Frazier | Wild Souls - Mit dir für immer | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2, 280 Seiten

Reihe: Outskirts

Frazier Wild Souls - Mit dir für immer


1. Auflage 2019
ISBN: 978-3-7363-1016-2
Verlag: LYX.digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 2, 280 Seiten

Reihe: Outskirts

ISBN: 978-3-7363-1016-2
Verlag: LYX.digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Unsere Liebe wird nicht vorübergehen. Sie ist die Art von Liebe, die ein Teil von dir selbst wird

Sawyer Dixon wollte nur eins: weit weg noch einmal von vorn anfangen! Und als sie Finn Hollis kennenlernt, scheint dieser Traum in Erfüllung zu gehen. Noch nie war Sawyer so glücklich, noch nie fühlte sie sich so frei wie mit Finn. Doch als sich herausstellt, dass Finn mehr über Sawyers Vergangenheit weiß, als ihr lieb ist, merkt sie, dass sie nicht länger davonlaufen kann, wenn sie eine gemeinsame Zukunft mit ihm haben will. Auch wenn das bedeutet, sich ein letztes Mal all dem zu stellen, was sie für immer vergessen wollte ...

'Ein wunderschönes Ende von Sawyers und Finns Geschichte!' BENEATH THE COVERS BLOG
Abschlussband der 'Outskirts'-Reihe von USA-TODAY-Bestseller-Autorin T. M. Frazier



T. M. Frazier lebt mit ihrer Familie im sonnigen Florida, und ihr erstes Buch sollte ein heiterer Sommerroman werden. Naja ... die Geschichte spielt im Sommer! Wenn ihre Helden sie nicht gerade in dunklen Abgründen gefangen halten, verbringt T. M. Frazier ihre Zeit mit lesen, reisen und Countrymusik.
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1. KAPITEL


SAWYER

Meine Mutter stand nur wenige Meter von mir entfernt.

Meine Mutter.

Lebendig. Atmend.

Es verschlug mir die Sprache, und in meinem Gehirn überschlugen sich die möglichen Erklärungen, aber keine einzige ergab auch nur annähernd einen Sinn.

Ich meine, das hier sah ihr ähnlich. Aber andererseits auch wieder nicht. Es war etwas in ihren Augen oder vielleicht im Gegenteil: etwas, das nicht in ihren Augen war.

Zaghaft schlurfte sie einen Schritt auf mich zu, und da ich nicht wusste, wie man sich zu verhalten hat, wenn einen ein Gespenst berühren will, wich ich vor ihr zurück und warf dabei den Stuhl hinter mir um. Beinahe wäre ich selbst zu Boden gegangen.

Ich befand mich in einem alternativen Universum. Das musste es sein. Eines, in dem Menschen von den Toten auferstanden. Das hier konnte nicht wirklich passieren. Vielleicht träumte ich ja. Oder der Whiskey war schuld.

Fassungslosigkeit, Zweifel und äußerste Verwirrung quollen in meinen Eingeweiden zu einem zähen Brei auf, drückten mein rasendes Herz nach oben und stiegen mir in die zugeschnürte Kehle.

Ich befürchtete, dass meine Mutter verschwinden würde, sobald ich blinzelte. Ich befürchtete, dass sie nicht verschwinden würde, wenn ich nicht blinzelte.

Ich konnte nichts anderes tun, als mit offenem Mund diese Frau anzustarren, die aussah wie meine Mutter und sich auch genauso anhörte. Aber … sie konnte es nicht sein.

Oder?

»Das ist doch nicht möglich«, flüsterte ich schockiert. »Das kann einfach nicht sein.« Ich schüttelte den Kopf und fragte mich, ob ich vor oder nach meiner Ankunft in Outskirts den Verstand verloren hatte.

»Doch, es ist möglich. Sie ist tatsächlich hier.« Critters tiefer Bariton wirkte normalerweise beruhigend auf mich. Er war sozusagen das stimmliche Pendant zu Aloe Vera. Aber egal, was er in jenem Augenblick gesagt hätte – meine nassgeschwitzten Hände hätten in jedem Fall gezittert.

