E-Book, Deutsch, 130 Seiten
Reihe: Digital Edition
Fulford Verführt im Namen der Krone
1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7337-1705-6
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, 130 Seiten
Reihe: Digital Edition
ISBN: 978-3-7337-1705-6
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
'Ziehen Sie sich aus und legen Sie sich ins Bett!' verlangt Antoine. Das vorgetäuschte Liebesspiel in einem schummrigen Pariser Freudenhaus soll ihn eigentlich nur vor Napoleons Häschern schützen - doch die überraschend glühende Umarmung der schönen Agentin Claudine bringt den sonst so kühlen Antoine schier um den Verstand.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
2. KAPITEL
Claudine sah ihr fassungslos nach und drehte sich zu ihrem Begleiter um, aber die Worte erstarben ihr auf den Lippen, denn er hatte bereits seinen Umhang abgeworfen und schlüpfte gerade aus seiner Jacke.
„Was tun Sie da?“, fragte sie kühl.
„Was glauben Sie denn?“
„Das kann nicht Ihr Ernst sein.“
„Kommen Sie. Wir haben nicht viel Zeit.“
„Wenn Sie glauben, ich werde …“
Er hielt inne und bedachte sie mit einem finsteren Blick. „Haben Sie einen besseren Einfall?“
„Nun, nein. Aber …“
„Dann ziehen Sie sich endlich aus, sonst muss ich es für Sie tun! Dieses Zögern wird uns noch das Leben kosten!“
Sie wusste, dass er recht hatte, aber dadurch fiel es ihr nicht weniger schwer. In ihrem ganzen Leben hatte sie sich noch nicht vor einem Mann ausgezogen. Widerwillig löste sie das Band ihres Umhangs und ließ ihn fallen.
Da sie seiner Aufforderung nachkam, fuhr Duval fort, seine Kleidung abzulegen – die Jacke und das Krawattentuch folgten dem Umhang, und er begann, die Stiefel auszuziehen. Von unten waren laute Stimmen zu vernehmen. Die Polizei war in der Halle. Claudine fummelte aufgeregt an den Verschlüssen ihres Kleids. Duval warf die Stiefel beiseite und zog sich das Hemd über den Kopf. Flüchtig nahm sie eine breite, feste Brust wahr, und tiefe Narben auf seinem linken Arm und der Schulter. Sie wandte sich hastig ab und kämpfte weiterhin mit ihren Knöpfen.
Duval seufzte. Mit zwei Schritten war er bei ihr. Claudine spürte seine starken Hände auf ihren Armen, als er sie zu sich herumdrehte und ihr Haar zur Seite schob. Warme Finger berührten ihre Haut, während er ihr das Kleid von den Schultern schob. Sie befreite sich aus den Ärmeln, gleichzeitig war er schon dabei, ihr Unterkleid und das Mieder darunter zu öffnen. So geschickt stellte er sich an, dass es ganz offensichtlich war, wie gut er sich mit weiblicher Kleidung auskannte. Gleich darauf stand Claudine nur noch in Chemise und Strümpfe gekleidet da. Duval nahm ihr die Nadeln aus dem Haar, bis es ihr in wirren Locken auf die Schultern rieselte.
Schwere Schritte erklangen auf der Treppe. Claudine konnte Madame Renauds wütenden Protest hören. Dann brüllte eine tiefe Männerstimme Befehle.
„Durchsucht jedes Zimmer! Die Frau ist hier irgendwo!“
Claudines Herz setzte einen Schlag aus. Sie meinten sie! Alain musste geredet haben. Einen Moment wurde sie von eisigem Entsetzen gepackt. Duval ging zum Bett und schlug die Decke zurück.
„Kommen Sie.“
Wie betäubt folgte sie seiner Aufforderung, schlüpfte unter die kühlen Laken und rutschte auf die andere Seite. Als sie sich zudeckte, sah Duval das sanfte Schimmern von Metall an ihrer Hand, und zum ersten Mal bemerkte er ihren Ehering. Er runzelte die Stirn.
