Frieser | Der gefährliche Traum | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 240 Seiten

Frieser Der gefährliche Traum


1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-8192-0340-4
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 240 Seiten

ISBN: 978-3-8192-0340-4
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Gruselige Zeitreise im Spessart Kaum im Spessart angekommen, hat Max Ärger mit Klassenkameraden. Sie verlangen Geld von ihm, dafür würden sie ihn in Ruhe lassen. Doch Max wehrt sich und fängt eine Prügelei an. Zur Strafe brummt ihm der Lehrer ein Referat über die Geschichte des Ortes auf. So erfährt Max von der Entführung der Tochter des Barons im Jahr 1649. Fortan träumt Max jede Nacht davon und wird immer tiefer in die Vergangenheit hineingezogen, bis er Angst hat, nicht mehr zurückzufinden. Und da ist noch seine neue Freundin Fritzi, eine Nachfahrin des entführten Mädchens, und ein unheimlicher schwarzer Geisterhund, den nur Max sehen kann. Es gilt, ein Rätsel aus der Vergangenheit zu lösen und Gefahren in der Gegenwart zu bestehen. Warnung! Hoher Gruselfaktor! Zu diesem Buch finden Sie Quizfragen auf antolin.de

Claudia Frieser studierte Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit, nahm an Ausgrabungen teil und arbeitete am Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg, bevor sie sich auf ganz andere Weise mit der Vergangenheit zu beschäftigen begann. So entstanden unter anderem ihre überaus erfolgreiche "Oskar"-Reihe um einen Jungen, den seine Zeitreisen ins Nürnberg Albrecht Dürers führen, oder der in Köln spielende Mittelalterkrimi "Der Kirchendieb".
Frieser Der gefährliche Traum jetzt bestellen!

Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


Veränderungen


Wir sind da, Schatz!«, rief Max’ Vater aufgeregt seiner Frau zu, die neben ihm saß. Er bremste das Auto ab und blieb mitten auf der Straße stehen. Max’ Mutter öffnete sofort die Beifahrertür und sprang begeistert aus dem Wagen.

»Liebling, sieh nur! Ist es nicht großartig?« Mit Liebling meinte sie ihren Sohn Max, der auf der Rückbank des Autos saß und sich betont gleichgültig gab. Um dies zu unterstreichen, starrte der noch eindringlicher auf den Bildschirm seines neuen Tablets, ein Bestechungsversuch seiner Eltern.

»Ich möchte auf der Stelle meine beiden Männer neben mir haben und gemeinsam den Anblick genießen«, rief seine Mutter und stellte sich direkt vor das Auto. Um sie herum flirrte die Julihitze und ließ glitzernde Pfützen auf dem heißen Asphalt erscheinen, obwohl es keinen Tropfen Wasser weit und breit gab.

Max rührte sich nicht vom Fleck, auch wenn er vor Neugierde fast umkam. Aber zugeben würde er es niemals. Schließlich wollte er seine Eltern nicht so schnell vergessen lassen, dass er mit ihrer Entscheidung nicht einverstanden gewesen war, Tablet hin oder her. Keine zehn Pferde würden Max aus dem klimatisierten Auto bringen.

Sein Vater war bereits dem Ruf seiner Frau gefolgt und stand nun neben ihr. Sie umarmten sich und starrten gemeinsam auf das Ergebnis ihres Glücks. Max steckte sich den Finger in den Mund und tat so, als würde er sich übergeben.

Max’ Mutter ignorierte es gelassen. »Nun komm schon! Von da drinnen kannst du es doch gar nicht sehen.«

Sein Vater scherzte jetzt sogar, so gut gelaunt hatte ihn der Anblick gemacht. »Du weißt doch, was dein grüner Freund Yoda sagen würde? Aussteigen du musst. Genug Macht du hast.« Er lachte über den gelungenen Witz.

