Friedman | Star Trek - Deep Space Nine: Saratoga | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, 0 Seiten

Friedman Star Trek - Deep Space Nine: Saratoga

Roman
1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-641-11670-5
Verlag: Heyne
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Roman

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ISBN: 978-3-641-11670-5
Verlag: Heyne
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Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Captain Sisko muss sich seiner Vergangenheit stellen

Als die U.S.S. Saratoga von den Borg zerstört wurde, kam auch Benjamin Siskos Frau Jennifer ums Leben. Nun soll eine neue Saratoga vom Stapel laufen, und Sisko sowie weitere Mitglieder der ehemaligen Crew sollen an der Schiffstaufe im Marsorbit teilnehmen. Für ihn bedeutet das nicht nur, seinen Kameraden von der ersten Saratoga wiederzubegegnen, sondern auch, sich schmerzhaften Erinnerungen zu stellen. Diese erreichen eine neue Dimension, als Sisko erfährt, dass die Katastrophe hätte verhindert werden können. Auf dem Weg von Deep Space Nine zum Mars gerät die Defiant in einen Energiestrudel, aus dem sich sich nicht mehr befreien kann. Captain Sisko erkennt, dass jemand aus seiner alten Crew das Raumschiff sabotiert hat.

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Kapitel 2


Während Captain Ishimaki vom Föderationsraumschiff Zapata den Aufenthaltsraum durchquerte, um zu seinem Lieblingstisch zu gelangen, betrachtete er das Quartett, das dort Platz genommen hatte.

Das einzige vertraute Gesicht war das seines Ersten Offiziers Mara Klein. Als die Frau ihn bemerkte, strahlte sie ihn geradezu an.

Seltsam, dachte der Captain. Mara war gewöhnlich nicht so erfreut, wenn sie ihn sah. Schließlich hatte es in letzter Zeit einige Differenzen zwischen ihnen gegeben. Wenn sie nicht ein so verdammt guter Offizier wäre, hätte er möglicherweise ausführlicher darüber nachgedacht, eine Versetzung für sie zu beantragen.

Die anderen am Tisch Versammelten beobachteten Ishimaki mit kaum verhohlener Neugierde. Nicht dass er etwas anderes erwartet hätte. Es war völlig natürlich für einen Besucher, dass er sich eine Weile zurückhielt, bis er seinen Gastgeber besser einschätzen konnte. Und wie es schien, stellten die drei in dieser Hinsicht keine Ausnahme dar.

Als erstes sah er die Vertreterin der Crayniden – eine von vieren, die bei Starfleet Dienst taten, und das einzige weibliche Exemplar. Die gebeugte, entfernt insektoide Gestalt, die blasse, beinahe durchsichtige Haut und die runden schwarzen Augen im massiven Kopf ließen keinen Zweifel an ihrer Zugehörigkeit.

An ihrer Seite saß ein Bolianer, der die goldene Uniform der technischen Abteilung trug. Die dritte Person war eine menschliche Frau in blauer Mediziner-Uniform, deren kurzes braunes Haar nur unzureichend von ihrem langen Gesicht ablenken konnte.

»Nun«, sagte Ishimaki, als er vor seinen Gästen stehenblieb, »endlich können wir uns kennenlernen. Ich muss mich entschuldigen, dass ich keine Zeit hatte, Sie persönlich bei Ihrer Ankunft zu begrüßen, aber ich kann mildernde Umstände zu meiner Verteidigung anführen.«

Kleins Lächeln wurde tatsächlich noch strahlender – was der Captain bislang für physikalisch unmöglich gehalten hätte. Seine Neugier auf den Grund für ihre ungewöhnliche Reaktion wuchs ins Unermessliche.

»Geben Sie sich keine Mühe, Captain«, sagte sein Erster Offizier zu ihm. »Ich habe unseren Gästen bereits von unserem außerplanmäßigen Abstecher nach Beta Jalonis erzählt – und wie lange Sie auf Ihren wohlverdienten Schlaf verzichten mussten.«

»Glauben Sie mir«, warf der Bolianer ein, »wir alle haben uns bereits des Öfteren um Notrufe von Kolonien kümmern müssen. Es besteht kein Grund, sich deswegen zu entschuldigen.«

Ishimaki neigte den Kopf, um seinen Respekt anzuzeigen. »Das weiß ich zu schätzen, Lieutenant. Zar, nicht wahr?«

Der Bolianer nickte freundlich. »Taktischer Offizier der Crazy Horse. Zu Ihren Diensten.«

Wäre Zar ein Mensch gewesen, hätte der Captain ihm die Hand hingestreckt. Doch er wusste, dass diese Geste für einen Bolianer überhaupt keine Bedeutung besaß.

