Frank Russell | GALAXIS SCIENCE FICTION, Band 36: GEDANKENVAMPIRE | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, 171 Seiten

Frank Russell GALAXIS SCIENCE FICTION, Band 36: GEDANKENVAMPIRE

Geschichten aus der Welt von Morgen - wie man sie sich gestern vorgestellt hat.
1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-7487-7518-8
Verlag: BookRix
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Geschichten aus der Welt von Morgen - wie man sie sich gestern vorgestellt hat.

E-Book, Deutsch, 171 Seiten

ISBN: 978-3-7487-7518-8
Verlag: BookRix
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Bill Graham ahnte noch nichts von den mysteriösen Todesfällen in Dortmund und London oder ihrem gefährlichen Zusammenhang, als er in New York Zeuge des Todessturzes eines Menschen wird: Professor Walter Mayo stürzt aus dem 16. Stock des Hochhauses, in dem sein Labor untergebracht ist... Irgendjemand, irgendetwas hat es auf die Wissenschaftler der Erde abgesehen. Sie müssen sterben, weil sie einer unheimlichen Bedrohung auf die Spur gekommen sind: den Gedankenvampiren... GEDANKENVAMPIRE von ERIC FRANK RUSSELL (geboren am 6. Januar 1905 in Sandhurst, Surrey; gestorben am 28. Februar 1978 in Liverpool) erscheint in der Reihe GALAXIS SCIENCE FICTION aus dem Apex-Verlag, in der SF-Pulp-Klassiker als durchgesehene Neuausgaben wiederveröffentlicht werden.

