E-Book, Deutsch, 314 Seiten
Ganahl Neue Essays
1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-7583-8984-9
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Die Durchdringung
E-Book, Deutsch, 314 Seiten
ISBN: 978-3-7583-8984-9
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Geboren in Hilden/NRW, wohnhaft in Solingen/NRW. Er ist von Beruf Diplom-Sozialwissenschaftler und Schriftsteller. Kay Ganahl begann sich in jungen Jahren mit Literatur, Politik und Philosophie auseinanderzusetzen. In den 80er Jahren studierte er in Wuppertal und Duisburg Sozialwissenschaften (Studienrichtung Politische Wissenschaft; schwerpunktmäßig politische Theorie und Philosophie, Ideengeschichte sowie Sozialphilosophie). Ganahl schreibt Werke der Lyrik und Kurzprosa, aber auch Kurzgeschichten, Erzählungen, Stücke, Hörspiele und Romane. Dazu kommen wissenschaftliche Studien. (Buch und Ebook). Gestalterische Arbeiten in Buch und Ebook, z. B. Illustrationen und Cover. Teilnahme an Kunstausstellungen. Tätig als Internet-Literat auf Literaturseiten im WWW. Organisation und Moderation von literarischen Veranstaltungen. Herausgeberschaften von Buch und Ebook. Veröffentlichungen im Selbstverlag. Zahlreiche Buch- und Ebook-Veröffentlichungen, Veröffentlichungen Anthologien u.a. Kommunikationsbeauftragter im Landesvorstand des Fr. Dt. Autorenverbandes, NRW; als Vorstandsmitglied im Freundeskreis Düsseldorfer Buch `75 e. V. Schriftführer, zudem Redakteur der Vereinszeitschrift Der Gießerjunge. Solinger Autorenrunde, Gründungsmitglied. Solinger Autorenrunde und Freunde, Gründungsmitglied.
Autoren/Hrsg.
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Mikro-Philosophie des Mit-Mitt
Da macht man sich Gedanken, nicht zum ersten Mal – glaube doch, es sei sogar schon öfter so gewesen. In diesen bescheidenen Augenblicken des Gedankenflusses ein Gedanke nach dem anderen: die Freude am Denken, ja Nachdenken, wird nicht so schnell enden! Dies sei zu hoffen, sagte Freund Lutter und guckte höchlichst erfreut. Sein Spiegelbild sah ich im Dielenspiegel zwischen den an Haken befindlichen, teuer gerahmten Porträtbildern Goethens und Schillernds. Es war wunderbar! … ja und die Hoffnung endet bekanntlich zuletzt!
Wer die Großen nicht liebt, liebt sich selbst nicht, wurde vernommen. Kopfschütteln meinerseits. Aber: Freund Lutter lachte berstend und gab mir, aus seinem Spiegelbild getreten, seine Hand. Er hörte gar nicht mehr auf – mit dem Lachen – Dieses Gelächter bleibt für immer unvergessen! Gott sei Dank, - er sei mir hold, die Erinnerungsflut wird um Un-wertvolles bereichert … Es werden des Herrn Lutter, meines lieben Freundes – aus meinem Ego hinausgesprungenen - Gedanken nicht in einem der zahlreichen farblosen Kästchen von Erinnerungen verbleiben, bleibt zu fürchten.
Hingegen eine ehrfurchtsvolle Furcht vor dem Andenken an alles Große und all die Großen aus deutschen und anderen Landen steht, steht … ja steht!
Die Furcht vor den zumindest möglichen Rachegedanken des Herrn Lutter, gestern noch ein Supervisor eines Callcenters, ist nicht totzukriegen, sogar wenn man sich aufrichtig engagiert um deren Tötung bemüht, indem wegdenkt, ausdenkt und rausdenkt.
…
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Wir wollen Mitglieder sein, Mitspieler, Mitstreiter und Mit (keine Ahnung, was noch …), ach ja: Mitbegründer! Zudem die Mitternachtsfeierer während der Jahreswende ohne Wände, denn die Zukunft scheint zumindest eine gewisse Offenheit zu gewährleisten.
