Frost | Iced Ashes (Ein Königreich aus Feuer und Schatten 2) | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, Band 2, 407 Seiten

Reihe: Ein Königreich aus Feuer und Schatten

Frost Iced Ashes (Ein Königreich aus Feuer und Schatten 2)

Romantasy über die verbotene Liebe zwischen einer Assassinin und einem Fae-Prinzen
21001. Auflage 2021
ISBN: 978-3-646-60772-7
Verlag: Impress
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Romantasy über die verbotene Liebe zwischen einer Assassinin und einem Fae-Prinzen

E-Book, Deutsch, Band 2, 407 Seiten

Reihe: Ein Königreich aus Feuer und Schatten

ISBN: 978-3-646-60772-7
Verlag: Impress
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



**Niemand kann es mit ihr aufnehmen, außer ihre eigene Vergangenheit**  Gerade noch streifte Kaida durch die Wälder des Nordens und tötete als verborgene Assassinin Kreaturen dunkler Magie. Nun hängt ihr Leben ausgerechnet von den Fae ab, die sie einst umbringen wollten, und sie hat auch noch das Vertrauen des eiskalten Prinzen Jace verloren, der ihr Herz so sehr berührt hat. Doch dann tauchen gleich zwei alte Bekannte auf, die alles infrage stellen, wofür Kaida bislang gekämpft hat: ihr Bruder Callum, der sie gerade erst verraten hat, und der mächtigste Hexenmeister des Landes, der immer noch auf der Jagd nach ihr ist. Ein Komplott braut sich zusammen, das alle Talente der Assassinin erfordern wird - und jegliche Hilfe, besonders die von Prinz Jace ... Welchen Weg wirst du gehen? Den leichten oder den richtigen? //Dies ist der zweite Band der magisch-fantastischen Dilogie »Ein Königreich aus Feuer und Schatten« von Hanna Frost. Alle Bände der Fantasy-Liebesgeschichte bei Impress: -- Burning Soul (Ein Königreich aus Feuer und Schatten 1) -- Iced Ashes (Ein Königreich aus Feuer und Schatten 2)//             Die Reihe ist abgeschlossen.

Hanna Frost wurde 2001 geboren und kann sich rückblickend an keine Nacht erinnern, in der sie nicht heimlich gelesen oder geschrieben hat. Mit 14 Jahren gründete sie ihren eigenen Literaturblog, fünf Jahre später schrieb sie ihr Debüt. Wenn sie nicht gerade an neuen Geschichten tüftelt oder in Tagträumen versinkt, verbringt sie gern Zeit mit ihrem Hund, plant ihre Reise ins All oder widmet sich ihrem Studium - übrigens in genau dieser Reihenfolge.
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Kapitel 1


Panisch riss Kaida ihre Augen auf und röchelte gierig nach Luft. Ihre Lungenflügel schmerzten bei jedem Atemzug, sie hatte das Gefühl, nicht richtig atmen zu können. Als sie realisierte, dass sie seitlich auf dem kalten Steinboden lag, begann sie unkoordiniert mit ihren gefesselten Beinen zu strampeln. Auch die Stricke um ihre Handgelenke nahm sie nun allzu deutlich wahr, genauso wie das unüberhörbare Piepen in ihrem Kopf und das grelle Licht, das Tränen in ihre Augen trieb.

Dumpfe Geräusche drangen in ihre Ohren. Nur langsam manifestierten sich die Töne und wurden zu einer strengen Männerstimme, die Kaida schmerzlich bekannt vorkam. Die Muskeln in ihren Beinen begannen zu zucken, als würden sie das Weite suchen wollen, noch bevor ihr Gehirn auch nur annähernd verstanden hatte, was hier vor sich ging. Plötzlich legten sich kalte Hände um ihre Knöchel und fixierten sie am Boden.

»Das reicht!«, befahl die bekannte Stimme streng. »Lasst sie los, in ihrer aktuellen Verfassung wird sie schon keinen großen Schaden anrichten können.«

So schnell, wie die Hände gekommen waren, verschwanden sie auch wieder. In Kaidas Ohren dröhnte der hohle Klang ihres Atems. Sie spürte, wie ihr kalter Schweiß die Schläfen entlanglief. Ihr ganzer Körper zitterte und krampfte, jedes Stückchen Haut schien in Flammen zu stehen. Alles um sie herum wirkte laut und aufgewühlt, doch gleichzeitig fühlte sie sich selbst so taub und leer, als wäre sie in einem Körper, der gar nicht ihr eigener war.