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  Zweites Kapitel
    Im Präsidium erfuhren sie nichts Neues. Die Männer des Erkennungsdienstes waren aus den Räumen von Mayo und Webb zurückgekehrt, und die Fingerabdrücke waren untersucht worden. Es handelte sich in der Hauptsache um die Abdrücke der beiden Wissenschaftler; die wenigen anderen, die sie außerdem gefunden hatten, waren nicht in der Kartei. In beiden Fällen waren die Räumlichkeiten gründlich durchsucht worden. Man hatte nichts gefunden, was den Verdacht der Polizei erregt oder den von Graham bestätigt hätte. »Bleibt nur noch die Obduktion«, sagte Wohl. »Wenn sich herausstellt, dass Webb Rauschgift genommen hat, schließe ich die Ermittlungen in diesem Fall. Er starb an einem Herzversagen, während er auf Gespenster schoss, die ihm im Drogenrausch erschienen waren.« »Und bei Mayo könnten wir in diesem Fall dann wohl annehmen, dass er glaubte, in die Badewanne zu steigen, als er sich aus dem Fenster stürzte?«, fragte Graham ironisch. »Wie?« Wohl machte ein überraschtes Gesicht. »Ich schlage vor, dass man bei beiden Leichen eine Obduktion vornimmt - falls dieses bei Mayos Zustand überhaupt möglich ist.« Graham griff nach seinem Hut. »Rufen Sie Sangster an, und geben Sie ihm die Ergebnisse durch.« Dann verließ er das Dienstzimmer des Lieutenants. An der Ecke Pine Street und Nassau Street hatte es einen Unfall gegeben. Trotz der vielen Leute, die die Stelle umringten, konnte Graham feststellen, dass es sich um zwei Luftfahrzeuge handelte, die offensichtlich in der Luft zusammengestoßen und abgestürzt waren. Immer mehr Neugierige fanden sich ein, um zu gaffen. Das erregte Geraune hörte sich an wie das Summen eines mächtigen Schwarmes von Hornissen. Graham spürte die krankhafte Erregung, die von der Menge ausging, fast körperlich, als er einen weiten Bogen um die Stelle machte. Es war, als läge eine ganz besondere Art von Schwingungen in der Luft. Die Gier der Menschen nach Sensationen ist unermesslich, dachte er, während er davonging. Er betrat das Gebäude der Bank of Manhattan und nahm den pneumatischen Aufzug, der ihn in den vierundzwanzigsten Stock brachte. Er betrat das Vorzimmer, wechselte mit Hetty ein paar Worte und ging zu der Tür weiter, auf der Mr. Sangster stand. Er klopfte an und ging hinein. Sangster hörte wortlos zu, während Graham berichtete. »Mehr war nicht herauszubekommen, Sir«, schloss Graham. »Wir haben keinen einzigen konkreten Anhaltspunkt. Außer vielleicht dem, dass Webb um sich schoss, obwohl niemand außer ihm im Zimmer war. Und ich glaube nach wie vor nicht, dass Mayo Selbstmord begangen hat.« , »Und was ist mit diesem Hinweis auf den Namen Bjornsen?«, fragte Sangster. »Der Polizei ist es bis jetzt noch nicht gelungen, eine Person dieses Namens zu ermitteln. Das braucht wahrscheinlich Zeit.« »Hat man beim zuständigen Postamt angefragt, ob man dort vielleicht einen Brief von Bjornsen an Webb gefunden hat?« »Nein. Daran hatten wir schon gedacht. Lieutenant Wohl hat angerufen und nachgefragt. Es sind lediglich zwei Briefe belanglosen Inhalts von ehemaligen Studienkollegen von Webb eingegangen. Diese Wissenschaftler scheinen selbst noch nach langen Jahren Kontakt miteinander zu halten. Besonders wenn sie voneinander unabhängig an ähnlichen oder verwandten Projekten arbeiten.« »Was im Fall Bjornsen zutreffen könnte«, bemerkte Sangster. »Da fällt mir etwas ein!« Graham überlegte kurz, dann griff er nach dem Telefon. Er wählte und schaltete den Verstärker ein. Dann sagte er: »Smithsonian Institut? Ich möchte bitte Mr. Harriman sprechen.« Die Verbindung wurde hergestellt, und Harrimans Gesicht erschien auf dem Bildschirm. »Hallo, Graham, was kann ich für Sie tun?« »Walter Mayo ist tot«, berichtete Graham. »Irwin Webb auch. Sind beide heute Morgen kurz hintereinander gestorben.« Harriman machte ein betroffenes Gesicht, während Graham ihm die Einzelheiten mitteilte. Dann fragte Graham: »Kennen Sie zufällig einen Wissenschaftler, der Bjornsen heißt?« »Ja. Er ist am siebzehnten dieses Monats gestorben.« »Gestorben?« Der Ausruf kam gleichzeitig von Graham und Sangster. Graham fragte: »Hat man irgendwelche ungewöhnlichen Umstände feststellen können?« »Meines Wissens nicht. Er war ein alter Mann, und dass er starb, überraschte niemanden. Warum fragen Sie?« »Ach, nur so. Was können Sie mir noch über ihn sagen?« »Er war Schwede, Physiker, der sich besonders mit optischen Experimenten befasste. Er war eigentlich schon sehr alt, hatte aber in Fachkreisen nach wir vor einen guten Namen. Hauptsächlich in Europa. Ich glaube, bei uns ist sein Name weniger bekannt geworden.« »Noch mehr?