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E-Book

E-Book, Deutsch, 172 Seiten

Frische Durch Innehalten Halt gewinnen

Biblisches in krisengeschüttelter Zeit
1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-87214-635-9
Verlag: Erlanger Verlag für Mission und Ökumene
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Biblisches in krisengeschüttelter Zeit

E-Book, Deutsch, 172 Seiten

ISBN: 978-3-87214-635-9
Verlag: Erlanger Verlag für Mission und Ökumene
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Furchterregende Krisen halten uns in Atem. Was gestern sicher schien, ist heute fraglich. Wissenschaftler und Politikerinnen, Journalisten und Theologinnen suchen nach Lösungen und entwerfen Prognosen für die Zukunft. In den Medien hören wir ihnen zu. Meist fehlt uns dabei die befreiende, erlösende Wirkung. Es ist an der Zeit, innezuhalten und auf die Stimme des Herrn aller Zeiten zu hören! Die Botschaft der Bibel enthält vielfältige Ermahnungen und Ermunterungen, dazu klare Aufforderungen zum Handeln. Wegweisend und tröstend sind insbesondere die großartigen Visionen mit einem weiten Horizont: Wo vieles ins Wanken gerät, bietet die Botschaft der Bibel Trost und Halt. Gott selbst hält die von ihm geschaffene Welt in seiner Hand. Auch wenn wir in Krisen geraten, führt Gott durch diese Erschütterungen hindurch. Heilsam ist die Erinnerung daran: Nicht nur Menschen machen Geschichte und schreiben Ereignissen hier auf der Erde eine historische Bedeutung zu. Gott, der Vater Jesu Christi, hat seine Geschichte zur Rettung der Welt angestoßen. Er steuert sie durch die Irrungen und Wirrungen dieser Zeit, und er wird sie vollenden. Dies will bedacht sein und geglaubt werden. Klaus Peter Hertzsch leitet an, zu sagen und zu singen: 'Wer aufbricht, der kann hoffen.' (EG Nr. 395)

Hartmut Frische wurde 1946 in Berlin geboren und ist in Hagen-Haspe aufgewachsen. Er wohnt zusammen mit seiner Frau Heidi Krause-Frische in Minden-Stemmer. In Bethel, Heidelberg und Bonn studierte er Theologie. Von 1971-1973 war er als Reisesekretär der 'Studentenmission in Deutschland' (SMD) in Marburg angestellt, später von 1993-1996 als Referent der 'Arbeitsgemeinschaft Missionarische Dienste' (AMD) in Berlin. Hartmut Frische arbeitete als Vikar und Pfarrer in Lüdenscheid, Siegen und Hille-Hartum in Gemeinden der Evangelischen Kirche von Westfalen, insgesamt mehr als 30 Jahre lang. Seit 2007 ist er 'Pfr. i. R.'
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Zielgruppe


Theologiestudierende, Theologen, Theologinnen, Lektoren, Lektorinnen, Prädikanten, Prädikantinnen, Studierende der Bibelschule, Glaubende, Kirchlich Verbundene


Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


Vorwort

Viele achten auf das, was sich in ihrem Inneren an Gedanken und Gefühlen regt. Zugleich aber auch auf das, was in der Welt geschieht. Sie möchten verstehen, was aus der Gesellschaft, aus der Politik und von den weltweiten Nachrichten auf sie einstürmt. Sie sind bereit, von anderen zu lernen. Aber sie möchten und werden nicht verleugnen, welche Gedanken sich in ihnen selbst regen und welche Überzeugungen sich in ihnen bilden.

Ich schreibe das Vorwort zu diesem Buch „Durch Innehalten Halt gewinnen – Biblisches in krisengeschüttelter Zeit“ Anfang Oktober 2022. Seit zwei Jahren und sieben Monaten erlebt unser Land die Corona-Pandemie. Viele, viele Male haben Millionen Bürger und Bürgerinnen unseres Landes in den Medien Virologen, Ärztinnen und Gesundheitsmanagern, Politikerinnen und Journalisten bei dem zugehört, was sie zu sagen hatten. So viele wollten wissen, was diese Fachleute an Informationen und Einschätzungen weitergaben. Ein großer Teil der Bevölkerung hier in Deutschland hat sich an die Ratschläge und Anweisungen gehalten, die in der Öffentlichkeit verbreitet wurden. Und die meisten von denen, die sich in Zeitungen und im Fernsehen äußerten, haben das, was sie sagten, aufgrund ihres beruflichen Wissens weitergegeben. Sie haben von ihrer Kompetenz her, die sie sich angeeignet haben, ihre Einschätzungen mitgeteilt. Es sprach sicher viel dafür, auf diese Fachleute zu hören und ernsthaft zur Kenntnis zu nehmen, was sie sagten.

