Gallagher | Light Switch - eine kleine Veränderung | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 476 Seiten

Gallagher Light Switch - eine kleine Veränderung


1. Auflage 2017
ISBN: 978-3-946408-13-0
Verlag: tensual publishing
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 476 Seiten

ISBN: 978-3-946408-13-0
Verlag: tensual publishing
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Nach viel zu viel langweiligem Sex mit ihrem Nun-Exfreund ist Kristen Locke nicht nur so weit, etwas Neues auszuprobieren, sie will ALLES testen. Und wie der Zufall es will, sind zwei ihrer guten Freunde mehr als bereit, sie mit der geileren Seite des Lebens bekannt zu machen: Scott Moore, erfahren und dominant, möchte die unterwürfige Ader in ihr erwecken. Und ihr Nachbar Matt Sommers weiß um ihre exhibitionistischen Fantasien. Schritt für Schritt eröffnen sie ihr eine völlig neue Welt, und Kristen begreift, dass man Liebe an den ungewöhnlichsten Orten finden kann ...

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Kapitel 1


Mir war klar, dass meine Beziehung vorbei war, als ich die violette Spitzenunterwäsche für meinen Nachbarn und nicht für meinen Freund anzog.

Zwar trug ich eine Jeans und ein Sweatshirt über BH, Höschen und Strumpfband, trotzdem wusste ich es. Die Wahrheit und das damit verbundene schlechte Gewissen wuchsen mit jeder Minute in meinem Magen. Heute Nacht war die Nacht.

Im Bad legte ich ein wenig Make-up auf. Warum ich mich so abmühte, wusste Gott allein, aber zumindest war es eine Möglichkeit, mir die Zeit zu vertreiben, bis mein Freund eintraf. Das antiquierte Uhrenradio auf der Badablage zeigte beinahe halb acht. Alec würde jede Minute hier sein. Mit etwas Glück und ein wenig Mut von meiner Seite aus würde er kurz darauf wieder gehen. Endgültig.

Er würde verschwinden und mich mit Matt allein lassen.

Es war nicht so, als hätte ich die Absicht, Matt in irgendeiner Weise zu berühren. Natürlich hatte ich Fantasien gehabt, in denen ich ihn ins Bett gezerrt hatte, aber ich war mit Alec zusammen gewesen, ehe ich Matt kennengelernt hatte. Und welche Probleme wir auch hatten, ich wollte Alec nicht betrügen. Nein, ich würde Matt heute Nacht nicht anfassen. Wir würden uns nicht einmal im selben Raum befinden.

In den zwei Jahren, in denen wir Nachbarn waren, war zwischen Matt und mir nie mehr vorgefallen als das übliche Händeschütteln oder hier und da einmal eine Umarmung. Wir waren schnell Freunde geworden, aber unsere enge Freundschaft war in jeder Hinsicht platonisch.

Wenn das Licht und die Zeit passten, beobachtete er mich von seinem Schlafzimmerfenster aus, das in der engen Gasse meinem genau gegenüberlag.

Er hatte mich angesehen. Alec interessierte ich längst nicht mehr.

Es hatte ganz unschuldig begonnen. Ein Vorhang, der leichtsinnigerweise offen gelassen worden war. Ein Kleiderwechsel. Ein zufälliger Blick.

Augenkontakt und scharfes Einatmen auf beiden Seiten der Gasse beendeten diesen Moment so schnell wie er begann. Tagelang waren wir beschämt und schüchtern gewesen und hatten uns nicht angesehen, wenn wir uns auf dem Gehweg begegnet waren. Der zufällige Voyeur und die unfreiwillige Exhibitionistin, die beide auf frischer Tat ertappt worden waren.

Unter der Scham lauerte jedoch ein Teil von mir, der den köstlichen Schauer mochte, der mir über den Rücken lief, als ich dem Blick ausgeliefert gewesen war. Ich stellte mir den Ausdruck auf seinem Gesicht vor, bevor wir uns beide panisch umgedreht hatten, und war mir sicher, dass seine Augen bei dem zufälligen Anblick einer nackten Frau geweitet und seine Lippen atemlos geöffnet gewesen waren. Wunschdenken oder nicht, ich glaubte fest daran, dass er mich beobachtete, weil er mich so sehen wollte. Es war einfach zu lange her, dass jemand auf diese Art Interesse an mir gehabt hatte, und ob es nun richtig oder falsch war, es gefiel mir.

