French | Verbotenes Spiel | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 300 Seiten

Reihe: LYX.digital

French Verbotenes Spiel


1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-8025-9671-1
Verlag: LYX
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 300 Seiten

Reihe: LYX.digital

ISBN: 978-3-8025-9671-1
Verlag: LYX
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Lucien und Sophie sind nach Ibiza gereist, wo Lucien einen weiteren Club eröffnet hat. Mit von der Partie sind Sophies beste Freundin Kara und Dylan Day, der für Lucien als Clubmanager arbeiten soll. Von Anfang an sprühen zwischen Kara und Dylan die Funken. Aber ist es nur ein Sommerflirt oder wahre Liebe?

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1


»Auf Ibiza haben wir momentan sehr angenehme fünfundzwanzig Grad, und es verspricht ein schöner Tag zu werden. Im Namen unseres Kapitäns und der ganzen Crew bedanken wir uns bei Ihnen, dass Sie mit uns geflogen sind, und wünschen Ihnen eine sichere Weiterreise.«

Die Anzeigeleuchten für die Sicherheitsgurte über den Köpfen erloschen, als die Stewardess ihre Schlussankündigungen machte, und überall um ihn herum drängelten sich die Passagiere, um überquellende Taschen, überdrehte Kinder und sonstige Überbleibsel in der Enge der vollgestopften Kabine zusammenzusuchen.

Er wartete ruhig ab, während ein Junggesellenabschied in verschiedenen Stadien der Trunkenheit und mit hastig bekritzelten T-Shirts aufgelöst den Mittelgang hinunterstolperte, da er keine Lust hatte, in das testosterongeladene Gedränge der Männer zu geraten, die nach dem nächsten Bier lechzten.

Als er als Letzter den Flieger verließ, begegnete er für einen kurzen Moment den stark geschminkten Augen der Stewardess am Ausgang und wendete den Blick von dem aufflackernden Interesse ab, das er dort funkeln sah. Es hatte eine Zeit gegeben, in der er sich darüber gefreut hätte, aber die Zeit stellte noch andere Dinge mit einem Mann an. Ermüdete ihn.

Er mochte der letzte Passagier gewesen sein, der aus dem Flieger stieg, aber er war der erste, der den Flughafen verließ. Mit der Reisetasche über der Schulter lief er schnurstracks am Gepäckkarussell vorbei, all seine irdischen Besitztümer befanden sich in dieser einen alten Tasche.

Er stieg in das nächstbeste Taxi, warf die Tasche neben sich auf den Rücksitz und beugte sich zum Fahrer vor.

»Irgendwohin.«

Die Brauen des Taxifahrers zogen sich über den dunklen Augen zusammen, und er musterte ein paar Sekunden lang das Gesicht seines Fahrgastes, versuchte, ihn einzuordnen. Männlich, alleinreisend, kein Ehering, kein Gepäck.

Wie falsch erste Eindrücke doch sein können.

»San Antonio?«, schlug er vor, sein Englisch hatte einen starken Akzent. »Party?«

Sein Fahrgast schüttelte den Kopf. Das Letzte, was er jetzt gebrauchen konnte, waren die grellen Lichter und das pulsierende Partyzentrum der berüchtigten Partyhauptstadt der Insel.

»Irgendwohin, wo es ruhig ist.«

Er bemerkte, wie die Augenbrauen des Fahrers sich wieder senkten, als er ihn noch eine Weile betrachtete, ehe er sich abwandte und entschlossen den Motor startete. Ohne weitere Fragen lenkte er den Wagen in den unruhigen Verkehr um den Flughafen herum.

Froh über die Stille, lehnte der Fahrgast den Kopf zurück an den von der Sonne aufgewärmten Sitz und sah zu, wie sich die Landschaft Ibizas vor ihm entfaltete, als sie auf ruhigere, kurvenreiche Straßen kamen. Üppige, sattgrüne Kiefern vor einem lebhaft blauen Himmel. Spätfrühling. Neuanfang.

