E-Book, Deutsch, Band 1947, 144 Seiten
Reihe: Baccara
Garbera Reich, arrogant - und unwiderstehlich
1. Auflage 2016
ISBN: 978-3-7337-2315-6
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 1947, 144 Seiten
Reihe: Baccara
ISBN: 978-3-7337-2315-6
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Er hält sich wohl für unwiderstehlich! Jessi findet Allan McKinney einfach unerträglich arrogant. Je weniger sie von dem neuen Eigentümer ihrer Firma sieht, desto besser. Doch das Schicksal schlägt erbarmungslos zu: Ihre beiden besten Freunde verunglücken, und ausgerechnet sie müssen sich gemeinsam um deren Baby kümmern. Plötzlich wandelt sich Jessis Feind von arrogant zu absolut unwiderstehlich! Trotzdem sollte sie besser einen Bogen um ihn machen, denn Allan behauptet, dass er nicht an die Liebe glaubt. Aber warum küsst er sie dann?
USA-Today-Bestsellerautorin Katherine Garbera hat schon mehr als neunzig Romane geschrieben. Von Büchern bekommt sie einfach nicht genug: ihre zweitliebste Tätigkeit nach dem Schreiben ist das Lesen. Katherine lebt mit ihrem Mann, ihren Kindern und ihrem verwöhnten Dackel in England.
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1. KAPITEL
Man hätte Allan McKinney dank seiner sportlich-schlanken Figur und dem gepflegten dunkelbraunen Haar durchaus für einen Filmstar halten können. Sein strahlendes Lächeln und die silbergrau leuchtenden Augen taten ein Übriges dazu, dass ihm die Frauen reihenweise zu Füßen lagen. Doch Jessi Chandler wusste ganz genau, dass sich hinter dieser ansprechenden Fassade der Teufel in Menschengestalt verbarg.
In geschäftlichen Angelegenheiten war er schon immer ein aalglatter Taktiker gewesen, der kurz vor der Zielgeraden auftauchte, um alles in Schutt und Asche zu legen. Wahrscheinlich hatte er bei ihrer heutigen Verabredung nichts anderes im Sinn, als mit seinem neuesten Triumph zu protzen.
Es war erst drei Wochen her, dass er – zusammen mit seinen rachsüchtigen Cousins Kell und Declan Montrose – die Firma ihrer Familie, Infinity Games, übernommen hatte. Das war der üble Höhepunkt des langjährigen Konkurrenzkampfes zwischen ihren Familien gewesen.
Sie kam gerade von einem Meeting in seinem Unternehmen, Playtone Games, in dessen Verlauf sie verschiedene Vorschläge gemacht hatte, um ihren Job zu retten. Was Jessi bei der Firmenübernahme am meisten demütigte, war die Tatsache, dass sie vor Allan zu Kreuze kriechen musste. Sie gehörte zu den besten Vertriebsmanagern der Branche. Doch anstatt sie in Ruhe ihre Arbeit machen zu lassen, zitierten die Montrose-Erben sie einmal pro Woche von Malibu nach Los Angeles, um abzuklären, ob sie ihren Gehaltsscheck auch wirklich wert war.
Lässig ließ er sich ihr gegenüber im Separee nieder und stieß sie dabei mit den Knien an. Wie gern hätte sie ihm für sein arrogantes Gehabe mal eins ausgewischt!
Es war fünf Uhr nachmittags, und die Bar füllte sich allmählich mit Feierabendgästen. Idealerweise hätte sie sich hier ein wenig entspannen können. Aber das war ihr nicht vergönnt, denn allein schon Allans Gegenwart stellte ihr Selbstvertrauen auf eine harte Probe.
„Bist du hier, um Salz in meine Wunden zu streuen? Deine ganze Familie scheint Spaß daran zu haben.“ Sie hielt ihn für einen schlechten Menschen und suchte immer wieder Streit mit ihm.
Wegen des Familienzwists hatte ihr Vater einst jeden Kontakt mit den Enkeln von Thomas Montrose abgeblockt. Doch sie hatte sich nicht davor drücken können, weil ihre Busenfreundin Patti sich in Allans besten Kumpel verliebt und ihn schließlich auch geheiratet hatte.
