Gardner | James Bond 20: Niemand lebt ewig | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 20, 380 Seiten

Reihe: James Bond

Gardner James Bond 20: Niemand lebt ewig


1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-86425-467-3
Verlag: Cross Cult Entertainment
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 20, 380 Seiten

Reihe: James Bond

ISBN: 978-3-86425-467-3
Verlag: Cross Cult Entertainment
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Auf dem Weg zu einer österreichischen Spezialklinik erreicht James Bond die Warnung, dass jemand ein hohes Kopfgeld auf ihn ausgesetzt hat. Der Beginn eines Abenteuers, das ihn nicht nur in die Arme von 'La Principessa', der reichen und wunderschönen Sukie Tempesta, führt, sondern auch immer wieder in Situationen, in denen er nur knapp dem Tod von der Schippe springen kann. Als dann auch noch seine Haushälterin May und Miss Moneypenny verschwinden, weiß 007 nicht mehr, wem er noch trauen kann.

Bereits im Zweiten Weltkrieg wurde Gardner im Alter von 17 Jahren erst für die britische Luftwaffe und danach für die Royal Navy eingezogen. Daraufhin beschloss Gardner Priester zu werden und diente, nach einiger Zeit als Vikar, als Kaplan der Royal Airforce. 1959 veröffentlichte er sein erstes Buch und arbeitete daraufhin bis 1964 als Theaterkritiker. 1980 wurde er als offizieller James Bond-Autor der Öffentlichkeit vorgestellt und schrieb bis 1996 vierzehn Bond Romane, von denen GoldenEye und Lizenz zum Töten verfilmt wurden. Er war zwei Mal verheiratet. Aus der ersten Ehe von 1952 bis 1997 entstanden drei Kinder. Seine zweite Ehe mit einer Jugendfreundin wurde 2004 geschloßen. Gardner verstarb im August 2007.
Gardner James Bond 20: Niemand lebt ewig jetzt bestellen!

Weitere Infos & Material


2


DER GIFTZWERG


Bond schwitzte während seines morgendlichen Trainings – die zwanzig langsamen Liegestütze mit ihrer wundervoll andauernden Anstrengung, dann die Beinübungen, die er auf dem Bauch liegend durchführte, und zum Schluss berührte er zwanzig Mal schnell hintereinander mit den Fingerspitzen seine Zehen.

Bevor er duschen ging, rief er beim Zimmerservice an und gab genaue Anweisungen für sein Frühstück durch: zwei dicke Scheiben Vollkornbrot mit der besten Butter und, wenn möglich, »Little Scarlet«-Erdbeermarmelade von Tiptree oder »Oxford«-Orangenmarmelade von Cooper. Leider, Monsieur, gebe es keine Marmelade von Cooper, aber sie hätten Tiptree. Es war unwahrscheinlich, dass sie in der Lage sein würden, ihm Kaffee von De Bry zu servieren, also entschied er sich nach einer detaillierten Befragung für ihre Spezialmischung. Während er auf die Ankunft des Tabletts wartete, nahm er eine sehr heiße Dusche und danach noch eine mit eiskaltem Wasser.

Da Bond ein Gewohnheitstier war, mochte er Veränderungen normalerweise nicht, aber er hatte vor Kurzem seine Seife, sein Shampoo und sein Duftwasser gewechselt. Er benutzte jetzt Blend 30 von Dunhill, weil ihm der besonders intensive maskuline Geruch gefiel – und nachdem er sich mit energischen Bewegungen abgetrocknet hatte, verteilte er das Duftwasser auf seinem Körper. Dann zog er seinen seidenen Reisemorgenmantel an, um auf das Frühstück zu warten, das zusammen mit den Morgenausgaben der örtlichen Zeitungen gebracht wurde.

Der BMW oder das, was davon übrig war, schien auf allen Titelseiten vertreten zu sein, während sich die Schlagzeilen in Spekulationen über die Explosion ergingen und alles Mögliche verkündeten, von einem abscheulichen Akt des städtischen Terrorismus bis hin zum aktuellsten Mordanschlag in einem Krieg zwischen Verbrecherbanden, der sich in den vergangenen paar Wochen über ganz Frankreich erstreckt hatte. Es gab kaum Einzelheiten, abgesehen von den Informationen, die die Polizei genannt hatte: Es habe nur ein Opfer gegeben, den Fahrer, und der Wagen sei auf den Namen Conrad Tempel, einen deutschen Geschäftsmann aus Freiburg, zugelassen gewesen. Herr Tempel wurde zu Hause vermisst, also ging man davon aus, dass er sich im Auto befunden hatte.

