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E-Book

E-Book, Deutsch, Band 5, 320 Seiten

Reihe: Andrea ermittelt

Fuchs Alte Geister

Andrea ermittetl (ganz unfreiwillig - ehrlich)
1. Auflage 2026
ISBN: 978-3-6951-6742-5
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Andrea ermittetl (ganz unfreiwillig - ehrlich)

E-Book, Deutsch, Band 5, 320 Seiten

Reihe: Andrea ermittelt

ISBN: 978-3-6951-6742-5
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Nachdem Andrea eine zerstückelte Leiche gefunden hat, ist nichts mehr wie es war. Schlimme Gerüchte ranken sich um den Toten. Andere feiern ihn als Helden, der vor Jahren zwei entführte Jugendliche gerettet hat. Sogar die Polizei ist wegen des Toten zwiegespalten. Was haben Andreas neue Freunde mit der Entführung von damals zu tun? Warum benimmt Anna sich so seltsam? Und Nick scheint völlig übergeschnappt zu sein!!? Am Ende ihres Praktikums im ländlichen Niederheid bekommt Andrea ihren ersten eigenen Fall. Doch der ist alles andere als einfach. Und doch wird es ihr schwer fallen, nach Frankfurt zurückzukehren.

Ich wurde 1982 in Lusaka, Sambia, geboren. Meine frühe Kindheit verbrachte ich in Sambia und Simbabwe, bis ich mit 6 Jahren am deutschen Niederrhein eingeschult wurde. Ich weiß noch, wie seltsam ich es fand, im Sommer, bei strahlendem Sonnenschein mit vielen Menschen schön geordnet in der großen Aula der Schule die Einschulung zu "feiern". Feiern in Afrika waren nie in Gebäuden. Und nie "geordnet" zumindest soweit ich mich erinnere. Nach 13 Jahren Schule und anschließender Gartenbaulehre ging ich zum Studium nach Osnabrück. Nach dem Studium, auf der Suche nach dem richti-gen Job, begann ich diese Krimireihe, die am Niederrhein spielt. Mittlerweile sind sieben Krimis entstanden, der Achte ist begonnen. Seit 2011 bin ich glücklich zurück am Niederrhein. Ich fahre zwar gerne in Urlaub und sehe mir andere schöne Orte an, habe aber bisher keinen gefunden, an dem ich lieber leben möchte, als am Niederrhein.
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Kapitel eins


Nick seufzte, bevor er an Jos und Evas Küchentüre klopfte. Jo und Eva-Maria Peters waren seine besten Freunde seit der Kindheit. Jo stand ihm näher als seine Brüder. Zu ihm wollte er jetzt. Eva wollte er eigentlich lieber nicht sehen. Sie würde von Dingen sprechen, die Nick lieber nicht wissen wollte. Aber er hatte keine Wahl: Jo frühstückte mit seiner Frau und seinem sechs Monate alten Sohn Aljoscha. Nick hatte ihn nicht gefragt, ob er Zeit für ihn hätte. Warum auch? Er gönnte seinem Freund die Momente mit seiner Familie. Bald kam die Erntezeit und da war Jo oft genug den ganzen Tag und die halbe Nacht auf den Feldern. Nick hatte dienstfrei. Er wollte Jo bei der Arbeit helfen. Er hatte ihm schon oft geholfen, auch als Jo noch auf dem väterlichen Hof mitgearbeitet hatte.

„Nick! Schön, dass du kommst! Guten Morgen“, rief die kleine quirlige Eva erfreut. Sie sprang vom Tisch auf, bevor Jo es ihr verbieten konnte, und holte Brettchen, Messer und Tasse für Nick.

Der nickte Jo kurz zu, der den Gruß in gleicher Weise erwiderte. Als Eva an ihm vorbei wirbelte, fing Nick sie ein. Er gab ihr einen Kuss auf die Wange und drückte sie. „Guten Morgen. Setz dich, ich trink nur `n Kaffee…“

Kichernd wehrte sie sich. „Nicht! Ihh… Hast du die Zähne geputzt, nachdem du letzte Nacht Irgendeine weiß-der-Himmel-wohin geküsst hast?“

Er ließ sie los. „‚Zähne geputzt’? Deine Phantasie möchte ich haben…“ brummte er und setzte sich.