Wäre er ein völlig Fremder gewesen, wäre ich ausgeflippt und hätte auf blickdichte Vorhänge bestanden.

Doch er war kein Fremder. Er war Matt, und nach ein paar Tagen ließ ich den Vorhang wieder offen. Es dauerte fast eine Woche, bis er meine unausgesprochene Einladung annahm. Eines Nachts, als ich mich bettfertig machte, enthüllte mein verstohlener Blick in den Spiegel eine undeutliche Silhouette in seinem Fenster, ein dunkler Umriss gegen den dunkleren Hintergrund, und ich wusste, dass er da war. Er war da, und ich wollte es so. Ich wollte, dass er mir zusieht.

Ich sah nicht zu ihm. Ich ließ nicht einmal erkennen, dass ich seine Anwesenheit bemerkt hatte. Aber in dieser Nacht war er da, und in einigen Nächten danach ebenfalls.

Und heute Nacht würde ich eine längst überfällige Bombe bei Alec platzen lassen, und ich seufzte. Meine Schultern sanken nach unten, wobei der dunkelviolette BH-Träger aus dem Ausschnitt meines weiten Shirts lugte. Ich zupfte ihn zurecht, traf meinen eigenen Blick im Spiegel und senkte die Augen, als sich meine Wangen pink verfärbten.

Sollte Alec bemerken, was ich unter meinen normalen Kleidern trug, würde er darüber die Nase rümpfen und es schmutzig nennen. Aber er würde es nicht bemerken. Selbst wenn ich die Nerven verlieren und ihn wie so oft im vergangenen Jahr über Nacht bleiben lassen sollte, würde diese Nacht wie jede andere sein. Im besten Fall zogen wir uns wortlos im Dunklen aus, damit wir stillen, leidenschaftslosen Sex haben konnten, bevor wir einschliefen.

Falls das wirklich geschah, würde es wenigstens genug Licht von draußen geben, damit Matt etwas sehen konnte.

Ich seufzte und sah mir wieder in die Augen. Das musste aufhören. Auch wenn Matt und ich uns nie berührt und auch niemals in einer unserer freundlichen Unterhaltungen ein Wort darüber verloren hatten, fühlte ich mich schuldig. Diese Fenster-zu-Fenster-Affäre der Blicke war nicht richtig.

Während ich meinen Blick weiter auf den Spiegel gerichtet hielt, atmete ich tief ein und aus. Ja, ich würde es tun. Heute Nacht. Während ich einen nicht vorhandenen Fleck an meinem Smokey-Eyes-Lidschatten wegwischte und eine Haarsträhne in Ordnung brachte, die sich absolut an ihrem Platz befand, schluckte ich hart.

Vom Gang her durchbrach das Geräusch eines Schlüssels, der im Schloss herumgedreht wird, die Stille. Die Wohnungstür wurde geöffnet.

Nachdem ich noch einmal tief durchgeatmet hatte, löschte ich das Licht im Bad und ging Alec entgegen.

Er zog gerade die Jacke aus und hängte sie an die Garderobe, als ich um die Ecke bog. Mit einem raschen, ausdruckslosen Blick nahm er meine Anwesenheit wahr.

„Tut mir leid, ich bin spät dran. Ich wurde im Büro aufgehalten.“

„Macht nichts. So hatte ich mehr Zeit, mich fertig zu machen.“

Der nächste Blick, den er mir zuwarf, war eine schnelle Musterung von Kopf bis Fuß, gefolgt von einer gehobenen Augenbraue, die überdeutlich besagte: ‚Das nennst du fertig?‘.

Ich verlagerte mein Gewicht und knirschte mit den Zähnen. Mach nur so weiter, Schätzchen. Du machst es mir einfach.

