E-Book, Deutsch, Band 1, 668 Seiten
Reihe: Silver Elite
Francis Silver Elite
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-7363-2369-8
Verlag: LYX.digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Deutsche Ausgabe des TIKTOK-Hypes
E-Book, Deutsch, Band 1, 668 Seiten
Reihe: Silver Elite
ISBN: 978-3-7363-2369-8
Verlag: LYX.digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Vertraue niemandem. Belüge jeden. Und was auch immer geschieht: Verliebe dich nicht in deinen größten Feind
Wren Darlington hat ihr gesamtes Leben im Verborgenen verbracht. Sie unterstützt das Rebellen-Netzwerk Uprising, das seit Beginn der Neuen Ära Widerstand gegen General Redden leistet. Gleichzeitig muss sie ihre telepathischen Fähigkeiten verstecken. Denn auf dem Kontinent zu den Modifizierten mit übernatürlichen Kräften zu gehören, bedeutet den sicheren Tod. Aber dann gerät Wren in die Fänge der Company und soll im Trainingsprogramm der Silver-Elite ausgebildet werden - ihr schlimmster Albtraum, und vielleicht auch die einzige Chance das Regime endlich zu stürzen! Doch ihr Vorgesetzter ist niemand Geringeres als Captain Cross Redden, der misstrauische und viel zu attraktive Sohn des Generals, der den Auftrag hat, Wren nicht aus den Augen zu lassen ...
»Dani Francis bringt die Dystopien zurück in unsere Bücherregale! Ich habe ewig auf ein Buch wie Silver Elite gewartet, und es hat all meine Erwartungen übertroffen.« ALI HAZELWOOD
Band 1 der SILVER-ELITE-Reihe von TIKTOK-Hype-Autorin Dani Francis
Dani Francis ist eine leidenschaftliche Leserin und hoffnungslose Romantikerin. Wenn sie sich gerade nicht in epischen Fantasy-Plots oder komplexen Charakterentwicklungen verliert, beschäftigt sie sich am liebsten mit ihrer Familie oder der Frage, warum der Drucker eigentlich nie funktioniert.
Weitere Infos & Material
1. KAPITEL
Ich wuchs auf in einer reinen, unendlichen und erstickenden Dunkelheit.
Ich würde gerne sagen, dass das übertrieben ist, aber das stimmt nicht. Ich war gerade erst fünf Jahre alt, als mein Onkel mich aus der Stadt schmuggelte und ich fortan in den Blacklands leben musste. Ein Ort, von dem Kinder Albträume haben. Ein Wald der ewigen Dunkelheit. Ich weiß noch, wie ich die Augen aufriss, als ich ihn zum ersten Mal sah: diesen bedrohlich schwarzen Nebel, der aus der Erde aufstieg und bis hoch über die Baumkronen schwebte. Ich erinnere mich auch an eine tiefsitzende Angst und eine Panik, die mir die Kehle zuschnürte, als wir von der pechschwarzen Nacht verschlungen wurden. Ich erinnere mich, wie ich, weniger als eine Stunde nach Beginn unserer Wanderung, über einen Schädel stolperte. Ich kniete mich hin, um zu untersuchen, worüber ich gestolpert war, weil ich nichts sehen konnte. Meine Finger fuhren über die klaffenden Augenhöhlen und glatten, verwitterten Knochen.
Als ich Onkel Jim fragte, was dies sei, sagte er: »Nur ein Stein.«
Doch selbst im Alter von fünf Jahren war ich nicht so leicht zu täuschen.
Es sollte nicht das letzte Skelett sein, welches wir in den drei Jahren, die wir in den Blacklands verbrachten, sahen. Als wir in die Zivilisation zurückkehrten, waren die Angst und ich alte Freunde. Heute könnte sich ein Raubtier auf mich stürzen, und ich würde nicht mal blinzeln. Ein Kommando-Jet könnte eine Bombe auf unser Haus werfen, und mein Herzschlag würde ruhig bleiben.
Wenn man als Kind täglich Angst hat, gibt es nicht mehr viele Dinge, die man als Erwachsener noch fürchtet.
Außer vielleicht unangenehme Gespräche.
Ich würde lieber mit bloßen Händen gegen einen Puma kämpfen, als mich einem unangenehmen Gespräch auszusetzen. Ernsthaft.
»Wo gehst du hin?«
Verdammt. Ich hatte versucht, mich aus dem Bett zu schleichen, ohne ihn zu wecken.
