Frost | An Ocean Full of Lies (Shattered Magic 2) | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2, 378 Seiten

Reihe: Shattered Magic

Frost An Ocean Full of Lies (Shattered Magic 2)

Berührende Romantasy über ein verfluchtes Königreich und eine unverhoffte Liebe
22001. Auflage 2022
ISBN: 978-3-646-60946-2
Verlag: Impress
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Berührende Romantasy über ein verfluchtes Königreich und eine unverhoffte Liebe

E-Book, Deutsch, Band 2, 378 Seiten

Reihe: Shattered Magic

ISBN: 978-3-646-60946-2
Verlag: Impress
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



**Erkenne deinen wahren Feind** Niemals hätte sich Bell vorstellen können, einmal ihre geliebte Heimatinsel hinter sich zu lassen. Doch um ihre Familie zu beschützen, ist sie dem geheimnisvollen und arroganten Neo auf sein Schiff gefolgt. Und auch wenn der Halbgott von Tag zu Tag einen immer größeren Sog auf sie ausübt, bleibt ihr Ziel unvergessen: die Rückkehr der Götter zu verhindern. Das jedoch wird mit jeder zurückgelegten Seemeile immer schwieriger, denn in den Tiefen des Ozeans lauert ein mächtiger Feind, der alles daransetzt, ihre Niederlage heraufzubeschwören. Bell, die schon bald nicht mehr weiß, wem sie in dem göttlichen Spiel um die Herrschaft der Welt vertrauen kann, muss sich entscheiden, für was es sich zu kämpfen lohnt - für ihre Bestimmung oder ihr Herz ... Bist du bereit, alles hinter dir zu lassen und dich auf ein knisterndes Abenteuer voller Gefahren, Intrigen und Liebe einzulassen? Textauszug: »Ich fragte mich, ob er das laute Pochen meines Herzens ebenfalls hören konnte. Seinen Herzschlag hörte ich zwar nicht, aber dafür spürte ich, wie auch er mein Gesicht fester umschloss und an sich heranzog. Durch den Kuss war ich so benebelt, dass ich für einen kurzen Moment sogar vergaß, dass ich um ein Haar ertrunken wäre - mal wieder. Dass wir eigentlich hier waren, um eines der Artefakte zu finden, dass Neo ein Halbgott war, der es sogar übers Herz brachte, Familien auseinanderzureißen. Dass er derjenige war, der mir beinah meinen Bruder genommen hätte - und den ich dennoch küsste, als würde mein Leben davon abhängen.« //Dies ist der zweite Band der göttlich-romantischen Dilogie »Shattered Magic«. Alle Bände der Buchreihe bei Impress: -- An Ocean Full of Secrets (Shattered Magic 1) -- An Ocean Full of Lies (Shattered Magic 2) -- Sammelband der göttlich-romantischen Fantasy-Dilogie (Shattered Magic)// Diese Reihe ist abgeschlossen.

Hanna Frost wurde 2001 geboren und kann sich rückblickend an keine Nacht erinnern, in der sie nicht heimlich gelesen oder geschrieben hat. Mit 14 Jahren gründete sie ihren eigenen Literaturblog, fünf Jahre später schrieb sie ihr Debüt. Wenn sie nicht gerade an neuen Geschichten tüftelt oder in Tagträumen versinkt, verbringt sie gern Zeit mit ihrem Hund, plant ihre Reise ins All oder widmet sich ihrem Studium - übrigens in genau dieser Reihenfolge.
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Kapitel 1


Ich glaubte zu ersticken, während mir Narius’ Worte unaufhörlich durch den Kopf geisterten. Instinktiv legte ich mir eine Hand an meinen Hals, der von einem schweren Kloß aus Angst und Panik verstopft wurde. Während ich den Meeresgott aus großen Augen anstarrte, wurde dessen Gesichtsausdruck immer hämischer. »Was ist denn, kleine Bell?«, säuselte er in einem Ton, als würde er mit einem weinenden Kleinkind sprechen. »Gefällt dir mein Vorschlag etwa nicht? Vielleicht hast du Glück und dein Möchtegern-Gott vermag es, dich vor mir zu beschützen. Obwohl, in der Vergangenheit hat das ja auch nicht gerade gut geklappt, oder, Neo?«

»Wage es ja nicht«, knurrte der Halbgott, der immer noch schützend vor mir und Nala stand.

Hektisch sah ich mich in dem versteckten Raum, in dem wir das erste Artefakt gefunden hatten, um. Verdammt – wir saßen in der Falle. Narius und seine Schergen blockierten unseren einzigen Fluchtweg. Als mein Blick zufällig auf Neos Hände fiel, sah ich, wie er sie zu bebenden Fäusten ballte.

