Frank | Das Phoenix-Projekt | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 150 Seiten

Reihe: LYX.digital

Frank Das Phoenix-Projekt


1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-8025-9608-7
Verlag: LYX
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 150 Seiten

Reihe: LYX.digital

ISBN: 978-3-8025-9608-7
Verlag: LYX
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Hocherotisch und zutiefst romantisch! Seit Monaten wird Amara von einer geheimen Organisation gefangen gehalten und perfiden Experimenten unterzogen. Als sie glaubt, es nicht länger ertragen zu können, trifft sie auf den Polizisten Nick, der genau wie sie als Versuchsobjekt verschleppt wurde. Gemeinsam werden sie in einen Raum gesperrt und sich selbst überlassen. Trotz der widrigen Umstände fühlen sie sich auf unwiderstehliche Weise zueinander hingezogen, und sie begreifen, dass sie nur gemeinsam eine Chance haben, ihren Peinigern zu entkommen. (ca. 150 Buchseiten)

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2


»Er ist neu«, verkündete Mina mit einem affektierten Schnurren, das wie der wohlige Laut einer Katze klang. Sie beugte sich auf ihrem Stuhl vor und starrte den Mann unverhohlen an. Er trug die gleichen grauen Jogginghosen und T-Shirts wie alle, doch selbst Amara musste zugeben, dass er sich von den anderen unterschied. Doch das lag vermutlich daran, dass er mindestens einen Kopf größer war. »Wow. Guck dir nur mal seine Schultern an. Kein Wunder, dass sie ihn gekrallt haben. Das ist doch mal ein Prachtstück.«

Okay, gab Amara widerwillig zu, da hat sie wohl recht. Der Typ war so massiv wie ein Panzer, aber das würde nicht lange vorhalten, denn die langweiligen Tage, die man mit Kartenspielen oder öden Spaziergängen an der Umzäunung herumbrachte, taugten kaum zu einem aktiven Lifestyle. Die Muskeln seiner breiten Schultern würden verkümmern, das stramme Sixpack würde verschwinden. Es wäre wirklich eine Schande, wenn er diese prachtvollen Oberschenkel verlöre, die Baumstämmen glichen, und den knackigen Hintern, denn im Augenblick sah er noch zum Anbeißen aus.

Amara gestattete sich ein Grinsen und betrachtete den Dunkelhaarigen, der unruhig auf und ab lief. Das Schöne an Jogginghosen war, dass sie sich so eng an gewisse männliche Körperteile schmiegten. Unter dem weichen Stoff konnte sie seinen kräftigen Schwanz erkennen. Als ihr bewusst wurde, wohin sie starrte, kicherte Amara peinlich berührt und schaute schnell woanders hin.

»Er wirkt ganz schön nervös«, sagte sie zu ihren Gefährtinnen. Und tatsächlich sah man die mahlende Bewegung seines Kiefers. Seine Fäuste waren geballt. Er sah aus, als würde er am liebsten jemanden in die Fresse schlagen.

»Ich wette, dass ich ihn runterholen könnte«, kicherte Mina. »Ich würd schon für seine Entspannung sorgen. Müsste bloß ein paarmal kräftig lutschen, und schon würde er kommen.«

»Mina!«, schalt Amara. Sie rutschte verlegen auf ihrem Stuhl herum und lachte über die Kühnheit ihrer Freundin, versuchte die Bilder zu verdrängen, die ihr ungebeten in den Kopf kamen. »Hast du eigentlich nur Sex und Blowjobs im Kopf?«

»Also bitte, denkst du bei seinem Anblick etwa nicht daran? Gib’s doch zu! Er strotzt ja förmlich vor Testosteron. Sie haben ihn in den Gemeinschaftsraum gelassen, also ist er lange genug hier, um Bescheid zu wissen, aber es gefällt ihm nicht. Andererseits ist er noch relativ frisch und nicht so apathisch wie die anderen. Schau ihn doch an: Lauert in der Ecke wie ein eingesperrter Jaguar.« Mina grinste wissend. »Er ist ein wildes Tier.«