Als die Straße eine Biegung machte und begann, zur Küste hin abzufallen, tauchte vor ihnen der Bogen einer unwahrscheinlich malerischen Bucht auf. Schillerndes, türkisfarbenes Wasser, gesäumt von zuckerweißem Sand – wie auf einer Ansichtskarte, die Art von Bildern, die Touristen dazu verführt, für eine Woche sonnenverwöhnter Glückseligkeit im Jahr tief in die Tasche zu greifen.

Sie fuhren hinab, bis sie auf Meereshöhe waren, und der Fahrer folgte der unbefestigten Straße, die neben dem Strand entlangführte.

»Vadella«, sagte der Fahrer und begegnete im Rückspiegel dem Blick seines Fahrgastes. »Ruhig.«

Dieser nickte dankbar. Eine Handvoll Restaurants und ein paar verstreute Bars am Strand, zurückgesetzt von der Küstenlinie, und einige Sonnenanbeter und Fußball spielende Kinder auf dem Sandstrand. Draußen in der Bucht lagen träge ein paar Boote in der mediterranen Sonne, und kaum ein Kräuseln war auf dem Meer zu sehen. Der Ort war so gut wie jeder andere.

»Bier?«

Die Bedienung hinter der Theke strahlte jene lässige Perfektion aus, die vielen Europäern eigen ist. Geschmeidige Glieder und olivfarbener Teint, geknotetes, weit ausgeschnittenes T-Shirt, das ein Tattoo auf ihrer Schulter entblößte. Sie hatte aufgeblickt, ihn mit einem lockeren Lächeln begrüßt und bot ihm jetzt an, was er bei seinem Anblick ihrer Meinung nach brauchte. Als er nickte, stellte sie ihm ein großes, eisgekühltes Glas hin, und er setzte sich auf den geflochtenen Barhocker und nahm einen langen Zug, schloss zufrieden die Augen, als die kalte, stärkende Flüssigkeit seine Kehle hinunterrann. Sie beobachtete ihn immer noch, als er die Augen wieder öffnete, den Kopf leicht zur Seite geneigt, immer noch ein Lächeln auf ihren Lippen.

»Auf Urlaub hier?«

Höfliche Konversation, auf die er keine höfliche Antwort parat hatte.

»Vielleicht.« Er nickte leicht und zuckte gleichzeitig mit den Achseln. »Vielleicht bleibe ich eine Weile. Mal sehen, wie es läuft.«

»Amerikaner?«, fragte sie, obwohl es eher eine Feststellung war.

Wieder nickte er. »Schuldig im Sinne der Anklage, Ma’am.« Er tippte sich salutierend mit den Fingern an die Schläfe. Schmunzelnd wischte sie die Theke ab, und zum zweiten Mal an diesem Tag erkannte er aufflackerndes Interesse in den Augen einer Frau. Statt ihrem Blick zu begegnen, senkte er seinen auf sein Bier.

»Also, wo kann man hier vernünftig wohnen?«

»Kommt darauf an«, sagte sie. »An wie lange hatten Sie denn gedacht?«

An wie lange hatte er gedacht? Er hatte keine Ahnung.

»Einen Monat vielleicht? Zwei?«

Sie nickte nachdenklich. »Ein Stück weiter in der Bucht gibt es ein Hotel, aber es ist eher für ein, zwei Wochen Familienurlaub geeignet als zum Wohnen. Der Pool voll mit Kindern, so was eben.«

Sie nahm sofort das Unbehagen in seinem Gesicht wahr bei der Vorstellung, sein Lager inmitten von Familienrotten aufzuschlagen. »Wir haben aber auch ein paar Zimmer hier oben im Haus.« Sie warf einen Blick unter die Theke, wo sie nach einem zerfledderten, schwarzen, in Leder gebundenen Buch griff.

Er sah zu, wie sie es aufklappte und mit ihren unlackierten Fingernnägeln die Seite hinunterfuhr und langsam darauf tippte, während sie sie prüfte. Eine erfahrene Tourismuskraft, ihr Englisch war hervorragend, und sie war eindeutig daran gewöhnt, nach Unterkünften gefragt zu werden. Ein Verziehen ihres Mundes sagte ihm, dass sie keine guten Nachrichten hatte.

