Fuller | Mehr als ein sündhaft sinnliches Angebot? | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2633, 144 Seiten

Reihe: Julia

Fuller Mehr als ein sündhaft sinnliches Angebot?


1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-7515-2448-3
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 2633, 144 Seiten

Reihe: Julia

ISBN: 978-3-7515-2448-3
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Milliardär Jack Walcott ist waghalsig, unerschrocken ... und offensichtlich lebensmüde! Als Rettungsschwimmerin Ondine den smarten Konzern-Erben nach einem Sprung von seiner Jacht aus dem Ozean zieht, ist sie mehr als wütend. Sie hat genug von selbstherrlichen Männern, die in ihrem Leben Chaos anrichten. Da will sie sich an diesem superreichen Bad Boy nicht die Finger verbrennen. Aber ein betörender Kuss von ihm, und Ondine ist wehrlos vor Sehnsucht. Was sie jetzt dringend retten muss? Ihr Herz! Denn Jack macht ihr ein sündhaft sinnliches Angebot ...



Louise Fuller war als Kind ein echter Wildfang. Rosa konnte sie nicht ausstehen, und sie kletterte lieber auf Bäume als Prinzessin zu spielen. Heutzutage besitzen die Heldinnen ihrer Romane nicht nur ein hübsches Gesicht, sondern auch einen starken Willen und Persönlichkeit. Bevor sie anfing, Liebesromane zu schreiben, studierte Louise Literatur und Philosophie. Später arbeitete sie dann als Journalistin für die Lokalzeitung von Turnbridge Wells im Südosten Englands, wo sie noch heute mit ihrem Ehemann und ihren sechs Kindern lebt.

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1. KAPITEL


Ondine streckte sich in dem blassgoldenen Sand aus und atmete tief durch. Dipper’s Beach war abschüssig und schmal, deshalb war dieser Strand bei den Touristen nicht so beliebt wie viele andere Buchten an der Küste Floridas. Abgesehen von den Möwen, die am Wassersaum entlangstolzierten und nach Krebsen Ausschau hielten, war es hier einsam.

Aber gerade das gefiel ihr.

Es war ihr erster freier Tag seit drei Wochen und sie hätte endlich einmal wieder ausschlafen können. Doch sie liebte die frühen Morgenstunden, wenn die Sonne über ihrem Strandhaus aufging und den Himmel in rosafarbenes Licht tauchte. Diese Zeit des Tages gehörte nur ihr.

Bei der Arbeit war nie Zeit für eine Pause. Immer wollte jemand etwas von ihr. Hier aber gab es nur die Sonne, den Himmel und das endlose blaue Meer. Die schimmernde Wasseroberfläche wurde eingerahmt vom Strandhafer, der in den Dünen wuchs.

Als Kind war sie in fast allem nur durchschnittlich gewesen. Das Wasser aber war immer schon ihr Element gewesen, in dem sie Superkräfte entwickelte. Jeden Tag trainierte sie schon vor der Schule und beinahe jedes Wochenende nahm sie an Wettkämpfen teil. Sie hatte sich schon auf dem Siegertreppchen gesehen, doch dann hatte ihre Verletzung all ihre Pläne zunichtegemacht. Inzwischen schwamm sie nur noch zum Vergnügen und als Rettungsschwimmerin im Whitecaps, dem exklusiven Strandhotel in Palm Beach, in dem die Reichen und Schönen Urlaub machten.

Hier hatte sie nur selten die Gelegenheit, zu zeigen, was sie konnte. Denn die meisten Hotelgäste sonnten sich an dem großen Pool, statt darin zu schwimmen. Und das galt auch für den privaten Strandabschnitt, der zum Hotel gehörte.

Es war Ondines zweites Jahr in diesem Hotel. Tagsüber arbeitete sie als Rettungsschwimmerin, an den meisten Abenden zusätzlich an der Bar und im Restaurant. Sie verzog den Mund. Eigentlich hatte sie sich ihr Leben anders vorgestellt. Zwei Jobs. Zwei Scheidungen. Eine gemietete Strandhütte, die kaum mehr war als eine Bretterbude …

Aber das Trinkgeld war phänomenal, und dank Vince, ihrem nichtsnutzigen zweiten Ex-Mann, war das wichtiger, als ihren Job zu lieben.

