Franckh | Glücksregeln für die Liebe | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 240 Seiten

Franckh Glücksregeln für die Liebe


1. Auflage 2016
ISBN: 978-3-86728-757-9
Verlag: KOHA-Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

E-Book, Deutsch, 240 Seiten

ISBN: 978-3-86728-757-9
Verlag: KOHA-Verlag
Format: EPUB
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Nicht nötig, länger einsam zu sein ? mit den Tipps aus diesem Ratgeber findet wirklich jeder den ersehnten Seelenpartner! Pierre Franckhs Glücksregeln sind so einfach wie effektiv. Dabei werden eigene Wünsche erarbeitet, Liebes-Irrtümer ausgeräumt und das Selbstbewusstsein gestärkt. Ein feinfühliger Wegweiser zur Traumbeziehung.

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Meine Geschichte


Als ich elf Jahre alt war, geschah das Unfassbare. Meine Eltern trennten sich und ließen sich scheiden. Die Familie zerbrach und wir zogen mit der Mutter erstmal nach Essen zu einer Großtante. Meinen Vater habe ich von da an nur noch sporadisch gesehen und ich wuchs gerade in der wichtigen Zeit der Pubertät ohne männliches Vorbild auf. 
Was ich nicht verstehen konnte und wollte, war, wieso zwei Menschen, die sich einmal geliebt hatten, die sich ewige Zuneigung und Treue geschworen und lange Zeit an einer gemeinsamen Zukunft gebaut hatten, plötzlich alle Hoffnung aufgaben und nicht mehr zusammenleben wollten. Obwohl sie zwei Kinder hatten, die sich nichts sehnlicher wünschten, als dass sie zusammenblieben. 
In meinen Augen gehörten sie jedenfalls zusammen. Aber nicht in ihren. Was war geschehen, dass die Liebe von einst sich so gewandelt hatte und es ihnen unmöglich erschien, auch nur noch einen Tag länger gemeinsam zu verbringen. 
Diese Frage hat mich nicht mehr losgelassen. Bis heute nicht. Warum fällt es den Menschen so schwer ihre Liebe zu bewahren? 
Da sich bei mir kein wirkliches Familiengefühl entwickelt hatte, bin ich sehr früh von Zuhause ausgezogen und habe bereits vor meinem Abitur geheiratet. Ich wollte einfach endlich eine Familie haben. 
Ich wollte den Traum von Familie leben. Aber ohne wirkliches Vorbild, nicht aufgewachsen in einem harmonischen Familienverband und ohne dass mir etwas Brauchbares vorgelebt worden wäre, war ich überhaupt nicht fähig zu einer wahren, tiefen Liebesbeziehung. Meine eigene Scheidung war nur noch eine traurige Bestätigung dieser Tatsache. Ständig getrieben von der Sehnsucht nach Geborgenheit und Nähe suchte ich dieses Zuhause schließlich in fremden Armen. Im Sex fand ich zwar Bestätigung, aber jedes Mal war ich danach einsamer und fühlte mich wesentlich verlorener als zuvor. Weil ich die Einsamkeit nicht wahrhaben wollte, suchte ich umso häufiger und wilder nach dieser Tiefe, verlangte Hingabe ohne selbst Hingabe geben zu können – zumindest nicht dauerhaft, sondern nur für den kurzen Moment der selbstgeglaubten Liebesschwüre. 
Ich hasste den Morgen, den Zug, das Flugzeug, das mich wieder wegführte, und gleichzeitig gefiel ich mir in der Rolle des einsamen, melancholischen Helden. 
Als Liebhaber ein Genuss, als Partner ein Bankrotteur.
Denn all die Fähigkeiten, die ich von Frauen gelernt hatte, befähigten mich nicht, eine echte Liebesbeziehung einzugehen.
Sex, also die körperliche Vereinigung, führte mich seltsamerweise immer weiter weg von dem Ziel glücklich zu sein. Eine wirklich wahrhaftige Beziehung war in weite Ferne gerückt. 