»Das hier ist kein Traum, Sawyer. Sie ist hier. Sie ist so lebendig wie du und ich.« Als ich Critter anblickte, sah ich, dass er mich musterte und meine Reaktion einzuschätzen versuchte. »Ich habe deiner Mutter gesagt, dass sie warten soll, bis sie wieder bei Kräften ist«, fuhr er fort, »aber sie wollte dich unbedingt sehen. Und weil sie heute Morgen vollkommen klar war, konnte ich es ihr nicht ausreden.«

Eine große, kräftige Frau mit breiten Schultern und kurzem schwarzem Haar tauchte neben meiner Mutter auf. Ihr finsterer Blick passte nicht zu ihrem pinken, mit großen Smileys bedruckten Schwesternkittel. »Das hier tut ihr nicht gut, Mr. Critter«, sagte die Frau. »Ich muss sie wieder ins Haus zurückbringen.«

In diesem Augenblick fiel mir auf, dass meine Mutter erstarrt war, kaum dass sie meinen Namen ausgesprochen hatte. Ihr ausdrucksloser Blick war auf die Wand hinter mir gerichtet.

»Nein, warten Sie!«, rief ich. Auf einmal war meine Angst, sie vielleicht nie mehr wiederzusehen, größer als die Furcht, ein Gespenst zu berühren. Und was, wenn sie tatsächlich ein Gespenst war? Wenn ich all das nur träumte? Es spielte keine Rolle. Sie war immer noch meine Mutter, und ich konnte sie nicht loslassen. Noch nicht. Nicht einmal im Traum.

Ich umarmte sie, und zu meiner großen Überraschung berührte ich weiche, warme Haut.

Schlaff, wie leblos baumelten die Arme neben ihrem Körper. »Mein Mädchen«, flüsterte sie.

Ich ließ meine Mutter los und sah das schwache Lächeln auf ihren Lippen. So schnell, wie es erschienen war, verschwand es wieder, und ihr Mund bildete erneut eine Linie.

»Was stimmt hier nicht?«, fragte ich mit erstickter Stimme. Mutter schwieg. An Critter gewandt, wiederholte ich meine Frage, energischer jetzt: »Was stimmt nicht mit ihr?«

»Kommen Sie. Es ist Zeit zu gehen«, sagte die Krankenschwester. Sie hob meine Mutter hoch und wiegte sie in ihren Armen, als wäre sie so leicht wie ein kleines Kind.

»Was hätte ich denn tun sollen, Maddy? Soll ich sie an das gottverdammte Bett fesseln?«, fragte Critter die Pflegerin. »Ach, ich konnte ihr noch nie etwas abschlagen«, brummte er und rieb sich die Schläfen.

»Verdammt noch mal, was ist hier los?«, fragte ich noch einmal und blickte zwischen der Krankenschwester und Critter hin und her. Ich machte einen Schritt zurück, während mir alle möglichen Gedanken durch den Kopf rasten. Mir wurde schwindelig; um nicht hinzufallen, hielt ich mich an einem Tisch fest. »Wie ist das möglich?«

Meine Mutter stöhnte, und die Pflegerin trug sie zur Hintertür hinaus. Critter und ich folgten den beiden dichtauf. Wir sahen zu, wie die Schwester meine Mutter in einen wartenden Transporter setzte und sie fachkundig auf dem Sitz festschnallte.

Critter näherte sich der offen stehenden Wagentür, und die Pflegerin trat beiseite, um ihm Platz zu machen. Liebevoll strich er meiner Mutter mit einer Hand über die Wange. »Alles ist gut. Wir bringen dich jetzt nach Hause, und dann kannst du dich ausruhen.«

Meine Mutter schwieg noch immer. »Ich sehe später nach dir, Liebste.« Critter gab ihr einen Kuss auf die Stirn, seufzte, drehte sich wieder zu Maddy und sagte: »Bringen Sie sie nach Hause. Ich komme bald nach.« Vorsichtig schloss er die Tür und klopfte zum Abschied ans Fenster. Er sah zu, wie der Transporter davonfuhr, und er blickte ihm noch lange nach, als er bereits außer Sicht war.

»Wohin fährt sie mit ihr?«, fragte ich. Panik überkam mich bei dem Gedanken, dass ich nicht wusste, wohin die Frau meine Mutter bringen würde. »Wo ist zu Hause

»Damit ist mein Haus gemeint«, antwortete Critter, stellte jedoch gleich darauf richtig: »Unser Haus.« Er kratzte sich am Kopf, dann drehte er sich endlich zu mir um. »Da, wo sie immer schon hingehört hat.«

Wo sie immer schon hingehört hat.

