E-Book, Deutsch, Band 1494, 160 Seiten
Reihe: Baccara
Garbera Affäre mit dem Feind
1. Auflage 2008
ISBN: 978-3-86349-895-5
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 1494, 160 Seiten
Reihe: Baccara
ISBN: 978-3-86349-895-5
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Erwischt! Auf dem Zeitungsfoto erkennt sich Tempest in inniger Umarmung mit Gavin Renard. Ausgerechnet er, der ärgste Feind ihres Vaters, übt eine unwiderstehliche erotische Anziehungskraft auf sie aus. Zum Versteckspielen ist es jetzt zu spät - voller Leidenschaft stürzt sie sich in eine heiße Affäre mit dem attraktiven Unternehmer. Ein Abenteuer, aus dem sich langsam eine innige Beziehung entwickelt. Doch ihre Liebe macht sie nicht blind: Tempest fürchtet, dass Gavin ihren Vater finanziell ruinieren wird. Wenn sie ihr gemeinsames Glück retten will, muss sie ihn umstimmen ...
USA-Today-Bestsellerautorin Katherine Garbera hat schon mehr als neunzig Romane geschrieben. Von Büchern bekommt sie einfach nicht genug: ihre zweitliebste Tätigkeit nach dem Schreiben ist das Lesen. Katherine lebt mit ihrem Mann, ihren Kindern und ihrem verwöhnten Dackel in England.
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2. KAPITEL
Tempest hatte sich für das Vorstellungsgespräch bei Gavin Renard besonders sorgfältig gekleidet. Ihr schwarzes Chanel-Kostüm war ein Klassiker. Sie trug es gern, denn es vermittelte ihr ein Gefühl von Sicherheit. Dazu hatte sie ultradünne französische Nylonstrümpfe und elegante Ferragamo-Schuhe angezogen.
Trotzdem war sie nervös. Ihre Hände zitterten, als sie an dem Kaffee nippte, den Gavins Sekretärin Marilyn ihr eingeschenkt hatte. Es missfiel ihr, dass ihre Nervosität so offensichtlich war, und sie versuchte, im Geist noch einmal durchzugehen, was sie zu Gavin sagen wollte.
Allerdings dachte sie dabei nicht nur an den Job, den Gavin ihr geben könnte, sondern auch an Gavin Renard als Mann, und das machte sie noch nervöser. Es war eine Sache, ihn als den Mann zu sehen, der ihr dabei helfen sollte, ihrem Vater begreiflich zu machen, dass er eine gute Angestellte verloren hatte. Aber es war eine ganz andere Sache, wenn dieser Mann ihre Pläne durcheinanderbrachte. Um ehrlich zu sein, einen richtigen Plan hatte sie nicht gehabt, als sie gestern Abend zu Gavin hinübergegangen war. Sie hatte einfach nur den Mann treffen wollen, der ihrem Vater so viele Probleme bereitete. Und sie hatte sehen wollen, ob er ihr nützlich sein könnte, damit ihr Vater sie vielleicht doch noch für die Beförderung in Betracht zog. All diese Gedanken hatten sich jedoch in Luft aufgelöst, als sie gemerkt hatte, wie sehr sie sich zu Gavin hingezogen fühlte.
„Miss Lambert?“
„Ja?“
„Mr. Renard kann Sie jetzt empfangen.“
Lächelnd dankte sie der Sekretärin und stellte die Kaffeetasse auf den Tisch. Nachdem sie noch einmal tief Luft geholt hatte, stand sie auf. Ihre Mutter hatte ihr immer geraten, sich Zeit zu lassen. Es wäre besser, zu spät, aber gut vorbereitet zu kommen als pünktlich und unvorbereitet.
Zur Aufmunterung dachte sie an das Lied „Welcome to the Jungle“ von Guns N’ Roses, bevor sie ihre Aktentasche nahm und in Gavins Büro ging.
Gavin, der am Schreibtisch gesessen hatte, erhob sich, als sie eintrat. Die Farbe seines Hemdes, ein dunkles Blau, ließ seine grauen Augen im Bürolicht noch leuchtender erscheinen. Er war größer, als sie ihn erinnerte, doch dann fiel ihr ein, dass sie am Abend vorher Schuhe mit sehr hohen Absätzen getragen hatte. Sie lächelte ihn an, während die Melodie in ihrem Kopf von dem Rocksong zu Sades „Smooth Operator“ wechselte.
