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Gemmel | Schattengreifer - Der Zeitenherrscher | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 299 Seiten

Reihe: Baumhaus

Gemmel Schattengreifer - Der Zeitenherrscher


1. Auflage 2011
ISBN: 978-3-8387-0825-6
Verlag: Baumhaus
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 299 Seiten

Reihe: Baumhaus

ISBN: 978-3-8387-0825-6
Verlag: Baumhaus
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Der Schattengreifer setzt seine Reise fort und hält Simon und dessen Freunde noch immer auf dem Seelensammler fest. Wieder führen die Abenteuer durch Zeit und Raum, sogar zurück in die Steinzeit. Endlich gelingt es Simon, hinter das Rätsel der magischen Gestalt und des mysteriösen Plans zu kommen. Und dabei wird ihm bewusst, dass der Kampf gegen den Schattengreifer gefährlicher ist, als er bisher geahnt hat ...

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(S. 128-129)

Nur ganz langsam kam Simon zu sich. Er erwachte aus einem tiefen Schlaf. Einem Schlaf ohne Träume, ohne Bilder oder Visionen. Sein Körper hatte sich Kraft zurückgeholt. Und Simon fühlte sich entsprechend frisch und ausgeruht. Er erhob sich von seinem Platz und ging an die Reling. Das Schiff lag auf dem Meer, und wieder einmal sah er sich zu allen Seiten von nichts als Wasser und Wellen umgeben. Wie lange mochte er wohl geschlafen haben? Simon schüttelte diesen Gedanken schnell wieder ab.

Auf diesem Schiff war das die falsche Frage. Zeit war hier etwas völlig anderes als in Simons bisherigem Leben. Raum und Zeit hatten hier nicht die Bedeutung wie zu Hause. Wieder einmal fragte sich Simon, wo sie sich wohl befanden, wenn sie – wie in einer Warteposition – auf diesem Meer trieben. Und in welcher Zeit? Oder verharrten sie nur in einem Teil des Schattengreifer-Universums? Gefangen auf dem Schiff, gefangen in dessen Magie? Je länger ich auf diesem Schiff bin, umso weniger verstehe ich das alles, dachte Simon frustriert. Er blickte sich auf dem Schiff um. Die Zeitenkrieger schliefen noch.

Sie lagen auf dem Deck, an genau den Stellen, an denen sie sich vor der Reise hatten fallen lassen, und sogar in denselben Positionen. Anscheinend hatte auch von ihnen keiner die üblichen körperlichen Strapazen der Rückreise bewusst mitbekommen. Simon schaute voller Mitgefühl auf seine Freunde. Auch sie hatten so viele Fragen. Keiner von ihnen wusste, was genau auf diesem Schiff vor sich ging oder was der Schattengreifer im Schilde führte. Simons Blick ruhte lange auf Moon.

Es tat ihm unendlich leid, dass sie es nicht geschafft hatten, den Indianer aus der Macht des Schattengreifers zu befreien. Es tat ihm leid, dass Moon all das hatte erleben müssen, was er erlebt hatte. Simon ließ seinen Blick weiterwandern, den vorderen Mast hinauf, bis zu dem Mastkorb, aus dem heraus die Flammen der Fackeln zuckten. War auch sie wieder hier? Simon strengte sich an und versuchte, im Mastkorb den Schnabel zu entdecken oder einen ihrer Flügel.

Zu gern hätte er das Gespräch mit der kleinen Krähe wieder aufgenommen. Bei seinem ersten Besuch auf diesem Schiff waren sie unterbrochen worden, gerade in dem Moment, als die kleine Krähe sich ihm anvertrauen wollte. Nun hätten sie Gelegenheit, das Gespräch fortzusetzen. Unwillkürlich musste Simon kichern. Wie verrückt das alles war. Noch vor einem Jahr hatte er auf diesem Deck gesessen und an seinem Verstand gezweifelt, weil er nicht glauben konnte, dass diese kleine Krähe überhaupt sprechen konnte.

Und nun stand er hier und hoffte inständig auf ein Gespräch mit diesem Vogel, um Antworten auf seine dringendsten Fragen zu bekommen. Wie schnell man sich doch an Gegebenheiten gewöhnen konnte. Auch wenn sie noch so ungewöhnlich oder gar verrückt waren. Gerade jetzt hoffte Simon darauf, dass die Krähe hier war. Gerade nach allem, was am Wounded Knee passiert war, wollte er seine Fragen stellen.



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