French | Verbotene Erfüllung | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 02, 304 Seiten

Reihe: Knight & Play

French Verbotene Erfüllung


1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-8025-9670-4
Verlag: LYX
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 02, 304 Seiten

Reihe: Knight & Play

ISBN: 978-3-8025-9670-4
Verlag: LYX
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Sophie Black hat sowohl ihrem untreuen Ehemann als auch ihrem geheimnisvollen Geliebten Lucien Knight den Rücken gekehrt. Doch schon bald wird die Versuchung zu stark, und sie findet sich in Luciens Armen wieder. Und auch ihr Ehemann scheint alles daran zu setzen, ihr Vertrauen zurückzugewinnen. Sophie steht vor der schwersten Entscheidung ihres Lebens.

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1


»Sophie.«

Karas besorgte Stimme wollte nicht verschwinden, sosehr Sophie auch versuchte, sie abzuschütteln und weiterzuschlafen.

»Wach auf, Soph.«

Vielleicht würde sie ja aufgeben, wenn Sophie sich lange genug taub stellte.

Aber stattdessen schüttelte eine sanfte, beharrliche Hand sie an der Schulter, also seufzte sie tief und zwang ihre widerwilligen Lider, sich zu öffnen und die Situation in Augenschein zu nehmen.

Der Fernseher lief noch von letzter Nacht. Auf dem Tisch befand sich eine leere Weinflasche. Daneben ein ebenso leeres Glas. Nur ein Glas – das Erkennungszeichen eines einsamen Herzens. Die Tatsache, dass sie auf ihrem Sofa geschlafen hatte statt in ihrem großen, leeren Ehebett, sagte sogar noch mehr über den Zustand von Sophies Herz aus. Karas hübsches Gesicht zog sich sorgenvoll in Falten, aber ihre Augen waren klar und entschlossen.

»Du musst aufstehen, Süße.«

»Muss ich?«, brummelte Sophie mürrisch. »Muss ich wirklich?« Unter dem zerwühlten Quilt, den sie sich ein paar Nächte zuvor vom Gästebett geholt hatte, stützte sie sich auf die Ellenbogen.

»Kara, meine Ehe ist ein Trümmerhaufen. Mein Ehemann ist weg, wahrscheinlich zu seiner Geliebten gezogen, die er seit sage und schreibe drei Jahren hat. Ich habe keinen Job. Alles, was ich habe, ist dieses Sofa …« – sie warf einen Blick auf den Fernseher – »Jeremy Kyle und Rotwein.«

»Klar. Das könnte dir so passen.« Kara schob betont das Weinglas zur Seite und stellte stattdessen eine Tasse Tee hin. »Wenn du so weitermachst, sitzt du bald selbst bei Jeremy Kyle, statt dir die Sendung nur anzusehen.«

Sophie schnaubte und setzte sich mühevoll auf, während Kara sich am anderen Ende des Sofas niederließ und die Füße unter den Quilt steckte.

»›Ich hab meinen Sexgott von einem Chef gevögelt, während mein Mann mit seiner heimlichen Geliebten im Urlaub war‹, klingt doch nicht schlecht.« Ein Anflug von Belustigung funkelte in Karas Augen, als sie eine Packung Paracetamol aus ihrer Tasche fischte.

»Selbst Jeremy Kyle hätte Schwierigkeiten, meine Probleme aufzudröseln«, murmelte Sophie und nahm die Tabletten, die Kara ihr aus der Folie drückte. Der Tee verbrühte ihr fast die Kehle, als sie sie damit herunterspülte, aber den Schmerz spürte sie kaum. Sophie war leer geweint, und ihre Schmerzrezeptoren hatten ihren Dienst aufgegeben. Ihr Körper und ihr Geist hatten genug, und sich eine Woche lang unter den Schutz ihres Quilts zu verkriechen, hatte nicht annähernd dazu beigetragen, die normalen Funktionen wiederherzustellen.

»Du brauchst keinen Jeremy. Du hast doch mich.«

Sophie nickte betreten. »Wenn du das sagst.«

Kara hatte ihr von Anfang an gesagt, dass den Job als Assistentin von Lucien Knight anzunehmen ein Fehler auf allen Ebenen sei, aber sie hatte sich trotzdem nicht davon abhalten lassen. Luciens Anziehungskraft war zu stark gewesen, um zu widerstehen. Zu aufregend. Zu funkelnd, zu neu, eine zu perfekte Ablenkung von dem ganzen Mist ihres momentanen Lebens.