Oh verflixt, dachte Tempest. Ich bin schon nervös genug, muss der Mann zu allem Überfluss auch noch so gut riechen? Der würzige, männliche Duft umfing sie, als Gavin die Hand ausstreckte. Das und die langsame, sinnliche Musik in ihrem Kopf führten dazu, dass sie beinah ihre Umgebung vergaß.
„Guten Morgen, Tempest.“
Sie schüttelte den Kopf, um wieder klar denken zu können. Gavin gab ihr die Hand, und sie hielt sie ein wenig länger, als gut für sie war. Nein, dachte sie. Ich bin nicht nervös. Ich bin ruhig, cool, völlig beherrscht und gefasst.
„Guten Morgen, Gavin. Haben Sie die Benefizveranstaltung gestern genossen?“
„Ja. Bitte setzen Sie sich.“
So viel zum Thema Small Talk. Es war klar, dass Gavin nichts auf die Höflichkeitsfloskeln gab, die einen Großteil ihres Lebens bestimmten. Sie nahm sich vor, sich das zu merken, setzte sich und zog ihren Lebenslauf aus der Tasche.
„Danke, dass Sie mir so kurzfristig einen Termin gegeben haben und mir Ihre Zeit schenken.“
„Ich weiß immer noch nicht genau, warum ich es tue“, erwiderte er.
Einen Moment lang fürchtete Tempest, einen großen Fehler begangen zu haben, doch dann begegneten sich ihre Blicke, und ihr wurde klar, dass Gavin aus demselben Grund zugestimmt hatte, aus dem sie gefragt hatte: gegenseitige Anziehungskraft. Sie wusste, es war eine unmögliche Situation. Er würde niemals vergessen, dass sie die Tochter ihres Vaters war.
Aber sie gehörte nicht zu den Menschen, die einen Rückzieher machten. Ihr Motto war, immer vorwärtszustreben und niemals zurückzublicken. Ihr war es sehr wichtig, dass Gavin sie in erster Linie als mögliche Angestellte und erst dann als Frau sah. Und er sollte vergessen, dass sie eine Lambert war. Heute schien ihr das besonders wichtig. Sie war einfach eine von vielen Arbeit suchenden Frauen.
„Weil Sie ein gewiefter Geschäftsmann sind, der weiß, wann er etwas Gutes sieht“, sagte sie. Bleib cool, ermahnte sie sich.
„Das, was ich gestern gesehen habe, hat mir ausgesprochen gut gefallen.“
Sie lächelte ihn an. Vielleicht würde es ja doch einfacher werden, als sie erwartet hatte. Sie könnte den Umstand nutzen, dass sie sich zueinander hingezogen fühlten.
„Mir auch.“
Er verzog seine Mundwinkel zu einem kleinen Lächeln. Es war der arrogante Ausdruck eines Mannes, der sich seiner Wirkung auf das andere Geschlecht durchaus bewusst ist. Aber auch ihr fehlte es nicht an Selbstvertrauen. Sie schlug die Beine übereinander, sodass ihr Rock ein winziges Stück nach oben rutschte, was Gavin nicht verborgen blieb.
„Was genau tun Sie, Tempest?“
„Ich habe in der PR-Abteilung gearbeitet. Dort war ich für das meiste, das Sie in den letzten drei Jahren über Tempest’s Fashion in der Presse gelesen haben, verantwortlich.“
„Wie kommen Sie auf die Idee, dass ich mich für Artikel über Ihre Firma interessieren könnte?“
„Ich bitte Sie, Gavin. Wir wissen doch beide, dass Sie über jeden Schritt, den Tempest’s Fashion macht, Bescheid wissen.“
Er zuckte mit der Schulter und lehnte sich in seinem Stuhl zurück. „Stimmt.“
Er sagte nichts weiter, und das Schweigen zwischen ihnen begann unangenehm zu werden. Tempest konnte es nicht ertragen, weil sie wusste, dass Gavin die Zeit nutzte, um sich Argumente zu überlegen, warum er sie nicht einstellen konnte. Weil er die Worte finden würde, um ihr zu sagen, sie solle ihre Tasche nehmen und verschwinden.