So gut es die Fesseln zuließen, rollte sie sich zusammen und presste ihre heiße Wange gegen den kalten Steinboden. Erleichtert stellte sie fest, dass ihr Blick mit jedem Augenblinzeln etwas klarer wurde und mehr Farbnuancen zuließ. Als Kaida langsam zu dem blassen Gesicht des Mannes aufsah, der nur eine Armlänge entfernt vor ihr stand, gefror das Blut in ihren Adern. »Oberon …«

»Ganz genau«, erwiderte der Fae-König leise, doch seine Stimme klang keinesfalls beruhigend. Er hatte seinen Kopf geneigt und betrachtete Kaida so lauernd wie ein Wolf ein hilfloses Lamm. Geschmeidig beugte er sich zu ihr hinunter, griff nach ihren Schultern und setzte sie wie eine Stoffpuppe auf. Kaida spürte eine kalte Wand in ihrem Rücken, als er sie unsanft dagegen presste.

»Gebt mir ihre Wasserflasche!«, blaffte der König und wedelte ungeduldig mit einer Hand. Augenblicklich löste sich ein Soldat hinter ihm aus der Dunkelheit und reichte dem Fae schweigend eine Flasche. Geschickt lösten die schlanken Finger des Königs den Verschluss. Als er die Öffnung an Kaidas trockene Lippen legte und der erste Wassertropfen auf ihre Zunge traf, reckte sie ihm gierig den Kopf entgegen. Ihr Kehlkopf schmerzte bei jedem Schluck. Sie konnte sich nicht mal mehr daran erinnern, wann sie das letzte Mal etwas getrunken hatte.

Als Oberon die Flasche etwas ungeschickt anwinkelte, verschluckte sie sich an der kühlen Flüssigkeit. Hastig setzte sie ab und rutschte ein Stückchen vom König weg.

»Bist du jetzt wacher?«, fragte dieser schadenfroh und zog spöttisch eine Augenbraue hoch. »Du sahst aus, als hättest du eine kleine Abkühlung mehr als nötig gehabt …«

Hustend krümmte sich Kaida und starrte ihn aus hasserfüllten Augen an. »Ich hasse dich, Oberon!«, krächzte sie, bereute ihre Worte jedoch sofort. Gallenflüssigkeit war in ihrem Hals aufgestiegen und verätzte ihre Kehle. Würgend und röchelnd drehte Kaida ihren Kopf zur Seite, um sich wenigstens nicht auf Oberons Stiefelspitzen zu übergeben – obwohl es ja durchaus keinen Unschuldigen getroffen hätte …

Über ihr Husten hinweg hörte sie, wie der König etwas in einer fremden Sprache sagte, das alles andere als freundlich klang. Eine schwere Tür fiel ins Schloss, dann wurde es schlagartig wieder still um sie herum. Seufzend gab Kaida der Erschöpfung nach, die sie zu übermannen drohte. Ihr Kopf fiel schlaff zur Seite und ihre Augenlider zitterten so stark, dass sie nichts mehr erkennen konnte.

»Schön bei Bewusstsein bleiben«, hörte sie Oberon drohen, »oder willst du, dass ich dir einen ganzen Eimer voll Wasser über den Kopf schütte?«

»Wieso?«, erwiderte sie undeutlich, wobei ihre Stimme selbst in ihren eigenen Ohren merkwürdig fremd klang. »Ich soll doch nur wach bleiben, damit … damit du mehr Spaß beim Foltern hast, oder? Aber diesen Gefallen werde ich dir … nicht tun.«

Oberon schnaubte amüsiert. »Schön zu sehen, dass selbst die vielen Betäubungstränke und Tinkturen deinen Sturkopf nicht aufweichen konnten. Zeitweise sah es gar nicht so gut für dich aus … Wie dem auch sei, ich will dich nicht foltern, du sollst mir nur zuhören. Es gibt ein paar Dinge zu besprechen, ehe ich dich wieder auf die Welt loslassen kann.«

Irritiert runzelte Kaida die Stirn. Nach all den Vorfällen, den Lügen und dem Verrat hätte sie eher damit gerechnet, dass er sie für den Rest ihres Lebens hier unten versauern ließ.

