Friedman / Ryan | Star Trek - The Next Generation: Requiem | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, 0 Seiten

Friedman / Ryan Star Trek - The Next Generation: Requiem

Roman
1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-641-11695-8
Verlag: Heyne
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Roman

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ISBN: 978-3-641-11695-8
Verlag: Heyne
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Eine verlassene Station gibt der Enterprise Rätsel auf

Vor fünfundzwanzig Jahres ist es Captain Picard gelungen, Kontakt zu den aggressiven, echsenähnlichen Gorn herzustellen und einen Krieg in der Galaxis zu verhindern. Jetzt eskalieren interne Auseinandersetzungen auf dem Heimatplaneten der Gorn, erneut droht Krieg. Picard soll als Unterhändler der Föderation eine Katastrophe verhindern. Auf dem Weg zur Konferenz entdeckt die Enterprise eine gigantische, offenbar längst verlassene Raumstation. Erste Sondierungen lassen keine Gefahr erkennen, doch als der Captain das Objekt persönlich untersuchen will, erwacht die Station zum Leben. Als der energetische Sturm abebbt, ist der Captain verchwunden.

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Prolog


Sternzeit: 16175.4

Erddatum: 2345

Die Türen des Lifts öffneten sich, und Captain Picard betrat die Brücke. Wie er feststellte, war Crusher bereits auf seinem Posten.

»Guten Morgen, Captain«, sagte Crusher fröhlich.

»Guten Morgen, Jack«, erwiderte Picard und sah zu, wie der diensthabende Lieutenant Commander sich schnell vom Sitz in der Mitte erhob.

Picard nahm im Sessel des Captains Platz. Vigo kam als nächster auf die Brücke, platzierte seine große, blauhäutige Gestalt hinter die Waffenkonsole. Picards Erster Offizier, Gilaad Ben Zoma, kam einen Augenblick später, und die anderen folgten schnell darauf.

Crusher hatte bereits den morgendlichen Bericht vorbereitet.

»Sehr geringe Aktivität, Sir«, sagte er ruhig. »Eine kleine Kurskorrektur um sechs Uhr, um einem Asteroiden auszuweichen – seine Position wurde in die Sternenkarten eingetragen. Wir haben den Zeitverlust ausgeglichen und werden pünktlich auf Alpha Pensura eintreffen.«

»Ausgezeichnet«, erwiderte Picard. »Führen Sie bei den Sensoren einen Diagnosecheck der Stufe eins durch. Wir brauchen ihre maximale Leistung …«

»Captain«, unterbrach ihn sein Kommunikationsoffizier. »Eine vorrangige Nachricht von einem Schiff im Beta-Quadranten. Kein Identitätskode, nur der Prioritätskanal.«

»Beantworten Sie den Funkspruch«, sagte Picard. »Legen Sie ihn auf den Schirm.« Picard erhob sich und richtete seine Aufmerksamkeit auf den vorderen Bildschirm. »Ich bin Captain Jean-Luc Picard von der U.S.S. Stargazer. Wie können wir Ihnen helfen?«

Picard hatte noch nie persönlich mit einem Gorn gesprochen; daher war er etwas überrascht, als das fremde Gesicht auf dem Bildschirm erschien. Während der Gorn ihn betrachtete, blieb Picard nur ein kurzer Augenblick, um die Gesichtszüge des Reptilienwesens zu erfassen: die grobe, grüne Haut, die fast insektoiden Augen mit ihren zahlreichen Facetten und die vorstehenden Zähne.

»Captain«, sagte der Gorn. Der Computer übersetzte die Stimme, während im Hintergrund Zischlaute und gutturale Atemgeräusche zu vernehmen waren. »Wir möchten persönlich mit Ihnen sprechen. Bringen Sie Ihr Schiff zu den Koordinaten, die wir Ihnen nun senden.«

Picard hielt seinen Tonfall und Gesichtsausdruck ruhig. »Natürlich werden wir gern …«

Doch das Bild verschwand abrupt vom Schirm.

