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E-Book

E-Book, Deutsch, 220 Seiten

Fröhlich Überlebenskampf

Mia und die Zirkusfamilie
1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7407-5846-2
Verlag: TWENTYSIX
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Mia und die Zirkusfamilie

E-Book, Deutsch, 220 Seiten

ISBN: 978-3-7407-5846-2
Verlag: TWENTYSIX
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Hurra, der Zirkus ist da! Mia Maibaum freut sich riesig auf die Vorstellung, doch die Freude wird durch demonstrierende Tierschützer getrübt. Als die beiden Zirkusmädchen Tina und Toulouse in Mias Schulklasse kommen, tauchen eine Menge Fragen auf. Wie ist das Leben im Zirkus? Wie leben die Tiere dort? Wo gehen Zirkuskinder zur Schule? Mia besucht mit ihren Mitschülern den großen Circus Diadem und die Tierschutzorganisation von Bärenklau. Hier dürfen die Kinder einen Blick hinter die Kulissen werfen. Bei Mia geht es also mal wieder turbulent zu und ein tragischer Unfall auf der Klassenreise am Meer führt zum Gefühlschaos. Schließlich kommt Frau Glück vom Hospiz und bringt für die Trauerbearbeitung den Museumskoffer "Vergissmeinnicht" mit. Und dann läuft auch noch Thomas weg. Werden Mia und ihre Freunde ihn wiederfinden? Dies ist die überarbeitete neue Auflage 2020 vom vierten Band der beliebten Mia-Buchreihe - Aufklärung mit Herz! "Schwere Themen leicht gemacht. Lilly Fröhlich erklärt Kindern die komplizierte Welt. In diesem Buch werden ein Todesfall und die Trauerbearbeitung behandelt, denn Kinder fragen nach Sterben." (Morgenpost)

Als Herzbuch-Autorin steht Lilly Fröhlich für kind- und jugendgerechte Aufklärung mit Herz. Mit der Aufklärungsreihe "Mia - Aufklärung mit Herz" hat sie brisante Sachthemen mit harten Fakten über Trennung, Homosexualität, Trauerbearbeitung, Flüchtlinge, Mobbing, Sexualität und Sexualaufklärung, Transgender und Drogen geschrieben. Lilly Fröhlich schreibt aber auch Märchen und Komödien, die jedes Herz zum Lächeln bringen. Willst du mehr wissen, dann besuche die offizielle Website von Lilly Fröhlich unter www.lilly-froehlich.de
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Autoren/Hrsg.


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Zirkus in der Stadt


»Hereinspaziert, hereinspaziert!« Ein Mann in rot gepunkteter Hose und bunt gestreiftem Hemd hält eine Kuhglocke in der Hand und bimmelt ohrenbetäubend laut. Auf dem Kopf trägt er eine rote Perücke, seine Nase ziert ein roter Gummiball.

Er ist unverkennbar ein Clown.

Mia Maibaum hält sich die Ohren zu und stöhnt. »Na, junge Dame, hast du Ohrenschmerzen?«, fragt der Clown und beugt sich so weit nach vorne, dass er mit der roten Knubbelnase fast sein Knie berührt. Dabei gibt es ein krachendes Geräusch.

»Ist deine Hose geplatzt?«, fragt Mia vergnügt und nimmt die Hände von den Ohren.

Neugierig mustert sie seine Hose.

Der Clown hält sich die Hand vor den Mund, die in einem weißen Handschuh steckt. », kaputt! Alles keine Qualität mehr heute.« Er dreht sich um und wackelt dabei grinsend mit dem Hintern. Sein Grinsen sieht fast so breit aus wie sein Popo, denn er hat einen übermäßig großen, knallroten Mund, weil er die Farbe über das halbe Gesicht gemalt hat.

»Die Hose ist ja wirklich kaputt«, lacht Sophie Maibaum und wackelt gekonnt mit den Augenbrauen.

Der Clown stellt sich sofort in Pose und wackelt zurück mit den Augenbrauen. Dabei zwinkert er Mias Stiefmama zu und deutet mit dem Kopf an, ihm zu folgen. »Hast du heute schon was vor, schöne Frau?«, fragt der Clown.

Mias Papa lacht. Er legt seiner Frau einen Arm um die Schultern und hebt den Zeigefinger mit der freien Hand.