Die Stimme des jungen Soldaten klingt schlaftrunken, doch da ist auch einen Hauch von Verführung. Ich richte den Blick nach unten, während ich meine Jeans zuknöpfe. Ich weiß, dass er unter dem dünnen Laken nichts trägt.
»Oh. Ähm. Nirgends. Ich wollte mich nur anziehen, weil mir kalt ist«, lüge ich und ziehe die Vorderseite meines schwarzen Tanktops über das raue Narbengewebe an meiner linken Hüfte.
Meine Verbrennungen, die von dort bis zur Mitte meines Oberschenkels reichen, sind eine ständige Erinnerung daran, wer ich bin und warum ich nicht länger als nötig in der Nähe dieses Typen bleiben kann.
Ich hatte ihm gesagt, dass die Narben die Folgen eines Unfalls wären. Ein Topf mit kochendem Wasser, der auf mich geschüttet wurde, als ich noch ein Kind war.
Das war nicht ganz gelogen.
Wenn er allerdings wüsste, was sich unter diesen Narben verbirgt, hätte er sie wahrscheinlich nicht mit so viel Mitgefühl gestreichelt.
»Komm wieder her. Ich werde dich wärmen«, verspricht er.
Ich täusche ein Lächeln vor und begegne seinem Blick. Seine Augen sind schön. Ein tiefes Braun. »Merke dir, wo wir stehen geblieben sind, okay? Jetzt, wo ich wach bin, muss ich ins Bad. Du hast gesagt, es sei gleich nebenan?«
Klinge ich zu hastig?
Ich glaube schon, aber ich will hier unbedingt weg. Es ist schon spät. Viel später, als ich es versprochen hatte fortzubleiben. Ich wollte nur im Dorf vorbeischauen, um etwas zu trinken und ein paar Freunden bei den Feierlichkeiten zum Tag der Freiheit Hallo zu sagen.
Und nicht um ausgerechnet mit einem Kommandosoldaten rumzumachen.
Auf dem Kontinent gibt es nicht viele Dinge, die es wert sind, gefeiert zu werden.
Keiner dieser idyllisch klingenden Feiertage, von denen man in Geschichtsbüchern liest. Und sind wir mal ehrlich – es ist wahrscheinlich eine kranke Ironie, dass ein Haufen modifizierter Menschen tanzt, trinkt und vögelt, um den Jahrestag eines Ereignisses zu feiern, das zu ihrer eigenen Abschlachtung führte. Aber Mods tanzen, trinken und vögeln eben gerne, also können wir es auch genauso gut tun, wann immer wir können, egal zu welchem Anlass.
»Du willst doch nicht weglaufen, oder?« Er will mich necken, aber ich kann auch einen Unterton von Unzufriedenheit heraushören. So ein Mist. Er weiß, dass ich vorhabe abzuhauen.
»Natürlich nicht.«
Ich tue so, als ob ich mich darauf konzentriere, meine Stiefel zuzuschnüren, und komme zu dem Schluss, dass das hier eine furchtbare Idee gewesen ist. Ich versuche, es mir nicht zur Gewohnheit zu machen, mit jemandem aus dem Kommando, dem Militär des Kontinents, ins Bett zu hüpfen. Aber ihre Unbeständigkeit macht mich einfach an. Soldaten dürfen das Basislager nur dreimal im Jahr verlassen, was bedeutet, dass sie immer nur kurz bleiben.
»Gut. Denn ich bin noch nicht bereit, dich gehen zu lassen«, sagt er mit einem Lächeln. Er ist fünfundzwanzig und war sehr sanft, als seine Hände meinen Körper erforschten.
Ist es gemein, dass ich mich nicht mal an seinen Namen erinnern kann?
Ich hebe mein Gewehr auf und lege mir den Riemen über die Schulter. Ich bemerke, dass er mich beobachtet.
»Was ist?«
»Du siehst gerade ziemlich heiß aus«, sagt er und beißt sich auf die Lippe.
»Wirklich?«
»Ja. In der Stadt sieht man keine Mädchen mit Waffen.«
Er hat recht. Das tut man nicht. Das ist der Hauptgrund, warum mein Onkel uns in Bezirk Z angesiedelt hat, so weit westlich, wie es nur geht. Es ist einer der Besitzbezirke, wo die Berufe eher Viehzucht und Landwirtschaft umfassen und die Bürger Waffen besitzen dürfen. Natürlich sind alle Waffen registriert und vollständig erfasst. Man bekommt keine Lizenz, ohne umfangreiche Tests zu bestehen und Kompetenz im Umgang mit der Waffe nachzuweisen. Aber das war kein Problem für mich. Ich habe meine Waffengenehmigung bekommen, als ich dreizehn Jahre alt war. Ich bin mehr als kompetent, mehr, als den Prüfern bewusst gewesen ist. Onkel Jim hatte mich gewarnt, ich solle am Prüfungstag »einen Gang runterschalten«.
