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Ihr Team von Sack Fachmedien
E-Book, Deutsch, Band 19, 432 Seiten
Reihe: Atlan-Blauband
Franzis / Ewers / Hess Atlan 19: Piraten der Sterne (Blauband)
1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-8453-3318-2
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Der Kristallprinz: Die Jugendabenteuer
E-Book, Deutsch, Band 19, 432 Seiten
Reihe: Atlan-Blauband
ISBN: 978-3-8453-3318-2
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
8000 Jahre vor Beginn der irdischen Zeitrechnung: Das Große Imperium der Arkoniden steht in der Blüte seiner Entwicklung. Von der Kristallwelt Arkon aus regiert Orbanaschol III. über Zigtausende von Planeten. Seinen Thron hat der Imperator dadurch erlangt, weil er seinen Bruder Gonozal VII. ermorden ließ. Der Sohn Gonozals, Kristallprinz Atlan, ist seitdem auf der Flucht. Nachdem sein Extrasinn aktiviert wurde und er somit über einen inneren Ratgeber verfügt, wird der junge Mann gegen den Imperator aktiv. Sein wichtigster Verbündeter dabei ist der geheimnisumwitterte 'Bauchaufschneider' Fartuloon, sein schlimmster Gegner hingegen der Blinde Sofgart, der Anführer der Kralasenen. Die nächste Station der Freunde ist die rätselhafte Sogmanton-Barriere, eine Region der Milchstraße, in der Hyperstürme die Raumfahrt gefährden. Hier operieren die Piraten der Sterne, hier stoßen Atlan und seine Verbündeten auf wertvolle Hinweise, die auch die kosmische Vergangenheit der Arkoniden betreffen ... Enthaltene ATLAN-Heftromane Heft 122: 'Piraten der Sterne' von H.G. Francis Heft 124: 'Irrfahrt im Sternenstaub' von H.G. Ewers Heft 126: 'Der Bio-Parasit' von Dirk Hess Heft 128: 'Planet der Intrigen' von Ernst Vlcek Heft 130: 'Meister der Echsen' von Clark Darlton
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
Prolog
Aus: The Archaic Ages of Arkon – an introduction, Felice Bordes-Commot. In: The Cambridge History of Mankind; Cambridge, Terra, 2811
Als Atlan im April 2044 die Kontrolle über den Robotregenten erlangte, wurde es den terranischen Wissenschaftlern erstmals möglich, auf legalem Weg die immense Menge der in den imperialen Archiven des Tai Ark’Tussan gesammelten Daten zu sichten und auszuwerten. Selbstverständlich gab es diverse Prioritäten: Die Baupläne der technischen Errungenschaften, die Navigationskarten der Milchstraße und zahllose geschichtliche Abhandlungen, von denen sich die Terraner die Erweiterung ihres kosmologischen Wissens erhofften, hatten aus verständlichen Gründen Vorrang.
Das abweisend-arrogante Auftreten der wenigen aktiven Arkoniden machte die Aufgabe sicherlich nicht gerade leicht. Und auch die Terraner selbst befanden sich damals in einer ungestümen »Sturm-und-Drang-Periode«: Man war zweifellos nur marginal (wenn überhaupt!) an der arkonidischen Kulturgeschichte interessiert.
Erst nach der Begegnung mit den Meistern der Insel drang die Bedeutung der uralten Berichte aus der Zeit des lemurischen Tamaniums (die teilweise wiederum auf noch wesentlich älteren, stark mythisierten Legenden eines Großen Galaktischen Krieges basieren, der noch vor der Hochkultur der Barkoniden vor mehr als einer Million Jahren anzusetzen ist!) in das Bewusstsein der terranischen Wissenschaftler. Schon die Gründung des Historischen Korps der USO und des Exotischen Korps der Solaren Abwehr hatte diese Entwicklung widergespiegelt.
Die Werke der Alt-Arkoniden wurden (angesichts der standhaften Weigerung der Akonen, eigenes Datenmaterial mit den verhassten Terranern zu teilen, so dass wir weiterhin auf illegal von Drorah fortgeschmuggeltes Material angewiesen sind!) neben den wenigen bruchstückhaften Angaben der Tefroder und den verwirrenden Erkenntnissen der zeitversetzten CREST III zu der verlässlichsten Quelle über die ferne Vergangenheit der Milchstraße. Anfänglich unbedeutend erscheinende Informationen entpuppten sich bei näherer Betrachtung des Öfteren als wahre Fundgruben des »Alten Wissens«.
