Frazier | Bedlam Brotherhood - Er wird dich finden | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 259 Seiten

Reihe: LYX.digital

Frazier Bedlam Brotherhood - Er wird dich finden


1. Auflage 2019
ISBN: 978-3-7363-1182-4
Verlag: LYX.digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 259 Seiten

Reihe: LYX.digital

ISBN: 978-3-7363-1182-4
Verlag: LYX.digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Weil in der Liebe und im Bandenkrieg alles erlaubt ist ...

Grim erwartet nicht mehr viel vom Leben. Von einer Pflegefamilie zur nächsten gereicht, hat er aufgegeben, irgendwo dazugehören zu wollen, etwas zu fühlen und irgendwann sogar zu sprechen. Bis er Emma Jean kennenlernt. Ihre erste Begegnung dauert nur wenige Minuten, eine unschuldige Berührung und ein paar Worte lang - und verändert beide für immer. Sie sehen sich nie wieder und können sich doch nicht vergessen. Fünf Jahre später steckt Grim als Scharfrichter des berühmt-berüchtigten Bedlam Brotherhoods metertief im Bandenkrieg von New Mexico. Insgeheim ist er immer noch auf der Suche nach Emma Jean - und findet sie bei den Los Muertos, seinem größten Feind. Er und die Meisterdiebin der rivalisierenden Gang wissen beide, dass das Leben sie auf die falschen Seiten eines erbitterten Krieges gestellt hat, und dass sie sich von einander fernhalten müssen. Doch ihrem Verlangen nach einander ist das leider völlig egal ...

'Diese Trilogie ist episch! Wer die KING-Reihe liebt, wird BEDLAM BROTHERHOOD vergöttern.' MEGHAN MARCH

Band 1 der Dark-Romance-Reihe BEDLAM BROTHERHOOD von USA-TODAY-Bestseller-Autorin T. M. Frazier



Als T. M. Frazier ihr erstes Buch veröffentlichte, hätte sie nie gedacht, dass es auch jemand lesen würde. Heute ist sie eine erfolgreiche USA-Today-Bestseller-Autorin, deren Bücher in mehrere Sprachen übersetzt wurden und überall auf der Welt verkauft werden. Sie lebt mit ihrer Familie in Florida.

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Weitere Infos & Material


1


Tristan

Sechzehn Jahre alt

Emma Jean Parish hatte wildes lockiges Haar und die dazu passende Einstellung.

Als wir uns trafen, zwang sie mir ihre Muschi auf. Ihre Katze. Ein räudiges kleines Ding mit Aggressionsproblemen, die fast so schlimm wie meine waren.

Es war ein bewegender Tag.

Ich packte gerade den Müllbeutel, in dem sich all mein Hab und Gut befand, in das Auto einer Fremden namens Marci. Sie war aus dem Nichts aufgetaucht wie der Geist der Vergangenheit ungewollter Kinder und hatte mir gesagt, dass sie mich mitnehmen würde.

Einfach so.

So wie Marci redete, nahm ich an, dass sie mich in eine Art Übergangsheim für Kinder wie mich brachte. Zu alt, um adoptiert zu werden, und zu gestört für Pflegeeltern. Ich stellte ihr keine Fragen, nicht nur weil ich wusste, dass ich ohnehin keine andere Wahl hatte, sondern auch, weil ich nicht sprach. Es war nicht so, dass ich nicht konnte. Ich tat es einfach nicht.

Worte bedeuten nichts. Wenn man das erst mal kapiert hat, ist die Notwendigkeit zu sprechen mehr eine Bürde als ein Mittel zur Kommunikation.

Außerdem war ich ein Kind im System. Ich ging dorthin, wohin man mich brachte, und alle paar Monate wurde ich wieder woandershin gebracht.

Manchmal hasste ich es.

Manchmal hasste ich es sehr.

Doch dieses Mal war es anders. In mehr als einer Hinsicht. Normalerweise wurde ich von meiner Sachbearbeiterin gefahren und die Leute, die mich empfingen, wirkten so begeistert darüber, als wäre ich eine unerwünschte Reklamesendung.

Noch nie ist jemand gekommen, um mich abzuholen.

Solange sie nicht vorhatte, aus meiner Haut einen Anzug zu nähen, spielte es keine Rolle. Ich brannte darauf, aus dem verdammten Jungenheim herauszukommen. Besonders, da ich kein Junge mehr war. Selbst als ich noch jünger war, habe ich mich nie wirklich wie einer gefühlt.

Ich wollte gerade zurück ins Heim gehen, wo Marci mit meiner Sachbearbeiterin vom Amt, die ebenfalls extra hergefahren war, über meinen Wechsel und wahrscheinlich meine Verhaltensstörungen sprach – meine Vorstrafen, meine Autoritäts- und Aggressionsprobleme, meine mangelnde Kommunikationsfähigkeit usw. – als ich sie sah.