Wenn sie an die vielen Rechnungen dachte, die sich auf der Arbeitsfläche ihrer Küche stapelten, zog sich ihr der Magen zusammen. Manchmal, nach einer besonders anstrengenden Schicht, versuchte sie auszurechnen, wie viele Gläser und Teller sie noch würde abräumen müssen, bevor sie schuldenfrei wäre. Meistens aber war sie so erschöpft, dass sie nur noch ins Bett fiel.

„Hola, Ondine. Cómo está hoy?“

Ondine fuhr hoch und lächelte, als sie die ältere Frau erkannte, die auf sie zukam. Ihr graues Haar war wie immer perfekt frisiert. Dolores war ihre Nachbarin und trotz ihrer einundachtzig Jahre ging sie mit ihrem Chihuahua Herkules jeden Tag zweimal am Strand spazieren.

„Du hast heute frei, nicht wahr? Willst du schwimmen, chica?“

Hola, Dolores. Hi, Herk.“ Sie küsste die alte Dame auf die Wangen, dann beugte sie sich hinunter, um den kleinen Hund hinter seinen samtigen Ohren zu kraulen. „Ich habe frei bis heute Abend. Aber ich war schon früh wach und dachte, ich gönne mir eine Runde im Meer. Jetzt bin ich froh darüber.“ Sie ließ den Blick über den menschenleeren Strand schweifen. „Es ist so schön und friedlich heute.“

„Gestern Abend war es nicht ganz so friedlich.“ Missbilligend schnalzte Dolores mit der Zunge, sodass ihr Hund sie erschrocken ansah. Mit einem Kopfnicken deutete sie auf die prachtvolle weiße Jacht, die vor der Küste ankerte. „Es war so laut. Bis tief in die Nacht lief die Musik, manche Menschen sind einfach rücksichtslos.“ Sie stieß einen missbilligenden Laut aus. „Egal, Hauptsache, du hast einen schönen Tag, chica.“

„Danke, Dolores. Wir sehen uns morgen. Tschüss, Herk.“ Sie lächelte, als Dolores die kleine Pfote des Chihuahuas hob und damit winkte.

Weiter draußen schaukelte die Jacht sanft auf den Wellen.

Früher hätte ihr ein solches Schiff imponiert, aber jetzt arbeitete sie in Palm Beach und hier gab es mindestens so viele Jachten wie Palmen.

Sie öffnete den Reißverschluss ihrer Kapuzenjacke, zog die Shorts und die Flip-Flops aus. Der Sand war warm und einen Moment lang stand sie einfach nur da und vergrub die Zehen in dem weichen Untergrund. „Wer an den einfachsten Dingen gefallen findet, ist ein reicher Mensch.“ Das hatte ihre Mutter immer gesagt, aber es war schwer, sich reich zu fühlen, wenn zu Hause ein ganzer Stapel unbezahlter Rechnungen wartete.

Sie hielt in der Bewegung inne. Es wäre ratsam gewesen, Vince nicht blind zu vertrauen. Sie hatte gewusst, dass er sehr locker mit Geld umging. Aber sie hatte sich nicht eingestehen wollen, dass sie einen Fehler wiederholt hatte – nämlich den, den falschen Mann zu heiraten.

Gedankenverloren betrachtete sie die Jacht. Ihr Herz schlug heftig, als sie daran dachte, wie ihre erste Ehe geendet hatte. Garretts Untreue war demütigend gewesen und hatte sie fast zerstört. Aber sie hatte es geschafft, sich von ihm zu trennen. Doch bevor sie den Mut aufgebracht hatte, ihren Eltern zu eröffnen, dass sie sich scheiden lassen würde, waren sie bei einem Autounfall ums Leben gekommen.

Plötzlich fröstelte sie trotz der Wärme. Quasi über Nacht war sie zur Waise geworden und hatte zudem noch die Verantwortung für ihren fünfzehnjährigen Bruder übernehmen müssen. Um in Olivers Nähe zu sein, war sie nach Florida zurückgezogen. Nur einen Monat später war sie Vince in einem Eisenwarenladen begegnet. Er hatte sie zum Lachen gebracht, und als er sie bat, mit ihm auszugehen, hatte sie es für einen Scherz gehalten. Schließlich hatte sie eingewilligt und sich in seiner Nähe sexy und begehrenswert gefühlt.