Beziehungen gab es also viele und gerade weil es so viele gab, waren sie meistens kurz und heftig und endeten stets im Chaos. 
Das Einzige, was jedoch blieb, und zwar dauerhaft, war die Sehnsucht nach einer tiefen Liebesbeziehung.
Schon als Jugendlicher brachte mich diese Sehnsucht dazu, alles, was sich auch nur annähernd mit Beziehung beschäftigte, zu lesen. Freud, C. G. Jung, Psychologen, Therapeuten, Ratgeber, Verhaltensforscher. Nur damit ich bei interessanten Kongressen die Vorträge hören konnte, jobbte ich manchmal als Aushilfe bei Veranstaltungen im Deutschen Museum, denn Geld hatte ich damals kaum. 
Das Studium der Psychologie und Medizin schien mir klar vorgezeichnet. Trotz aller frühen Erfolge als Schauspieler habe ich immer nur dieses Ziel anvisiert.
Aber das Schicksal hatte einen anderen Weg bestimmt. Nach dem Abitur wurde ich von dem Erfolg als Schauspieler so gestreichelt, dass es sich zunächst nicht anbot, dieses Talent brachliegen zu lassen und die Bühne mit einem Platz an der Uni zu tauschen. 
Aber dem Ruf des Herzens zu folgen war stets ein tiefer Wunsch, der nie vernachlässigt wurde. Jenseits aller schauspielerischen Erfolge entstand ein zweites, paralleles Leben, welches immer intensiver und konsequenter betrieben wurde. 
Fast fünfzehn Jahre lang beschäftigte ich mich mit der Reinkarnationstherapie und absolvierte verschiedene Therapieausbildungen. Ich beschäftigte mich ausführlich mit den Familienaufstellungen von Hellinger, studierte unzählige alternative Heilmethoden, interessierte mich für Rebalancing, Rolfing sowie für Transzendentale Meditation und Yoga und wurde intensiv und nachhaltig von den Werken Buddhas, Alice Baileys, des Dalai Lama, von Sri Nisargadatta Maharaj, Ron Smothermon, Ken Keyes und den Lehren östlicher Meister beeinflusst. 
Bücher fanden zur richtigen Zeit den Weg in meine Hände und rüttelten mich wach für die wahren Werte. Eine Indienreise ließ mich schließlich zumVegetarier werden und ich begriff endgültig den Sinn täglichen Meditierens.
Doch die eigentliche Wende kam erst mit einer Krise. 
Mitten in einer Zeit der großen beruflichen Erfolge erkannte ich, dass ich, trotz des erfolgreichen Einsammelns von sexuellen Beziehungen, von Macht und Prestige, von Geld und Anerkennung, unendlich weit entfernt von meinem wahren Glück war. 
Das einzig Positive an dieser Situation war, dass ich es zum ersten Mal mit aller Deutlichkeit erkennen konnte und dass ich mich nicht mehr von den Schmeicheleien des Ruhmes täuschen ließ. 
Ich erkannte klar, dass es keinen Sinn mehr hatte, zu kämpfen oder sich abzustrampeln. Ich ergab mich völlig. Ich ergab mich meinem Schicksal und bat darum, die tief liegende Wahrheit, die mein Lebensweg für mich bereithielt, endlich erfahren zu dürfen. Ich war überzeugt davon, dass das Leben noch mehr zu bieten haben musste als nur berühmt zu sein und sich selbst toll zu finden. 
Ich war überzeugt davon, dass es eine tiefere Aufgabe, einen tieferen Sinn in meinem Leben geben musste. Es konnte nicht sein, dass ich einfach nur auf die Welt kam, um mich zu vergnügen und dann irgendwann wieder zu sterben. 
Was immer der tiefere Sinn sein mochte, ich war bereit, ihn zu leben. Ich war bereit, meine wahre Aufgabe zu übernehmen. 