Statt dessen wandte er sich an die Craynidin. »Und Sie müssen Lieutenant Commander Graal sein«, schlussfolgerte er. »Chefingenieur der Charleston, wenn ich mich nicht irre.«

Die Craynidin verneigte den klobigen Kopf. »Korrekt«, krächzte sie leise.

Schließlich wandte er sich dem letzten seiner Besucher zu. Und diesmal streckte er die Hand aus, da es sich um eine menschliche Artgenossin handelte.

Doch die Frau erwiderte seine Geste nicht sofort. Zunächst starrte sie auf seine Hand, als wäre es das Exemplar einer exotischen Fauna. Erst nach einer gewissen Zeit ergriff sie seine Hand.

Ihre Berührung war kühl und etwas unbeholfen. Und sie war kurz.

»Dr. Laffer«, stellte Ishimaki fest.

»Ja«, erwiderte sie nur.

Unvermittelt stand Klein auf. »Es tut mir leid, dass ich Sie so abrupt verlassen muss«, sagte sie, während sie sich noch einmal den Besuchern zuwandte. »Aber jemand muss auf der Brücke die Stellung halten, während der Captain für Ihr Wohlergehen sorgt. Wir sehen uns.«

Als sie an Ishimaki vorbeirauschte, versuchte er den Grund für den plötzlichen Aufbruch seines Ersten Offiziers zu erraten. Entgegen ihrer Behauptung lag auf der Brücke nichts an, was ihre sofortige Anwesenheit erfordert hätte. Sie hätte problemlos noch eine Weile bleiben können.

Also hatte sie nicht mehr bleiben wollen. Der Captain fragte sich, aus welchem Grund.

Zuerst das unerklärliche Lächeln, dann der unvermittelte Wunsch, sich zu entfernen. Man hätte meinen können, diese Leute hätten Klein mit klingonischen Schmerzstäben gefoltert.

Dr. Laffer beugte sich vor. »Captain?«

»Ja?«, sagte er.

»Ich hoffe, Sie haben nicht daran gedacht, mich Miriam zu nennen«, sagte sie. »Denn ich ziehe Dr. Laffer als Anrede vor.«

Ishimaki warf ihr einen nachdenklichen Blick zu. Zuerst dachte er, sie wollte ihn auf den Arm nehmen, doch als er sah, wie sie seinen Blick erwiderte, war er sich nicht mehr so sicher.

»Also Dr. Laffer«, pflichtete er ihr bei – für alle Fälle.

»Gut«, sagte die Ärztin – und schien es offensichtlich völlig ernst zu meinen.

Die Mundwinkel des Bolianers zogen sich kraus. Der Captain hatte den deutlichen Eindruck, dass der Mann sich zusammenreißen musste, um nicht laut loszulachen.

Ishimaki betrachtete noch einmal alle drei Besucher der Reihe nach und lächelte dann. »Ist mir vielleicht irgend etwas entgangen?«

»Entgangen?«, gab Graal zurück.

Der Captain nickte. »Die Pointe des Witzes möglicherweise?«

»Ich mache keine Scherze«, stellte Dr. Laffer fest.

Daran gab es für Ishimaki keinen Zweifel. Allmählich entwickelte er eine Ahnung, warum sich sein Erster Offizier aus dem Staub gemacht hatte.

»Also«, versuchte er das Gespräch in Gang zu bringen, »ich schätze, Sie alle freuen sich auf die Gelegenheit, die neue Saratoga taufen zu können?«

»Ja«, zischte die Craynidin.

Natürlich klang es in den Ohren des Captains nicht sehr begeistert. Und sie sah auch überhaupt nicht begeistert aus. Er hatte eher das Gefühl, dass sie sarkastisch war. Doch das war auf der Basis einer Antwort aus nur einem Wort schwer zu beurteilen.

