Fröhlich | Perry Rhodan 3301: Die Krone von Terrania | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, Band 3301, 64 Seiten

Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage

Fröhlich Perry Rhodan 3301: Die Krone von Terrania

Perry Rhodan-Zyklus "PHOENIX"
1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-8453-6301-1
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Perry Rhodan-Zyklus "PHOENIX"

E-Book, Deutsch, Band 3301, 64 Seiten

Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage

ISBN: 978-3-8453-6301-1
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



4000 Jahre in der Zukunft ... Wir befinden uns in der Mitte des 23. Jahrhunderts Neuer Galaktischer Zeitrechnung. Die Menschen leben in Frieden und Freiheit. Von der Erde aus haben sie ein Netz aus Handelsbeziehungen und Bündnissen geschlossen, das zahlreiche Planeten in der Milchstraße umfasst. Perry Rhodan - der Mann, der die Menschheit zu den Sternen geführt hat - wird noch immer von der Vision angetrieben, die ihn seit seiner ersten Begegnung mit Außerirdischen erfüllt: ein partnerschaftliches Miteinander aller Völker der Milchstraße zu erreichen. Aber seit geraumer Zeit hat er diesen Plan erweitert: Das »Projekt von San« soll auch die freundschaftlichen Kontakte zu anderen Sterneninseln und ihren Bewohnern intensivieren. Ein wichtiges Hilfsmittel dazu ist der PHOENIX. Doch der Jungfernflug des PHOENIX gerät zum Desaster: Die bisher im Verborgenen lauernde Shrell fordert von Perry Rhodan, mit dem PHOENIX in ihre Heimat zu fliegen und dort einen finsteren Usurpator zu töten: ausgerechnet Rhodans ältesten Freund, Reginald Bull. Um ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen, zündet sie dreimal ein »Brennendes Nichts«. Werden diese nicht gelöscht, werden sie nach vier Jahren die Erde und den Mond auflösen. Perry Rhodan bleibt kaum eine Wahl, wenn er seine Heimat retten will. Dazu gehört auch DIE KRONE VON TERRANIA ...

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1.

Eine Krone zerbricht

Der 7. Juni 2249 NGZ hatte zu einem Tag des Triumphs werden sollen. Auf globaler Ebene, weil Terra mit der Schiffstaufe des PHOENIX den Grundstein für einen neuen Aufbruch ins All legte, aber auch für Rita Rioz persönlich. Perry Rhodan, der Terraner, hatte ihren Sohn Cameron nämlich eingeladen, von der feierlichen Veranstaltung auf Luna zu berichten. Ihr Mutterherz platzte fast vor Stolz.

Doch statt Freude und Begeisterung in die Familie Rioz zu bringen, endete der Tag in einer Katastrophe.

*

»Kannst du Rhodan nicht leiden?«, fragte Ritas Mann Arlo, der hinter ihr stand.

»Hm?«, machte sie, ohne sich umzudrehen. »Wie kommst du denn darauf?«

»Weil du den alltäglichen Blick aus dem Wohnzimmerfenster seiner Rede vorziehst. Sie muss jeden Augenblick beginnen. Das Knabberzeug steht bereit und wartet nur auf dich. Und ich übrigens auch.«

»Nur noch ein paar Sekunden, dann bin ich bei dir.«

Rita sah über Atlan Village hinweg: über die meist flachen Häuser, deren Dächer im Licht der Sonne glänzten, über die ausgedehnten Inseln aus Bäumen und Rasen dazwischen und auf die fünf von ihrem Standpunkt aus sichtbaren Wohntürme der Krone von Terrania, einem der neuen Wahrzeichen des Stadtteils. Einige Kilometer dahinter lag der südliche Rand des Atlan Space Port. Von diesem Raumhafen aus war am Morgen die OSIRIS gestartet, um die Ehrengäste der Schiffstaufe zur Werft auf Luna zu bringen.

Zu ihnen zählte nur, wer auf Terra Rang und Namen hatte – und völlig überraschend auch Ritas Sohn Cameron.

Inzwischen war es beinahe zehn Uhr, und jenseits des Fensters herrschte wieder Ruhe, soweit man beim ständigen Kommen und Gehen über einem Raumhafen davon sprechen konnte.

Ja, der Ausblick war alltäglich. Rita genoss ihn trotzdem. Er schenkte ihr den Frieden und die Gelassenheit, die sie an einem Tag wie diesem brauchte. Manchmal, wenn Cameron mit seinem Kanal auf Sendung ging, um über tagesaktuelle Ereignisse zu berichten, verspürte sie nicht nur Stolz auf ihren Sohn, sondern zugleich eine unterschwellige Aufregung, als litte sie stellvertretend für ihn unter Lampenfieber – womit Cam sie jedes Mal aufzog.