„Jan sagt, du hättest gestern `ne hübsche Dunkelhaarige erwischt?“

Nick sah den rothaarigen Hünen erstaunt an. Er schüttelte überlegend den Kopf: „Nee, nicht…“

„Jan und Emily haben dich aber mit ihr gesehen. Katrin Thomsen aus Weidheim“, mischte Eva sich ein.

Nick schüttelte wieder den Kopf: „Kati kenn ich. Die hab ich gestern aber nicht gesehen. Die habe ich schon ewig nicht mehr gesehen…“

„Emily und Jan lügen aber nicht! Die waren gestern zum Essen hier und haben das erzählt“, empörte sich Eva. Emily war ihre beste Freundin.

Nick musterte sie überlegend: „Ich hab Kati gestern nicht gesehen, Eva, egal, was Emily und Jan sagen. Ich hab in Weidheim auf dem Dorffest ausgeholfen. Da waren ein Haufen Frauen, aber ich bin alleine in meinem Bett aufgewacht und die Tür war von innen abgeschlossen, bevor du noch weiterfragst.“

Jo warf seinem Freund einen erstaunten Blick zu. Das hatte schärfer geklungen, als Nick es beabsichtigt hatte.

Sogar Eva war im ersten Moment vor Überraschung still. Dann kicherte sie: „Das wollte ich gar nicht fragen. Außerdem weiß ich, dass du nie eine mit zu dir nimmst. Du gehst immer mit zu ihr.“

Nick grinste leicht schief: „Woher hast du das denn?“

„Stimmt das nicht?“ stichelte sie.

Nick zuckte mit den Schultern: „Wer sagt das?“

„Katrin Thomsen. Steffi arbeitet jetzt im gleichen Büro wie Kati.“

Nick stöhnte leise. Er würde Kati bitten müssen, Evas exzentrischer Schwester möglichst nichts zu erzählen. Er war ein paar Mal mit Kati ausgegangen. Es waren immer sehr angenehm unkomplizierte und lustige Treffen gewesen. Und beide hatten genau das gewollt.

„Also stimmt es?“ triumphierte Eva.

Nick zuckte wieder mit den Schultern: „Dann kann ich gehen, wann ich will“, murmelte er.

Sie sah ihn ungläubig an: „Du gehst? Ich meine… Frühstück ans Bett oder so? Wenigstens noch zusammen frühstücken…“

„Als wenn du dich bei Flo damals nicht rausgeschlichen hättest“, brummte Jo. „Fünfmal.“

Eva sah ihn verblüfft an: „Woher weißt du das?“

Jo und Nick lachten auf. Jo küsste seine Frau: „Der ist zu Nick und mir Heulen gekommen, Schatz. Jetzt lass Nick in Ruhe! Die bekloppten Weiber wissen seit Jahren, dass er keine von ihnen will und meinen trotzdem, er ändert seine Meinung plötzlich. Und Emily und Jan haben wahrscheinlich irgendwen gesehen und nicht Nick…“

Eva wollte widersprechen, aber Jo ließ sie nicht: „Jan hat gefragt, seit wann Nick karierte Hemden trägt, aber wenn er da ausgeholfen hat, hat er Uniform getragen! Oder meist du, er kellnert plötzlich? Außerdem trinkt Nick im Dienst nie oder lässt sich von Frauen ablenken! Schluss jetzt! Lass ihn in Frieden!“

Eva hatte erneut widersprechen wollen. Jetzt fügte sie sich schmollend seinem Verbot.

Nachdem Nick und Jo sich eine Weile über das Wetter und die anstehende Getreideernte unterhalten hatten, mischte sie sich wieder ein. Sie schmollte nie lange. „Gehst du morgen zu Andrea? Die hat Geburtstag, oder?“

„Mmh. Ich wollte mal vorbeigehen, gratulieren“, murmelte Nick.

Jo warf seinem Freund einen seltsamen Blick zu.

„Nur gratulieren? Bleibst du nicht zum Essen oder auf `n Bier?“ wunderte sie sich.

„Nee, bin nicht eingeladen.“

„Sie hat niemanden eingeladen“, erklärte Eva. „Nur ein paar Frauen am Dienstag zum Kuchen. Aber morgen dürfen alle vorbeikommen, die wollen, hat sie gesagt.“

Der Polizist nickte nur. „Geht ihr hin?“ wollte er wissen.