»Graal ist nicht gerade ein Konversationsgenie«, bemerkte Dr. Laffer.

Auch daran hatte Ishimaki keinen Zweifel.

»Wir freuen uns darauf«, warf Zar ein. »Natürlich kann es den Verlust der ursprünglichen Saratoga nicht wettmachen. Ganz zu schweigen vom Tod all unserer mutigen und pflichtbewussten Kollegen.«

»Das ist richtig«, bestätigte die Craynidin.

»Andererseits«, fuhr Zar unverzagt fort, »haben wir schwer gearbeitet, um die Saratoga zum besten Schiff der Flotte zu machen. Es ist gut zu wissen, dass diese Mühen nicht unbemerkt blieben.«

»Seien Sie versichert«, sagte Ishimaki, »dass wir Sie so schnell wie möglich nach Deep Space Nine bringen werden. Dort können Sie dann …«

»Wann werden wir essen?«, wurde er von Dr. Laffer unterbrochen.

Der Captain schaute sie verblüfft an. »Essen?«

»Ja«, bestätigte die Ärztin. »Essen. Nahrung zu sich nehmen. Sich ernähren.«

In ihrer Stimme lag keine Ironie – zumindest konnte Ishimaki keine Spur davon erkennen. Es war, als würde sie tatsächlich glauben, er wüsste nicht, was dieses Wort bedeutete.

Wieder hatte der Captain das Gefühl, dass ihm etwas entging. Entweder das, oder Dr. Laffer war der unfreundlichste Mensch, der ihm jemals begegnet war.

»Wir können jederzeit essen. Wann immer Sie möchten«, antwortete er.

»Wie wäre es mit jetzt?«, fragte die Ärztin.

»Kein Problem«, erwiderte Ishimaki.

Er blickte sich um und entdeckte einen Kellner, einen großen, blonden Mann namens Soderholm. Er winkte ihm zu.

Kurz darauf stand Soderholm an ihrem Tisch. »Was darf ich Ihnen bringen?«, wollte der Kellner gut gelaunt von Ishimaki und seinen Gästen wissen.

»Irgend etwas«, sagte Graal. »Hauptsache, es ist craynidische Nahrung.«

Soderholm blickte den Captain stirnrunzelnd an.

»Das geht in Ordnung«, beruhigte Ishimaki ihn. »Ich habe McCall angewiesen, den Replikator auf verschiedene beliebte Gerichte der Crayniden zu programmieren.«

»Bringen Sie mir irgend etwas«, zischte Graal.

Soderholm zuckte die Schultern. »Wie Sie meinen.« Dann schaute er Zar an. »Und was darf ich Ihnen bringen, Lieutenant?«

»Irgend etwas, das keine craynidische Nahrung ist«, antwortete der Bolianer mit einem freundlichen Grinsen. »Wenn Sie es sehen, werden Sie verstehen, was ich meine.«

Der Captain konnte es sich nur vorstellen. »Also gut. Dann nehmen Lieutenant Zar und ich das actumanische Ingwer-Hühnchen«, sagte er zum Kellner. »Aber sparen Sie nicht mit dem Seetang.« Dann wandte er sich an die Ärztin. »Und was möchten Sie, Dr. Laffer?«

Die Frau machte eine ablehnende Handbewegung. »Für mich nichts«, sagte sie.

Ishimaki starrte sie verblüfft an, bis Dr. Laffer seinen Blick erwiderte.

»Nichts?«, fragte er nach. »Entschuldigen Sie, aber haben Sie nicht vorhin gefragt, wann wir essen werden?«

Sie dachte kurz darüber nach. »Ja«, sagte sie schließlich. »Das habe ich gesagt, wenn ich mich recht entsinne.«

Der Captain blickte zum Kellner auf, der jetzt ebenfalls leicht verwirrt schien. Dann wandte er sich wieder an Dr. Laffer. »Aber jetzt sagen Sie, dass Sie gar nichts essen wollen«, hakte er nach.

»Richtig«, bestätigte sie. »Ich habe keinen Hunger. Ich habe erst vor kurzem in meinem Quartier etwas zu mir genommen.«

Er schüttelte hilflos den Kopf. »Und warum haben Sie dann gefragt, wann wir etwas essen werden?«, wollte...



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