Jack Crusher ergriff als erster das Wort. »Captain, was hat das zu bedeuten?«

Picard drehte sich zu seinem wissenschaftlichen Offizier um. »Ich vermute, das war ein Anfang, Mr. Crusher … ein Anfang.«

Picard sah aufmerksam zu, während das Band sich seinem Ende näherte. Der Raumschiffkommandant – der Protagonist des Bandes – war offensichtlich erschöpft und behandelte sein linkes Bein. Der Captain erkannte sofort die Zeichen – und wusste, dass der Kommandant am Ende seiner Widerstandskraft angelangt war.

Die Geschichte verlor für Jean-Luc niemals ihren Reiz, und vielleicht zum hundertsten Mal in seinem Leben als Erwachsener beobachtete er, wie dem Raumschiffkommandanten eine Erleuchtung kam. Beobachtete er, wie der fast schon Besiegte seine Materialien zusammentrug: einfache Chemikalien, Steine und ein Bambusrohr. Beobachtete er, wie der Kommandant dem Feind entgegentrat, mit seiner primitiven, selbstgebastelten Schusswaffe zielte und sich dann anschickte, seine kaum vorhandene Chance wahrzunehmen.

Gefesselt wie immer sah Picard zu, wie der Kommandant die Zündschnur in Brand setzte … und dann nichts. Das Band endete, wo es immer endete, einen Sekundenbruchteil, bevor der Kampf gewonnen oder verloren wurde, einen Sekundenbruchteil, bevor endgültig über Tod oder Überleben des Raumschiffkommandanten und seiner Besatzung entschieden wurde.

Die Urheber dieses Konflikts einer längst vergangenen Zeit, die geheimnisvollen und mächtigen Metronen, hatten die beiden Kommandanten gegeneinander antreten lassen und den Einsatz und die Regeln bestimmt. Sie hatten diesen Augenblick ausgewählt, um ihre Übertragung zu beenden. Starfleet hatte die Aufzeichnung des Zwischenfalls daraufhin für die Öffentlichkeit gesperrt, und die Lösung des Kommandanten war ein Geheimnis geblieben.

Picard hatte sich mehr als einmal mit dieser Situation konfrontiert. Captain James T. Kirks Begegnung mit dem Captain des Gornschiffs auf einer öden und trostlosen Welt war zu einer Legende geworden … und Simulationen dieser Begegnung waren ein Standardtest für Kadetten an der Starfleet-Akademie.

Wenn Picard sich recht erinnerte, war er sechs Mal von dem Gorn ›getötet‹ worden. Beim ersten Mal hatte er sich überraschen lassen und war nach einem kurzen Nahkampf mit dem unglaublich starken reptilischen Humanoiden gestorben. Bei einer anderen Gelegenheit hatte er versucht, Kirks Trick mit der Schusswaffe nachzuahmen, und hatte sich schmerzhafte Verbrennungen an den Händen und vier Wochen mit einer Augenklappe zugezogen.

Bei Picards letzten vier Begegnungen mit dem Gorn war er gestorben, während er versuchte, mit dem fremden Captain zu verhandeln.

Picard wusste, dass Kirks Lösung irgendwo dazwischen lag. Irgendwie hatte der Captain dieser frühen Enterprise das Spiel verändert. Die Regeln, die die Metronen aufgestellt hatten, waren ganz einfach: Die beiden Captains traten in einem Kampf Mann gegen Mann an, der über ihr Leben und das Überleben ihrer Schiffe entschied. Das Spiel hatte im Prinzip nur eine Regel … überleben. Und so viel war klar: Kirk hatte es geschafft.

Doch anscheinend war auch das Schiff der Gorn verschont worden. Kirk hatte eine Möglichkeit gefunden, mehr zu gewinnen als sein eigenes Leben und das seiner Crew. Irgendwie. Es war ein faszinierendes Problem.

Picards Gedanken wurden von der Ankunft seiner Offiziere unterbrochen, die von seinem Stellvertreter, Ben Zoma, angeführt wurden. Der Blick der dunklen Augen des Ersten Offiziers ruhte bereits auf dem Captain und brachte seine Besorgnis über die Situation zum Ausdruck.

Ben Zoma wurde von dem sehr großen, imposanten Dr. Greyhorse und dem ebenso imposanten, blauhäutigen Lieutenant Vigos gefolgt.