Mit-s!
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In der Mitte stehend, werden wir zu den Beglückern unserer selbst, Selbste erkennend, feiernd und an die Zukünftigen weiterleitend. Sofern wir durch unsere Gedankentätigkeit dazu imstande sind. Das Glück wäre, wenn es klappt und sich keiner beschwert. Die Selbste sind unsere Entäußerungen in geistiger Gestalt, so dass es immerhin möglich bleibt, Zukunft mitzugestalten. Die ist uns wichtig. Anderen wohl auch, doch wir wissen es nicht genau, weil sie es uns nicht mitgeteilt haben.
Hier, auf einem Punkt, sind wir und Existenz entwickelt sich aus sich selbst heraus, wenn es gut läuft.
Hier, gar nicht woanders, werden die unguten Formen von Existenz, Schreckgestalten und Rümpfe, eventuell sogenannte Schrumpf-Germanen, nicht begründet, und wenn schon vorhanden, gar nicht wahrgenommen.
Aus der Mitte heraus ist es immerhin möglich, einen DurchBLICK zu erhalten, mal nach links, mal nach rechts – oder auch DURCH DIE MITTE hindurch, wo sich viele aufhalten und reden. Sie reden viel, allenthalben auch einmal weniger Kluges, aber doch Genügendes. Das Genügen für oder an etwas erfreut auch und gerade denjenigen, der in der Mitte steht, liegt oder sitzt oder hüpft oder schwebt oder fliegt (was auch immer, mal sehen!).
Keine Schande! Die Ahnung darüber ist gegeben: Wir wollen aus vollem Herzen streben, streben, streben!
In der Mitte und aus der Mitte wird Welt geschöpft, weil wir es ja sind! Wirklich! In der Mitte befindet sich alldieweil das, was aus Kompromissen des Sich-Einigens nach langen Gesprächen und Verhandlungen rausgekommen ist. So ist es auch in der Politik, die wir eher wenig lieben, aber großenteils brauchen. Aus der Mitte heraus bildet sich schließlich sogar Wahrheit, bildet sich Eintracht des Miteinander. Das Miteinander wirkt befruchtend auf das, was in Prozessen Welt wird, zumindest werden kann –
Das ist doch schon einiges!
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Die dabei sein wollen, die Mit-s, werden erkennen, dass es besser wäre, nicht immer dabei sein zu wollen …
Rechtzeitig muss man sich am Rande halten und bloß zusehen, was geschieht, wie sich die anderen schlagen. Wie sie sich bemühen, denen zu gefallen, die vorne, ganz vorne laufen, um als erste die Ziellinie zu überqueren.
Gleichzeitig wird der Status des Mit- immer wieder von denen bestritten, die nebenherlaufen – und die sich abmühen, überhaupt diesen Status erhalten zu können … Bisweilen: Streit, vielleicht Chaos. Das Gelächter der Vielen hallt durch die Räume. Die Mit-s müssen wahrlich kämpfen. Es reicht die Solidarität nicht aus, die durchaus der soziale Klebstoff zwischen den Mit-s ist. Dieselben Ziele zu haben und das zu artikulieren, stellt eine absolute Notwendigkeit dar, außerdem der feste Wille und die Absicht, gegen die Mit-s, die bloß nebenher laufen, sich immer wieder erfolgreich zu behaupten.
Ohne Frage gibt es kein schönes Miteinander, ohne dass dies gesehen wird. Das schöne Miteinander ist sowieso nur etwas für die, die sich das Gute zusammen mit anderen Menschen wünschen, sich auch stetig daran halten. Es gehört zum möglichen Gelingen im Leben. Die Schäden, die man sich während des Lebens holt, werden aber dadurch nicht kleiner. Gerade durch das Mit- wird die Wahrscheinlichkeit größer, dass Schäden eintreten.
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Ist es ein Erfolg, ein Mit- zu sein?