Max aber fand ihn nicht lustig. Sicher war er in der Grundschule ein großer Star-Wars-Fan gewesen, aber jetzt? Mein Gott! Er war in der sechsten Klasse. Und warum musste seine Mutter so übertrieben begeistert sein? Das war sie doch nur, um ihr schlechtes Gewissen zu beruhigen, weil sie ihn aus Hamburg weggezerrt hatte. Jetzt tat sie so, als wäre das hier der Hauptgewinn. In solchen Situationen wünschte sich Max Geschwister, Verbündete im gemeinsamen Kampf gegen die Eltern. Stattdessen musste er alle Schlachten alleine austragen. Chancen hatte er nur, wenn sich seine Eltern nicht einig waren. Aber das war heute eindeutig nicht der Fall. Deshalb, und weil er auch ein wenig neugierig war, ergab sich Max seinem Schicksal und stieg aus, wenn auch betont langsam. Ungeduldig griff seine Mutter nach seinem Arm und zog Max zu sich.

Jetzt standen sie zu dritt mitten auf der Straße und schauten auf das, was ab heute ihr Zuhause sein sollte. Ein in die Jahre, oder besser gesagt, in die Jahrhunderte gekommenes Schloss!

Noch in Hamburg, seinem eigentlichen Zuhause, hatten ihn seine Freunde damit aufgezogen und ihn andauernd Prinzchen genannt. In Wirklichkeit aber wollten sie genauso wenig wie Max, dass er ging. Der Abschied war allen schwergefallen. Nun fühlte sich Max einsam. Er kannte doch niemanden in diesem trostlosen Ort namens Hohenstein. Und was hätte es ihm auch gebracht? Seine neue Lebenswirklichkeit war noch viel schlimmer. In einem Kaff gab es wenigstens andere Jungen in seinem Alter. Schloss Hohenstein aber lag abgesondert von jeglicher menschlichen Ansiedlung, umgeben von Wiesen und Wäldern.

»Liegt Schloss Hohenstein nicht romantisch?«, seufzte seine Mutter.

»Auf jeden Fall einsam«, knurrte Max und sah sich um. Hinter ihnen erhob sich der undurchdringliche Spessartwald mit seinen alten Eichen, Buchen und Fichten. Vor ihnen führte eine schmale Straße bergauf an grünen Wiesen vorbei direkt auf das Schloss zu. Die Sonne ließ das Orangerot der Mauern fröhlich leuchten. Das Schloss schien sie tatsächlich willkommen zu heißen. Es wirkte weder abweisend noch trutzig. Kein Schauer jagte über Max’ Rücken, so wie er es sich in seiner Fantasie vorgestellt hatte. Kein Schlossgespenst schien mit rostigen Ketten zu rasseln. Es war kein verfluchter Ort. Im Gegenteil, alles sah lieblich und heiter aus.

»Willkommen daheim!«, rief seine Mutter überschwänglich. »Lasst uns ganz schnell einsteigen und weiterfahren. Ich kann es gar nicht erwarten, das Schloss von innen zu sehen.«

»Wir wohnen doch gar nicht im Schloss«, versuchte Max der übertriebenen Begeisterung seiner Mutter einen Dämpfer zu verpassen. »Wir wohnen in einer Dienstbotenwohnung irgendwo auf dem Gelände, womöglich im ehemaligen Pferdestall.«

»Na und?«, entgegnete seine Mutter fröhlich.

Gemächlich fuhr Max’ Vater die schmale Straße entlang, die rechts und links von alten Alleebäumen flankiert wurde.

»Früher sind hier die Kutschen und Ritter auf ihren edlen Rössern entlanggekommen!«, gluckste seine Mutter entzückt.

»Mum, du nervst!«

»Stell dir das doch mal vor, Max!«

»Jaja! Ich sehe sie direkt vor mir, die edlen Ritter, hoch zu Ross, und ihre Prinzessinnen in der rosa Kürbiskutsche.« Max war eindeutig nicht bereit, sich der romantischen Stimmung seiner Mutter anzuschließen. Zumindest gab er es nicht zu. In Wirklichkeit konnte auch er sich dem magischen Bann nicht entziehen. Und je näher sie dem Schloss kamen, umso stärker kribbelte es in seinem Bauch. Eindrucksvoll erhoben sich nun dessen umgebende Mauern. Als würden sie einen kostbaren und zugleich sehr vergänglichen Schatz vor der einfachen Außenwelt beschützen.