Auch in den Kirchen war es ein großes Anliegen, dass die öffentlich verordneten Regeln beachtet wurden. Wochenlang sind Gottesdienste ausgefallen. Wenn das Feiern der Gottesdienste und das Treffen in Gemeindekreisen möglich war, wurde auf den nötigen Abstand, auf die Desinfektion der Hände, auf Impfungen und Tests geachtet.

Welche biblischen Worte fangen jetzt an, eindringlich zu reden?

Aber haben wir Christinnen und Christen deutlich genug gefragt: Was willst du, Gott, uns mit dieser Pandemie sagen? Welche Stellen des biblischen Wortes fangen jetzt an, auffallend deutlich zu reden? Was bedeutet solch ein erschütterndes Geschehen innerhalb der Geschichte, die Gott zum Heil der Menschen angestoßen hat, die er fortwährend lenkt und die er eines Tages zu ihrer Vollendung bringt? Und dann: Was vermag ich als Antwort auf diese Fragen zu sehen und in das Gespräch heute einzubringen?

Am 23./24. Juni 2022 trafen sich die Regierungs-Chefs und Regierungs-Chefinnen des Rates der Europäischen Union. Das Treffen der Regierungschefs der G-7 war am 26.–28. Juni 2022 auf Schloss Elmau bei Garmisch-Partenkirchen. Dann schloss sich das Treffen der Regierungs-Chefs und Regierungs-Chefinnen der NATO vom 27.–30. Juni 2022 in Madrid an. Bei den drei Konferenzen war die Tagesordnung mit Themen, die man behandeln musste und über die man zu entscheiden hatte, zum Bersten gefüllt: Ich zähle hier einige Themen auf, die uns alle beunruhigen und die deshalb in den überregionalen Gremien behandelt werden müssen:

  • Ganz im Vordergrund stand der brutale Krieg Russlands gegen die Ukraine. Am 24. Februar 2022 überfiel Russland, regiert von Wladimir Putin, die Ukraine. Millionen von Menschen sind inzwischen aus der Ukraine geflohen.
  • Die NATO kann ihre gemeinsame Sicherheitspolitik mit Russland nicht mehr so fortführen, wie sie es über Jahrzehnte getan hat. Es gilt nun, sich auf die Bedrohung durch Russland auszurichten und umfassend aufzurüsten.
  • Deutschland und andere NATO-Staaten erhalten jetzt in erheblich geringerem Maße Gas und Öl aus Russland. Es erfordert von allen Kopfzerbrechen, zu überlegen, wie in Zukunft Wohnungen beheizt und Industrieanlagen mit Energie versorgt werden können. Bei der Unterstützung der Ukraine in ihrem Kampf gegen Russland geht es auch um die Verteidigung der freiheitlichen Demokratie, einer offenen Gesellschaft und der freien Marktwirtschaft. Hier heißt es, geschlossen und entschlossen zu handeln.
  • Bei all dem muss beachtet werden, dass die Corona-Pandemie abgeklungen ist, durchaus aber wieder mächtiger werden kann.
  • Die westlichen Regierungen haben noch einmal die Notwendigkeit zum Handeln und ihre Bereitschaft betont, so weit wie möglich die Erderwärmung zu stoppen. Es gilt, eine immer bedrohlicher werdende Klima-Krise abzuwenden, wenn dies überhaupt noch möglich ist.
  • Schließlich: Bürger und Bürgerinnen, besonders mit kleineren und mittleren Einkommen, fühlen sich von den ansteigenden Preisen für Energie und Lebensmittel bedroht. Die Politikerinnen und Politiker versuchen, gerechte Lösungen für die Bewohner des Landes und für die Industrie hier in Deutschland zu finden.
  • Dabei darf die Hilfe für die Entwicklung der armen Länder auf den anderen Kontinenten der Erde nicht ins Hintertreffen geraten Im Jahre 2023 haben sich vom 09. – 10. September. die Staatsführer und -führerinnen der G-20-Länder ein weiteres Mal getroffen, in New Delhi. Dazu gab es vom 22. – 24. August die Tagung einer weiteren Gruppierung, die sich BRICS nennt: Die Staatschefs von Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika tauschen sich in diesem neuen Zusammenschluss aus und stimmen sich über ihre Haltungen in wirtschaftlichen und finanzpolitischen Fragen ab.

Bei all dem, hören viele Tag für Tag in den Nachrichten des Fernsehens und in anderen politischen Sendungen, wie sich Journalistinnen, Politiker, dazu leitende Mitarbeiter von politischen Institutionen, die wissenschaftlich diese Themen bearbeiten, zu diesen Themen äußern. Sie alle reden aufgrund ihres Fachwissens und beeinflussen so die öffentliche Meinung in unserem Land.