Wohl wäre es besser, gar nicht zu sein, als nur so ein Mit-, der sich doch einer gewissen inneren Leere schämen muss, sobald er darauf angesprochen wird, diese soziale Rolle zu spielen. Gar beschuldigt wird, ein Mitläufer zu sein, nur ein Mitläufer zu sein. Eventuell drückt man ihn einfach weg. Eventuell stößt man ihn nach unten. Eventuell wird er weit zur Seite geschoben, wo er einsam verrotten soll - ! Das Außenseitertum lässt grüßen. Dort darf er aber mitlaufen … Neben der Aus-Linie befindet man sich, auch wenn man länger nebenher läuft, auf der Schattenseite des Lebens, könnte man fast sagen.
Jedoch: Wer mittendrin sein will, kann auch schnell scheitern – ist er doch im Durcheinander des Mit-, wo ständig Unsicherheit herrscht. Mittendrin zu sein ist selten ein Vergnügen.
#Kein Weg zur reinen Klarheit scheint noch irgendwann erkennbar werden zu können.
#Schlag auf Schlag: Kein Mensch, kein Werden hin zum Sein!
#Die „goldene Mitte“ ist höchst selten erstrebenswert, weil sie lau und seicht und dünn erscheint.
Zeit für Misanthropie
Es ist nun die Zeit gekommen, um misanthropisch zu werden, wenn man es nicht schon ist! Das ist nicht schwierig. Die Zeit ist ja eben danach.
Probleme über Probleme. Es nimmt kein Ende. Manche Menschen halten es kaum aus. Keine Besserung in Sicht? Wer meint, es sei bald vorbei, irrt. Wo sie sich treffen, die Hoffenden, kommt es aber zu keinem Brückenbau. Aber es muss der Strom überquert werden, schnell! Drüben könnten die Oasen des Friedens warten. Wer weiß, ob nicht doch viel Schönes dort ist … !
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Das wird heute, auch morgen nicht mehr besser! Jedoch jeder, der sich traut, darüber nachzudenken, könnte Wege und Brücken finden, sie gar errichten! Praktische Maßnahmen sollten erwogen werden. Wer hat konkrete Ideen?
Ausblicke in die Zukunft ----
Horizont bildet sich, ja Horizonte! Die breiten und tiefen Ströme als auch die Schluchten, welche trotzdem noch gesehen werden, werden nicht breiter und tiefer, ohne dass der Mensch etwas dazu beiträgt. Davor wird er sich allerdings hüten. Der kritisch Denkende kann immer stärker hoffen, Wagnisse eingehen, zudem clever Bündnisse mit seinen Mitmenschen schmieden.
Viele verschiedene Schwaden der Hoffnung werden im Himmel, auch weiter weg im Horizont, sichtbar. Sie möchte man einfach ergreifen und um sich schlingen. Wenn es so einfach wäre!
Nichts, wirklich nichts ist einfach. Die Probleme können nicht weggedacht werden. Derjenige, der vor Schluchten steht, muss warten und hoffen. Es geht nicht anders.
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Und so kommt es dazu, dass schlechte Gefühle Überhand nehmen! Alles Hoffen scheint angesichts dessen - von diesem Moment an - ziemlich lächerlich! Dies wird verdrängt - landet weit hinten bei den Untiefen des eigenen Gedächtnisses.
Einige Gedanken zieht es, man glaubt es kaum, bis vor den schrecklichen Abgrund des Da-Seins. Es wird dramatisch. Alles ist gefährlich. Der Tod droht.
Wahrlich, dies ist nicht dumm. Man könnte diesen Abgrund als den sich öffnenden Hades sehen, die … düsteren hässlichen Gestalten, allmählich sichtbar werdend, verschrecken einen. Man möchte lieber zuhause ruhig schlafen als im Freien gehen, was gern mit der Freiheit verwechselt wird. Das Gehen im Freien bedeutet: … durch das Gefängnis der Gesellschaft. Es kommt natürlich unter anderem zu wahrnehmbaren Kuriositäten im Da-Sein!
Vieles kann kunstvoll abgebildet und dem Betrachter intelligent vermittelt werden, dadurch auch,...




