Frey Akrons Crowley Tarot Führer Band 1
1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-905372-47-2
Verlag: Akron
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Eine magische Reise durch die Welt des MEGA THERION
E-Book, Deutsch, Band 1, 175 Seiten
Reihe: Akrons Crowley Tarot Führer
ISBN: 978-3-905372-47-2
Verlag: Akron
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
C. F. Frey alias Akron ist der Romantiker unter den Tarotexperten. Weshalb? Er versucht zu begreifen, für uns greifbar zu machen. Unser Leben, unsere Gefühle, unser Zusammenspiel mit allem, was da noch ist – und wie wir dieses Alles wahrnehmen, ist sein Forschungsfeld und dabei nutzt er als Werkzeug den Tarot. Sein „Feld“ ist nicht nur „weit“, sondern vor allem tief: Er schaut in die Tiefen der Seelen und riskiert immer wieder Blicke ins Abgründige, ins scheinbar Unerklärbare.
Und damit setzt er, ganz in der Tradition der Romantiker, einen Gegenpol zur gnadenlosen Globalisierung – unserer epochalen Revolution – hin zum anderen, wunderbar grenzenlosen, alles möglich Machenden, hin zum Imaginären, das wir gemeinsam mit ihm als doch Mögliches erfahren können.
Das Werkzeug für seine magische Philosophie heisst nicht nur TARO, ROTA oder gar RAT(I)O, sondern er hat sich auch den besonderen unter den Tarots ausgesucht und dessen Initiator: den Thoth Tarot und Edward Alexander Crowley, der sich seit seinen jungen Erwachsenenjahren Aleister nennen wird.
So laden wir Sie ein zu lesen:
Diese von Akron festgehaltenen äusserst interessanten biographischen Abrisse aus dem Leben des Aleister Crowley – und damit ebenso Abrisse aus dem Leben einiger höchst interessanter Frauen -, illustriert durch viele Bilder, die fremdes Leben anschaulich machen. Und zugleich auch zu Charles Freys eigener Geschichte, die davon erzählt, wie er dem Magier begegnete, die aber zugleich und vor allem eine unterhaltsame authentische Zeitreise ist in eine kurze Periode der Geschichte des letzten Jahrhunderts, in der noch rebelliert wurde, probiert, experimentiert und gelebt – ohne Zukunftsängste, sondern mit Erstaunen auf die Wunder aller Welten…
Weitere Infos & Material
Lieber Aleister Crwley
I Das Buch Thot - Meine persönliche Geschichte
II Das Buch Thot - Die magische Ausrichtung
- Der Channel und das Liber Legis
- "Die Zwillingsfalken" von Har-Sopdu
- Die Vision und die Stimme
- Der Schutzengel
- Eine Standortbestimmung
III Das Buch Thoth - Die Gewichtung für den Tarot
- Der Golden Dawn
- Samuel Liddel Mathers Farbenskala
- Die drei Zeitalter
- Die Lady und das Biest
- Die projektive Geometrie
- Rudolf Steiners Sonnen-Raum
IV Die Person Aleister Crowley - Das Leben des Magiers
- Crowleys Erben: McMurtrys Caliphat
V Ergänzungen zur Abbey of Thelema
1. Der Geist der Zeit
2. Die heiligen Fresken
Anhang
- Autorenvita
- Quellen
- Crowleyana
II Das Buch Thoth –
die magische Ausrichtung
Es ist schon wahr, dass meine erste Begeisterung für Crowley weder seinem intellektuellen Credo noch seinem schöpferischen Gloria, sondern ganz einfach seiner schillernden Persönlichkeit galt: seinem Ruf, ein Rebell, ein Aussteiger und ganz nebenbei auch noch der größte Magier des 20. Jahrhunderts zu sein. Einem Mann also, dem die Kunde vorauseilte, mit den Dämonen ins Bett zu gehen und mit den weiblichen Buhlteufeln wieder aufzuwachen. Er war aber nicht nur der Begründer des modernen Satanismus, ein Vertreter der gnostischen Literatur, der Hermetica, des Abramelin oder des Necronomicon, der die Henochischen Beschwörungen wieder entdeckte, die magische Formel des Alchemisten John Dee, mit dem er den Dämon Choronzon in der Sahara beschwor. Er war auch Bergsteiger, Yogameister, Philosoph, Poet, Pirat, exzellenter Maler und suggestiver Beschwörer, ein kreativer Genius, dem das Wort Freiheit auf der Stirn geschrieben stand. Sein Einfluss auf einen Teil der Jugendkultur ist nicht zu unterschätzen, gerade weil viele der ihn hochpushenden Rockmusiker den Eindruck erweckten, als