Und wie es nur eine wahre Freundin konnte, hatte Kara nicht gesagt: »Ich hab’s dir ja gleich gesagt«, als Sophies Leben um sie herum zusammengebrochen war. Sie war unerschütterlich gewesen, der einzige Fels inmitten eines tosenden Meeres. Sie hatte Sophies niedergeschlagenes Gemüt über Weinflaschen und späten Telefonaten getröstet und Essen vorbeigebracht, das Sophie jedoch fast nicht angerührt hatte. Und nun war Samstagmorgen, und sie war mit dem Ersatzschlüssel hereingekommen, den sie beschlagnahmt hatte, bewaffnet mit Behältern mit kleinen Mahlzeiten und der festen Absicht, Sophie vom Sofa zu holen, ehe es sie ganz verschlang.

Sophie seufzte schwer. »Gestern Abend hat Dan angerufen.«

Karas Augen weiteten sich ein wenig. »Geht es ihm gut?«

»Nicht besonders.« Sophie umklammerte Trost suchend ihre Tasse. »Er ist total durcheinander. Entschuldigte sich, und noch im selben Atemzug beschimpfte er mich.«

Kara nickte langsam. »Also ein bisschen wie du.«

Sophie zog eine Schulter hoch. »Kann sein.«

»Hast du ihn gefragt, was sein blaues Auge macht?«

»Was denkst du denn?« Sophie hob sarkastisch eine Augenbraue.

»Wohnt er jetzt bei …?« Kara sagte Marias Namen nicht, aber sie wussten beide, wie der Satz endete.

»Ich habe ihn nicht danach gefragt. Aber wo soll er sonst sein? Die beiden sind seit Jahren zusammen. Sie waren zusammen im Urlaub.« Sophie atmete zitternd aus. »Wo soll er sonst sein?«

Karas mitleidvolles Gesicht und das Fehlen einer Antwort bestätigten ihre Zustimmung, auch wenn sie sie nicht aussprach.

»Genug von Dan. Was machen wir mit dir?«

Sophie warf einen bedauernden Blick auf die leere Weinflasche. »Mein Weinregal auffüllen?«

»Soph, ich meine es ernst. Wenn du dich nicht zusammenreißt, wird alles bleiben, wie es ist.« Sie dachte noch einmal darüber nach. »Nein, es wird nicht so bleiben. Deine Rechnungen werden nicht bezahlt, und die Bank wird sich dein Haus unter den Nagel reißen.«

Sophie schob ihre Tasse auf den Couchtisch und fuhr sich mit den Händen durchs Haar. Bäh. Fettig und strähnig und zweifellos so zerwühlt wie der Pyjama, den sie seit einer Woche trug.

Kara hatte recht. So hart es klang und so unmöglich die Vorstellung war, für länger als zehn Minuten das Sofa zu verlassen, war doch die Zeit, sich in Selbstmitleid zu suhlen, vorbei. Der Gedanke, ihr Haus zu verlieren, war zu unerträglich, denn es war zu dem einzig Verlässlichen in ihrem Leben geworden.

»Ich weiß nicht, wo ich anfangen soll, Kar.«

Kara musste das Beben in Sophies leiser Stimme gehört haben, denn sie umfing sie in einer stärkenden Umarmung und hielt sie dann wieder auf Armeslänge von sich.

»Du könntest damit anfangen, eine Dusche zu nehmen. Du stinkst.«

Sophie wickelte das Handtuch um ihre frisch gewaschenen Haare und rieb mit der Hand über den beschlagenen Badezimmerspiegel. Das Gesicht, das ihr daraus entgegenblickte, betrachtete sie gelassen, und sie registrierte die sich stärker abzeichnenden Wangenknochen und die dunklen Schatten um ihre Augen. Beides schockierte sie nicht. Sie behielt kaum etwas zu essen bei sich und hatte Mühe einzuschlafen.