»Finger weg! Das ist meine Frau.«

»Aber du hast keine so schöne kaputte Hose wie ich«, beschwert sich der Clown und wackelt erneut mit dem Hintern. Eine quietschrote Unterhose mit weißen Punkten lugt heraus.

»Das denkst du«, sagt Mias Papa und wackelt ebenfalls mit dem Po. Allerdings ist seine Jeanshose heil und man kann seine Boxershorts nicht sehen.

Der Clown winkt ab. »Angeber!«, sagt er und sucht sich andere Gäste zum Necken. Er geht zu einer jungen, blonden Frau und holt eine Hupe aus seiner weiten Hose. Die hält er der Dame vor die Nase und hupt. »Hast du heute Zeit für mich?«

Die Blondine schüttelt lachend den Kopf. »Nein, ich bin schon verabredet.«

Mia springt vor. »Ich habe Zeit. Wir gehen nämlich in den Zirkus.«

Der Clown strahlt über das weiß angemalte Gesicht und klatscht schließlich in die Hände. Er freut sich so sehr, dass er prompt über seine viel zu großen Schuhe stolpert und direkt vor Mia auf dem Boden landet. Er stöhnt auf und hält im nächsten Moment einen Blumenstrauß aus Papierblumen hoch, die er aus dem Nichts hervorgezaubert hat.

Dann wackelt er auffällig mit den Augenbrauen.

»Sind die Blumen etwa für mich?«, fragt Mia.

Der Clown nickt.

Mia will nach den Blumen greifen, doch plötzlich knallt es und die Blumen zerfallen zu Staub.

Der Clown fängt an zu weinen.

Natürlich tut er nur so, als würde er weinen.

Das sieht Mia sofort.

Aber sie spielt das Spiel mit und klopft dem Clown tröstend auf die Schulter.

Ein zweiter Clown taucht auf.

Er hat einen blauen Anzug an mit gelben Sternen. Auf dem Kopf thront ein karierter Zylinderhut. »Was machst du mit meinen Blumen?«

»Kaputt. Alles kaputt. Hose kaputt, Blumen kaputt.«

Der blau gekleidete Clown verdreht die Augen und stöhnt. Dann zieht er den anderen Clown vom Boden hoch.

»Wenn du nicht einmal auf meine Blumen aufpassen kannst, was passiert dann mit meinen Ziegen?«

Bestürzt blickt der traurige Clown hoch. Mit großen Augen schaut er Mia an und legt schließlich einen Finger auf seine Lippen.

Mia hält fast ein wenig erschrocken die Luft an.

»Was ist mit meinen Ziegen?«, wittert der Clown mit den Sternen auf dem Kostüm, dass etwas nicht stimmt.

Der andere Clown springt auf und läuft ängstlich davon.

»Na, warte!« Der blau gekleidete Clown rennt seinem Kollegen hinterher, der kreischend über den Zaun hüpft und hinter dem Zelt verschwindet.

»Ich hole schnell die Eintrittskarten«, sagt Mias Papa leise lachend und lässt Mia mit ihrer kleinen Schwester Stella und Sophie alleine.

Noch während Mias Papa in der Warteschlange am Kassenhäuschen des Zirkusses steht, taucht eine Gruppe schwarz gekleideter Menschen auf. In ihren Händen halten sie große Holzschilder und Transparente, auf denen Sätze stehen wie ›‹ und ›‹.

Sie pfeifen laut auf Trillerpfeifen und hauen auf ihre mitgebrachten Trommeln.

Ängstlich geht Mia zu Sophie und hält sich an deren Arm fest. Sophie weicht mit ihren Kindern nach hinten weg zum Kassenhäuschen.

»Tiger, Löwe, Elefant, gehören nicht in Menschenhand«, rufen die schwarz gekleideten Menschen laut. Sie protestieren gegen den Zirkus.

»Kaufen Sie sich keine Karten! Unterstützen Sie die Tierquälerei nicht!«, ruft ein junger Mann durch ein Megafon in Mias Richtung, die sich mittlerweile an der Hand ihres Papas festklammert.

»Papa, ich habe Angst«, sagt Mia.

Endlich ist Papa dran. Er kauft vier Karten und zieht seine Familie von den Demonstranten1 weg.