sei er der Teufel höchstpersönlich und sie seine auserwählten Schüler. Dieser Mann war Erbe und Erneuerer einer Strömung aus dem Dunkel des Mittelalters1, nämlich der Magie, die er selbst und einige seiner Anhänger Magick nannten. Die einen sahen in ihm nicht nur den größten Magier des vergangenen Jahrhunderts, sondern auch den Verkünder einer neuen Religion, und für die anderen war er einer der finstersten Menschen aller Zeiten. Für sich selbst war er einfach nur groß: Ich mag vielleicht ein Schwarzmagier sein, aber dann wenigstens ein verdammt guter! soll er einmal gesagt haben. Er diente der Nachkriegsgeneration sozusagen als Opiumersatz. Diese hatte von den Zusammenhängen des komplexen Wirtschaftswunders keine Ahnung und war gerade im Begriff, sich von den Erwartungen der Alten loszureißen, sie wollte neben Fun und Musik auch Sex und Magie (Sexualmagie) haben und jemanden, der sich mit Drogen auskannte. Es ging einfach um den Kick, um die suggestive Botschaft Tue, was du willst!, ähnlich, wie John Lennons krächzendes Drogenbekenntnis Ticket to ride oder Sprüche wie Wer zweimal mit derselben pennt, gehört schon zum Establishment Balsam auf die Blasen einer gelangweilten, sich am eigenen Wohlstand »wund gescheuerten« Jugend war. Napoleonische Gebärde (Kopfbedeckung des Horus) um 1910 im schrillen Kleid eines »halluzinogenen« Photoshop-Designs Man könnte etwas überspitzt auch sagen, dass sich das sozial subversive Element von Crowley mittels Beschwörungsritualen und suggestiven Übertragungen gerne in den Köpfen geeigneter, auf der gleichen Frequenz schwingender Anhänger auslöst. Das Vorgehen ist äußerst simpel: Negative Abspeicherungen wie etwa Hure Babylon oder Tier 666 werden einfach umgedreht und dadurch erlöst. Plötzlich begegnet uns der Teufel im Kleid des Positiven, Erstrebenswerten, den es nur noch seiner hässlichen alten Hülle zu entkleiden gilt, um zu den höheren Weihen aufzusteigen. Damit hat Crowley seinen Finger erfolgreich auf die Relativität menschlicher Wahrnehmung, auf die einseitige Sicht der herrschenden Moralvorstellungen gelegt. Das, was er sieht, ist wahr, auch wenn er diese Erkenntnis letztlich in seiner eigenen Haltung widerlegt, wenn er der Versuchung erliegt, religiöse Dogmen und Intoleranz sektenhafter Systeme, wie er sie erlebt hat, nicht nur nicht zu vernichten, wofür er angetreten ist, sondern sie am Ende durch die Überführung in seine eigene Lehre geradezu zu bestätigen. Der Channel und das Liber Legis
Original-Titelseite des Liber Al vel Legis Kommen wir nun zum spirituelleren Teil. Am 8., 9. und 10. April empfing Crowley in Kairo durch die geistige Vermittlung seiner Frau Rose eine kuriose Botschaft, die er sofort zu Papier brachte, das Liber Al vel Legis, das Buch des Gesetzes. Es ist eine eigenartige Vision, wie eine Art stenografisch verkürzter Prosa-Dichtung, die ihnen eine geheimnisvolle geistige Erscheinung mit dem Namen Aiwass auf ihrer Hochzeitsreise zukommen ließ. Die Message ist einfach: Sie verkündet den Beginn eines Neuen Æons, in dem die spirituellen Formeln vorangegangener Äone ergänzt werden sollen, damit sie mit dem erweiterten Bewusstsein der Menschen besser im Einklang sind. Es geht uns hier aber nicht um die Frage, ob Crowleys Botschaften authentisch sind oder nicht – das lässt sich sowieso nicht herausfinden –, sondern es geht uns darum, darüber zu spekulieren, ob sie etwas Tieferes, Kollektiveres zum Ausdruck bringen, das im Menschen etwas auslösen kann, oder ob sie einfach Crowleys mysteriöse Überhöhungen und geliebte Versteckspielereien repräsentieren, die im Prinzip ein Spiel mit sich selbst sind. Es geht darum, ob der Psyche im spirituellen Sinn eine Landkarte in die Hand gedrückt wird, anhand derer sie sich auf höhere innere Frequenzen einschwingen kann, oder ob es sich einfach um das Material auf der Ebene seiner persönlichen Traumsphäre handelt, innerhalb derer die Botschaften mehr von individuellem als von kollektivem