Aber dies hier war ihre einzige Möglichkeit, ihre einzige Chance, um in irgendeiner Form sicherzustellen, dass ihr Vater erkannte, was er sich entgehen ließ … und zwar für immer.
„Schauen Sie sich einfach meinen Lebenslauf an. Ich denke, Sie werden sehen, dass ich mehr zu bieten habe, als Sie erwartet haben.“
„Das habe ich schon entdeckt.“
Diese Aussage überraschte sie ein wenig. Sie reichte ihm ihren Lebenslauf und lehnte sich zurück.
Tempests Lebenslauf war tatsächlich beeindruckender, als Gavin erwartet hatte. Er wusste nicht, wieso er überrascht war. Er hatte am Morgen einige Telefonate geführt und mehr über die Tochter seines Feindes herausgefunden, als ihr vermutlich lieb war.
Jeder, mit dem er gesprochen hatte, erwähnte ihre herausragende Intelligenz und ihre Gabe, anderen Menschen ein gutes Gefühl zu vermitteln. Es gelang ihr stets, selbst in der schlimmsten Situation noch etwas Gutes zu sehen und es dann so zu präsentieren, dass die Medien sich darauf konzentrierten.
Kurz gesagt, sie wäre die perfekte Ergänzung für sein Team, wenn sie nicht August Lamberts Tochter wäre. Aber das war sie nun einmal. Und daran würde sich auch nichts ändern.
Gavins geheimer Informant bei Tempest’s Fashion hatte ihm nichts darüber sagen können, warum Tempest auf der Suche nach einem neuen Job war. Aber das würde er heute herausfinden. Um zu sehen, ob er ihren Weggang bei Tempest’s Fashion zu seinem Vorteil nutzen konnte.
Erneut bewegte sie ihre Beine, und er sah gebannt zu. Sie hatte fantastische Beine. Seine Gedanken schweiften ab, und er konnte nur noch daran denken, wie weich sich die Haut ihrer Schenkel wohl anfühlen würde. Selbst das wenige, was er davon bisher hatte sehen können, genügte, um ihn zu erregen. Zu gern hätte er sie berührt.
Er runzelte die Stirn und zwang sich, sich auf Tempests Lebenslauf zu konzentrieren. Er würde sich nicht mit ihr einlassen, würde sich nicht in eine Affäre mit der Tochter seines Feindes stürzen. Das hatte nichts mit dem Ratschlag seines Bruders zu tun, sondern mit seinem Ziel. Jetzt, wo er so kurz davor war, seinen Lebenstraum zu verwirklichen, konnte er sich keinerlei Ablenkung leisten. Zehn Jahre lang hatte er auf diese Rache hingearbeitet, und so kurz vor der Ziellinie würde er sich nicht mehr davon abbringen lassen.
„Warum haben Sie Tempest’s Fashion verlassen?“, wollte er von Tempest wissen. Auf diese Frage hatte niemand eine Antwort gewusst.
„Ich hatte Meinungsverschiedenheiten mit meinem Chef.“
„Sie meinen Ihren Vater, oder?“
Sie richtete sich auf, stellte beide Beine auf den Boden und schaute Gavin direkt in die Augen. „Ich habe den Job damals nicht bekommen, weil bei uns Vetternwirtschaft herrscht. Ich musste hart arbeiten, anfangs in unserer wohltätigen Stiftung, wo ich gezeigt habe, was ich kann. Anschließend bin ich in die PR-Abteilung von Tempest’s Fashion gewechselt.“
„Das will ich Ihnen gern glauben.“ Ihm war bewusst, dass sie ihren Job aus den gleichen Gründen bekommen hatte wie alle anderen Angestellten. Weil sie für die Arbeit qualifiziert gewesen war und über ausgezeichnete Fähigkeiten verfügte. Vermutlich hatte sie sogar noch härter arbeiten müssen als alle anderen.
Aufgrund seiner umfangreichen Recherchen war ihm natürlich zu Ohren gekommen, dass die Beziehung zwischen Tempest und ihrem Vater sehr angespannt war. Und daher wollte Gavin nicht, dass sie...




