Garbera | Verlobt, verführt ... verliebt? | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 144 Seiten

Reihe: Baccara

Garbera Verlobt, verführt ... verliebt?


1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-7515-0651-9
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 144 Seiten

Reihe: Baccara

ISBN: 978-3-7515-0651-9
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Eine Scheinverlobung mit ihrem besten Freund Derek Caruthers? Für Bianca die einfachste Lösung, um die Verkuppelungsversuche ihrer Mutter abzuwehren - mehr nicht! Bis Derek sie zum ersten Mal küsst und sie überraschend ein gefährlich erregendes Prickeln verspürt ...



USA-Today-Bestsellerautorin Katherine Garbera hat schon mehr als neunzig Romane geschrieben. Von Büchern bekommt sie einfach nicht genug: ihre zweitliebste Tätigkeit nach dem Schreiben ist das Lesen. Katherine lebt mit ihrem Mann, ihren Kindern und ihrem verwöhnten Dackel in England.

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1. KAPITEL

Derek Caruthers war ein cooler Typ. Er wusste es, und es wussten auch alle anderen, denen er auf den Gängen des Regional Medical Center von Cole’s Hill begegnete. Er war einer der jüngsten Herzchirurgen des Landes, und abgesehen von ein paar Kleinigkeiten war in seinem Leben alles glatt gelaufen. Er hatte den Ruf verdient, der Beste zu sein. Heute war er besonders zufrieden mit sich, da man ihn zum Meeting des Verwaltungsrates eingeladen hatte. Er war einigermaßen sicher, dass er zum Leiter der neuen Kardiologie ernannt werden würde. Die erweiterte Abteilung für Herzchirurgie sollte demnächst eröffnet werden.

Im Geiste klopfte er sich auf die Schulter, als er den Konferenzraum betrat. Die meisten waren bereits anwesend. Es fehlte nur noch das neue Mitglied, das für die Verwaltung zuständig sein sollte. Derek hatte keine Ahnung, wer dieser Neuzugang war, aber in einer überschaubaren Stadt wie Cole’s Hill konnte er davon ausgehen, dass er den Mann kannte.

„Derek, schön, dich zu sehen.“ Dr. Adam Brickell trat zu ihm, um ihm die Hand zu schütteln. Er war Dereks Mentor gewesen, und die beiden Männer hielten immer noch eine enge Verbindung. Der ältere Arzt hatte sich vor zwei Jahren zur Ruhe gesetzt und war nun Mitglied des Verwaltungsrats. Er hatte Derek für die medizinische Leitung der Kardiologie vorgeschlagen.

„Dr. Brickell.“ Derek lächelte. „Ich freue mich sehr auf dieses Meeting. Das kommt sonst höchst selten vor.“

„Es freut mich, dass du das so siehst, aber es gibt da ein kleines Fragezeichen. Was, wenn das neue Mitglied des Verwaltungsrates andere Vorstellungen für die Kardiologie hat? Wir kennen sie ja noch nicht.“

„Sie? Eine Frau? Bisher habe ich noch alle Frauen dazu bringen können, sich meinen Vorstellungen anzuschließen.“ Derek wollte sich keine Nervosität oder Zweifel anmerken lassen und versuchte sich an einem Scherz. Wer auch immer das neue Mitglied war – er würde ihn oder sie überzeugen.

Dr. Brickell schlug ihm lachend auf die Schulter. „Freut mich, das zu hören.“

Dereks Telefon machte sich bemerkbar. Dr. Brickell trat beiseite, um ihm die Gelegenheit zu geben, sich darum zu kümmern. Als Chirurg ignorierte er seine Anrufe nie.

Das Display zeigte, dass Bianca ihn zu erreichen versuchte. Sie war seit Ewigkeiten seine beste Freundin. Es war ziemlich blöd für ihn gewesen, als er sich in der High School in sie verliebt hatte, es sich aber nicht anmerken lassen wollte, um ihre Freundschaft nicht zu gefährden. Die Ernüchterung folgte, als sie nach Paris zog, um dort als Modell zu arbeiten. Sie verliebte sich später in einen Rennfahrer und heiratete ihn.