Wert sind. Also im Grunde um die Antwort, ob die Überlieferungen von Aiwass die Botschaft einer höheren Wesenheit darstellen oder einfach so etwas wie ein umfassender seelischer »Versprecher« sind, wie ihn Sigmund Freud den unbewussten Bereichen einer jeden Persönlichkeit zuweist. Die zentrale Frage, die sich dabei stellt, ist: Wer ist Aiwass? Roses handschriftliche Ergänzungen Dazu muss man aber wissen, dass Roses Beitrag an dieser Operation vom Meister nicht gerade ins (Rampen-)Licht gezerrt worden ist. Im Manuskript finden wir einige handschriftliche Änderungen, die nicht seinem Schriftbild entsprechen und damit eine gewisse Mitwirkung Roses an diesem Prozedere nahe legen. Man mag darüber streiten, ob und in welchem Umfang sie auf die Aufzeichnungen Einfluss genommen hat. Fakt ist, dass es ohne sie kaum zu Aiwass’ Erscheinen gekommen wäre. Sie war es, die Crowley zum Besuch des Boulak-Museums überredete und zu der bestimmten Stele führte, und sie war es auch, die ihm die Rituale nach ihren Anweisungen ans Herz legte, die – wie wir noch sehen werden – im Anschluss zu den historischen Aufzeichnungen führten. Damit ist sicher, dass sich »das Höhere« ihrer Stimme bediente und sie sich mit Madame Blavatsky oder Edgar Cayce die Ehre eines frühen Vorläufers der gegenwärtig boomenden Channeling-Szene teilen kann. In der Zwischenzeit gibt es ganze Heerscharen gechannelter Geistesführer, die der Menschheit etwas mitzuteilen haben, und die konventionelle Forschung hat bislang keine akzeptablen Erklärungen für solche Trance-Persönlichkeiten gefunden. Andererseits greift es zu kurz, wenn wir alles, für das es keine Erklärungen gibt, als Traumfiguren oder Abspaltungen des Ichs bezeichnen, wie dies in klassischer psychologischer Sicht geschieht. Damit ist die moderne spirituelle Seele nicht zufrieden, denn es gibt kaum einen größeren Gräuel als die Menschen, die ihre Person hinter den sich selbst aufoktroyierten wissenschaftlichen Modellen zelebrieren. Umgekehrt darf es aber nicht dahin führen, jeden mystisch-verbrämten Schutt aus der kollektiven Seelenmüllhalde zum alternativen Zukunftsmodell zu stilisieren. Grundsätzlich geht es um die Sehnsucht des Menschen nach seinen unentdeckten Teilen, die ihn einladen, sich über visionäre Erfahrungen mit diesen unbewussten Strömen zu verbinden. Dahin zielen auch die alten Totenbücher der Ägypter und Tibeter. In der Auseinandersetzung und Beschäftigung mit jener höheren Ebene geht es weniger um den Tod als um eine spirituelle Perspektive auf der Grundlage des Lebens. April 1904
Rose Crowley Crowley und seine Frau Rose verbrachten gerade ihre Flitterwochen in Kairo, als Rose in Trance fiel und stammelte, die alten ägyptischen Götter, insbesondere Horus, wären über sie gekommen und liehen sich ihre Stimme, und sie möchten mit ihm, Crowley, Kontakt aufnehmen. Nachdem er sich ihrer Medialität dadurch versicherte, indem er ihr einige Fachfragen zu Horus stellte, die sie ihm überraschenderweise beantworten konnte, obwohl sie weder über okkulte noch ägyptologische Bildungsinhalte verfügte, willigte er ein. Beim Besuch des Boulak-Museums Kairo (dessen Sammlungen heute zum Bestand des Cairo-Museum gehören), bat er sie, ihm das Geheimnis von Horus zu offenbaren. Dabei ignorierte sie die üblichen Abbilder von Horus und zeigte auf eine schlichte Stele mit der Katalognummer 666 als die Quelle der Botschaften. Crowley war überrascht. Es war die Begräbnis-Stele des Ankh-af-na-Khonsu, eines Hohepriesters des Kriegsgottes Mentu in Theben.1 Die auf der Stele verwendeten Bildelemente Nuit, Hadit und Re-Harachte werden, wie wir noch sehen werden, von Crowley in Atu XX dann konsequent umgesetzt. Diese »Stele der Offenbarung«, wie sie Crowley später nannte, wurde nun zur Ikone des Gesetzes von Thelema, zum Fundament einer ganzen Palette magischer Eingebungen, die sich in Crowleys »Buch des Gesetzes« krönten, das für das »Buch Thoth« wiederum als Quelle diente. Man kann ohne...




