Fritz | Nach Krieg und Judenmord | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, Band 7, 364 Seiten

Reihe: Diktaturen und ihre Überwindung im 20. und 21. Jahrhundert

Fritz Nach Krieg und Judenmord

Ungarns Geschichtspolitik seit 1944
1. Auflage 2012
ISBN: 978-3-8353-2285-1
Verlag: Wallstein
Format: PDF
Kopierschutz: 0 - No protection

Ungarns Geschichtspolitik seit 1944

E-Book, Deutsch, Band 7, 364 Seiten

Reihe: Diktaturen und ihre Überwindung im 20. und 21. Jahrhundert

ISBN: 978-3-8353-2285-1
Verlag: Wallstein
Format: PDF
Kopierschutz: 0 - No protection



Am 19. September 1946 rief Winston Churchill die einstigen Kriegsgegner zu einem 'segensreichen Akt des Vergessens' auf. Trotz dieser Forderung gab es unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg von Seiten der Nationalstaaten große Bemühungen, die Verbrechen der vergangenen Regime zu dokumentieren und zu ahnden. So zunächst auch in Ungarn. Regina Fritz untersucht die ungarische Auseinandersetzung mit dem Holocaust von 1944/45 bis nach der Jahrtausendwende: Wie und aus welchen Gründen wurde dieser Teil der Geschichte thematisiert, genutzt, umgedeutet und schließlich zunehmend tabuisiert? Das Beispiel Ungarn zeigt in eindrucksvoller Weise, wie stark das Umschreiben von Geschichte nach 1945 politisch motiviert und von politischen Akteuren gelenkt wurde. Die Autorin bettet den Erinnerungsdiskurs in Ungarn in den internationalen Zusammenhang ein und untersucht, wie internationale Prozesse auf die innerungarische Aufarbeitung wirkten.

Die Autorin Regina Fritz, geb. 1980, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Editionsprojekt 'Judenverfolgung 1933-1945' an der Universität Wien. Veröffentlichungen u.a.: Politische Gewalt und Machtausübung im 20. Jahrhundert. Zeitgeschichte, Zeitgeschehen und Kontroversen (2011, mit Heinrich Berger, Melanie Dejnega und Alexander Prenninger); Nationen und ihre Selbstbilder. Postdiktatorische Gesellschaften in Europa (2008, mit Carola Sachse und Edgar Wolfrum).
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Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