Biancas Romanze und die anschließende Ehe waren jedoch nur von kurzer Dauer gewesen. Nach drei gemeinsamen Jahren kam ihr Mann bei einem Flugzeugabsturz ums Leben und ließ sie mit ihrem kleinen Sohn allein zurück.

Das war der Grund, wieso Derek es wieder zu seiner Top-Priorität gemacht hatte, Bianca ein Freund zu sein.

Sie war nach Cole’s Hill zurückgekehrt und lebte im Haus ihrer Eltern. Sie war oft gereizt. Er wusste, dass ihre Mom sie unter Druck setzte, sich wieder einen Mann zu suchen, damit Bianca und ihr Sohn ‚nicht allein‘ waren.

Er warf einen Blick zu Dr. Brickell hinüber und signalisierte ihm, dass er den Anruf annehmen musste. Dann ging er auf den Korridor hinaus, um ungestört zu sein.

„Hi, Bia. Was ist los?“

„Ich bin so froh, dich zu erreichen. Hat das Meeting noch nicht begonnen?“

„Noch nicht. Was ist los?“, wiederholte er.

„Mom hat wieder einen Kandidaten aufgetan, mit dem ich mich treffen soll. Besteht der Hauch einer Chance, dass du heute Abend Zeit hast?“

Nein. Auch wenn es anders gewesen wäre, hätte er sich nicht darauf eingelassen. Sie waren Freunde – weil sie es so wollte und weil es sicher auch für ihn das Beste war. Diesen Zustand wollte er nicht durch Dates gefährden. Er hätte einiges für sie abgesagt, aber es war Mittwoch. Alle in Five Families, dem Stadtteil, in dem sie beide lebten, wussten, dass die Caruthers mittwochs im Club aßen und dann Pool spielten. „Heute ist Pool-Abend mit meinen Brüdern – das weiß deine Mutter sicher. Sie würde dir nichts anderes glauben.“

„Verdammt. Okay, es war einen Versuch wert.“

„Ja, sicher. Tut mir leid. Wer ist es denn heute Abend?“

„Jemand vom Sender. Ein Produzent oder so etwas.“

Biancas Mom arbeitete als Moderatorin einer Morgensendung im lokalen Fernsehen. Sie hatte schon diverse Dates für ihre Tochter arrangiert, seit Bianca wieder in Cole’s Hill war.

„Klingt … interessant“, bemerkte Derek.

„Wie man’s nimmt. Mom hat keine Ahnung, was mir an einem Mann wichtig ist.“

Das war ein Thema, auf das Derek sich im Moment lieber nicht einlassen wollte. „Ich muss gehen. Die Mitglieder des Verwaltungsrates sind schon fast alle da.“

„Kein Problem. Ich drücke dir die Daumen. Es gibt mit Sicherheit keinen besseren Kandidaten als dich.“

„Finde ich auch“, stimmte Derek zu. „Bis später.“

„Bis später.“

Er steckte das Smartphone wieder ein. Das Stakkato sich nähernder High Heels ließ ihn aufsehen. Und dann vergaß er für einen Moment vor Erstaunen, den Mund zu schließen.

Die Frau, die auf ihn zukam, war Dr. Marnie Masters. Verdammt. Ein durchdringender Blick, perfekt gezupfte Augenbrauen, das blonde Haar um ihr etwas kantiges Gesicht kunstvoll gestylt. Ihre Bewegungen erinnerten ihn irgendwie an eine Löwin, die sich ihrer Beute näherte. Und es bestand kein Zweifel daran, wer hier die Beute war.

„Marnie! Es ist doch immer eine Freude, dich zu sehen“, versicherte er ihr, obwohl er während der vergangenen achtzehn Monate all ihre Anrufe, SMS und Einladungen ignoriert hatte.

„Ich würde es ja glauben, wenn es nicht so kompliziert wäre, dir einmal rein zufällig über den Weg zu laufen. Dafür musste ich extra diesen Posten im Verwaltungsrat übernehmen“, bemerkte sie trocken.