«, drängte Graham. »Nicht viel. Er hielt sich stark im Hintergrund. Ich glaube, man hat ihn zuletzt nicht mehr ganz ernst genommen. Angefangen hat es auf einem Physiker-Kongress in Bergen. Er hielt ein ziemlich konfuses Referat über die Begrenzung des menschlichen Wahrnehmungsvermögens auf optischem Gebiet und erwähnte in diesem Zusammenhang mehrmals die Erscheinung von Geistern und Gespenstern. Mit ihm zusammen machte sich auch Hans Luther zum Gespött des Kongresses. Er war der einzige prominente Wissenschaftler, der Bjornsen ernst nahm.« »Und wer ist dieser Hans Luther?« »Ein deutscher Wissenschaftler, ein sehr kluger Mensch. Er ist tot. Er starb kurz nach Bjornsen.« »Was, noch einer?« Graham und Sangster blickten sich betroffen an. »Was ist denn?«, fragte Harriman. »Auch Wissenschaftler sind Menschen. Sie sterben genauso wie andere Leute auch.« »Wenn sie wie andere Menschen sterben«, entgegnete Graham, »dann bedauern wir dies natürlich, ohne dass uns dies eigenartig vorkommt. Tun Sie mir einen Gefallen, Harriman. Besorgen Sie mir eine vollständige Liste aller international bekannten Wissenschaftler, die seit dem 1. Mai dieses Jahres gestorben sind. Und in jedem Fall brauche ich möglichst ausführliche Informationen.« Harriman schien diese Bitte ungewöhnlich zu finden, denn er machte ein überraschtes Gesicht. Dann sagte er: »Ich rufe Sie sobald wie möglich an.« Er unterbrach die Verbindung. Doch wenige Sekunden später erschien sein Gesicht wieder auf dem Bildschirm. »Ich habe vergessen, Ihnen zu sagen, dass Luther in einer Telefonzelle gestorben ist, während er mit dem Redakteur einer Zeitung telefonierte und offensichtlichen Unsinn von sich gab. Er starb an einem Herzversagen. Man nimmt an, dass er überarbeitet war und seelisch und körperlich zusammengebrochen ist.« Nachdem er noch einmal versprochen hatte, Graham sobald wie möglich anzurufen, wurde die Verbindung unterbrochen. Sangster sagte: »Je intensiver wir uns mit dieser Sache beschäftigen, desto verrückter erscheint sie.« Er lehnte sich in seinem Sessel zurück und runzelte die Stirn. »Wenn Webb und Mayo nicht auf natürliche Art und Weise gestorben sind, dann aber auch keinesfalls auf übernatürliche. Daraus folgt logischerweise, dass der Tod in beiden Fällen auf gewaltsame Weise herbeigeführt worden sein muss.« »Mord? Aber weswegen?«, fragte Graham. »Genau da liegt der Hund begraben! Welches waren die Motive? Es gibt einfach keine! Ich könnte mir zwar vorstellen, dass gewisse Kreise daran interessiert sein könnten, die Zahl der Wissenschaftler unseres Landes nach und nach zu dezimieren, um uns Schaden zuzufügen. Aber wenn auch schwedische und deutsche Wissenschaftler dran glauben müssen, ganz abgesehen von anderen Nationen, die wir vielleicht auf der Liste, die Harriman für uns zusammenstellt, finden werden, stehen wir vor einer Situation, für die es keine logische Erklärung gibt. Das ist Irrsinn! Genau wie das hier.« Er schlug mit der Hand auf die Abschrift von Webbs Notizen. »Sie hatten den Verdacht, dass mehr dahinter stecken könnte. Haben Sie Beweise?« »Nein«, musste Graham zugeben. »Keinen einzigen. Die vorhandenen Tatsachen geben keine Grundlage für eine einigermaßen vernünftig klingende Theorie ab. Ich muss ganz einfach versuchen, noch weitere Einzelheiten zu ermitteln.« »Und wie wollen Sie Vorgehen?« »Ich werde mir diesen Fawcett einmal vorknöpfen, dessen Namen Webb erwähnt hat. Er müsste eigentlich in der Lage sein, mir etwas Interessantes zu erzählen.« »Kennen Sie Fawcett?« Sangster schien überrascht. »Nie von ihm gehört. Aber Frau Dr. Curtis, eine Stiefschwester von Webb, wird mir vielleicht sagen können, wo ich ihn erreiche. Zufällig kenne ich die Frau Doktor.« Sangsters verhärtete Gesichtszüge entspannten sich, und er begann zu lächeln. »Wie gut kennen Sie die Dame?« Graham grinste spitzbübisch und antwortete: »Noch nicht so gut, wie ich es mir wünschte.« »So, so. Sie verbinden also das Angenehme mit dem Nützlichen, wie?« Sangster machte eine resignierte Handbewegung. »Na, von mir aus. Jedenfalls wünsche ich Ihnen viel Glück. Sollte es Ihnen gelingen, Ihren Verdacht durch Tatsachen zu erhärten, können wir das FBI auf den Fall ansetzen.« »Ich werde mich jedenfalls bemühen.« Graham stand schon an der Tür, als das Telefon summte. Er blieb stehen, die Hand auf der Türklinke, während Sangster nach dem Telefon griff und den Verstärker einschaltete. Lieutenant Wohls Gesicht erschien auf dem Bildschirm. Er konnte Graham nicht sehen, der außerhalb des Aufnahmebereichs der Kamera stand. »Webb muss das große Hautjucken gehabt haben, oder die Krätze.« »Das Hautjucken?«, fragte Sangster, sichtlich verwirrt. »Wieso?« »Er hatte sich den linken Arm von der Schulter bis zum Ellbogen mit Jod eingeschmiert.« »Wozu denn das?« Sangster warf Graham...



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