Es war die typische Flucht in eine neue Beziehung gewesen, doch das hatte sie nicht davon abgehalten, Vince’ Heiratsantrag anzunehmen. Ein Jahr später war auch diese Ehe am Ende. Zwar hatte sie dieses Mal ihren Stolz bewahrt, aber erneut ein Zuhause verloren. Und bis heute zahlte sie die Schulden ihres zweiten Mannes ab.

Zum Glück war das Geld, das ihre Eltern für Olivers Ausbildung angelegt hatten, unangetastet geblieben. Wenn sie an ihren kleinen Bruder dachte, wurde ihr leichter ums Herz. Im Gegensatz zu ihr wusste Oli genau, wie seine Zukunft aussehen sollte. Und er war klug und zielstrebig genug, um genau das zu erreichen. Im Moment absolvierte er ein Praktikum in einer Klinik in Costa Rica, im September würde er mit dem Medizinstudium beginnen.

Stirnrunzelnd sah sie erneut zu der Jacht hinüber.

Es war jemand an Deck. Ein Mann mit einem dunklen Sakko und dunkler Hose, das weiße Hemd am Hals lässig aufgeknöpft. Jetzt bückte er sich, griff nach einer Flasche, schüttelte sie und hob dann den Arm, als wollte er sie ins Meer werfen.

„Wag es ja nicht“, murmelte Ondine.

Als hätte er sie gehört, schaute der Mann auf. Es war, als träfe sein Blick sie direkt ins Herz. Sie spürte, wie ihr ein heißer Schauer über den Rücken lief.

Seine beeindruckend breitschultrige Silhouette zeichnete sich vor dem blauen Himmel ab. Das Sonnenlicht ließ seinen athletischen Körper golden schimmern, und er wirkte wie eine Figur aus einem Roman von F. Scott Fitzgerald.

Cool ließ er die Flasche zwischen seinen Fingern baumeln, dann stellte er sie ab, richtete sich auf und zog das Sakko derart lässig aus, dass sie unwillkürlich erstarrte. Sein Anblick löste Unbehagen in ihr aus.

Dennoch beobachtete sie ihn weiter. Ohne jegliche Vorwarnung sprang er plötzlich über die Reling. Nach einem beinah unwirklichen Moment absoluter Stille sah sie, wie er mit einem Klatschen in die Wellen eintauchte.

Was, um …?

Automatisch griff sie neben sich nach ihrem Board. Aber es lag nicht dort, denn an diesem Tag hatte sie frei.

Leise fluchend lief sie bis zur Wasserkante. Musste so etwas ausgerechnet heute passieren, wenn sie freihatte?

Während sie die Stelle im Auge behielt, an der der Mann untergetaucht war, schätzte sie die Entfernung ab. Er hätte längst wieder an die Oberfläche kommen müssen.

Ohne nachzudenken, rannte sie ins Wasser und begann zu schwimmen. Mit kräftigen Zügen kämpfte sie sich vorwärts durch die Wellen.

Immer wieder hatte sie für den Notfall trainiert, und jetzt, da er eingetreten war, blieb keine Zeit für Angst oder Panik.

Was war das?

Ganz kurz nur blitzte etwas Goldenes auf und schon war es wieder verschwunden.

Sie holte tief Luft und tauchte unter den Wellen hindurch. Da sah sie ihn. Sein weißes Hemd leuchtete unter der Wasseroberfläche, die Hände hatte er nach oben gestreckt.

Sekunden später hatte sie ihn erreicht. Automatisch umfasste sie seinen Brustkorb und tauchte mit ihm auf. Rücklings schwamm sie mit ihm Richtung Strand. Sobald sie wieder Boden unter den Füßen spürte, zog sie ihn schwer atmend auf den Sand. Dabei fiel ihr auf, dass sein Hemd nicht schlicht weiß war, sondern gepunktet.

Nein, das war kein Muster. Es war Blut.

Ihr Herzschlag dröhnte in ihren Ohren und übertönte fast die Stimme ihres Ausbilders, die sie sich ins Gedächtnis rief. Fang immer mit dem Notfall-ABC an. Atemwege freimachen, beatmen, Circulation, also eine Herzdruckmassage.

Das kalte Wasser und das Adrenalin, das durch ihre Adern rauschte, ließen sie am ganzen Körper zittern, doch im Kopf war sie völlig klar. Sie legte zwei Finger unter das Kinn des Fremden und...



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