Critter legte mir eine Hand auf die Schulter. Ich fuhr zusammen, als wollte er mich nicht trösten, sondern mir einen Elektroschock verpassen. Betreten blickte er auf den Boden. »Ich weiß, dass du viele Fragen hast …«, setzte er an.

»Fragen?«, gab ich zurück, und ohne es zu merken, begann ich zu lachen. Ein schrilles, scheußliches Lachen, ein tierisches Geräusch, wie man es nachts manchmal hört, ohne genau sagen zu können, von welchem Tier es stammt. »Fragen ist reichlich untertrieben.«

»Tut mir leid, dass ich es dir nicht von Anfang an gesagt habe«, fuhr Critter fort, ohne meinem Ausbruch Beachtung zu schenken. »Aber deiner Mutter ging es dreckig, und ich wollte nicht, dass du zweimal um sie trauern musst, falls die Sache … falls sie … ach, verdammt.« Er atmete tief durch. »Ich habe nie darüber nachgedacht, in welchem Zustand sie bei ihrer Rückkehr sein würde. Ich war dumm genug zu glauben, dass sie einfach der Mensch sein würde, der sie vorher gewesen war. Ich hätte es besser wissen müssen. Man verbringt nicht zwei Jahrzehnte mit einem Mann wie Richard Dixon und kommt am Ende heil davon.« Er blickte mich an und zuckte zusammen, als ihm klar wurde, was er gerade gesagt hatte. »Tut mir leid, ich wollte nicht … äh … deine …«

»Du musst dich nicht entschuldigen. Das ist sowieso das Einzige, was für mich im Augenblick irgendeinen Sinn ergibt. Tatsächlich kann niemand zwanzig Jahre mit so einem Menschen verbringen und dabei gesund bleiben.« Zitternd atmete ich durch und fuhr fort: »Das weiß ich nur zu gut. Aber bitte, sag mir eins: Was ist los mit ihr? Und warum ist sie hier?«

»Wie sich herausgestellt hat, leidet deine Mutter an einer posttraumatischen Belastungsstörung. Davon sind auch viele Soldaten betroffen, wenn sie vom Gefechtseinsatz heimkehren. Und ich zweifle nicht im Geringsten daran, dass das, was deine Mutter durchgemacht hat, ein gottverdammter Krieg war. Anfangs war sie sehr still, aber es ging ihr verhältnismäßig gut. Sie hat oft nach dir gefragt. Mitten in der Nacht hat sie nach dir gerufen, immer wieder. Als wir ihr sagten, dass du hier und in Sicherheit bist, stürzten alle Mauern ein, die sie um ihr Inneres errichtet hatte, und das ungeheure Ausmaß der Sache überrollte sie wie eine verdammte Flutwelle.«

»Wird sie wieder gesund?«, fragte ich.

Critters Augen wurden feucht. Er atmete tief durch und erklärte: »Das muss sich erst noch zeigen. Sie bekommt Hilfe. Aber sie hat so ihre Momente. Manchmal pendelt sie zwischen der Gegenwart und der Vergangenheit hin und her, und dann glaubt sie, es sei zwanzig Jahre früher.«

»Du hast mich angelogen!«, platzte ich heraus. Ich bereute die Worte, sobald sie mir über die Lippen gekommen waren. Dass Critter mich belogen hatte, war die geringste meiner Sorgen, doch aus irgendeinem Grund hatte mein Verstand diese Tatsache an die erste Stelle gesetzt.

»Ja, das habe ich«, räumte er ein. Es war keine Entschuldigung. In seiner Stimme lag kein Bedauern. »Aber falls es dir irgendwie hilft: Ich weiß, wie du dich fühlst. Auch ich habe geglaubt, sie sei tot. Ich dachte, sie hätte mich verlassen, und er hätte sie umgebracht.« Critter ballte die Fäuste, dann öffnete er sie wieder. »Heute weiß ich, dass er mich genau das glauben lassen wollte. Deine Mutter dachte dasselbe. Dass ich tot sei. Erst als ich von ihr geträumt habe, hatte ich irgendwie das Gefühl, dass sie noch lebt. Ich habe einen Suchtrupp losgeschickt. Ein paar Veteranenfreunde von mir, die auf...



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