Beispielhaft erwähnt seien hier die Aufklärung der Herkunft und Bedeutung der Mehinda-Muster des arkonidischen Adels sowie die Hintergründe der mit den Heroen-Sagas und Arbaraith verbundenen Dinge, wie die Geschichte des später zum »Agh’« erhobenen Sogmanton da Khaal zeigte …
An Bord der ZOLTRAL: 7. Prago des Messon 3957 da Ark
Sogmanton da Khaal hatte einen Traum.
Er war nur der fünfte in der Erblinie seines Khasurn und ohne realistische Aussicht, einst der Agh’tiga zu werden. Deshalb hatte er eine wissenschaftliche Laufbahn eingeschlagen, war seit kurzem Laktrote der Hyperphysik und Astronomie. Sogmanton suchte das legendäre Arbaraith, fest davon überzeugt, dass in den Sagen und Legenden mehr als nur ein Kristallsplitter der Wahrheit verborgen war. Meist wurde der Sechsundzwanzigjährige mitleidig belächelt. Wirklich sicher konnte jedoch niemand sein, zuviel war vergessen und verdrängt. Erst seit knapp 200 Jahren war der Niedergang der Zarakhgoth-Votanii, der Archaischen Perioden, überwunden, die Vorstöße in die Öde Insel waren deshalb stets auch Forschungsexpeditionen in unbekannte Sternenregionen.
Sogmantons Traum drohte an diesem Prago jedoch zum Alptraum zu werden.
Der Tiga-Verband, bestehend aus der fünfhundert Meter durchmessenden ZOLTRAL und den beiden Begleitschiffen vom Typ eines Schweren Kreuzers, von Seiner Erhabenheit Imperator Barkam I. persönlich zur Verfügung gestellt, hatte die imaginäre Fläche der galaktischen Hauptebene durchstoßen und war in den Raumsektor fast 1000 Lichtjahre »unterhalb« vorgedrungen. Niemand an Bord wusste genau, wie der junge Sogmanton es geschafft hatte, den Höchstedlen zu überzeugen; seine Begeisterung hatte die Raumfahrer jedoch angesteckt.
Manch einer fragte sich in diesen Augenblicken jedoch, ob nicht besser von Besessenheit geredet werden musste. Das Ziel waren Koordinaten gewesen, die Sogmanton auf nur ihm bekannte Weise ermittelt hatte und über deren Quellen er sich ausschwieg. Schon vor der letzten Transition hatten die Ortungsgeräte und Strukturtaster Alarm geschlagen – tobten doch im Zielsektor Hyperstürme eines Ausmaßes, die die bedrückende Erinnerung an die Archaischen Perioden weckten, als galaxisweite Orkane dieser Art nahezu die gesamte Hypertechnik für insgesamt rund achthundert Jahre beeinträchtigt, lahmgelegt und zeitweise komplett blockiert hatten.
Der betroffene Sektor erreichte mehrere hundert Lichtjahre Ausdehnung. Die konventionell-optischen Sensoren hatten eine merkwürdig schlauchförmig verdrehte Wolkenformation in rötlichen und bräunlichen Tönen ermittelt, auf die keine der bekannten Charakteristiken zutraf. Es war keine Molekül- oder Staubwolke, kein Reflexionsnebel, keine normale Ansammlung interstellarer Materie. Weder die Emissions- noch Absorptionslinien passten zu den vertrauten Werten. Andererseits schien die Wolke von allem etwas zu haben, sogar eine ganze Reihe von Sonnen gehörte dazu, und auch die Verdichtungen von Protosternen glaubte man erkannt zu haben.
Der Riesenwolke vorgelagert war eine kleinere; offenbar der Rest einer gewaltigen Supernova. Aber auch hier gab es Zweifel – sofern die Messergebnisse nicht völlig verfälscht worden waren, lautete ihre Interpretation nämlich, dass insgesamt acht Neutronensterne in enger Formation standen, es demnach nicht eine, sondern acht Supernovae gewesen sein mussten. Die augenfällige Form der Nebelreste hatten zur Bezeichnung Spinnennebel geführt.