Einer der schwarz gekleideten Männer versucht ihm die Karten aus den Händen zu reißen. »Sie sind ein Tierquäler, wenn Sie den Zirkus auch noch unterstützen!«, brüllt er Mias Papa an.

Tom Maibaum blickt den Mann mit ruhiger, aber versteinerter Miene an. »Zügeln Sie Ihre Zunge, junger Mann, und fassen Sie weder meine Familie, noch mein Eigentum an, ja!«

Sophie nimmt Stella aus dem Buggy heraus und drückt sie eng an sich. Stella verzieht das Gesicht und fängt augenblicklich an zu weinen.

Ein Mann in Anzug und Krawatte kommt aus dem Zirkus und geht auf die Demonstranten zu. Er hebt die Hände und ruft: »Es ist Ihr gutes Recht, Ihre Meinung zu sagen, aber lassen Sie bitte unsere Gäste in Ruhe!«

Er wendet sich an Mias Familie und führt sie durch den Eingangsbereich auf das Zirkusgelände.

Gleich im ersten Zelt befindet sich ein großer Wagen mit Getränken, Eis und Süßigkeiten. Der Mann winkt einen Mitarbeiter zu sich und redet kurz mit ihm. Der Mitarbeiter in der weinroten Uniform holt eine Tüte Gummibären und Zuckerwatte und reicht sie Mia und ihrer kleinen Schwester.

»Bitte sehr, zum Tränentrocknen!«

Unsicher blickt Mia ihren Papa an.

Dieser nickt, also nimmt sie die Zuckerwatte an und stammelt ein leises »Dankeschön!«

Auch Stella verstummt und macht sich sogleich über die Gummibärentüte her. »Ich auch Bufi-Bärchen.«

»Du kriegst auch Bufi-Bärchen«, sagt Mia und grinst. Sie findet es unglaublich niedlich, wenn ihre kleine Schwester alles falsch sagt. Darum denkt sie auch im Traum nicht daran, sie zu verbessern.

»Mein Name ist Hans Berthold«, sagt der Mann im Anzug und lächelt Mias Papa an. »Ich bin der Tierschutzbeauftragte von ›‹. Ich kümmere mich darum, dass es den Tieren gut geht. Es tut mir leid, dass Sie eben dem Protest der Tierschützer ausgesetzt waren.«

»Kein Problem«, antwortet Tom Maibaum. »Es ist ja nicht Ihre Schuld, dass die Demonstranten so aggressiv vorgehen.«

Zwei große Polizeiwagen mit blinkendem Blaulicht fahren vor. Zwölf Polizeibeamte in schwarzen Einsatzanzügen und transparenten Schutzschildern steigen aus und halten die Demonstranten vom Zirkuseingang fern.

»Kommt das öfters vor?«, mischt sich Sophie ein.

Herr Berthold nickt und fährt sich durch die Haare. »Ja, leider. So gut wie an jedem Standort, an dem wir Rast machen. Es gibt überall Tierschützer oder die, die sich dafür halten. Das wird immer schlimmer.«

»Warum haben die Männer gesagt, dass wir Tierquäler sind?«, fragt Mia und blickt Herrn Berthold mit großen Augen an.

Mia liebt Tiere.

Sie würde niemals auch nur daran denken, einem Tier ein Haar zu krümmen. Sogar Spinnen fängt sie im Haus mit einem Glas und bringt sie dann in den Garten.

»Die Demonstranten sind der Meinung, dass unsere Tiere hier im Zirkus gequält und durch die häufigen Transportfahrten starkem Stress ausgesetzt werden«, antwortet Herr Berthold. »Aber das ist nicht wahr. Und jeder, der den Zirkus unterstützt, ist in ihren Augen damit auch ein Tierquäler. Der Amtsarzt von der Tierschutzbehörde hat jedoch die Tiere vor, während und nach dem Transport schon getestet. Und die Ergebnisse waren eindeutig. Die Tiere fühlten sich nicht gestresst.« Herr Berthold beugt sich zu Mia hinunter. »Hast du Haustiere?«

Unsicher blickt Mia zu ihrem Papa.

Dieser nickt.

»Wir haben drei Pinguine«, sagt Mia zur großen...



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