»Daran ist nichts Außergewöhnliches, Ma«, sagte er dann immer. »Wenn du ständig nervös bist, sobald ich auf Sendung gehe, bekommst du irgendwann noch eine Angststörung.« Das Ganze trug er mit einem so zuckersüßen Lächeln vor, dass sie ihm einfach nicht böse sein konnte.

Ihr Sohn war ein herzensguter Mensch, der sie über alles liebte. Und sie liebte ihn zurück. Aber manchmal war er so unfassbar ... Cam!

Sie war eben seine Mutter. Da musste ein bisschen Anspannung erlaubt sein.

Eigentlich waren Cam und seine Freundin Lyta nur zum Raumhafen gegangen, um für seinen Trivid-Kanal vom Start der OSIRIS zu berichten. Dann jedoch war es auf einem benachbarten Schiff, der ELDA-RON, zu Explosionen gekommen. Cameron hatte sich um Verletzte gekümmert, anstatt den Unfall für seine Abonnenten auszuschlachten, und Perry Rhodan damit so nachhaltig beeindruckt, dass dieser ihn und Lyta nach Luna eingeladen hatte. Wenn das kein Anlass für Aufregung war!

»Ein paar Sekunden sind vorbei«, erklang Arlos Stimme erneut. »Falls du noch was von dem Knabberkram abhaben willst, solltest du dich zu mir setzen.«

Rita musste grinsen. Die lockere Art hatte Cameron von seinem Vater. Arlo hatte ihr schon immer mit seinem schnoddrigen Tonfall ein Lächeln aufs Gesicht gezaubert, egal wie anstrengend ihr Tag gewesen war.

Sie erinnerte sich an den Tag vor 22 Jahren, als sie mit Arlo die neu errichtete Terrania-Krone besichtigt hatte. In deren Zentrum lag ein See inmitten eines riesigen, runden Parks. Er war so üppig bepflanzt, dass zu jeder Jahreszeit irgendwo etwas blühte.

Auf einer den Park umgebenden, gedachten Kreislinie wuchsen an sechs Stellen geschwungene, silbern glitzernde Wohntürme empor, die sich ab dem hundertsten Stockwerk auf den Zentralsee zuneigten und sich schließlich in einem Kilometer Höhe trafen. Von dort stürzte ein Wasserfall in die Tiefe, dessen Gischt aus Tröpfchen das Sonnenlicht brach, sodass stets ein Regenbogen den Park überspannte. Die Glassitsäule, durch die das Seewasser zurück nach oben gepumpt wurde, verlief so gut wie unsichtbar innerhalb des Wasserfalls.

Die Architekten hatten der Anlage den Namen Atlan Village Aquadome gegeben. Bei so manchem hielt sich die Begeisterung darüber in Grenzen, dass die hohen Gebäude das Stadtbild des ansonsten weitgehend flachen Häusermeers störten. Und so nannten böse Zungen sie despektierlich und anatomisch unzutreffend Atlans Gerippe. Denn bei dem spottnamensgebenden Arkoniden schützten nicht etwa Rippenden Brustkorb, sondern Knochenplatten. Aber seit wann interessierten sich die Schreihälse dieser Welt für Fakten?

Arlo hingegen hatte in der Konstruktion etwas anderes gesehen.

»Gerne würde ich dir, meiner Königin, diese wundervolle Krone aufs Haupt setzen«, hatte er mit huldvoller Stimme gesagt – und in normalem Tonfall hinzugefügt: »Da ich mir das nicht leisten kann, werden wir uns wohl mit einem Appartement in einem der Türme begnügen müssen.«

Die Ähnlichkeit der Konstruktion mit dem Symbol altertümlicher Herrscherwürde war offenbar auch anderen aufgefallen, und bald wurde die Anlage nur noch Krone von Terrania genannt.

Zwei Wochen nach der Besichtigung waren Rita und Arlo in das Appartement im 99. Stockwerk des südöstlichen Turms gezogen. Im Jahr darauf war Cameron zur Welt gekommen und hatte ihre glückliche Zwei-Personen-Familie zu einer noch glücklicheren Drei-Personen-Familie gemacht.