„Eigentlich nicht. Vielmehr will ich dir ein Angebot machen“, sagte Allan und bestellte sich einen Scotch.
„Danke, aber auf deine Hilfe kann ich verzichten.“ Wenn er seine Hände im Spiel hätte, würde sie ihren Job schneller loswerden, als ihr lieb war.
„Macht es dir eigentlich Spaß, mich zu provozieren?“, fragte er entnervt.
„Irgendwie schon“, gab Jessi unverhohlen zu. Sie fand ihre Rededuelle amüsant und führte sogar eine Strichliste über Siege und Niederlagen.
„Warum?“ Er inspizierte sein Handy, bevor er sie erneut ins Visier nahm.
„Zum einen, weil du dich auf dein Telefon konzentrierst statt auf deine Begleitung. Außerdem freut es mich, wenn deine perfekte Fassade bröckelt und der wahre Allan zum Vorschein kommt.“
Die Kellnerin servierte ihm seinen Drink. Sie war ein hübsches Ding, was er mit einem anerkennenden Lächeln quittierte, woraufhin die junge Frau errötete. Jessi verdrehte genervt die Augen.
„Warum bist du mir gegenüber bloß so feindlich eingestellt?“, fragte er, als die Bedienung gegangen war.
„Wieso interessiert dich das?“
„Weil ich es leid bin, ständig mit dir zu streiten. Das ist einer der Gründe, warum ich mich mit dir treffen wollte. Ich möchte nämlich deine Anteile an Infinity Games aufkaufen. Sie sind im Wert stark gestiegen, und wir beide wissen, dass du weder für Kell noch für mich tätig sein willst. Ich werde dir ein faires Angebot unterbreiten.“
Jessi war schockiert. Glaubte er wirklich, dass ihr das Familienerbe so wenig bedeutete? Sowohl ihr Vater als auch ihr Großvater hatten so hart dafür gearbeitet, dass sie kaum zu Hause gewesen waren … Sie würde auf keinen Fall verkaufen, schon gar nicht an einen Montrose.
„Nie im Leben! Eher verschenke ich meine Anteile, als sie dir zu überlassen.“
„Na gut. Ich wollte uns lediglich eine Menge Frust ersparen. Du scheinst nicht ernsthaft an einer Mitarbeit im fusionierten Konzern interessiert zu sein.“
„Ich verkaufe nicht“, wiederholte sie, um zu bekräftigen, dass man sie nicht so einfach loswurde. „Ich habe vor, meinen Job zu behalten, damit ihr eure Meinung ändert.“
„Was für eine Meinung?“
„Dass Emma und ich entbehrlich sind. Du brauchst gar nicht abzustreiten, dass du so denkst.“
Tatsächlich standen ihre Jobs auf dem Spiel. Sie und ihre ältere Schwester mussten ihre Fähigkeiten erst noch unter Beweis stellen. Cari, die jüngste Chandler-Schwester, hatte sich schon beizeiten für Playtone ins Zeug gelegt, dadurch ihren Job gesichert und sich obendrein in einen der Firmeninhaber verliebt.
Declan Montrose war heute mit ihr verlobt, obwohl er drei Monate zuvor als Manager der Übernahme angetreten war. Zu seinen Aufgaben hatte es gehört, die Chandlers zu feuern. Aber Cari hatte den Spieß umgedreht und ihm eröffnet, dass er der Vater ihres achtzehn Monate alten Sohnes war. Die Folge einer kurzen Affäre … Das hatte alle Beteiligten sehr überrascht. Am Ende hatten sich die beiden verliebt, und Cari konnte ihre Position im neuen Konzern Playtone-Infinity Games festigen.
„Das will ich gar nicht abstreiten“, sagte Allan. „Bei dir und Emma liegt der Fall jedoch anders als bei Cari. Als sie uns ihren Plan zur Rettung eurer Belegschaft unterbreitet hat, war sie offen für unsere Ideen.“
Seine Worte trafen sie an einem wunden Punkt. Cari war für ihr ausgleichendes Wesen bekannt, während Jessi selbst schon immer aufbrausend und rebellisch gewesen war.