Während er den Artikel las, trank Bond zwei große Tassen schwarzen Kaffee ohne Zucker und beschloss, dass er Freiburg später an diesem Tag umfahren würde, nachdem er Deutschland erreicht hatte. Er plante, die Grenze erneut in Basel zu überqueren. Sobald er in der Schweiz war, würde er zum Lago Maggiore im Kanton Tessin hinunterfahren und die Nacht in einem der kleinen Touristendörfer auf der Schweizer Seite des Sees verbringen. Dann würde er den letzten Streckenabschnitt nach Italien hinter sich bringen und sich auf die lange Reise über die autostradas nach Rom begeben. Er würde ein paar Tage bei dem dort stationierten Mitarbeiter des Service und dessen Frau verbringen, Steve und Tabitha Quinn.

Die heutige Fahrt würde weniger anstrengend werden. Er musste nicht vor Mittag aufbrechen, also hatte er noch ein wenig Zeit, um sich zu erholen und sich umzuschauen. Aber zuerst musste er sich um die wichtigste Aufgabe des Tages kümmern, den Anruf in der Mozart-Klinik, um sich nach May zu erkundigen.

Er wählte die 19, um das französische Telefonnetz zu verlassen, und dann die 61, die ihm Zugang zum österreichischen Netz verschaffte. Dann folgte die Nummer. Doktor Kirchtum meldete sich fast sofort.

»Guten Morgen, Mr Bond. Sie sind jetzt in Belgien, richtig?«

Bond erklärte ihm höflich, er sei in Frankreich, werde morgen in der Schweiz und am nächsten Tag dann in Italien sein.

»Sie geben ganz schön Gummi, wie man so schön sagt.« Kirchtum war ein kleiner Mann, aber seine Stimme war laut und klangvoll. In der Klinik konnte man ihn schon lange vor seiner Ankunft in einem Raum hören. Die Schwestern nannten ihn deswegen »das Nebelhorn«.

Bond erkundigte sich nach May.

»Es geht ihr nach wie vor gut. Sie scheucht uns herum, was ein gutes Zeichen für ihre Genesung ist.« Kirchtum lachte schallend. »Ich glaube, der Koch ist kurz davor, das Gewehr ins Feld zu werfen, sagt man das nicht so?«

»Die Flinte ins Korn zu werfen«, korrigierte Bond und lächelte in sich hinein. Er war sich sicher, dass der Herr Doktor absichtlich Fehler machte, wenn es um Redewendungen ging. Er fragte, ob es eine Möglichkeit gebe, mit der Patientin zu sprechen, und erhielt die Antwort, dass sie sich momentan einer Behandlung unterziehe und erst im Laufe des Tages wieder ans Telefon kommen könne. Bond sagte, er werde versuchen, während seiner Fahrt durch die Schweiz noch einmal anzurufen, bedankte sich beim Doktor und wollte gerade auflegen, als Kirchtum ihn aufhielt.

»Hier ist jemand, der gerne mit Ihnen sprechen würde, Mr Bond. Warten Sie. Ich verbinde.«

Zu Bonds Überraschung vernahm er die Stimme von Ms persönlicher Assistentin Miss Moneypenny. Sie sprach mit dem üblichen Hauch von Zuneigung, mit dem sie ihm so oft begegnete.

»James! Wie wundervoll, mit Ihnen zu reden.«

»Tja, Moneypenny. Was in aller Welt machen Sie denn in der Mozart-Klinik?«

»Ich bin im Urlaub, genau wie Sie, und ich verbringe ein paar Tage in Salzburg. Ich dachte, ich fahre mal her und schaue nach May. Es geht ihr sehr gut, James.« Moneypenny klang fröhlich und aufgeregt.

»Nett von Ihnen, dass Sie an sie denken. Aber passen Sie in Salzburg bloß gut auf sich auf, Moneypenny – all diese musikalischen Menschen, die sich Mozarts Haus ansehen und auf Konzerte gehen …«

»Heutzutage wollen sie alle nur noch die Drehorte von Meine Lieder – Meine Träume sehen«, erwiderte sie lachend.