»Die Mangorangen-Drops habe ich inzwischen alle verputzt«, sagte Arlo. »Wenn du dich beeilst, ergatterst du vielleicht ein paar der Kirschknusperflocken, die ... Das gibt es doch nicht! Rita! Das musst du dir ansehen! Hast du davon etwas mitbekommen?«

Sie drehte sich zu ihrem Mann um. Er saß im Massagesessel und starrte auf das Holomosaik, in dem drei verschiedene Nachrichtenströme liefen. Das vierte Segment zeigte Camerons Trivid-Kanal, auf dem allerdings keine Livebilder, sondern ein Lauftext zu sehen war: »Hi, Cam-Fans! Habt bitte einen Augenblick Geduld, bald bin ich wieder für euch da.«

Doch das war es nicht, was Arlos Überraschung ausgelöst hatte.

Durch die drei Nachrichtenströme liefen ebenfalls Schriftbänder, die in unterschiedlichem Wortlaut eine sensationelle Meldung verkündeten: »ELDA-RON gestartet – Geisterschiff nimmt Kurs auf Luna.«

Arlo deutete auf das Fenster, an dem Rita gestanden hatte. »Hast du sie aufsteigen sehen? Die ELDA-RON, meine ich?«

Sie nickte nur – und musste sich eingestehen, so in Gedanken gewesen zu sein, dass sie kaum darauf geachtet hatte. Nun jedoch erfasste sie eine merkwürdige Unruhe. Vielleicht weil der Start eines geheimnisvollen schrottreifen Raumschiffs für einen Großteil der Bevölkerung eine größere Sensation darstellte als eine schnöde Schiffstaufe, egal wie bahnbrechend der PHOENIX sein mochte?

Immerhin hatte die ELDA-RON über fünfzig Jahre auf dem Raumlandefeld geparkt, lange genug, dass sich inzwischen etliche urbane Legenden um sie rankten, von denen vermutlich keine der Wahrheit auch nur nahekam. Oder sollte man wirklich an einen Seuchenraumer glauben, auf dem die Geister der längst toten Besatzung umgingen?

Aber war das der einzige Grund für ihr ungutes Gefühl?

Die Unruhe nahm zu, als einige Nachrichtensender und Trivid-Kollegen von Cameron voll Sensationsgier meldeten, die ELDA-RON habe einen schwarzen, eiförmigen Container auf ihrem Stellplatz zurückgelassen, den Sicherheitskräfte vorsichtshalber mit einem Schutzschirm isoliert hätten. Außerdem werde der Raumhafen evakuiert.

Rita ließ sich in ihren Massagesessel neben Arlo sinken, aktivierte ihn und verfolgte die neuesten Meldungen. Sie zupfte mit den Fingern am Stoff ihrer Hose wie so oft, wenn sie nervös war. Für die Schale mit den Kirschknusperflocken interessierte sie sich nicht.

*

Der Verdacht, dass die Lage schlimmer war als angenommen, konkretisierte sich zwei Minuten später, als Perry Rhodans für zehn Uhr terranischer Standardzeit angekündigte Rede ausblieb – »aus technischen Gründen«, wie die Nachrichtenkanäle behaupteten. Rita hielt das für Journalisten- und Offiziellen-Sprech, den man am ehesten übersetzen konnte mit: »Etwas ist fürchterlich schiefgegangen, und wir wissen im Augenblick selbst nicht genau, wie wir damit umgehen sollen.«

Kurz danach lief das nächste Schriftband durch die Holos: ELDA-RON bezieht Stellung über Hamiller-Werft – Ist der PHOENIX in Gefahr?

»Wen interessiert der PHOENIX?«, entfuhr es Rita. »Cam ist dort oben!«

Arlos Hand legte sich auf ihre und drückte sie.

Sie atmete durch. Vielleicht hatte Cam recht. Womöglich war sie tatsächlich überfürsorglich und würde irgendwann eine Angststörung entwickeln, falls sie nicht vorher lernte, ihren Sohn loszulassen.

Rita beschloss, daran zu arbeiten. Morgen. Morgen würde sie damit beginnen.

Mit einem raschen Griff zum Kommunikationsarmband rief sie Cameron an. Es dauerte nur wenige Sekunden, bis er das Gespräch entgegennahm und sich ein kleines Holo über Ritas Handgelenk aufbaute. Es zeigte ein Gesicht mit ebenmäßigen Zügen, dunkelbrauner Haut und sanftem Blick. Das Lächeln ihres Sohns kam ihr immer ein wenig spitzbübisch vor.

»Ma!«, sagte Cameron. »Das ist nicht der allergünstigste Moment. Rhodans Rede wird jeden Augenblick...



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