Fröhlich | Perry Rhodan 3341: Die Paria | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, Band 3341, 64 Seiten

Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage

Fröhlich Perry Rhodan 3341: Die Paria

Perry Rhodan-Zyklus "Phoenix"
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-8453-6341-7
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Perry Rhodan-Zyklus "Phoenix"

E-Book, Deutsch, Band 3341, 64 Seiten

Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage

ISBN: 978-3-8453-6341-7
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Gut 4000 Jahre in der Zukunft, in der Mitte des 23. Jahrhunderts Neuer Galaktischer Zeitrechnung: Auf der Erde und auf Tausenden von Welten leben die Menschen in Frieden und Freiheit. Zu den anderen Sternenreichen der Milchstraße besteht ein freundschaftlicher Austausch. Mit dem Projekt von San will Perry Rhodan die Verbindungen zu anderen Galaxien verstärken. Mit dem PHOENIX steht ein Raumschiff zur Verfügung, das als Kurierschiff dienen soll. Doch da taucht eine Fremde namens Shrell auf. Sie fordert von Rhodan, in die Agolei zu reisen. In diesem weit entfernten Sternenband soll er Reginald Bull töten, seinen ältesten Freund. Um ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen, erschafft sie das Brennende Nichts - diese Anomalie wird die Erde und den Mond vernichten, falls Rhodan ihr nicht gehorcht. Eine entscheidende Rolle in dem Intrigenspiel, das sich zwischen den Sternen der Galaxis entspinnt, fällt Cameron Rioz zu - der junge Mann scheint zu einem Spielball der Mächte zu werden. Celina Bogarde, die ehemalige Sicherheitschefin von Wylon Hypertech, war eine dieser Machtpersonen. Aber derzeit ist sie DIE PARIA ...

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2.

Reine Schikane

Gegenwart

»Ich verstehe es nicht«, sagte Hector Amadi. Er hoffte, dass sich sein Seelenflattern nicht als Zittern in der Stimme bemerkbar machte. Es reichte, dass er selbst diese innere Unruhe spürte. Es brachte nichts, seine Kollegen damit anzustecken. Ändern würde es ohnehin nichts.

Um den Bewegungsdrang in den Beinen zu unterdrücken – ein nutzloser Fluchtimpuls? –, stand er vom Stuhl auf. Ein bisschen zu ruckartig, sodass die Lehne an die Wand hinter ihm krachte.

Er lächelte unsicher und zeigte auf den Statusbericht, den das technische Korps des Galaktikums routinemäßig Tag für Tag erstellte. Knappe, nüchterne Worte im Holowürfel über dem Tisch. »Ich verstehe es einfach nicht.«

Sein Blick sprang zwischen den anderen neun Personen hin und her, die sich in der viel zu engen Technikermesse der ALGOL zur Einsatzbesprechung versammelt hatten, als erhoffte er sich von ihnen eine Erklärung. Stattdessen erntete er nur zustimmendes Nicken.

Erforderliche Maßnahmen: keine.

Drei Wörter, die da am Ende des Berichts standen und Amadi ins Gesicht lachten, ihn verhöhnten.

Drei Wörter, die er samt Statusbericht erst zu sehen bekommen hatte, als Terra bereits 5000 Lichtjahre hinter ihnen lag.

Hätte er sich anders entschieden, wenn ihm die Sinnlosigkeit des Auftrags bereits vor dem Start klar geworden wäre? Hätte er auf seinem Dienstschluss bestanden, anstatt die Schicht von Domrik zu übernehmen? Vermutlich nicht. Domrik war sein Freund. Wie hätte er da die Bitte nach einem Schichttausch ablehnen können? Schließlich war Dommys Tochter krank geworden, und er hatte nach Hause gewollt. Auf Amadi hingegen hätte nur ein langer, erholsamer Urlaub gewartet, den er ebenso gut ein paar Tage später antreten konnte.

Nein, er hätte nicht abgelehnt. Allerdings hatte er bei seiner Entscheidung auch noch nicht das Seelenflattern gespürt.

»Hector?«, sagte Akira McNamara, einer der beiden Teamleiter, vom Kopfende des Tischs. Seine Bassstimme ertönte aus einem dichten, grauen Bart, der die Lippen fast vollständig verbarg.

»Ja?«

»Setz dich wieder hin!«

Amadi gehorchte.

»Wie oft hast du mir schon erzählt, was dein Nachname bedeutet?«, fragte McNamara.