Er legte mir die Hand an die Taille und küsste mich flüchtig. „Was haben wir heute vor?“ Ein weiterer Blick überprüfte mein Aussehen, ehe er fortfuhr: „Ich nehme an, du willst heute hierbleiben.“

Ich schürzte die Lippen und widerstand dem Drang, die Arme vor der Brust zu verschränken. „Ja.“

„Klingt gut.“ Alec lächelte. „Wir haben noch ein paar DVDs, die wir uns ansehen können, wenn ich mich nicht irre.“

„Stimmt“, erwiderte ich. „Aber zuerst möchte ich mit dir … reden.“

Seine Augenbrauen schossen nach oben. „Worüber?“

„Über uns.“

„Über uns?“ Er zuckte mit den Schultern. „Na, okay. Dann reden wir.“ Alec klang nicht alarmiert.

„Was hältst du vom Wohnzimmer?“ Zuerst deutete ich in die Richtung, dann marschierte ich sofort los, um ihm nicht die Gelegenheit zu geben, einen Gegenvorschlag zu machen. „Willst du etwas zu trinken?“

„Danke, nein.“ Wie üblich setzte er sich auf die Couch und legte einen Arm auf die Rückenlehne – seine Art von Einladung, mich neben ihn zu setzen. Der Gedanke daran, dass sich dieser Arm um meine Schultern legte, verursachte mir Gänsehaut.

Stattdessen setzte ich mich ans andere Ende und schuf so genug Platz zwischen uns, damit er mich nicht in den Arm nehmen konnte. Ich drehte mich zu ihm und legte mein Knie an das Kissen zwischen uns. Sein Blick durchbohrte erst mein Knie, dann traf er auf meinen.

Nach einem Räuspern sagte er: „Also, ähm, was ist los?“

Ich knetete meine Hände und senkte den Blick. „Na ja, ich …“ Komm schon, Kristen, na los. Du kannst das.

Er legte seine Hand auf meinen Schenkel, gefährlich nahe an den verräterischen Rand meines versteckten Strumpfbandes. „Geht es darum, dass wir zusammenziehen wollen?“

„Nein. Also, nicht direkt. Es ist …“ Am liebsten hätte ich frustriert aufgeschrien. Es war nicht das erste Mal, dass ich diese Unterhaltung mit ihm führen wollte, und es war auch nicht das erste Mal, dass mir die Worte fehlten.

Sanft mein Bein drückend, meinte er: „Schau, wenn das zu viel für dich ist, ist es auch in Ordnung. Wir können uns ja noch Zeit lassen.“ Sein Tonfall war irgendetwas zwischen Einfühlungsvermögen und Gängelei, und ich konnte nicht sagen, wie er gemeint war.

Statt ihn anzusehen, starrte ich auf den kaum merklichen Rand des Strumpfbandes unter meiner Jeans. „Hör zu, ich glaube nicht, dass wir zusammenziehen sollten. Jemals.“

„Was?“ Nun schlich sich doch ein Hauch von Alarm in seine Stimme. „Aber warum denn nicht? Ich meine, nach all der Zeit wäre das doch der nächste Schritt.“

„Wäre es, ja.“ Ich schluckte hart und zwang mich, ihm in die Augen zu sehen. „Wenn wir vorhätten zu heiraten oder …“

Er lachte. „Ach, darum geht es? Gut, wenn du übers Heiraten nachdenken möchtest …“

„Nein, nein, das ist es nicht.“

Kopfschüttelnd fragte er: „Was dann?“

Ich zögerte und leckte mir über die Lippen. „Ich glaube, dass wir nicht zusammenziehen sollten, weil ich …“ Los jetzt, komm schon, tu es einfach. Spuck’s aus. „Ich denke nicht, dass wir zusammenbleiben sollten.“ Noch ehe er die Chance zu einer Reaktion hatte, fiel mir ein mächtiges Gewicht von den heimlich spitzenverhüllten Schultern. Endlich.

Alec blinzelte. „Du … was?“

„Es funktioniert nicht mit uns.“

„Du …...



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