E-Book, Deutsch, 253 Seiten
Reihe: Phänomene der Erde
Frater Landschaftsformen
1. Auflage 2005
ISBN: 978-3-540-26874-1
Verlag: Springer Berlin Heidelberg
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark
Unsere Erde im Wandel - den gestaltenden Kräften auf der Spur
E-Book, Deutsch, 253 Seiten
Reihe: Phänomene der Erde
ISBN: 978-3-540-26874-1
Verlag: Springer Berlin Heidelberg
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark
Wie entstehen Gebirge, Wüsten, Gletscher oder Vulkane? Welche Naturkräfte haben den beeindruckenden Grand Canyon geschaffen? So vielfältig wie das Gesicht der Erde sind die Antworten in diesem großartig illustrierten Buch. Von der Stellung der Erde im Sonnensystem bis hin zum Einwirken des Menschen auf das Landschaftsbild erklärt es die Entstehung der Oberflächenformen. Einzelbildfolgen veranschaulichen zahlreiche Prozesse wie z. B. die Entstehung eines Erdbebens. Neben präzisen, verständlichen Texten sorgen viele Fotos, Graphiken und Karten für faszinierenden Lesestoff. Ein ausführliches Glossar rundet das Buch ab.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
1;Inhalt;5
2;1 Die Erde - Ein dynamischer Planet;10
2.1;1.1 Formen, Falten, Feuerberge;11
2.2;1.2 Von der Wolke zum Erdball - Die Erde entsteht;21
2.3;1.3 Das Zwiebelprinzip - Der Aufbau der Erde;23
2.3.1;1.3.1 Erdkern;24
2.3.2;1.3.2 Erdmantel;26
2.3.3;1.3.3 Erdkruste;28
3;2 Partner im All - Die Erde im Sonnensystem;30
3.1;2.1. Ein Planet in Bewegung;31
3.2;2.2. Nachbarn im All;33
3.2.1;2.2.1 Der Mond – irdischen Ursprungs?;33
3.2.2;2.2.2 Die Venus – heiß und tödlich;35
3.2.3;2.2.3 Der Mars – „kleiner Bruder" der Erde;36
3.3;2.3 Die Milchstraße;39
4;3 Zeitzeugen - Das Alter der Gesteine;42
4.1;3.1 Eine Frage des Alters;44
4.1.1;3.1.1 Altersbestimmung;44
4.1.2;3.1.2 Die geologische Zeitskala;48
4.2;3.2 Die Zeugen;51
4.2.1;3.2.1 Lebendig begraben? – Fossilien;51
4.2.2;3.2.2 Sprechende Steine;53
4.2.3;3.2.3 Böden: Die Haut der Erde;57
5;4 Formen gebend - Wer was bewirkt;60
5.1;4.1 Plattentektonik - die Theorie der Theorien;63
5.1.1;4.1.1 Der Beweis – die Erde als Magnet;67
5.1.2;4.1.2 Sea.oor- Spreading;70
5.1.3;4.1.3 Verschluckt - Subduktion;72
5.1.4;4.1.4 Karambolage - Kollidiert;73
5.1.5;4.1.5 Geschrammt - Transformstörungen;75
5.1.6;4.1.6 Hot Spots;75
5.2;4.2 Wasser, Eis und Wind;77
5.3;4.3 Verwitterung und Erosion;78
5.3.1;4.3.1 Physikalische Verwitterung;78
5.3.2;4.3.2 Chemische Verwitterung;79
5.3.3;4.3.3 Biogene Verwitterung;80
5.4;4.4 Gravitation und Massenbewegung;81
5.5;4.5 Klima als Landschaftsgestalter;83
5.5.1;4.5.1 Tropen;83
5.5.2;4.5.2 Subtropen;87
5.5.3;4.5.3 Gemäßigte Zone;87
5.5.4;4.5.4 Kalte Zone;88
5.5.5;4.5.5 Klimatische Höhenstufen;88
6;5 Aus dem Inneren - Vulkanismus und Erdbeben;90
6.1;5.1 Vulkanismus;91
6.1.1;5.1.1 Vulkanformen;93
6.1.2;5.1.2 Ausbruchstypen;98
6.1.3;5.1.3 Lava, Asche und Co.;99
6.1.4;5.1.4 Vulkanische Erscheinungen;103
6.2;5.2 Bebende Erde;107
6.2.1;5.2.1 Ursachen der Bodenbewegung;108
6.2.2;5.2.2 Auswirkungen;112
7;6 Faltenreich - Gebirgsbildung und Tektonik;114
7.1;6.1. Die Entstehung von Gebirgen;115
7.2;6.2 Faltung;120
7.3;6.3 Bruchtektonik;123
8;7 Kraft des Wassers - Flüsse und Talbildung;128
8.1;7.1 Eingebettet - Die Talbildung;129
8.2;7.2 Flüsse und ihre Mäander;131
8.3;7.3 Flussmündungen und Deltas;133
8.4;7.4 Sedimentation;135
8.5;7.5 Von Kalk und Karst;137
8.6;7.6 Wasserfälle;145
9;8 Kraft des Meeres - Inseln und Küstenformen;148
9.1;8.1 Vielfalt der Küstenformen;150
9.2;8.2 Gezeitenküsten;155
9.3;8.3 Riffe und Atolle;158
9.4;8.4 Glaziale Küstenformen;159
10;9 Kraft des Eises - Gletscher und Inlandeis;162
10.1;9.1 Der Gletscher und seine Ablagerungen;164
10.2;9.2 Formen aus den „Eiszeiten";171
11;10 Kraft des Windes - Wüsten und der letzte Schliff;176
11.1;10.1 Vom Winde verweht - Windabtragung;179
11.2;10.2 Dünen und andere Windablagerungen;181
11.3;10.3 Wüsten der Erde;184
12;11 Meteoriten - Gefahr aus dem All;188
12.1;11.1 Das Risiko eines Meteoriteneinschlags;189
12.2;11.2 Deep Impact – Die Folgen eines Einschlags;193
13;12 Ressourcen - Was der Mensch draus macht;200
13.1;12.1 Gewässerregulierung;203
13.1.1;12.1.1 Begradigung von Flüssen;203
13.1.2;12.1.2 Stauseen;205
13.2;12.2 Rohstoffe aus der Tiefe;207
13.3;12.3 Landwirtschaft;209
14;Glossar;212
15;Index;250
15.1;Bildnachweis;254
6.1. Die Entstehung von Gebirgen (S.108)
Die großen Gebirgszüge sind nicht willkürlich auf der Erde verteilt. Dies war bereits dem Forschungsreisenden und Universalgelehrten Alexander von Humboldt aufgefallen. Auf seiner Südamerikareise im Jahr 1801 erforschte er nicht nur die Tier- und Pflanzenwelt dieses Kontinents, er erkundete auch die Lage und Ausrichtung von Gebirgsketten.