»Ich weiß es nicht.«

»Ich auch nicht. Aber ich hätte gerne, dass du es noch einmal tust.«

Amadi seufzte. »In den afrikanischen Sprachen hat der Nachname verschiedene Bedeutungen.«

»Welche gefällt dir am besten? Na, komm schon! Tu mir den Gefallen!«

»Niemand weiß, was morgen bringt.«

»Ganz genau. Wenn der Name ein bisschen auf dein Wesen abfärben würde, müsstest du Gelassenheit und Schicksalsergebenheit verinnerlicht haben. Nimm dir ein Beispiel an uns anderen. Wir alle verstehen es nicht, aber hörst du, dass sich außer dir jemand in diesem Raum beschwert?«

Amadi grinste gegen die innere Unruhe an. »Ihr habt euch einfach besser im Griff. Mein Fehler. Ich verstehe es trotzdem nicht.«

Kurz dachte er an den Urlaub in einem Wellnessparadies. Anstatt am Pool mit einem Brizz Tonic in der Sonne zu liegen, verbrachte er seine Zeit in der Technikermesse, die gerade einmal einem schlichten, rechteckigen Metalltisch für zehn Personen und den dazugehörigen Stühlen Platz bot. Sie stellte zugleich Essens-, Aufenthalts- und Besprechungsraum dar.

Die Wylon-Konstrukteure behaupteten, das ließe sich nicht anders machen. Schließlich bestand der Großteil des Nutzvolumens der ALGOL aus Ersatzteillagern und war mit Material, Geräten, Dienstrobotern, Bordwerkstätten und Werkzeugen vollgestopft.

Was sollte man also anderes erwarten bei einem Hundert-Meter-Kugelraumer der SANDFLOH-Klasse? Einer Klasse, die die Winzigkeit bereits im Namen trug.

So wie Amadi Gelassenheit und Schicksalsergebenheit im Namen trug, zumindest wenn man Akira McNamaras Interpretation folgte.

Niemand weiß, was morgen bringt.

Amadi empfand diesen Satz weniger als beruhigendes Mantra, sondern eher als Drohung. Vor allem im Augenblick.

»Ich kann deinen Ärger nachvollziehen«, sagte nach etlichen Sekunden Nina Labeau, eine der Neuen im Team. »Aber ich finde es großartig, dass du mit deinem Kollegen die Schicht getauscht hast. Dominik?«

»Domrik«, korrigierte Amadi. »Nett, dass du das sagst.«

»Gar nicht nett. Nur ehrlich.« Mit einer Handbewegung, die er seit dem Start schon oft bei ihr beobachtet hatte, strich sie die violetten Haare aus der Stirn, die ihr bis vor die Augen hingen. Schöne Augen, das musste Amadi zugeben. Eine Mischung aus Grau und Grün. Wie das Meer, an dem er nun eigentlich sitzen sollte.

Ja, Nina Labeau stellte einen kleinen Lichtblick auf dieser Reise dar. Er hoffte, dass sie ihr bezauberndes Lächeln nicht verlor, wenn sie das Leben als GALCOM-Techniker erst einmal mehr kennengelernt hatte. Von den zuweilen zehrend monotonen Flügen zu Routineuntersuchungen der Hyperfunkrelais, von den stets überraschenden und dann dringenden Feuerwehreinsätzen, wenn es doch einmal galt, einen Schaden an einem Relais fernab der eigentlichen Route zu beheben, von der Beengtheit in den Kabinen.

»Wann hast du bei Wylon angefangen?«, fragte Amadi.

»Vor vier Tagen.«

»Hector?«, erklang wieder McNamaras Bass. »Nina?«

Sie lösten die Blicke voneinander und sahen zum Teamleiter.

»Könntet ihr das Flirten bitte nach der Einsatzbesprechung erledigen?«, fragte McNamara.

»Wir flirten nicht«, behauptete Amadi.

»Gerne«, sagte gleichzeitig Labeau.

»Ich danke euch. Also, zum eigentlichen Auftrag. Wir sollen ...«

Kurian Hogan, ein Techniker aus dem zweiten Team, hob die Hand.