» soll ich nicht wagen, hm?«, provozierte ihn Narius, wobei sein fieses Grinsen noch breiter wurde. »Willst mich etwa aufhalten, Neo? Wir wissen doch beide, dass du nicht den Hauch einer Chance gegen mich hast. Meine göttlichen Fähigkeiten sind übermächtig! Ich könnte deine kleine Bell einhändig erwürgen, ihr dünnes Genick in meiner Faust zerbersten lassen wie einen Schneeball oder ihr Köpfchen gegen die Wand schlagen, bis es abfällt. Du bist herzlich eingeladen uns beiden dabei zuzusehen und dich selbst von meiner immensen Macht zu überzeugen!«

Meine Knie wurden weich wie Butter. Ich musste mich mit beiden Händen an Nala festklammern, die schweigend neben mir stand, um nicht zu fallen.

»Oh, Verzeihung, Bell, nimm’s nicht persönlich!«, flötete Narius prompt und schenkte mir ein mitleidiges Lächeln. Woher kannte dieses Ungeheuer eigentlich meinen Namen?

»Die Frage, was du von uns willst, können wir uns wohl sparen«, ergriff Nala unerwartet das Wort und schob sich ein Stückchen vor mich, wodurch ich den Blickkontakt zu Narius verlor.

»Aber wenn du mein Verlangen kennst, wieso erfüllst du es dann nicht?«, spottete er, doch in seiner Stimme schwang ein ernster Ton mit, der mir die Haare zu Berge stehen ließ. Suchend sah ich mich nach seinem Objekt der Begierde um und entdeckte den Handspiegel der Naturgöttin, das erste der drei Artefakte, hinter dem gläsernen Thron auf dem Marmorboden liegen. Er befand sich noch immer an der Stelle, an der Neo ihn fortgeworfen hatte … Ob ich es wagen sollte, zu ihm hinüberzulaufen? Vielleicht würde es mir ja gelingen, das Artefakt vor Narius zu erreichen und in unseren Besitz zu bringen. Aber vermutlich konnte der Gott viel schneller rennen als ich …

Als hätte er meine Gedanken gehört, räusperte er sich laut. »Ich plaudere ja wirklich gern mit euch Sterblichen, aber meine göttlichen Geschwister warten darauf, dass ich sie aus ihrem Stubenarrest befreie und die Welt unterwerfe. Darum gewähre ich euch nun eine letzte Chance, mir das Artefakt freiwillig zu übergeben. Entweder das oder ihr werdet in diesen alten Gemäuern euren Tod finden.«

»Vergiss es!«, zischte Nala, während sie meine Hand losließ und sich mit gezücktem Säbel neben Neo stellte.

Unbekümmert zuckte Narius mit seinen Schultern. »Ihr habt keine Chance.«

So überzeugt, wie seine Stimme klang, wurde mir ganz schwindelig vor Angst. Hektisch sah ich mich erneut nach dem Artefakt um, aber ich –

»Na, kleine Bell? Möchtest du auf dem Thron Platz nehmen, weil deine Knie vor Angst schlottern, oder warum siehst du dich andauernd um?« Der Spott in der Stimme des Meeresgottes war unüberhörbar. »Komm, setz dich ruhig! Du darfst gern aus erster Reihe mitansehen, wie ich deine Freunde in Grund und Boden stampfe.«

Ich stockte. Natürlich wollte mich der Meeresgott nur zur Närrin machen, aber eigentlich kam mir seine spöttische Aufforderung sehr gelegen. Schließlich war sie der perfekte Vorwand, um in die Nähe des Spiegels zu gelangen … »Vielen Dank«, nuschelte ich und ließ zu, dass Narius über mein scheinbar naives Wesen lachte, während ich auf den Thron zueilte. Artig setzte ich mich. Das Gelächter des Gottes war so kräftig, dass ich mir einbildete, der Thron würde beben.