»Tja, passen Sie trotzdem auf sich auf, Penny. Ich habe gehört, dass diese Touristen von einer Frau wie Ihnen nur eins wollen.«

»Dann wünschte ich, Sie wären einer dieser Touristen, James.«

Miss Moneypenny hatte in ihrem Herzen immer einen besonderen Platz für Bond. Nachdem sie sich noch ein wenig unterhalten hatten, dankte Bond ihr erneut dafür, dass sie so aufmerksam war, May zu besuchen.

Sein Gepäck stand bereit, die Fenster waren weit offen und das Sonnenlicht strömte herein. Er würde sich in der unmittelbaren Umgebung des Hotels umsehen, das Auto überprüfen, noch einen Kaffee trinken und sich dann auf den Weg machen. Als er ins Foyer hinunterging, wurde ihm klar, wie dringend er Urlaub benötigte. Es war ein hartes, anstrengendes Jahr gewesen, und zum ersten Mal fragte sich Bond, ob er die richtige Entscheidung getroffen hatte. Vielleicht wäre ein kurzer Ausflug in sein geliebtes Royale-les-Eaux eine bessere Idee gewesen.

Ein vertrautes Gesicht schob sich in den Rand seines Sichtfelds, als er das Foyer durchquerte. Bond zögerte, drehte sich um und schaute beiläufig ins Schaufenster des Hotelladens, um das Spiegelbild des Mannes, der in der Nähe des Hauptrezeptionsschalters saß, besser betrachten zu können. Er gab keinen Hinweis darauf, Bond gesehen zu haben, während er gelassen dasaß und in der Herald Tribune vom Vortag blätterte. Er war klein, kaum ein Meter dreißig groß. Aufgrund seiner ordentlichen und teuer wirkenden Kleidung strahlte er ein Selbstbewusstsein aus, das für so viele kleine Männer typisch war. Bond misstraute kleinen Menschen, denn er kannte ihre Neigung, ihre kleine Statur mit einer skrupellosen Aufdringlichkeit kompensieren zu wollen, als müssten sie sich beweisen.

Er wandte sich ab, sobald er ihn identifiziert hatte. Er kannte das Gesicht nur zu gut – die schmalen, frettchenartigen Züge und die funkelnden, durchdringenden Augen, die ebenfalls an dieses Tier erinnerten. Was, fragte er sich, machte Paul Cordova – oder »Die Ratte«, wie man ihn in der Verbrecherwelt nannte – in Straßburg? Bond wusste, dass es vor ein paar Jahren Andeutungen gegeben hatte, der KGB hätte sich als Regierungsbehörde der Vereinigten Staaten ausgegeben und ihn benutzt, um einen besonders unangenehmen Auftrag in New York zu erledigen.

Paul »Die Ratte« Cordova war ein Vollstrecker – ein höflicher Ausdruck für einen Mörder – für eine der New Yorker Mafiafamilien, und sein Foto sowie seine Akte befanden sich in den Datenbanken aller großen Polizei- und Geheimdienstbehörden der Welt. Es gehörte zu Bonds Aufgabenbereich, Gesichter wie dieses zu kennen, auch wenn sich Cordova eher in kriminellen als in Geheimdienstkreisen bewegte. Doch Bond betrachtete ihn nicht als »Die Ratte«. Für ihn war der Mann »der Giftzwerg«. War seine Anwesenheit in Straßburg ein weiterer »Zufall«?, fragte sich Bond.

Er ging zum Parkbereich hinunter, überprüfte den Bentley sehr sorgfältig und teilte dem diensthabenden Mitarbeiter mit, dass er den Wagen in einer halben Stunde abholen würde. Er weigerte sich, jemanden vom Hotelpersonal hinters...


Bereits im Zweiten Weltkrieg wurde Gardner im Alter von 17 Jahren erst für die britische Luftwaffe und danach für die Royal Navy eingezogen. Daraufhin beschloss Gardner Priester zu werden und diente, nach einiger Zeit als Vikar, als Kaplan der Royal Airforce. 1959 veröffentlichte er sein erstes Buch und arbeitete daraufhin bis 1964 als Theaterkritiker. 1980 wurde er als offizieller James Bond-Autor der Öffentlichkeit vorgestellt und schrieb bis 1996 vierzehn Bond Romane, von denen GoldenEye und Lizenz zum Töten verfilmt wurden. Er war zwei Mal verheiratet. Aus der ersten Ehe von 1952 bis 1997 entstanden drei Kinder. Seine zweite Ehe mit einer Jugendfreundin wurde 2004 geschloßen. Gardner verstarb im August 2007.



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.