McNamara schnaubte unwillig. Offenbar wollte er endlich zur Sache kommen. »Du hast eine Frage?«

»So ist es. Wylon betreibt eine Flotte von fünfzehn Einheiten. Weißt du, warum der Auftrag ausgerechnet an die ALGOL gehen musste? Und das, nachdem wir nur eine Stunde zuvor von einer achtwöchigen Routinetour zurückgekommen sind?«

»Vielleicht gerade aus diesem Grund«, mischte sich Rebecca Conti ein, der zweite Team-Neuling.

Von Nina Labeau wusste Amadi inzwischen immerhin, dass sie tolle Augen und erst kürzlich bei Wylon angefangen hatte. Von Rebecca Conti hingegen wusste er gar nichts. Er schätzte sie auf zwei, drei Jahre jenseits der Hundert, also gute siebzig Jahre älter als Labeau. Die Krähenfüße neben ihren Augen deuteten darauf hin, dass sie viel lachte oder zumindest lächelte, die grauen Strähnen in den braunen Haaren darauf, dass sie keine Probleme mit dem Altern hatte. Doch egal, wie alt sie war und wie sie dazu stand, sie war ein Neuling und galt deshalb als Rookie.

Wie Nina Labeau.

Und wie Gregory Hutchinson, der dritte Anfänger an Bord.

Nach der Landung auf Terra hatten sie drei Techniker ersetzt, die sich in den Urlaub oder zu ihren Familien verabschiedet hatten. Und zu denen auch Hector Amadi gehört hätte, wenn nicht die Krankheit von Domriks Tochter dazwischengekommen wäre. Aber niemand wusste, was morgen brachte, richtig?

»Da die ALGOL kurz vorher nach Terra zurückgekehrt war«, erläuterte Conti ihren Gedanken, »war sie ohne weitere Vorbereitungen sofort einsatzbereit.«

»Hm«, machte Hogan, »das leuchtet ein. Was mir nicht einleuchtet, ist, wieso den Auftrag überhaupt jemand bekommen hat.«

Nun deutete auch er auf das Holo mit dem Statusbericht. »Erforderliche Maßnahmen: keine. Das steht dort klipp und klar. Wieso werden wir trotzdem losgeschickt? Ich verstehe es einfach nicht.«

»Akira!«, rief Amadi. »Nun habe ich doch noch jemanden im Raum gehört, der sich außer mir beschwert.«

Er erntete allgemeines Gelächter.

Glücklicherweise war Akira McNamara ein gutmütiger Typ, der für solche Scherze und einen lockeren Tonfall an Bord zu haben war.

»Können wir bitte trotzdem weitermachen?«, fragte er. Sein Bass klang eine Spur tiefer als sonst. Ein Zeichen, dass er sich gerne am lautesten beschweren würde. Wie Amadi ihn kannte, würde er das auch bald tun. »Da wir drei Rookies an Bord haben, möchte ich mehr als üblich ins Detail gehen. Die anderen sehen es mir bitte nach, falls ich sie langweile.

Wie der Name schon verrät, handelt es sich bei GALCOM um ein galaxisweites Kommunikationsnetzwerk ohne zentrale Kontrollinstanz. Na ja, den letzten Teil verrät der Name nicht, aber er stimmt trotzdem. Stattdessen verteilen sich die Rechenlast und das Datenaufkommen auf diverse sogenannte lokale Backbones, was eine robuste und ausfallsichere Infrastruktur zur Folge hat. Das bezieht sich allerdings auf die gesamte Funktionstüchtigkeit, nicht auf die einzelnen Relais. Die können tatsächlich gelegentlich ausfallen. Sollten sie nicht, tun sie aber. Solange andere Relais das auffangen, stellt das kein großes Problem dar. Was schließen wir daraus?«

Macht die Technik Stunk, ist das schlecht für den Funk, dachte Amadi. Die Rede – in exakt dem gleichen Wortlaut – hielt McNamara jedes Mal, wenn Neulinge zum Team dazustießen. Der nicht besonders gut gereimte und kein bisschen spaßige Merksatz wurde durch häufige Wiederholung zwar nicht lustiger, entrang Amadi aber trotzdem jedes Mal ein kleines Schmunzeln.

»Macht die Technik Stunk, ist das schlecht für den Funk«, fuhr McNamara wenig überraschend fort. »Und da kommen wir ins Spiel. Zum Netzwerk gehören etwa sechzig Millionen Hyperfunkrelais, natürlich von verschiedenen Herstellern aus verschiedenen galaktischen Zivilisationen. Eine enorme Zahl, die ständig gewartet werden muss. Alte oder gar veraltete und...



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