1;Umschlag;1
2;Titel;4
3;Impressum;5
4;Inhalt;6
5;Einleitung;10
6;1. Die Ermordung der ungarischen Juden;44
6.1;Zwischen Emanzipation und Assimilation – Die ungarischen Juden bis 1918;46
6.2;Politische Situation in Ungarn nach dem Ersten Weltkrieg;49
6.3;Die Situation der ungarischen Juden in der Zwischenkriegszeit;52
6.4;Widerspru¨che der antiju¨dischen Politik vor der deutschen Besatzung;54
6.5;Der deutsche Einmarsch und die Ermordung der ungarischen Juden;60
6.6;Die ungarische Mitverantwortung an der Ermordung der ungarischen Juden;68
7;2. Die unmittelbaren Folgen des Krieges;74
7.1;Die politische und gesellschaftliche Situation nach 1944/45;76
7.1.1;Die Vertreibung der deutschsprachigen Minderheit;81
7.1.2;Die Bodenreform;83
7.2;Juden in Ungarn in den ersten Nachkriegsjahren;84
7.2.1;Die ungarischen Juden zwischen Assimilation und Dissimilation;86
7.2.2;Die Versorgung der ju¨dischen Überlebenden;89
7.2.3;Ju¨dische Dokumentationsbestrebungen – Die Arbeit des DEGOB;93
8;3. Auseinandersetzungen um Kriegsschuld und Holocaust in den ersten Nachkriegsmonaten;97
8.1;Mit der Vergangenheit brechen – Die Bewertung der Kriegsschuldfrage durch die Provisorische Nationalversammlung;99
8.2;Symbolische Akte der Anerkennung;108
8.3;Die gescheiterte praktische Umsetzung;115
8.3.1;Die Heimholung der Deportierten;116
8.3.2;Restitution und Entschädigung;124
8.4;Innerju¨dische Auseinandersetzungen – Die umstrittene Rolle der Judenräte;136
9;4. Der Pariser Friedensvertrag und die ungarische Geschichtspolitik 1945-1947;142
9.1;Die Pariser Friedensverhandlungen und die Bewertung von Kriegsschuld;147
9.2;Konstruktionsversuche eines Widerstandsmythos;157
9.2.1;Hervorhebung konkreter Widerstandshandlungen;158
9.2.2;Das Narrativ u¨ber die passive Resistenz der Bevölkerung;163
9.3;Das »Gesetz u¨ber die Brandmarkung der Verfolgung«;167
9.4;Die Darstellung des Holocaust im Lichte der Friedensverhandlungen;171
9.5;Parteipolitische Auseinandersetzungen um die Verantwortung am Holocaust;176
9.6;Die Bewertung der rechtsdiktatorischen Vergangenheiten auf ju¨discher Seite;180
10;5. Die Vergangenheit als Instrument der Machtu¨bernahme – Volksgerichte und antiju¨dische Ausschreitungen;184
10.1;Die justizielle Ahndung von Kriegsverbrechen in Ungarn 1945-1950;187
10.1.1;Organisation und Struktur der Volksgerichte;188
10.1.2;Ein Bruch mit der Vergangenheit? Die Arbeit der Volksgerichte 1945-1946;193
10.1.3;Volksgerichte, politische Machtu¨bernahme und Machtausbau;203
10.2;Antisemitismus im Lichte des Holocaust;210
10.2.1;Das Pogrom von Kunmadaras;211
10.2.2;Die antiju¨dischen Ausschreitungen in Miskolc;215
10.2.3;Reaktionen auf den Antisemitismus auf ju¨discher Seite – Protest und Emigration;218
10.2.4;Reaktionen auf regierungs- und parteipolitischer Ebene;221
11;6. Tabuisierung oder Schweigen? Die Jahre 1948-1956;230
11.1;Die kommunistische »Judenpolitik« in der Rákosi-Ära;233
11.2;Der bewaffnete Widerstand und die Erinnerungskultur der Rákosi-Ära;239
11.3;Antisemitismus, ju¨dische Emigration und die ungarische Revolution 1956;245
12;7. Geschichtspolitik in der Kádár-Ära – politische Instrumentalisierung der Holocaust-Erinnerung;249
12.1;Die Rede von der »faschistischen Revolution« – neue Gerichtsverfahren gegen Pfeilkreuzler;250
12.2;Das Holocaust-Gedenken in der ersten Hälfte der Kádár-Ära;257
12.2.1;Die Hauptakteure des Gedenkens – die Überlebendenverbände;259
12.2.2;Der Eichmann-Prozess und das Politbu¨ro;262
12.2.3;Der antifaschistische Widerstand und die ungarische Ausstellung im Staatlichen Museum Auschwitz-Birkenau;269
12.3;Die langsame Öffnung;273
13;8. Zwischen nationalen und transnationalen Tendenzen. Ungarische Holocausterinnerung 1989/90-2009;280
13.1;Neue Opferkonkurrenzen – die Geschichtspolitik der 1990er Jahre;281
13.2;Das Haus des Terrors;288
13.3;Erste Ansätze zur Anerkennung einer nationalen Mitverantwortung;295
13.4;Das Holocaust Gedenkzentrum;299
13.5;Internationale Einflu¨sse auf die ungarische Erinnerungslandschaft;303
14;Resu¨mee;310
14.1;Vergessen »im Dienste des nationalen Wiederaufbaus«;310
14.2;Geschichtspolitik und Holocaust-Gedenken abseits der Öffentlichkeit;319
14.3;Von der nationalen zur globalen Holocaust-Erinnerung;321
15;Abku¨rzungen;326
16;Quellen und Literatur;328
17;Dank;359
18;Personenregister;362


Fritz, Regina
Regina Fritz, geb. 1980, ist Heinrich Böll-Stipendiatin und arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Zeitgeschichte an der Universität Wien an einer Doktorarbeit zum Thema 'Schnittstellen der Erinnerung. ›Kollektive‹ und individuelle Erinnerung an den Holocaust in Ungarn'.



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