Ein Mädchen, das ein paar Jahre jünger war als ich, stand auf der anderen Seite der schmalen Straße und sah sich langsam und vorsichtig in beide Richtungen um und wiederholte den Vorgang noch zweimal, bevor sie plötzlich losrannte, als würde es sich um einen belebten Highway und nicht um eine kleine, unbefestigte und selten befahrene Landstraße handeln.

Wirre honigblonde Locken standen in jedem Winkel von ihrem Kopf ab, eine Mischung aus der kleinen Waise Annie und Medusa. Haare, die für eine Puppe gedacht waren und nicht für ein lebendes Menschenkind. Und dieses hier hielt eine kleine getigerte Miezekatze in ihren Armen. Tränen liefen dem Mädchen über ihr rotes, verquollenes Gesicht. Ihre Unterlippe war schon ganz zerbissen von all den Versuchen, die Tränenflut zurückzuhalten. Sie trug eine zerrissene Jeansshorts, die ihr bis zu den Knien ging, und ein übergroßes T-Shirt, das sie sich an der Hüfte zum Knoten gebunden hatte. Was auch immer früher für ein Logo auf dem Shirt gestanden hatte, war inzwischen so verblasst, dass es nicht mehr lesbar war.

»Hey, Mister!«, rief sie und blieb vor mir auf dem Gehweg stehen.

Ich sah mich erst nach links und rechts, dann über meine Schulter um, aber es war niemand sonst da. Ich war sechzehn. Sie konnte auf keinen Fall mich meinen, doch dann kam sie schnaufend auf mich zu. Ihre riesigen Augen waren viel zu groß für ihr Gesicht und von einem dunklen, tränenerfüllten Blaugrün.

Ich knotete die Mülltüte zu und warf ihr einen »Was willst du?«-Blick zu.

Sie hielt das Kätzchen im Würgegriff um seinen Hals, während die Beine in der Luft baumelten, doch seltsamerweise schien es das Ding nicht zu stören. Als das Mädchen näher kam, fauchte mich das kleine Mistvieh an. Das Mädchen kicherte laut. Ich trat unbehaglich von einem Bein aufs andere, da ich ein solches Geräusch nicht gewöhnt war.

Ihr Lachen war so schnell verschwunden, wie es gekommen war. Ihr Gesichtsausdruck wurde sehr ernst, als ob ihr etwas eingefallen wäre.

»Meine Pflegemama Tante Ruby sagt, dass ich Mr Fuzzy nicht behalten kann.« Sie schniefte. »Sie … sie hat gesagt, dass ich ihn …« Sie atmete zitternd ein und presste das kleine Fellknäuel fester an sich. Ihre Schultern zitterten, während sie weinte.

Ich verschränkte die Arme vor der Brust. Vielleicht lag es daran, dass ich hinter ihrem Kichern und ihren Tränen für Mr Fuzzy eine vertraute Traurigkeit erkannte.

Sie warf einen Blick auf das Haus. »Sie sind ein Pflegekind, oder?«

Ich nickte.

»Sie reden nicht?«, fragte sie wertfrei.

Ich schüttelte weder den Kopf, noch nickte ich. Es war keine Frage, die ich mit Ja oder Nein beantworten konnte. Es war nicht so, dass ich nicht reden konnte. Ich tat es einfach nicht.

Niemals.

Sie musterte mich und die primitiven Tattoos an meinen Armen. Sie alle waren von Verbrechern und Möchtegernkünstlern während meiner vielen Besuche im Jugendarrest im ganzen Staat gestochen worden. Sie hatten mir mit Büroklammern oder einem spitzen Bleistift in die Haut geritzt und dann Tinte hineingerieben. Ich hatte vor, sie eines Tages mit etwas Epischem und Bedeutungsvollem zu überdecken.

Sobald es so etwas in meinem Leben geben würde.

Das Mädchen blickte auf die Katze, dann wieder in mein Gesicht. Ihre langen Wimpern waren feucht von den vielen frischen Tränen. Was zum Teufel wollte sie von mir? Obwohl es draußen über dreißig Grad war, zog ich mir die Kapuze meines Sweatshirts über den Kopf.

»Sind … sind Sie okay, Mister?« Sie wischte sich mit dem Handrücken über ihre rote Nase.

Was zum Teufel stimmt nicht mit diesem Mädchen? Sie war es doch, die heulte, und jetzt fragte sie, ob ich okay war?

Ich hatte keine Ahnung von Kindern, obwohl ich genau genommen selbst noch eins war.

Ich schlug den Kofferraum von Marcis Auto mit Wucht zu. Das Nummernschild mit der blutenden schwarzen Rose darauf klapperte. Ich drehte dem Mädchen meinen Rücken zu und begann, die Einfahrt zurückzugehen.