Da geschah das Wunder. Über ein Gebet, in völliger Hingabe, tat sich plötzlich ein Vorhang in andere Dimensionen auf. 
Für einige Zeit zog ich mich danach völlig von der Außenwelt zurück. Ein Engagement in Berlin half mir dabei. Etliche Monate spielte ich nur abends zwei Stunden Theater, die restliche Zeit verbrachte ich in Klausur und Meditation. Extrem wie ich war, stellte ich den Strom ab, warf alles, was meine Gedanken stören konnte, aus der Wohnung, ernährte mich nur noch von Obst und Wasser und beschäftigte mich mit dem Gedanken nach dem tieferen Sinn in meinem Leben und der Frage, wie ich zu einer wahren, echten Liebesbeziehung kommen kann. Wie sich später herausstellen sollte, hing in meinem Fall beides intensiv miteinander zusammen. 
Ich machte mir eine Liste, wie meine künftige Beziehung aussehen sollte und stellte mit Entsetzen fest, dass ich zu all dem, was ich forderte, selbst gar nicht bereit war. All das, was ich mir so sehnlichst wünschte, konnte ich selbst gar nicht geben. Entweder weil ich es nicht besaß oder aber nicht fähig dazu war. Ich hatte nie gelernt, mich fallen zu lassen, mich bedingungslos hinzugeben, mich einzulassen und vor allem, mich zu entscheiden: für eine einzige Person; für diese und für keine andere auf der Welt; bedingungslos – aber was ist, wenn man sich der Falschen hingibt?
Da waren sie wieder, die Zweifel, die eine wahrhaft tiefe Liebesbeziehung stets zu verhindern wussten. Nein, ich war nicht mehr bereit, erneut die alten Wege zu beschreiten. Wohin diese führten wusste ich schon. Ich war auch nicht bereit, den ewigen Kreislauf weiter fortzuführen: verlieben – trennen, verlieben – trennen, verlieben – trennen, verlieben – trennen, verlieben – trennen, verlieben – trennen, verlieben?– trennen… 
Das klingt nach vielen Wiederholungen. Im Leben tun wir dies noch öfter. 
Was geschieht in dem Zeitraum zwischen diesem Verlieben und diesem Trennen? In diesem Zwischenraum liegt das Scheitern. 
Jedenfalls war ich nicht mehr bereit, mich mit Halbheiten zufrieden zu geben. All das, was ich forderte, wollte ich auch geben. Und was war mit dem, wozu ich noch nicht fähig war? (Das war übrigens erstaunlich viel.) Das wollte ich wenigstens offen legen. Ich wollte mitteilen: »Ja, meine Sehnsucht geht in diese Richtung, aber ich weiß nicht, wie ich da hinkomme. Mir fehlt völlig die Erfahrung.« Ich war auf jeden Fall hundert Prozent bereit es zu lernen und zu leben, egal wie schmerzhaft das auch sein würde. 
Als diese Entscheidung gefallen war, geschah etwas Wunderbares. Der Druck war von mir genommen. Es gab nichts mehr, was ich tun musste, ich durfte so sein, wie ich war. Es würde das Richtige geschehen. Das Einzige, was es zu tun galt, war, stets wahrhaftig zu sein. Und ehrlich. Stets alles mitzuteilen, keine Geheimnisse oder Heimlichkeiten, kein Hintergehen, kein Vortäuschen falscher Tatsachen, kein Betrügen oder insgeheimes Vergleichen.
Die Theorie war klar, aber war das überhaupt lebbar? Und vor allem: mit wem? 
Die Entscheidung war jedenfalls gefallen. Und weil ich mich entschieden hatte, gab es auch nichts mehr zu suchen. Denn zuvor war es gerade die Suche gewesen, die mich nie mit dem zufrieden sein ließ, was ich hatte. Ich wollte nicht mehr suchen. Ich war bereit, alles einfach nur...



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