Kurz vor der Schlosseinfahrt empfing sie ein großes Hinweisschild.

Herzlich willkommen auf

Schloss Hohenstein

Öffnungszeiten Anfang April bis Ende Oktober:

Dienstag bis Sonntag von 10.00–17.00

Führungen stets zur vollen Stunde

Schlossgaststätte täglich von 11.00 – 23.00 geöffnet

Daneben konnte man sich auf einer Schautafel über die Geschichte des Schlosses und seine Bauphasen schlaumachen. Ein weiteres Schild schickte die Besucher nach rechts auf einen öffentlichen Parkplatz vor dem Schloss.

Max’ Vater blieb unschlüssig stehen. »Sollen wir auf den Besucherparkplatz fahren?«

»Wir sind doch keine Besucher, sondern Bewohner«, erklärte Max’ Mutter gut gelaunt. »Fahr einfach hinein.«

In Max’ Bauch war die Party nun auf dem Höhepunkt. Direkt vor ihm lag sein neues Zuhause, ein echtes, jahrhundertealtes Schloss, das zu betreten ein wahres Privileg darstellte. Vielleicht war es doch nicht so schlecht, hier zu wohnen. Beinahe spürte Max so etwas wie Stolz aufkeimen.

»Lasst uns aussteigen!«, schlug er von hinten vor. »Ich möchte lieber zu Fuß gehen.« Fast hätte er gesagt »um den ersten Anblick zu genießen«, konnte es sich aber gerade noch rechtzeitig verkneifen.

Seinem Vater schien Max’ Vorschlag besser zu gefallen als der seiner Frau. Ohne zu zögern, bog er auf den Besucherparkplatz ein.

Als sie gemeinsam durch die Schlosseinfahrt schritten, umfing sie sofort eine angenehme Ruhe. Nur das Scharren unzähliger kleiner Kieselsteinchen unter ihren Fußsohlen war zu hören. Vermutlich würde für Max dieses Geräusch für immer mit einem mulmigen Bauchkribbeln verbunden sein. Vor ihnen erstreckte sich ein großer mit Kies geschotterter Innenhof, der rechts und links von Wirtschaftsgebäuden eingesäumt war. Eines davon war das Restaurant, das auf dem Schild bereits angekündigt worden war. Davor standen Tische und Stühle. Familien mit Kindern und Paare saßen friedlich unter den Sonnenschirmen und ließen es sich gut gehen. Links von ihnen lagen weitere Gebäude, deren Nutzen Max nicht erkennen konnte. In der Mitte des Hofes stand ein großer Springbrunnen, aus dem sich zwei Wasser speiende Fische erhoben, die mit vereinten Kräften eine große Muschelschale trugen. Dieser wiederum entstieg eine Nixe, die Wasser aus einem Krug in das Brunnenbecken goss. Dahinter aber erhob sich mächtig das eigentliche Schlossgebäude. Hunderte von Fenstern gliederten die Front. Eine breite Treppe führte hinauf zum Eingang. Alles um sie herum strahlte Ruhe und Erhabenheit aus. Zum ersten Mal konnte sich Max vorstellen, hier zu leben.

Doch kaum war er mit seinen Eltern und seinem neuen Leben im Reinen, wurde sein gerade erst gewonnenes und daher sehr zerbrechliches Wohlgefühl durch eine frisch eingetroffene Reisegruppe gestört. Lauthals schnatternd wackelte eine Schar älterer Damen auf die ausgeschilderten Toiletten zu, während ihre Männer sehnsüchtig Richtung Gaststätte blickten. Max konnte förmlich die kühlen Biere sehen, die sich die Herren herbeiwünschten. Doch dafür war jetzt offenkundig keine Zeit. Eine Reiseleiterin führte mit einem hoch erhobenen Fähnchen und durchdringender schriller Stimme die restliche Gruppe sofort auf den Eingang mit der Kasse zu.

»Am besten, wir folgen ihnen«, schlug Max’ Mutter vor. »An der Kasse sagen wir einfach, wer wir sind. Ich bin sicher, sie werden...



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.