Gemmel | Schattengreifer - Die Zeitensegler | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 301 Seiten

Reihe: Baumhaus

Gemmel Schattengreifer - Die Zeitensegler


1. Auflage 2011
ISBN: 978-3-8387-0764-8
Verlag: Baumhaus
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 301 Seiten

Reihe: Baumhaus

ISBN: 978-3-8387-0764-8
Verlag: Baumhaus
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Ist es wirklich nur ein Zufall, der Simon auf das uralte Schiff verschlägt? Und was treiben die Jugendlichen hier, die dem Kommando des Schattengreifers unterstellt sind und mit ihm durch die Zeit reisen? Allmählich nur kommt Simon hinter die Geheimnisse dieses sonderbaren Schiffes. Aber je mehr er erfährt, desto klarer wird ihm, worauf er sich eingelassen hat. Um nichts weniger geht es, als die Welt zu retten... Stefan Gemmel ist Lesekünstler des Jahres 2011.

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(S. 261-262)

Der Schattengreifer fiel der Länge nach auf die Planken. Mitten auf dem Deck des Seelensammlers brach er zusammen. Die Zeitenkrieger schreckten zurück und blickten unsicher auf ihn herab. Keinesfalls wollten sie ihn berühren. Doch gleichzeitig wollten sie ihn auch nicht so liegen lassen. »Wir müssen doch etwas für ihn tun«, rief Neferti aus. Jetzt erst erkannte sie, dass der Schattengreifer nicht allein gekommen war. Mit einem Schrei der Erleichterung rannte sie auf Simon und Salomon zu und warf sich Simon in die Arme. »Ihr seid am Leben!« Nin-Si drückte Salomon an sich.

»Wir hatten solche Angst!« Auch Moon kam dazu. »Wie schön, euch wieder hier zu haben.« Er strahlte über das ganze Gesicht. Doch die freudige Stimmung wurde schnell von Unsicherheit und der Sorge um den Schattengreifer verdrängt. »Was sollen wir denn nun tun?«, fragte Neferti noch einmal. Alle Augen richteten sich auf den Schattengreifer, der noch immer reglos am Boden lag. Seine Krähe, die noch um ein Vielfaches größer war als die fünf, die in den Mastkörben des Seelensammlers lebten, saß ruhig an seiner Seite. Die anderen hatten sich auf der Reling versammelt und beobachteten das Geschehen. Eine bedrückende Spannung lag in der Luft. Niemand wusste so recht, wie er sich verhalten sollte. »Wir könnten ihn in die Kajüte bringen«, schlug Simon schließlich vor.

»Dort gibt es doch bestimmt eine Möglichkeit, ihn hinzulegen, oder?« Salomon zog die Schultern hoch. »Das können wir dir nicht sagen. Keiner von uns war jemals dort drin.« »Du meinst …« »Der Raum ist allein dem Schattengreifer zugänglich. Wir haben die strikte Anweisung, die Kajüte niemals zu betreten.« »Aber das hier ist doch ein Notfall, oder?«, erwiderte Simon. »Es geht ja schließlich um ihn selbst.« Nin-Si gab ihm recht: »Wir sollten den Schattengreifer in die Kajüte bringen.« Ihnen allen schauderte bei dem Gedanken, den Schattengreifer anzufassen, doch es half nichts. Sie postierten sich rings um die große Gestalt: Moon und Simon an den Armen, Neferti und Salomon an den Füßen und Nin-Si an der Seite des Schattengreifers, um den Körper zu stützen.

»Fertig?« Simon ging in die Hocke und machte sich bereit, das Handgelenk zu umfassen. Die dürre Klaue daran ließ ihn innerlich erbeben. Auf keinen Fall wollte er sie berühren müssen. Sorgsam schob er den Ärmel des Mantels ein Stück vor, bevor er zupackte. Die Zeitenkrieger waren ebenfalls so weit. »Dann bei drei«, gab Simon vor und zählte an. Mit einem Ruck hoben sie den Schattengreifer hoch – und waren überrascht, wie leicht der Körper war. Simon hatte eher den Eindruck, ein Stück Papier in die Luft zu heben als die Gestalt eines erwachsenen Menschen.

Es schauderte ihn. Wie wenig sie doch noch immer über den Schattengreifer wussten! Ein Blick auf seine Freunde verriet ihm, dass es ihnen ähnlich erging und dass sie, ebenso wie er, schon jetzt den Moment herbeisehnten, in dem sie den Schattengreifer wieder loslassen konnten. Sie trugen ihn zur Tür der Kajüte. Wie Simon geahnt hatte, war sie verschlossen. Die anderen sahen sich ratlos an. Sie wussten ebenso wenig wie Simon, wo sich der Schlüssel befand.



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