Und wieder stellt sich für mich als Mitglied der Kirche und als Pfarrer, dessen Aufgabe es ist, die Ausrichtung meiner Kirche mitzuverantworten, die Frage: Was sage ich, was sagen wir zu dem bedrohlich verwickelten politischen Geschehen in Europa heute? Ich habe eine hohe Achtung vor denen, die intensive Kontakte zu ihnen bekannten Menschen in der Ukraine aufnehmen. Sie sind für Flüchtlinge dort im Lande und hier bei uns da und nehmen eventuell auch diesen und jenen von ihnen in ihren eigenen Häusern auf. Es ist dringend nötig, in diesem Krieg für die in der Ukraine in Not geratenen Menschen Geld zu spenden.

Ich wünsche es aber auch hier, dass Theologen und Theologinnen, auch Christen und Christinnen, bereit sind, von biblischen Texten her nach Deutungen des Zeitgeschehens zu suchen und, wenn sie sie gefunden haben, sie öffentlich weiterzusagen. Für mich ist und bleibt in diesem Zusammenhang wichtig, dass ich am Anfang meines Dienstes als Pfarrer beauftragt – in der kirchlichen Sprache heißt es: ordiniert – wurde zur öffentlichen Verkündigung des Wortes Gottes, und das heißt: zum Einstehen für die „Gute Nachricht von Jesus Christus“. Dies gilt gerade in einer Zeit, in der die Medien voll sind von bedrückenden, schlechten Nachrichten.

Biblische Zusammenhänge insgesamt in den Blick nehmen

Ich habe mir als Student, Vikar und Pfarrer ebenso ein „Fachwissen“ angeeignet. Die Frage nach der Wahrheit insgesamt und die Frage nach der Wahrhaftigkeit in Einzelfragen sind für mich von Bedeutung. Wo es bei vielen der gerade jetzt aufgebrochenen Fragen um Völker rund um den Erdkreis geht, muss in den Blick kommen, in welcher Weise die Geschichte des Heilshandelns Gottes ganze Völker, ja, die Völkergemeinschaft insgesamt betrifft. Hier heißt es, biblische Zusammenhänge zu betrachten. Man darf die Darstellung der Heilsgeschichte, so wie sie in der Heiligen Schrift festgehalten ist, nicht beiseiteschieben.

Sie will in ihrer ganzen Weite gerade heute betrachtet werden, auch von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die es vor allem als ihre Lebensaufgabe ansehen, in ihrem Bereich an der Universität oder in ihrem Institut zu denken, zu forschen und zu lehren, zugleich aber die Öffentlichkeit zu informieren. Allerdings ist es nicht die Aufgabe eines Pastors und einer Pastorin, eine Gemeinde für Intellektuelle zu sammeln oder nur das Miteinander derjenigen zu pflegen, die von Kindheit an mit dem kirchlichen Milieu vertraut sind. Was in den Kirchengemeinden gelehrt wird, muss von jedem zu verstehen sein, unabhängig von seinem Bildungsgrad und unabhängig von seiner religiösen Sozialisation.

Hinzu kommt: Für viele in unserem Land ist die Frage von Bedeutung: Welchen Weg werden die Kirchen und Gemeinden in Deutschland in Zukunft gehen, besonders in den evangelischen und katholischen Kirchen? Vor mehr als 70 Jahren, 1950, gehörten 96,4 % der Bevölkerung der Bundesrepublik Deutschland zu den beiden großen Kirchen, zur evangelischen 50,6 %, zur katholischen 45,8 %. Im Jahre 2021 waren von den 83,2 Millionen Bundesbürgern und Bundesbürgerinnen 21,8 Millionen römisch-katholisch, also 26,2 %, 19,7 Millionen evangelisch, also 23,68 %. Insgesamt gehören also jetzt 41,5 Millionen der Bundesbürger, 49,88 %, in diesem Land, entweder zu der katholischen oder evangelischen Kirche1. In dem Artikel „Kirchen ohne Mehrheit. Adieu, christliches Abendland?“ heißt es: „Nach Jahrhunderten vollzieht sich fast unbemerkt eine Art Kulturumbruch: Es gibt hierzulande keine kirchlich gebundene Bevölkerungsmehrheit mehr.“2

Die Zahl der Mitglieder sinkt. Die Höhe der Kirchensteuern ist lange Zeit leicht gestiegen; aber nun wird deutlich, dass diese Einnahmen deutlich geringer werden. Beunruhigend ist es darüber hinaus, dass immer weniger junge Menschen Theologie studieren, Vikare oder Vikarinnen werden und dann bereit sind, als Pfarrer oder Pfarrerinnen in den Kirchengemeinden zu...



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