Dabei suchte er nach einem übergeordneten Muster, einer Analogie zwischen dem Verlauf von Küstenlinien und den Gebirgszügen in verschiedenen Ländern. Er entdeckte Anzeichen dafür, dass Gebirgszüge bevorzugt in bestimmte Richtungen verliefen und schloss daraus, dass sie offenbar durch gewaltige, aus dem Inneren der Erde heraus wirkende Kräfte entstanden sein mussten. Welcher Art diese Kräfte aber waren, wusste er nicht.
Heute weiß man, dass die Gebirgsbildung eng mit der Plattentektonik zusammenhängt und daher die meisten Gebirgszüge an aktiven Plattengrenzen liegen. Dort, wo sich durch die Kräfte der Plattentektonik verschiedene kontinentale oder ozeanische Platten aufeinander zu bewegen, wölbt und faltet sich unter dem wachsenden Kompressionsdruck die Erdoberfläche auf – ein Gebirge entsteht.
Geologisch gesehen kann man dabei drei Entstehungsarten von Gebirgen unterscheiden. Gebirge des Inselbogentyps entstehen, wenn zwei ozeanische Platten miteinander kollidieren und dabei die eine Platte von der anderen in die Tiefe gedrückt wird. Die aufliegenden Sedimente der abtauchenden Platte werden dabei abgeschürft.
In einer Tiefe von etwa 100 Kilometern beginnt die abtauchende Platte aufgrund steigender Temperaturen zu schmelzen. Dieser Prozess, er wird Subduktion genannt, führt zur Bildung von Magmen mit geringer Dichte. Das heiße, flüssige Gesteinsmaterial steigt entlang von Klüften und Störungszonen auf, tritt an der Erdoberfläche als Lava aus und bildet so Vulkane - ein Inselbogen entsteht. Beispiele hierfür sind Japan, die Alëuten oder die Philippinen.
Eine Gebirgsbildung vom Andentyp spielt sich dagegen dort ab, wo eine ozeanische und eine kontinentale Platte aufeinander stoßen. Die dichtere ozeanische Platte taucht bei diesem Prozess unter die kontinentale Platte ab, schmilzt auf und vermischt sich mit dem heißen Mantelmaterial. Auch hier entsteht Magma mit geringer Dichte. Wegen der größeren Mächtigkeit der aufliegenden kontinentalen Platte kann das Magma jedoch nicht ungehindert an die Oberfläche aufsteigen.
Das vulkanische Material dringt daher zwar in die Kruste ein, tritt aber an der Oberfläche nicht immer als Vulkan zu Tage. Gemeinsam mit den Stauchungsvorgängen an der Plattengrenze führt dieser Zustrom flüssigen Gesteinsmaterials von unten dazu, dass die kontinentale Kruste angehoben und aufgeworfen wird – ein Gebirge entsteht.
Der Rand der kontinentalen Platte besteht dabei hauptsächlich aus Abtragungsmaterial vom Kontinent, die an der Plattengrenze mit Bruchstücken der ozeanischen Kruste vermischt werden. Es entsteht ein kompliziertes Gemisch aus verschiedenen Gesteinen, das auch Mélange genannt wird. Beispiele für diesen Gebirgsbildungstyp sind die nordamerikanischen Kordilleren und die Anden, die sich vor rund 60 Millionen Jahren zu heben begannen.
Stoßen zwei kontinentale Platten aufeinander, sind beide meist gleich dicht und mächtig. Die Gesteinsmassen prallen deshalb aufeinander, ohne dass eine der beiden Platten abtaucht, also subduziert wird. Die kontinentale Kruste zerbricht bei diesem Zusammenstoß in Späne, die sich verkeilen und als Decken übereinander geschoben werden.
Bei diesem tektonischen Prozess verdickt sich die kontinentale Kruste und es bilden sich meist komplexe Falten- und Bruchstrukturen. Die enormen Stauchungskräfte erzeugen im oberen Krustenmaterial hohe Drücke, die die Gesteine in ihrer Struktur verändern können.