„Du lebst wieder in Cole’s Hill?“ Er hatte Mühe, seine entgeisterte Reaktion zu verbergen.

„Daddy hat – auf meinen Wunsch hin – Geld für die Kardiologie gestiftet. Im Gegenzug hat der Verwaltungsrat zugestimmt, dass ich die Leitung für das Projekt übernehme. Ich habe gerade etwas Ähnliches in Houston gemacht, und Daddy lag sehr daran, dass ich wieder nach Hause komme … Es sieht also ganz so aus, als würden wir beide in Zukunft eng zusammenarbeiten.“

„Es freut mich, dass der Verwaltungsrat sich für jemanden mit deinen Qualifikationen entschieden hat.“

„Ich nehme an, wir werden uns jetzt besser kennenlernen. Da ich nun hier lebe, können wir uns öfter sehen und auch privat einiges unternehmen.“

Unter gar keinen Umständen würde er sich noch einmal mit ihr einlassen. „Ich fürchte, das ist nicht möglich.“

„Wieso? Es gibt keine Regeln, die dagegen sprächen.“ Sie zwinkerte ihm zu. „Ich habe extra nachgesehen.“

„Natürlich gibt es keine Regeln. Es ist nur – ich bin verlobt“, erklärte er spontan. „Ich möchte nicht, dass meine Verlobte einen falschen Eindruck bekommt.“

„Verlobt?“ Ethan Caruthers sah seinen Bruder verblüfft an, als sie später am Abend im Country Club eine Runde Drinks bestellten. „Wieso hast du das gesagt?“

„Du kennst doch Marnie. Sie hätte kein Nein akzeptiert. Ich bin in Panik geraten.“

„Und deswegen hast du ihr solchen Schwachsinn erzählt? Derek, das ist doch verrückt. Wenn sie rausfindet, dass du keine Verlobte hast, geht die Sache richtig nach hinten los.“

Ethan hatte natürlich recht. Schon jetzt belastete die Lüge seine Aussichten, medizinischer Leiter der Kardiologie zu werden. Marnie war alles andere als erfreut gewesen, als sie von seiner Verlobung erfahren hatte. Prompt hatte sie den Verwaltungsrat darüber informiert, dass sie noch weitere Anwärter für den Posten des Leiters der Kardiologie habe. Dr. Brickell unterstützte Derek weiterhin und forderte, die Entscheidung möglichst bald zu treffen. Marnie beharrte auf ihrem Standpunkt. Die Entscheidung sei frühestens in zwei Monaten zu treffen. Sie fand genügend Unterstützer im Gremium, sodass der Termin schließlich vertagt wurde.

Nach dem Meeting war Derek wieder an die Arbeit gegangen. Zwei Operationen hatten das Problem mit seiner nicht vorhandenen Verlobten erst einmal in den Hintergrund treten lassen. Er beschäftigte sich erst jetzt wieder damit. Ethan war als einziger seiner Brüder schon da.

„Damit könntest du natürlich recht haben“, sagte Derek nachdenklich. „Wenn ich nur eine Frau finden würde … eine Frau, die nur an einer Liaison für ein paar Monate interessiert ist.“

„Würde Marnie dir denn glauben, wenn du eine deiner Kurzaffären als deine Verlobte ausgibst?“ Ethan war skeptisch.

„Nein. Ich habe ihr gesagt, dass es etwas ganz Besonderes ist und ich daher noch nicht darüber gesprochen habe.“

Ethan nippte an seinem Scotch. Er schüttelte den Kopf. „Verdammt, du hast schon immer ein Talent für absurde Geschichten gehabt.“

„Ich weiß. Aber was soll ich jetzt machen?“

„Worum geht’s?“ Hunter war zu ihnen getreten. Er war unlängst nach Cole’s Hill zurückgekehrt, nachdem er gut zehn Jahre in der National Football League gespielt hatte und anschließend durch die Staaten gereist war, um Fitnesskurse zu promoten. Dabei war er immer auf der Flucht vor einem Skandal...



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