»Noch. Bald wird er wie die anderen sein.« Amara seufzte. Sie knabberte nervös an ihrer Unterlippe, als ihr Rauls rätselhafte Bemerkung wieder einfiel. Heute ist der große Tag. Was sollte das heißen? Mein Gott, was hatten sie jetzt wieder vor? Welche von ihnen würde nicht mehr zurückkehren? Mina, Rachael und Devona waren fast so etwas wie Freundinnen geworden, obwohl Amara versucht hatte, sich von allen fernzuhalten. Am Anfang, als sie alle neu und komplett ahnungslos waren, hatten sich rasch Notfreundschaften gebildet. Aber nachdem Julie eines Tages vor ihren Augen tot zusammengebrochen war – Resultat der neuen Droge, die sie an ihr testeten –, hatte Amara begriffen, dass es nichts brachte, sich näher auf jemanden einzulassen. Doch trotz ihrer guten Vorsätze war zwischen den vier Frauen, die bis jetzt überlebt hatten, ein Zusammenhalt entstanden, zunächst als eine Art Kaffeeklatsch, dann als Frühstücksklatsch, und inzwischen gluckten sie den ganzen Tag zusammen.

Freunde waren hier eine Notwendigkeit. Weder soziale noch psychologische Merkmale hatten die Auswahl der menschlichen Versuchskaninchen bestimmt, und so waren auch einige Kranke, Psychos und Spinner darunter. Obwohl die Kameraüberwachung lückenlos war, schritt das Personal selten ein, wenn eine Frau belästigt oder gar vergewaltigt wurde. Man gestattete den Männern, sich in einen Aggressionsrausch hineinzusteigern, und beobachtete dann in aller Seelenruhe die Folgen. Amara glaubte, dass es sich um eine morbide Faszination handelte sowie um Tests von Psychodrogen. Zu diesem Schluss war sie gekommen, nachdem sie im Ruheraum beobachtet hatte, wie Spencer Holbrook, ein unglaublich netter, schüchterner Junge, wie eine Bestie über ein wehrloses Mädchen hergefallen war. Er hatte sich in sie gebohrt wie ein brünstiges Tier und sich buchstäblich zu Tode gefickt. Nach sechs Orgasmen in ungefähr sechs Minuten war er einem Herz- oder Schlaganfall erlegen.

Danach waren die Security-Leute in aller Seelenruhe in den Raum geschlendert und hatten alles aufgewischt, und von den Leichen oder Opfern hatte man nie wieder etwas gehört oder gesehen. Amara wusste nicht, was schlimmer war – das Ereignis selbst, oder die Tatsache, dass keiner Anstalten gemacht hatte zu helfen – ganze sechs Minuten lang. Doch nach drei Monaten eines Lebens in ständiger Bedrohung war den Probanden kaum noch Zorn oder Widerstand verblieben, und die nackte Angst um das eigene Überleben hatte die Oberhand gewonnen.

Kurz hatte Amara erwogen, ihren Freundinnen von Rauls Bemerkung zu erzählen, aber es konnte gut sein, dass »der große Tag« nur ein psychologischer Trick war. Sie konnte sich ja vor Angst in die Hosen machen, aber ihre Freundinnen würde sie nicht hineinziehen. Was auch immer geschehen sollte, würde geschehen, es war zwecklos, wenn man vorher Bescheid wusste. In Trink- oder Hungerstreik zu treten ist die reinste Zeitverschwendung, wenn deine Zeit abgelaufen ist. Im Grunde waren sie alle nichts weiter als stetiger Nachschub an Versuchstieren. Wie Kaninchen, Affen und Ratten wurden sie in einer sauberen, sterilen Umgebung gehalten, bis ein Wissenschaftler Verwendung für sie hatte. Dann wurden sie getestet, gespritzt und wieder in ihre Zelle geschickt … oder man hörte nie wieder etwas von ihnen.

Amara hatte das Gefühl, dass nun der Zeitpunkt ihrer Verwendung gekommen war. Und richtig, kaum hatte sie ihre leere Kaffeetasse hingestellt, als Raul auch schon in Begleitung zweier bulliger Krankenwärter erschien und sich vielsagend hinter ihr aufbaute. Mina kniff zornig die Augen zusammen und ballte die Fäuste auf dem Tisch. Doch etwas zu tun lag nicht in ihrer Macht. Amara war froh, dass die Frauen keinen Streit anfingen. Sie wollte nicht, dass sie ihretwegen zu leiden hatten. Schon bald würden auch sie an die Reihe kommen.

