtel tragen und langsam zu Boden sinken.
Mittlerweile war der Container krachend aufgeschlagen, erstaunlicherweise dabei unbeschädigt geblieben. Der Polizeichef entdeckte einen untersetzten Mann mit kurzen, dunklen Haaren und hornartigen Höckern auf der Stirn, der wild fuchtelnd in der Nähe stand, mit beiden Händen auf den Wohncontainer zeigte und ihn wieder ansteigen ließ. Er kannte den Mann.
»Schluss jetzt!«, befahl Startac Schroeder. »Reiß dich zusammen, Kamlan Mor'Hannan!«
Der Telekinet funkelte ihn mit unkontrolliert flackernden Augen an. Man hatte Startac gesagt, dass es grüne Augen waren. Das konnte der Polizeichef nicht feststellen. Ebenso wie die anderen Monochrom-Mutanten konnte er nur Schwarzweiß sehen, aber keine Farben erkennen.
Er spürte, dass Mor'Hannan nach ihm griff und ihn ebenfalls anheben wollte. Doch dazu ließ er es nicht kommen. Er legte dem Mann die Hand auf die Schulter und teleportierte mit ihm. Gleich darauf pfiff ihnen ein eisiger Wind um die Ohren; Schnee- und Eiskristalle schlugen ihnen ins Gesicht. Von den Gipfeln der Berge blickte Startac Schroeder auf die tief unter ihnen liegende Stadt Para-City hinab, von der sie gekommen waren und aus der er den Telekineten entfernt hatte. Seine Beine waren bis zu den Knien in Schnee versunken.
Kamlan Mor'Hannan stand wie erstarrt. Dass Startac Schroeder mit ihm bis in die Wildnis der Berge hinaufteleportiert war, überraschte ihn dermaßen, dass er zu keiner Reaktion mehr fähig war.
»Kühl dich erst mal ab!«, riet ihm der Teleporter. »Ich hole dich später wieder ab.«
Der Telekinet schrie vor Wut und Enttäuschung. Doch er konnte nichts machen. Der Polizeichef verschwand, und Kamlan war allein mit Schnee, Eis und Minustemperaturen von etwa zehn Grad Celsius. Dabei trug er lediglich leichte Sommerkleidung, da unten in Para-City nicht mehr nötig gewesen war.
Kamlan Mor'Hannan versuchte, ein paar Schritte zu gehen, gab jedoch schnell auf. Die Felshänge fielen unmittelbar vor ihm beinahe senkrecht ab. Mit den ihm eigenen Kräften hätte er sich selbst anheben und langsam in die Tiefe gleiten lassen können – jedoch nicht bei dieser Kälte, die wie mit scharfen Messern bis ins Körperinnere vordrang und ihn buchstäblich festfrieren ließ. Er hätte sich nicht lange genug konzentrieren können und wäre früher oder später abgestürzt. Das aber wollte er nicht riskieren.
Der Telekinet krümmte sich zusammen und schlug die Arme um sich, um sich auf diese Weise ein wenig zu wärmen. Dabei hoffte er verzweifelt, Startac Schroeder möge bald zurückkehren und ihn holen.
*
Ramon Alvarez sah eine Bewegung aus den Augenwinkeln, und er fuhr herum. Doch da war nichts. Neben dem etwa zwanzig Meter hohen Haufen aus Steinen, die irgendjemand vor langer Zeit wohl zu einer Pyramide aufgetürmt hatte, stand keine menschliche Gestalt. Dabei hätte der alte Mann schwören können, dass er jemanden bemerkt hatte.
Beunruhigt legte er die Werkzeuge zur Seite, mit deren Hilfe er den Boden bearbeitet hatte, und ging zu dem Berg aus Steinen unterschiedlicher Größe hinüber.
Er lebte seit Jahrzehnten allein in den Hochtälern der Kordilleren, und die Wildnis hatte seine Sinne geschärft. Er war sich absolut sicher: Wenn ihm etwas aufgefallen war, war dort auch etwas gewesen.
Nachdem ihn die Monochrom-Mutanten aus dem Tal verwiesen hatten, in dem er sich über viele Jahre hinweg heimisch gefühlt hatte, war ihm nichts anderes übriggeblieben, als in einem anderen Tal von vorn zu beginnen. Immerhin war es ihm gelungen, den Mutanten eine umfangreiche Ausrüstung abzuschwatzen, zu der unter anderem ein Zelt aus Formenergie gehörte. Sie half ihm nun, sich schneller einzurichten.
Sein erklärtes Ziel war, allein zu sein. Er hatte sich aus den Städten in die Einsamkeit zurückgezogen, weil er nicht mehr mit anderen Menschen zusammenleben, weil er ihre Oberflächlichkeit nicht mehr länger hinnehmen wollte. Zeigte sich nun, dass er sich geirrt hatte und er nicht allein war in diesem Hochgebirgstal? Gab es noch jemand, der hier lebte?
Alvarez musste es herausfinden. Wenn er nicht allein sein konnte, wollte er nicht in diesem Tal bleiben.
Bestürzt blieb er stehen. Zwischen Moosen, Farnen und Kies entdeckte er eine sandige Stelle auf dem Boden, und auf ihr zeichnete sich klar und deutlich der Abdruck eines Fußes ab.
Der Alte stellte seinen Fuß daneben, um zu prüfen, ob er die Spur womöglich selbst hinterlassen hatte. Sein Fuß war deutlich größer als die Spur.
Also hatte er doch jemanden gesehen! Er hatte sich nicht geirrt.
Er versuchte, der Spur zu folgen, verlor sie aber schon bald auf Kies und Gestein. Verdrossen zog er sich in sein Zelt zurück, dessen Wände er transparent gestalten konnte, wenn er wollte, setzte sich auf einen Hocker und blickte trübsinnig und enttäuscht auf das Land hinaus, wobei er vor allem die Pyramide im Auge behielt.
Der Tag neigte sich seinem Ende zu, und Dämmerlicht senkte sich über das Tal. Alvarez wurde müde. Dann aber schreckte er plötzlich hoch, als er neben der Pyramide trotz des schlechten Lichtes eine männliche Gestalt erkannte. Er sah sie nur von hinten, als sie hinter einem mehrere Meter hohen Felsbrocken hervortrat. Seltsamerweise wurde der Kopf von einem eigenartigen, stark schwankenden Licht erhellt. Es war eine Art Irrlicht.
Nur Sekunden dauerte die Erscheinung, dann verschwand sie, ohne dass Alvarez hätte sagen können, wohin sie sich bewegt hatte.
Der Alte zitterte. Er hatte das Gefühl, ein Gespenst gesehen zu haben.
Woher war der Fremde gekommen, und wohin war er verschwunden? Er konnte es sich nicht erklären, nahm sich jedoch vor, es herauszufinden.
»Und wenn es mir nicht gelingt, bin ich weg aus diesem Tal«, sagte er leise und trotzig. »Ich finde es schön hier, aber ich werde mit niemandem teilen.«
*
»Aller Menschen harrt der Tod«, sagte Falo Gause, »und keinen gibt es auf Erden, der untrüglich weiß, ob ihn der nächste Morgen noch am Leben trifft. Das sind die Worte eines Weisen aus einer längst vergangenen Zeit, denen ich noch hinzufügen möchte: Die Gewissheit des Todes wird abgemildert durch die Ungewissheit seines Eintretens.«
Er stand zusammen mit...