»Nein. Tut mir leid. Die nächsten Tage haben schon Leute reserviert, und danach ist auch wieder viel los. Es wird schwierig werden, etwas zu finden, das über einen so langen Zeitraum frei ist. Es sei denn …« Ihr Blick wanderte an ihm vorbei zum Strand, und sie zog ihre Unterlippe zwischen die Zähne. »Der Eigentümer dieses Hauses hat ein Boot, das er manchmal vermietet, aber es ist, ähm …« Sie zuckte entschuldigend mit den Achseln und lächelte wieder. »Ich kenne das passende englische Wort nicht.« Sie rümpfte die Nase. »Ich will es mal so sagen. Es ist … nicht gerade trendig.«

Sie blätterte im Buch ganz nach hinten und sah kurz nach. »Es ist frei«, sagte sie, zog die Schultern hoch und hob fragend eine Augenbraue in Erwartung seiner Antwort.

Ein Boot. Nicht das, was er sich vorgestellt hatte, aber wenigstens würde es einsam sein, keine Familien, über die man stolperte und um die man herummanövrieren musste.

»Wo ist es?«

Sie deutete mit dem Kopf in die Bucht hinaus. »Es liegt da drüben, das letzte Boot ganz am Ende bei den Felsen.«

Er folgte ihrem Blick, und obwohl er es nicht sehen konnte, fällte er eine spontane Entscheidung.

»Ich nehme es.«

Sie sah überrascht aus. »Wollen Sie es sich nicht erst ansehen?«

Er schüttelte den Kopf. »Wenn es ein Bett und ein Badezimmer hat, wird es schon gehen.«

Etwas an ihrem Gesichtsausdruck verriet ihm, dass sie der Meinung war, er sollte es sich erst ansehen, bevor er sich festlegte, aber sie sagte nichts.

Stattdessen seufzte sie, vielleicht mit resignierter Belustigung, und holte einen Schlüssel von einem Haken hinter der Theke, ehe sie nach einem Stift griff.

»In dem Fall nehme ich ein paar Daten auf.« Sie blickte auf, den Stift über der Seite schwebend. »Name?«

Er hob sein Bier an, um Zeit zu schinden. Er hätte das sorgfältiger durchdenken sollen. Die Stimme von Bob Dylan ertönte verhalten aus der Anlage der Bar, und der Text »Like a Rolling Stone« erinnerten ihn gespenstisch deutlich an zu Hause.

»Dylan«, sagte er und probierte im Geist den Namen an, während er zusah, wie sie zögernd begann, ihn auf dem Papier zu formen. »D-Y-L-A-N.«

Sie blickte wieder auf, die braunen Augen erwartungsvoll gerundet.

»Nachname?«

Seine Augen schnellten zu dem Neonschild hinter ihr mit dem Namen der Bar. The Happy Days Beach Bar.

»Day«, sagte er. »Ich bin Dylan Day.«

Ein paar Minuten später, als er den steinigen Fußweg entlangging, der den Strand begrenzte, erblickte Dylan sein neues Zuhause zum ersten Mal und erkannte zu spät, warum das Mädchen in der Bar gezögert hatte, ihm das Boot ungesehen zu vermieten.

Die anderen Boote in der Bucht gehörten offensichtlich entweder betuchten Leuten – strahlend weiße Gebilde dezenten Glamours – oder waren die einfachen Fischerboote von Arbeitern. Nicht so dieses Boot. Nein, dieses Boot konnte man keineswegs als dezent bezeichnen. Dieses Boot strotzte vor Persönlichkeit.

Es war nicht seine Kragenweite. Eigentlich waren...


French, Kitty
Kitty French lebt mit ihrem Ehemann und ihren zwei Söhnen in England. Mit ihrer Serie um Sophie Black und Lucien Knight landete sie sofort einen Bestseller.

Kitty French lebt mit ihrem Ehemann und ihren zwei Söhnen in England. Mit ihrer Serie um Sophie Black und Lucien Knight landete sie sofort einen Bestseller.



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