»Ach, ihr Sterblichen seid so furchtbar amüsant! Wie schade, dass ich die Mehrheit von euch töten muss.« Als Narius seinen Kopf in den Nacken legte und seinen langen Hals präsentierte, blickte ich zu Neo hinüber. Unsere Blicke trafen sich. Wir teilten denselben Gedanken. Keinen Wimpernschlag später stürmte Neo auf den Gott zu und schwang seine Klinge in die Richtung seines Halses. Narius’ Lachen verstummte, doch leider gelang es ihm, im entscheidenden Moment einen Schritt zurückzutaumeln. Die Klinge des Säbels verfehlte seinen Kehlkopf um Haaresbreite und streifte stattdessen nur seine Brust. Unverzüglich holte Narius zum Gegenschlag aus. Eine Wassersäule schoss aus dem Boden empor, traf Neos Oberkörper und schleuderte ihn mit solcher Wucht gegen die dahinterliegende Wand, dass ich hörte, wie der Stein bröckelte. Erschrocken japste ich nach Luft und sprang auf. Was sollte ich nur tun? Erstarrt beobachtete ich, wie Nala ebenfalls zum Angriff ausholte – doch ehe sie auch nur in die Nähe des Gottes kommen konnte, wurde auch sie von einer Wassersäule erfasst und durch den Raum geschleudert. Hilfesuchend sah ich mich um, doch die Kämpfenden waren so miteinander beschäftigt, dass mir keiner von ihnen einen Blick widmete. Ich musste meinen Freunden helfen – aber wie?! Zum Kämpfen war ich zu schwach, um Hilfe zu holen zu langsam … doch dann kam mir plötzlich der rettende Einfall. Unauffällig machte ich einen Schritt zur Seite. Und noch einen. Und noch einen. Dann huschte ich hinter den Thron, warf mich auf den Boden und robbte auf den Spiegel zu.

In meinen Ohren dröhnten währenddessen die Geräusche des Kampfes. Das Rauschen von Wasser vermischte sich mit Flüchen und Ausdrücken, für die mich meine Großmutter zum Kartoffelschälen verdonnert hätte.

Immerhin rückte der Spiegel nun in greifbare Nähe. Ich streckte meine Hand danach aus und umfasste den rosenverzierten Griff. Das Gold fühlte sich unnatürlich kühl an, beinahe schon eisig. Mit einer Mischung aus Angst und Neugierde blickte ich auf das Artefakt hinab, für das die Götter über Leichen gingen. Ich sah in ein blasses Gesicht, das von zerzaustem Haar eingerahmt wurde. Die Pupillen der jungen Frau waren riesig und dunkle Schatten lagen unter ihren Augen. Sie sah mir verblüffend ähnlich, war aber doch so fremd. Wie eine Zwillingsschwester, deren bewegtes Leben sich in ihrem Gesicht widerspiegelte. Stutzig griff ich in mein eigenes kurzes Haar, das sich anfühlte, als würde ich in ein Vogelnest fassen. Zeitgleich imitierte mich die Frau im Spiegel. War sie etwa doch mein eigenes Spiegelbild? Gehörten diese müden Augen wirklich zu Gesicht?

Mir blieb keine Zeit, mein Abbild weiter zu begutachten, denn das Glas nahm unvermittelt eine merkwürdige Färbung an. Nebelschwaden zogen darin auf und ließen mein Spiegelbild verschwimmen. Als sich die Wolken lichteten, erkannte ich einen weißen Sandstrand – Sandstrand. Im Hintergrund erhob sich der einsame Berg meiner Heimatinsel, davor erblickte ich einige Häuschen. Ehe ich mir alle Details ansehen konnte, veränderte sich das Bild erneut. Als ich unser abgelegenes Haus auf der Düne erblickte, drohte mein Herz vor Freude überzuquellen – nur um im nächsten Moment beinahe vor Schmerz zu zerspringen, weil mir der Spiegel plötzlich ein Gesicht vorhielt, das ich nur allzu gut kannte. Schlagartig wurde mir bewusst, welche meiner Erinnerungen das Artefakt ausgewählt hatte, um mich in die Knie zu zwingen. Es zeigte mir den Teil meiner Vergangenheit, den ich schmerzlich verdrängt hatte. Zumindest hatte ich das angenommen – doch nun brannte sie wie die frische Bisswunde eines Haies.

»Nein«, hauchte ich erstickt und schüttelte den Kopf. Mit einem Mal konnte ich spüren, wie die warmen Sonnenstrahlen des damaligen Tages meine Haut erwärmten. Wie die Meeresluft durch mein Haar strich und mir den Geruch nach Salzwasser in die Nase trieb. Ich hörte sogar die Melodie des Meeres, die so laut war, dass die Geräusche des Kampfes um mich herum verstummten. Es kam mir so vor, als wäre ich durch ein magisches Portal hindurch in eine andere Welt getreten.

Schon wieder geriet das Bild im Glas des Spiegels in Bewegung. Ich starrte in ein Gesicht, das meine Augen trug; allerdings...



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