Doch sie war ehrlich daran interessiert, die Familientradition im Videospielbereich fortzuführen. Immerhin war Gregory Chandler in den Siebzigerjahren ein Pionier der Branche gewesen.
„Ich habe bereits über einige Neuerungen nachgedacht.“
„Erzähl mir davon“, sagte Allan aufmunternd, während er auf sein Handy blickte. „Ich muss wissen, ob du deinen Job ernst nimmst. Du bist die Marketingchefin, von der wir mehr erwarten als alberne Werbeaktionen wie den Auftritt von kostümierten Spielfiguren in Einkaufszentren.“
Im Innersten wusste sie, dass er recht hatte. Der Erfolg von Playtone-Infinity hatte bis jetzt nicht auf ihrer Prioritätenliste gestanden. „Okay, vielleicht war das tatsächlich etwas lahm.“
„Was für Ideen hast du sonst noch? Du bist intelligent genug, um etwas Spektakuläres zu entwickeln.“ Er betrachtete sie mit erwartungsvoller Intensität.
„Soll das etwa ein Kompliment sein?“
„Tu nicht so überrascht! Du bist bekanntermaßen ein Ass auf deinem Gebiet. Spuck’s aus, Jessi.“
Sie überlegte. Natürlich war sie gut und selten so zurückhaltend wie in diesem Moment. Allerdings steckte ihr seine Kritik noch in den Knochen.
„Ich weiß nicht … Was stellst du dir denn vor?“
„Ich überlege, ob es sich lohnt, dir zu helfen“, sagte er schließlich. „Unsere besten Freunde haben geheiratet, und wir beide sind die Paten ihrer Tochter. Ich kann nicht zulassen, dass Kell dich feuert, ohne dir nicht wenigstens meine Hilfe anzubieten. Patti und John würden mir das nie verzeihen.“
„Warum überlegst du dann, meine Anteile zu kaufen?“, fragte sie.
„Damit wäre das Problem vom Tisch, und wir beide könnten unserer Wege gehen.“
„Das stimmt zwar, kommt für mich aber nicht infrage.“
Jessi befand sich in einer Zwickmühle. Einerseits verabscheute sie die Firmenfusion – andererseits war ihr der Gedanke zuwider, entlassen zu werden.
„Dein dickes Bankkonto stimmt mich jedenfalls nicht um.“
Er lächelte hintersinnig. „Es hat dich geärgert, dass ich dich und Patti damals mit dem Privatjet abholen ließ, oder?“ Er schielte kurz auf sein Telefon.
„Protziger ging’s ja wohl kaum.“
„Vielleicht wollte ich nur, dass Patti einen unvergesslichen Heiratsantrag bekommt. Wir beide wissen, dass John, im Gegensatz zu mir, kein Großverdiener ist. Ich habe nur meinem Freund aus der Patsche geholfen.“
„Natürlich, es war sehr romantisch. Ich gebe zu, dass ich mich damals danebenbenommen habe …“
„Das hast du definitiv das ganze Wochenende über getan“, sagte er und lehnte sich zu ihr, sodass ihr sein würziges Aftershave in die Nase stieg.
Sie schloss einen Moment lang die Augen – aus irgendeinem Grund ahnte sie, dass sie Gefahr lief, diesem Mann zu verfallen, sobald sie ihn aus der Kategorie „Todfeind“ entließ. Er war der einzige Mensch, mit dem sie sich erbittert streiten konnte, um sich am nächsten Tag wieder mit ihm zu unterhalten, als wäre nichts gewesen. Allan verstand, dass ihr der Sieg wichtig war, und steckte seine kleinen Niederlagen ohne Weiteres weg, weil er wusste, dass er sich in Kürze dafür revanchieren würde. Dieses Verhalten irritierte und faszinierte sie zugleich.
„Doch das ist Schnee von gestern. Lass uns an einem Strang ziehen. Ich denke, dass Emma und du möglicherweise von großem Nutzen für die neu gegründete Firma sein könntet.“
„Möglicherweise? Du scheinst...