„Nehmen Sie den Ring ab.“
Sie versuchte es und schüttelte schließlich den Kopf. „Er ist zu eng.“
„Dann verstecken Sie Ihre Hand.“
Rasch zog er die Bettvorhänge zu und legte sich zu ihr. Vor der Tür näherten sich Schritte, ab und zu erklangen Schreie und Flüche. Er schien zu spüren, wie Claudine erschauerte.
„Haben Sie keine Angst“, flüsterte er. „Spielen Sie nur Ihre Rolle und sagen Sie so wenig wie möglich.“
In der Dunkelheit war es ihm unmöglich, ihr Gesicht zu sehen; ein Umstand, für den Claudine zutiefst dankbar war. Seine Worte, wenn sie auch freundlich gemeint waren, zeigten ihr deutlich, für wen er sie hielt. Deswegen hatte er wohl auch ganz selbstverständlich angenommen, sie würde nichts dagegen haben, mit ihm das Bett zu teilen. Jeder weitere Gedanke war vergessen, als er begann, ihr Unterkleid hochzuschieben. Unwillkürlich versuchte sie, ihn aufzuhalten.
„Nein.“
Er presste ungeduldig die Lippen zusammen. „Wenn es glaubwürdig sein soll, müssen Sie das ausziehen.“
Eine weitere Tür wurde aufgestoßen, dieses Mal ganz in ihrer Nähe, wieder hörten sie laute, wütende Stimmen.
Claudine atmete tief ein. „In Ordnung, verdammt.“
Hastig schlüpfte sie aus ihrer Chemise, die er sofort packte und beiseite warf. Das kalte Laken direkt auf ihrem nackten Leib verursachte ihr eine Gänsehaut, und sie fühlte sich plötzlich noch viel verletzlicher. Die Matratze ächzte unter seinem Gewicht, als Duval sich an sie presste. Mit starken Armen zog er sie an sich, und sie spürte seine Wärme und den Duft seiner Haut, der sie erschauern ließ. Seltsamerweise empfand sie keine Angst. Sein Atem kitzelte ihren Hals, dann spürte Claudine den sanften Druck seiner Lippen. Ihre Haut schien zu brennen, wo er sie berührte.
„Küssen Sie mich.“
Claudine spannte sich an. „Was?“
„Küssen Sie mich!“ Dieses Mal war der Ton herrisch.
„Aber ich …“
Er unterbrach ihren Protest einfach, indem er sie küsste, zunächst sanft, dann allmählich immer drängender, ohne auf ihren Widerstand zu achten. Langsam, behutsam begann er, sie zu streicheln. Eine nie gekannte Hitze erfüllte ihren ganzen Körper. Ganz gegen ihren Willen entspannte Claudine sich unter ihm und öffnete unwillkürlich den Mund. Sofort drang er ein, seine Zunge spielte mit ihrer. Claudine wusste, dass es falsch war, was sie taten, und dass es eigentlich abstoßend sein sollte – stattdessen schockierte und erregte es sie auf nie gekannte Weise.
Als sie sich seinem Kuss hingab, spürte Duval, wie Verlangen in ihm erwachte. Sie war eine wunderschöne Frau, ihr Körper war hinreißend, wie geschaffen für die Berührung eines Mannes. Und er selbst reagierte mit einer Heftigkeit auf sie, die ihn verblüffte. Er brauchte nichts vorzutäuschen. Er hatte sie vom ersten Moment an begehrt, da er sie gesehen hatte. Sie erregte seine Sinne. Der Lärm aus dem angrenzenden Raum schien in den Hintergrund zu treten. Plötzlich war im dunklen Kokon des Bettes alles möglich. Langsam glitt er immer tiefer, bedeckte zunächst ihren Hals, dann ihre Schultern und schließlich ihre Brüste mit heißen Küssen, leckte sanft an den Brustspitzen und reizte sie, bis sie sich erregt aufrichteten. Er hörte Claudine nach Luft schnappen. Wieder erschauerte sie in seinen Armen, und seine Erregung wuchs sogar noch mehr. Gierig presste er den Mund wieder auf ihre Lippen, heiß, fordernd, und gleichzeitig strich er mit den Händen über ihren sinnlichen Leib.