»Warten Sie! Warten Sie! Gehen Sie nicht! Wir wurden uns nicht richtig vorgestellt.« Sie lief um mich herum und blieb vor mir stehen, um mich davon abzuhalten, zurück ins Haus zu gehen. Dann nahm sie die Katze in ihre Armbeuge und streckte ihre Hand aus. »Ich bin Emma Jean Parish. Ich bin gerade zwölf geworden und ich mag Zauberei und Lesen. Märchen mag ich auch, obwohl Tante Ruby sagt, dass ich zu alt dafür bin. Horrorfilme und Brüllen mag ich nicht«, plapperte sie. »Was ist mit Ihnen?«

Sie schenkte mir ein trauriges kleines Lächeln und schniefte, während ihre Hand ausgestreckt blieb.

Ich seufzte tief. Der entschlossene Ausdruck in den Augen des Mädchens sagte mir, dass sie nicht abhauen würde, bevor ich ihr nicht geantwortet hatte. Ich schaute auf ihre Hand und zog eine Augenbraue hoch.

»Sie müssen nicht reden, wenn Sie nicht wollen. Können Sie Zeichensprache?«, fragte sie, und mir wurde klar, dass sie mir ins Gesicht sah, damit ich ihre Lippen lesen konnte. »Ich habe aus einer alten Enzyklopädie das Alphabet in Zeichensprache gelernt. Ich kann Sachen buchstabieren, aber sonst nicht viel.«

Sie dachte, ich wäre taub.

Das glaubten viele Leute zuerst.

Als ich erstmals im System gelandet war, hatte man mich in einen Kurs für Zeichensprache gesteckt, weil man dachte, dass ich nicht wusste, wie man kommuniziert. Während ich dort war, habe ich ein paar Sachen aufgeschnappt.

Sie begann, mit der freien Hand zu buchstabieren, was sie gerade gesagt hatte. Ihre Zungenspitze war herausgestreckt, während sie sich darauf konzentrierte, jeden Buchstaben perfekt darzustellen. Wenn sie so weitermachte, würde das hier noch ewig dauern.

Frustriert platzte ich heraus: »Tristan. Und ich bin nicht taub.«

Der Klang meiner eigenen Stimme, den ich seit Jahren nicht mehr gehört hatte, erschreckte mich so sehr wie sie.

»Tristan?« Lächelnd legte sie den Kopf schief. »Und Sie sind gar nicht taub?«

Ich schüttelte den Kopf.

»Tristan«, wiederholte sie. Dann zog sie meinen Arm von der Brust, bis sie meine Hand befreit hatte, und schüttelte sie mit mehr Kraft als die meisten erwachsenen Männer, aber das war es nicht, was mich so schockierte.

Es war das elektrische Gefühl ihrer Haut auf meiner. Das Gefühl, das etwas um mich herum zersprang, bis es fort war. Ich war zu jung, um einen Schlaganfall zu haben, also was zum Teufel war das?

Staunend starrte ich unsere miteinander verbundenen Hände an. Es war lange her, seit ich gesprochen hatte, und noch viel länger, seit ich mich von jemanden hatte anfassen lassen. Das musste dieses Gefühl sein. Ich schüttelte es ab, doch die Elektrizität zwischen uns summte weiter.

»Witzig, Sie sehen gar nicht aus wie ein Tristan.«

Das stimmte. Ich sah aus wie ein Verbrecher. Ein Krimineller. Auch wenn ich ihrer Meinung war. Ich hatte meinen Namen nie besonders gemocht. Tristan klang nach jemandem, der auf eine teure Privatschule ging und seine Hausarbeiten noch vor dem Lacrosse-Training erledigte. Nicht nach jemandem, der mehr Zeit in einer Zelle als im Klassenzimmer verbracht hat und nur dann einen Bleistift in die Hand nahm, wenn er ihn zu einer Waffe anspitzen wollte.

»Aber er...


Frazier, T. M.
Als T. M. Frazier ihr erstes Buch veröffentlichte, hätte sie nie gedacht, dass es auch jemand lesen würde. Heute ist sie eine erfolgreiche USA-Today-Bestseller-Autorin, deren Bücher in mehrere Sprachen übersetzt wurden und überall auf der Welt verkauft werden. Sie lebt mit ihrer Familie in Florida.

Als T. M. Frazier ihr erstes Buch veröffentlichte, hätte sie nie gedacht, dass es auch jemand lesen würde. Heute ist sie eine erfolgreiche USA-Today-Bestseller-Autorin, deren Bücher in mehrere Sprachen übersetzt wurden und überall auf der Welt verkauft werden. Sie lebt mit ihrer Familie in Florida.



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