Sie kannte sich selbst nicht mehr. So viele Gefühle bekriegten sich in ihr, dass es ihr schien, als würde sie von ihren Klingen kurz und klein geschlagen. Angst. Wut. Reue. Bohrende Schuldgefühle.

Es spielte keine Rolle, dass Dan sie drei Jahre lang betrogen hatte. Sie hatte ihre moralische Überlegenheit in dem Moment aufgegeben, als sie Lucien Knight zu Gesicht bekommen hatte, denn sie hatte es gewusst. Sie hatte den Job angenommen, obwohl sie gewusst hatte, was passieren würde. Stattdessen hätte sie die Beine in die Hand nehmen sollen. Ja. Sie hatte ihre Schuldgefühle verdient, und Luciens Benehmen im Hausflur letzte Woche hatte sie noch verzehnfacht. Das hier war ihr ureigenster Schlamassel. Er hatte nicht das Recht dazu, einfach hereinzumarschieren und alle anderen mit Füßen zu treten, um seine Meinung zu sagen. Er hatte ihr unter Zwang die Hand geführt, als sie diejenige hätte sein müssen, die die Entscheidungen traf.

Indem er ihr die Wahlmöglichkeiten genommen hatte, hatte er Sophie einen weiteren auf ihrer immer länger werdenden Liste von Gründen gegeben, ihn zu hassen. Sie war fast so lang wie die Liste der Gründe, warum sie ihm überhaupt erlaubt hatte, sie zu verführen. Fast. Sie hatte die ganze letzte Woche seine zahlreichen Anrufe und SMS ignoriert. Sie hoffte und nahm an, dass ihr Versäumnis, bei der Arbeit zu erscheinen, als ihre unausgesprochene Kündigung galt.

Ihre Zeit mit Lucien war kurz und blendend hell gewesen, aber es war der Augenblick gekommen, damit aufzuhören, Märchen über tragische Schneeprinzessinnen und ritterliche Wikinger in Szene zu setzen und sich endlich der grauen, endlosen Monotonie ihrer zerstörten Ehe zu stellen. Kein Weglaufen mehr. Oder sich auf dem Sofa verkriechen.

Sophie folgte ihrer Nase und traf Kara in der Küche an, wo sie ein Lied aus dem Radio mitsang und sich einen Toast machte. Vielleicht war es nur die Wirkung darauf, den Dreck und die Tränen von ihrem Körper abgeduscht zu haben, aber Sophie spürte, wie ihr Magen auf den heimeligen Duft ansprach, als sie sich an den Küchentisch setzte. Es war ein gutes Gefühl, wieder saubere Kleidung zu tragen. Instinktiv hatte sie, auf der Suche nach jedem Fitzelchen Trost, das sie bekommen konnte, nach ihrer abgetragensten Jeans und einem schlabberigen, hellrosa Pulli gegriffen. In Ermangelung wärmender Arme würden es diese Kleidung und ihre zuverlässigen Hausstiefel aus Schaffell tun müssen.

»Dein Telefon hat gepiept. Sieben Mal!« Sophie warf einen gehetzten Blick auf ihr Handy, das auf dem Küchentresen lag. Wenn Kara daraufgeschaut hatte, hatte sie zweifellos Luciens Namen auf dem Display aufblinken sehen.

»Ich ignoriere ihn schon die ganze Zeit.«

»Das scheint ihm nicht zu gefallen. Du hast elf ungelesene Nachrichten.«

»Du warst an meinem Handy?«

Kara zuckte ungerührt mit den Achseln. »Dann erschieß mich halt. Ich mache mir Sorgen um dich, Soph. Du kannst nicht einfach den Kopf in den Sand stecken.«

»Mir geht’s wieder gut.« Sophie zog sich die Ärmel ihres Pullis bis über die Fingerspitzen hinunter. »Na ja, spätestens, wenn ich einen neuen...


French, Kitty
Kitty French lebt mit ihrem Ehemann und ihren zwei Söhnen in England. Mit ihrer Serie um Sophie Black und Lucien Knight landete sie sofort einen Bestseller.

Kitty French lebt mit ihrem Ehemann und ihren zwei Söhnen in England. Mit ihrer Serie um Sophie Black und Lucien Knight landete sie sofort einen Bestseller.



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