»Das ist hier draußen ganz praktisch«, sage ich zu dem Soldaten. »Jede Nacht versuchen irgendwelche weißen Kojoten, meine Kühe zu reißen.«
Er lacht. »Ich muss eines Tages mal auf deine Ranch mitkommen und sehen, was du da so treibst.«
Die beiläufige Bemerkung weckt mein Misstrauen. Will er wirklich auf die Ranch kommen? War das nur eine unschuldige Bemerkung, oder muss ich mir Sorgen machen?
Wenn es um das Kommando geht, neige ich zur Paranoia, also öffne ich schnell einen mentalen Pfad, um in seinen Verstand zu dringen. Sein Schild ist dicker als Stahl. Ich könnte wahrscheinlich ein Loch finden, wenn ich lange genug suchen würde, aber auf der Stelle gelingt es mir nicht. Das ist keine Überraschung. Zu den ersten Dingen, die Soldaten wie ihm beigebracht werden, gehört, sich vor Mods zu schützen. Und das ist auch gut so. Primes haben keine besonderen Gaben. Sie spüren es auch nicht körperlich, wenn jemand in ihre Gedanken eindringt, während es Mods wie einen elektrischen Schlag wahrnehmen. Menschen wie er sollten auf der Hut sein.
Ich trenne den Pfad. Es war einen Versuch wert. Das einzige Mal, dass sein Schutzschild heute Abend ins Wanken geriet, war, nachdem wir uns ausgezogen hatten, ab da waren seine Gedanken eine Mischung aus nicht aufhören und ja.
Das war ein netter Ego-Booster, das will ich nicht leugnen.
»Gibt es einen Grund, warum du deine Waffe mit auf die Toilette nimmst?« Er hebt eine Augenbraue.
»Alle registrierten Waffen müssen immer bei sich getragen werden«, zitiere ich pflichtbewusst aus dem Handbuch, welches jeder Waffenbesitzer nach der Zertifizierung erhält. »Halte das Bett für mich warm. Ich bin gleich zurück.«
Ich werde nicht gleich zurück sein. Ich muss mich sogar dazu zwingen, nicht aus der Tür zu sprinten.
»Ich zeige dir, wo es ist«, bietet er an.
Ich will widersprechen, aber er klettert schon aus dem Bett und zieht sich seine Hose über die schlanken Hüften. Wenigstens trägt er nicht diese marineblaue Standard-Kommando-Uniform. Ich weiß nicht, ob ich dann irgendeine Erregung hätte verspüren können. Abgesehen von den gelegentlichen alkoholbedingten Soldatentreffen hasse ich diese Arschlöcher, und die meisten von ihnen hassen mich auch. Sie sind darauf aus, Leute wie mich auszulöschen. Die Aberranten, wie sie uns nennen. Oder Silverbloods, wenn sie nett sind.
Eine besondere Ausnahme ist General Redden und sein irrationaler Hass auf Mods. Wir haben uns das hier doch nicht ausgesucht. Ein unüberlegter Krieg vor 150 Jahren setzte das Gift frei, das uns zu dem gemacht hat, was wir sind. Wir hatten keine Wahl in dieser Angelegenheit.
Obwohl jede Zelle in meinem Körper fliehen will, erlaube ich dem Soldaten, mich zur Tür hinauszuführen. Wir laufen über den burgunderroten Teppich des Flurs im zweiten Stock des Gasthauses und biegen um die Ecke.
»Hier, bitte.« Da er ein Gentleman ist, öffnet er sogar die Badezimmertür für mich.
»Danke.« Ich zwinge mich zu einem erneuten Lächeln. »Wir sehen uns gleich in deinem Zimmer.«
»Ruf mich, wenn du dich verirrst, dann komme ich dich retten, okay?«
Im Bad bleibe ich hinter der Tür stehen und lausche dem Geräusch seiner sich entfernenden Schritte. Ich atme stoßweise und warte, bis ich nichts mehr höre. Im Spiegel sehe ich, dass sich Röte auf meiner gebräunten Haut abzeichnet. Das macht Sex eben mit...