Der wissenschaftliche Offizier Jack Crusher kam als letzter und sprach als erster. »Wir haben eine Reihe von Computerchecks durchgeführt, Sir, und die Nachricht stammt tatsächlich von den Gorn. Sie kam genau aus dem Zentrum des Territoriums der Gorn, und der Rendezvouspunkt, dessen Koordinaten uns übermittelt wurden, liegt nicht weit von der mutmaßlichen Heimatwelt der Gorn entfernt.«

Picard spürte, wie die Erregung sein Gesicht rötete. Die Möglichkeiten …

»Anscheinend«, sagte er, »meinen die Gorn es mit ihrem Angebot sehr ernst – und das heißt, wir könnten die ersten Föderationsbürger sein, die ihre Welt zu sehen bekommen.«

Feuerleitoffizier Vigo runzelte die Stirn. »Sie meinen es bestimmt ernst, aber nicht unbedingt freundlich. Schließlich wissen wir nicht, was sie wollen.«

Die meisten anderen, auch Picard, nickten zustimmend. »Das stimmt, Mr. Vigo, aber wir können Vermutungen anstellen. Mr. Crusher?«

Jack Crusher erhob sich und ging zum Bildschirm des Konferenzraums, auf dessen Standbild Captain Kirk dem Gorn ins Auge sah. »Captain James T. Kirks Begegnung mit dem Gorn vor fast fünfundsiebzig Jahren«, begann Crusher mit dem für ihn so charakteristischen ansatzweisen Lächeln, »ist bis zu einer gewissen Stelle gut dokumentiert. Die Gorn griffen einen harmlosen Vorposten der Föderation an. Dieser Zwischenfall wurde allgemein als das Massaker von Cestus Drei und offiziell als der Zwischenfall von Cestus Drei bekannt.

Daraufhin fing die U.S.S. Enterprise NCC-1701 das Schiff der Gorn ab, doch der Kampf wurde von einer mächtigen außerirdischen Rasse, den Metronen, unterbrochen, die Captain Kirk im Nahkampf gegen den Captain der Gorn antreten ließen. Natürlich wissen wir nicht, welche Lösung Kirk fand, aber wir wissen, dass er sein Schiff gerettet hat. Des weiteren ist uns bekannt, dass er eine Vereinbarung erzielen konnte, die auch das Schiff der Gorn verschonte.

Damals entsprachen die Technologie und Waffen der Gorn in etwa denen von Starfleet – Phaser, vergleichbare Warptriebwerke und so weiter –, und das Schiff der Gorn war der Enterprise jener Zeit durchaus gleichwertig. Aber ich sage Ihnen damit nichts, das Sie nicht schon auf der Akademie gelernt haben.«

Crusher runzelte die Stirn, was ihm gar nicht ähnlich sah. »Und ein dreiviertel Jahrhundert später beruht das meiste von dem, was wir über die Gorn wissen oder vermuten, noch immer auf diesen Aufzeichnungen der Enterprise. Nach dieser Begegnung erkannte die Föderation an, dass Cestus Drei sich im Territorium der Gorn befand, und überließ die Welt dieser Spezies. Danach handelten die Föderation und die Gorn über Subraumkommunikation den Grenzverlauf aus. Seitdem haben die Gorn wiederholt Versuche zurückgewiesen, formelle diplomatische Beziehungen aufzunehmen oder Handelsabkommen zu schließen. Die wenigen Kontakte, die wir hatten, kamen durch neutrale Freihändler zustande, die am Rand des Föderationsgebiets operieren.«

Der Erste Offizier Ben Zoma bedachte den Gorn auf dem Bildschirm mit einem kühlen Blick. »Sie haben ein Treffen angeboten, und ich will die historische Bedeutung nicht ignorieren, aber ich rate zur Vorsicht. Sie könnten irgend etwas verbergen.«

Vigo nickte zustimmend. »Sie könnten sich auf einen weiteren Zusammenstoß vorbereiten, der ihnen dann einen Vorteil über uns verleiht.«

Dr. Greyhorse verlagerte seinen großen Körper im Sessel und ergriff...



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