Claudine stöhnte leise auf, so wundervoll waren die Gefühle, die seine kühnen Liebkosungen in ihr auslösten – Gefühle, wie sie sie noch nie erlebt hatte. Eine verräterische innere Stimme flüsterte ihr zu, sich ihm zu ergeben, um zu erfahren, was noch folgen mochte. Entsetzt über ihre eigene lustvolle Reaktion versuchte Claudine, wenn auch schwach, zu protestieren, doch die Worte blieben ihr in der Kehle stecken. Stattdessen entfuhr ihr wieder ein heiseres Stöhnen. Sofort wurde Duvals Kuss intimer, fordernder. Sie spürte seine Hand auf ihrer Hüfte, von dort schob er sie zwischen ihre Beine und begann sie dort zu reiben. Heißes Feuer schien sie zu durchzucken. Claudine keuchte auf. Er hörte nicht auf, sie zu streicheln. Gleich darauf spürte sie, wie er seine Hose öffnete – einen Augenblick später fühlte sie ihn hart und groß an ihrem Schenkel …
Und dann flog die Tür auf, und schwere Schritte kamen näher. Rücksichtslos wurden die Vorhänge zur Seite gerissen. Drei uniformierte Offiziere standen neben dem Bett. Duval wandte sich um und fluchte. Auch das brauchte er nicht zu spielen. Claudine unterdrückte einen Aufschrei und zog sich das Laken über die Brüste, die Augen weit aufgerissen vor Schreck. Innerlich betete Duval, während er warnend die Hand um ihr Handgelenk schloss. Wenn sie jetzt die Ruhe verlor, wäre alles vorbei. Konnte er sich darauf verlassen, dass sie ihre Rolle gut spielte? In diesem Moment schob Madame Renaud sich an den Eindringlingen vorbei.
„Es tut mir so leid, Monsieur. Alles nur ein Missverständnis.“
„Das will ich hoffen“, entgegnete er. „Was zum Teufel geht hier vor?“
„Wir suchen nach einer Frau“, antwortete einer der Offiziere, der offenbar diesen Einsatz leitete.
„Dann sind Sie am richtigen Ort“, meinte Duval spöttisch, „aber die hier ist bereits vergeben.“
Der Mann ignorierte ihn und musterte Claudine. „Wer ist das?“
Obwohl ihr das Herz bis zum Hals klopfte, zwang sie sich, seinen Blick auf, wie sie hoffte, unverfrorene Weise zu erwidern. Bevor sie antworten konnte, kam Madame Renaud ihr zuvor.
„Das ist Fifi“, sagte sie empört. „Eins meiner Mädchen.“
„Wie lange arbeitet sie schon für Sie?“
„Etwa sechs Monate.“
„Ach.“ Der Offizier betrachtete Claudine erneut. „Hübsches Ding.“
Am liebsten hätte sie ihm das anzügliche Grinsen mit einer Ohrfeige aus dem Gesicht gewischt. Doch stattdessen schenkte sie ihm ein herausforderndes Lächeln und flatterte mit den Wimpern.
„Ich habe viele hübsche Mädchen“, entgegnete Madame Renaud. „Und sie werden allen Bedürfnissen gerecht.“
Insgeheim angewidert von den Blicken, die man ihr zuwarf, zwang Claudine sich doch, ihre Rolle weiterzuspielen.
Duval betrachtete die Eindringlinge finster. „Im Augenblick soll sie nur meinen Bedürfnissen gerecht werden.“ Er sah Madame Renaud vielsagend an. „Ich habe in gutem Glauben für eine ganze Nacht mit Fifi bezahlt, und ich bin entschlossen, etwas für mein Geld zu bekommen.“
Die Männer hinter dem Offizier hoben die Augenbrauen und sahen sich verständnisvoll grinsend an....