Jo schüttelte den Kopf: „Schwiegereltern kommen.“

„Hast du gewusst, dass Andrea ein Date hat?“ fiel Eva ein. „Sie trifft sich heute Abend mit Marko… Ich weiß nicht, wie der mit Nachnamen heißt. Der war doch mit euch in einer Klasse…“

„Marko Jolten“, brummte Nick. „War zwei Klassen unter uns.“

Jo sah Nick erstaunt an, der es aber vorzog, nicht zu reagieren.

„Wusstest du das? Ich finde das schön, dass sie sich endlich mit jemandem trifft! Ist ja auch schon so lange her, dass sie mit Fabian Schluss gemacht hat. Es wird Zeit, dass sie wieder einen Freund hat. Und ich glaube, die beiden passen sehr gut zusammen. Andrea hat erzählt, dass die immer viel Spaß zusammen haben und… Ach, das würde mich so für sie freuen!“

Nick stand auf. „´Tschuldigung!“ murmelte er und ging.

Jo fand seinen besten Freund wenig später auf einer Bank an einem Wanderweg. Dorthin hatten sie sich in ihrer Jugend immer zurückgezogen, wenn sie ihre Ruhe haben wollten. Die Bank stand auf einer kleinen Anhöhe. Sie hatten oft dort gesessen, Bier getrunken und über die Felder gesehen. Oder im Nadelwald dahinter nach Tieren Ausschau gehalten.

„Sie hat’s nicht böse gemeint“, brummte Jo und setzte sich.

„Ich weiß.“

„Rede doch mit ihr“, schlug Jo vor, nachdem sie lange schweigend auf die gelben Getreidefelder und die grünen Rübenacker geblickt hatten.

„Mmh“, machte Nick.

„Dann geht’s dir sicher besser“, drängte Jo.

„Und was soll ich sagen? Sie sagt, ich bin ihr bester Freund und fragt mich, was sie für ihr Date anziehen soll: das weiße Top wäre zu wenig Stoff, außerdem zu durchsichtig, und das rote hat zu viel Stoff…“

„Scheiße“, murmelte Jo. Er lehnte sich auf der Bank zurück und schwieg wieder.

Eva lächelte, als sie die beiden Männer auf der Bank sah. Sie schob den Kinderwagen mit ihrem schlafenden Sohn die letzten Meter die Anhöhe hinauf und erklärte ihnen: „Ich wusste doch, dass ich euch hier finde.“ Sie setzte sich zwischen sie und stieß Nick leicht an: „Was habe ich falsch gemacht?“

„Nichts“, murmelte er. Er legte den Arm um sie und zog sie an sich.

„Doch, hab ich wohl! Sonst wärst du nicht gegangen! Ich kenne dich, Nick Wilms, und du bist echt nicht zimperlich! Also: was habe ich gemacht?“

Nick schwieg lange. Es wunderte Jo, dass seine Frau die Geduld aufbrachte, ihn nicht weiter zu drängen.

Schließlich stieß sie ihn doch wieder leicht an. Erschreckt sah er sie an und erinnerte sich an ihre Frage. „Andrea – ich liebe sie“, erklärte er.

Erst mit Unverständnis, dann immer betroffener sah sie ihn an: „Andrea? Unsere Andrea?“

„Welche denn sonst?“ murmelte Nick. Er sah wieder zum Horizont.

„Weiß sie das?“ wollte Eva wissen.

Er schüttelte den Kopf.

„Und sie redet so oft von…“ Sie schüttelte verwirrt den Kopf. Dann sah sie zu ihm auf: „Du liebst sie? Also so richtig? Nicht nur… Nicht nur, weil… weil… du noch nie mit ihr…“

Jo schüttelte leise über seine Frau kichernd den Kopf. Er zuckte mit den Schultern, als er Nicks Blick begegnete.

Der grinste leicht: „Warum magst du mich eigentlich, wenn du so schlecht von mir denkst?“

„Ich denke nicht schlecht von dir!“ widersprach Eva. „Aber… es ist doch so, dass du alle Frauen verführst!?“

Er schüttelte den Kopf: „Nein, das stimmt nicht. Eigentlich… lasse ich nur alle in dem Glauben, dass ich das tue....



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