Sie stand auf, trat gehorsam zwischen die beiden Krankenwärter und folgte Raul. Im Gemeinschaftsraum entspann sich ein Handgemenge, als der Neue ebenfalls ausgewählt und hinausgebracht wurde. Sie stießen ihn brutal vorwärts und hielten die Fernbedienungen griffbereit, mit denen sie seine Disziplinierungsimplantate aktivieren konnten. Amara schaute seine Arme an, sie wollte sehen, wie alt seine OP-Narben waren. Die Einschnitte waren kaum mehr sichtbar, was bedeutete, dass er sich schon länger gegen seine Gefangenschaft wehrte. Sie war froh, dass er schließlich nachgegeben hatte. Sonst hätten sie ihn getötet und die Kosten einfach abgeschrieben.

Wieder erhielt der Mann einen Stoß. Die Krankenwärter genossen es offenbar, dass sie einen derart starken Mann herumschubsen konnten. Manche waren eben so. Es gab auch nette. Die meisten aber waren wie Raul.

Der Stoß ließ den Turm eisenharter Muskeln auf Amara prallen, sie verlor den Halt und stürzte mit dem Gesicht voran auf den blank polierten Boden. Bevor sie überhaupt merkte, dass sie sich Knie, Ellbogen und Kinn aufgeschürft hatte, spürte sie seine großen Hände. Dann wurde sie an einen unglaublich warmen Körper gedrückt. So viel Wärme hatte sie nicht mehr gespürt, seit sie aus ihrem Bett im Arbeitshaus entführt worden und in dieses Kühlhaus gebracht worden war, wo die Kälte jegliches Wachstum von Keimen verhinderte.

»Alles in Ordnung? Tut mir leid, aber diese beiden Schwachköpfe haben mich geschubst.«

Amara schaute in meergrüne Augen mit besorgtem Ausdruck und verspürte den lächerlichen Drang loszuheulen. Zu schade, wenn auch diese Augen eines Tages jegliches Mitgefühl verlören, so wie es allen hier erging. Der Mann lächelte sogar ein wenig, was ihn noch anziehender machte, und schob ihr die Haare aus dem Gesicht.

»Sie haben noch Ihr Haar.« Amara spürte, dass er es nicht zu laut sagen wollte. »Es ist schön, eine hübsche Frau mit langem Haar zu sehen. Ist schon ’ne Weile her.«

»Danke«, sagte Amara, weil ihr nichts Besseres einfiel. »Ich habe aber schon viele verloren.«

Sein Lächeln erlosch, und er nickte kurz. Dann spürten sie die Füße der Krankenwärter in den Rippen.

»Alles okay? Können Sie aufstehen?«, erkundigte er sich.

»Klar.«

Sie standen gleichzeitig auf. Der Mann hielt sie immer noch in seinen Armen, so eng, dass ihre Nippel sich durch die dünne Baumwolle des T-Shirts an seine Brust drückten. Da ihr keinerlei Unterwäsche zugestanden worden war – die war hier nicht erlaubt –, kam Amara sich geradezu nackt vor. Wahrscheinlich lag es daran, dass sie seit langer Zeit nur noch aus medizinischen Gründen angefasst worden war. Während die meergrünen Augen des Mannes über ihren Körper glitten, spürte sie, dass sein Blick durchaus nichts Medizinisches an sich hatte.

»Bewegt euch!«, bellten die Wärter barsch.

Sie bewegten sich. Manche der Wärter waren schießwütig, und weder Amara noch er wollten sich drei Tage lang die Eingeweide aus dem Leib kotzen oder Elektroschocks versetzt bekommen. Amara spürte, wie der Arm des Mannes zu ihrer Taille hinunterglitt.

»Hoffe, es...


Frank, Jacquelyn
Jacquelyn Frank wurde in New York geboren und lebt heute in North Carolina. Zu ihren Lieblingsautorinnen gehören Christine Feehan, J. R. Ward, Kresley Cole und Sherrilyn Kenyon.

Jacquelyn Frank wurde in New York geboren und lebt heute in North Carolina. Zu ihren Lieblingsautorinnen gehören Christine Feehan, J. R. Ward, Kresley Cole und Sherrilyn Kenyon.



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