»Warum bin ich eigentlich nicht gestorben, als Jace’ Fluch auf mich überging? Und warum hat Nia mich nicht umgebracht, obwohl sie doch die Gelegenheit dazu hatte? Ich kann mich nur noch an ein Pulsieren erinnern … daran, dass ich irgendwie aufgebrochen, beinah explodiert bin, aber was danach geschah …« Schlagartig weiteten sich ihre Augen und eine Welle der Panik erfasste ihren Körper. »Jace!«, stieß sie erschrocken hervor und blickte Oberon eindringlich an. »Wo ist er? Geht es ihm gut?« Kaidas Herz begann zu rasen. Ruckartig versuchte sie sich aufzurichten, doch Oberons Hände auf ihren Schultern drückten sie hinunter.

»Ganz ruhig, Sturkopf, du würdest eh nicht weit kommen. Ich befehle dir, mir jetzt zuzuhören!«

Trotzig schnaubte Kaida und spuckte ihm vor die Füße. »Du hast mir gar nichts zu befehlen, !«

»Und ob ich das habe, .«

Seine Worte trafen sie so unvorbereitet, dass Kaida ihre Gegenwehr augenblicklich einstellte. Verwirrt blinzelte sie einige Male, ehe sie ihre Sprache wiederfand. »Ich … ich bin nicht deine Untertanin.«

»O doch, das bist du. Das warst du schon immer, meine kleine Kaida, aber spätestens seit diesem mit deiner Magie kann es niemand mehr leugnen.«

Ungläubig starrte sie in seine stahlgrauen Augen. Die Art, wie er ihren Namen aussprach, ließ einen eisigen Schauer über ihren Rücken kriechen.

»Du siehst aus wie sie«, fuhr Oberon leise fort und streckte einen Finger nach ihrer Ohrenspitze aus. Erneut stieg Übelkeit in Kaida auf. Das Gefühl, dass hier gerade etwas wahnsinnig schieflief, legte sich wie ein Backstein in ihren Magen. Was, um Himmels willen, war mit dem König passiert? Hatte er den Verstand verloren?

»Hör auf«, presste sie mit zitternder Stimme hervor, »hör auf, so merkwürdig zu sein. Foltere mich oder wirf mir vor, dass ich dein Land verraten habe, aber hör auf mich so fürsorglich anzustarren. Du machst mir furchtbare Angst.«

»Du mir auch«, erwiderte Oberon mit einem unergründlichen Ausdruck in den Augen, doch zu Kaidas grenzenloser Erleichterung zog er sich ein Stückchen von ihr zurück. »Du wirst den Grund schon noch früh genug erfahren. In deiner jetzigen Verfassung würdest du sowieso nicht alles verstehen können. Den Rest der Aufklärungsstunde kann Jace übernehmen, sobald du wieder in einem halbwegs präsentablen Zustand bist. So abgemagert und mit Schatten unter den Augen, die den seinen ernste Konkurrenz machen, kann ich dich unmöglich zu ihm lassen.«

Kaida schluckte trocken. Das war zwar nicht die Antwort, die sie sich erhofft hatte, aber immerhin schien der Prinz am Leben zu sein. »Wie geht es ihm? Ist er wohlauf?«

»Jace geht es den Umständen entsprechend gut, so, wie man sich eben fühlt, wenn sich das Mädchen, in das man sich dummerweise verliebt hat, als Verräterin entpuppt. Deine Fürsorge in Ehren, Kaida, aber an deiner Stelle würde ich mich mehr um mein eigenes Wohl sorgen.«

»Ist mir klar«, erwiderte sie schroff und entlockte dem König sogar ein leichtes Schmunzeln.

»Durch Nias Dolchstoß hast du enorm viel Blut verloren, mal ganz zu schweigen von dem immensen Kraftakt, den dein Körper aufbringen musste, um die Magie zu wirken. Wahrscheinlich hast du dich deshalb so gefühlt, als wärst du aufgebrochen wie eine hohle Nussschale … Wir mussten dich mit unseren Tränken und Tinkturen mehrere Wochen lang betäuben und deine Sinne vernebeln, weil du den Schmerz sonst nicht ertragen hättest.«

»Und … und diese Explosion? Was ist mit mir geschehen?« Kaida fühlte sich von den ganzen Informationen, deren Bedeutungen sich ihr noch nicht ganz erschließen wollten, wie erschlagen. Ihr Kopf pochte, als wäre eine Kutsche darübergerollt.

»Nun, als du ›auseinandergebrochen‹ bist, wie du es so...



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