Mit der letzten Transition war der Verband bis auf rund fünfzig Lichtjahre an die Wolkenformation herangesprungen, die nun gleich einer »Barriere« die Bilder und Reliefprojektionen der Panoramagalerie bestimmte. Und trotz der vergleichsweise großen »Sicherheitsdistanz« griffen die Ausläufer der mächtigen Hyperstürme nach den Raumern, ließen ihre hypermechanischen Schutzfelder flackern und wiederholt Aggregate auf fünfdimensionaler Basis ausfallen.
Das Dröhnen der Ringwulst-Impulstriebwerke geriet mitunter ins Stocken, glich einem »Stottern«, und auch die für die Andruckabsorption unerlässliche Enklave des unvollständig geschlossenen Strukturfelds der sogenannten Semi-Transition zeigte infolge von Interferenzen kurzfristige Aussetzer.
Fast eine Tonta kämpften und stampften die Raumer gegen die tobenden Gewalten an. Nicht einmal eine Not-Transition kam unter diesen Bedingungen in Frage, hätte es doch die Schiffe zerfetzt und im Hyperraum verwehen lassen. Die arkonidischen Raumfahrer mussten ihr ganzes Geschick aufbieten, versuchten, Sturmfronten quasi »abzureiten«, ihnen keinen Widerstand entgegenzusetzen, sondern sich mittragen zu lassen.
Rot und blau umflackerte Aufrisserscheinungen von vielen Lichttontas Länge durchbrachen die Struktur des Raum-Zeit-Gefüges, hinterließen abgrundtief schwarze, gezackte Spuren, die Klüfte und Abgründe ins Nirgendwo und -wann darstellten, die für Auflösung, Vernichtung und Chaos standen.
Sogmanton arbeitete wie besessen, obwohl ihm die Angst die Knie zittern ließ, scheinbar die Luft abschnürte und wechselweise heiße und kalte Schauer durch den Leib jagte. Messfühler und Sensoren, die der Laktrote selbst entworfen und konstruiert hatte, lieferten Unmengen von Daten, die sofort von der KSOL-Hauptpositronik ausgewertet wurden. Mitunter gelang es rechtzeitig, die Strukturformeln der Schutzschirme anzupassen und umzustellen, so dass sie den äußeren Gewalten trotzen konnten.
Eine Tonta des Alptraums, des Wahnsinns, der permanenten Drohung, im nächsten Augenblick vernichtet zu werden. Aber sie schafften es! Mit einer Plötzlichkeit, die erst mit Verzögerung richtig begriffen wurde, ebbten die Hyperstürme ab, verloren unvermittelt ihre Wucht und Gefährlichkeit. Und in einer völlig irrealen Schönheit war nun die »Barriere« zu erkennen, durchliefen weitere Ortungs- und Tastungsdaten die Rechnerknoten, füllten sich Bildflächen mit scheinbar endlosen Zahlenkolonnen der Auswertungen.
Fast vierhundert Lichtjahre breit war das Gebiet, offensichtlich ein ständiger Quell für Hyperstürme und vergleichbar unangenehme Phänomene. Der Weltraum war nicht schwarz, sondern von eigentümlich rötlicher Farbe, durchzogen von riesigen rotbraunen Schlieren, zarten Filamenten und wolkenhaften Verdichtungen und Zusammenballungen. Insgesamt eine Art Schlauch, scheinbar von höheren Mächten zu einem wirren Knäuel verknotet.
»Eine höherdimensionale Bezugsebene, die das Standardkontinuum tangiert?«, fragte sich Sogmanton, während ringsum ein zögerndes, vorsichtiges Aufatmen zu bemerken war.
»Jedenfalls ein gefährliches Phänomen, diese Sogmanton-Barriere!«, knurrte Kommandant Carrven und wischte sich den Schweiß von der Stirn; der Blick seiner roten Augen flackerte.
Sogmanton verzog das Gesicht, als er den zwischen den Worten angedeuteten, aber nicht ausgesprochenen Vorwurf bemerkte. Dennoch legte er gegen die Namensgebung keinen Widerspruch ein, sondern konzentrierte sich auf die Daten. Er war zwar der wissenschaftliche Einsatzleiter, aber in Fragen der Schiffsführung und allem, was damit zusammenhing, hatte Vere’athor Carrven die Kommandogewalt.
»Hyperenergetische Einbrüche und Aufrisse«, murmelte er. »Der permanente Austausch von Normal- und Hyperenergie scheint die Ursache für die Hyperstürme zu sein, verbunden mit starken Strukturerschütterungen und Verzerrungen des...




